Der Abend kommt so schnell: Roman von Cornelia Naumann. Die Autorin veröffentlicht Roman über die Politikerin Sarah Sonja Lerch

Der Abend kommt so schnell: Roman von Cornelia Naumann. Die Autorin veröffentlicht Roman über die Politikerin Sarah Sonja Lerch

Münchens vergessene Revolutionärin

Für Sonja ist der Frieden zum Greifen nah. Mit Kurt Eisner und anderen Pazifisten will sie im Januar 1918 nach vier entbehrungsreichen Jahren den Krieg beenden.

Eisner und sie rufen den Generalstreik aus, doch die Aktivisten werden verhaftet.

Ihr Ehemann sagt sich öffentlich von Sonja los.

Er will seine berufliche Karriere nicht durch das skandalöse Benehmen seiner Gattin gefährden.

Nur Fritzi, eine junge Munitionsarbeiterin, besucht die Gefangene.

Sie will das Geheimnis der bewunderten Revolutionärin erfahren. Vor dem Leser enthüllt sich das tragische Leben einer Frau zwischen zwei Welten.

Cornelia Naumann veröffentlicht Roman über die Politikerin Sarah Sonja Lerch

Zitat: Kurt Eisner gehörte zu den führenden Köpfen der Novemberrevolution Januar 1918. Im Schatten des ersten bayerischen Ministerpräsidenten wirkten aber viele vergessene Revolutionäre, die in hohem Maße zum Fall der einstigen Monarchie beitrugen.

Dazu zählt auch Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz, die im Januar 1918 zum Generalstreik in den Rüstungsfabriken aufrief.

Die Münchner Autorin Cornelia Naumann widmet sich in ihrem neuen historischen Roman »Der Abend kommt so schnell« dem Leben dieser jüdischen Russin.

Im Fokus der Handlung steht ihr politisches Engagement, ihre gescheiterte Ehe sowie ihre Anklage auf Landesverrat, die sie hinter Gittern brachte.

In Rückblenden erzählt, zeichnet die Autorin den spannenden Lebenslauf einer starken Frau nach, die für den Frieden ihr Leben opferte.

 

Für Sonja ist der Frieden zum Greifen nah

 

Mit Kurt Eisner und anderen Pazifisten will sie im Januar 1918 nach vier entbehrungsreichen Kriegsjahren den Krieg beenden. Eisner und sie rufen den Generalstreik aus. Aber die Aktivisten werden verhaftet. Ihr Ehemann Genja sagt sich öffentlich von Sonja los.

Er will seine Karriere nicht durch die pazifistischen Aktivitäten seiner Gattin gefährdet wissen. Fritzi, eine junge Muntionsarbieterin, bewundert Sonja Lerch. Bei ihren Besuchen will sie das Geheimnis der Frau erfahren.

Ist Sonja eine untergetauchte Revolutinärin?
Kämpfte sie an der Seite Lenins?

Fritzis naive Fragen wecken Sonjas Erinnerungen. Vor dem Leser enthüllt sich das tragische Leben einer Frau zwischen zwei Welten:

Der Abend kommt so schnell
(Historische Romane im GMEINER-Verlag)
von Cornelia Naumann
Taschenbuch: 409 Seiten
Gmeiner Verlag
(7. Februar 2018)
ISBN-13: 978-3839221990
Taschenbuch EUR 16,00

 

Verlagsinfo zum Buch
Der Abend kommt so schnell von Cornelia Naumann

 

Cornelia Naumann, geboren in Marburg, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit bedeutenden, von der Geschichtsschreibung vergessenen Frauen. Nach Schauspielen über die fahrende Komödiantin Karoline Schulze-Kummerfeld und die deutsch-jüdische Lyrikerin Gertrud Kolmar erschienen im Gmeiner Verlag zwei Romane von Cornelia Naumann:
»Die Portraitmalerin« und
»Königlicher Verrat«.

   

In ihrem Roman »Der Abend kommt so schnell« forscht sie den wenigen Spuren nach, die die Revolutionärin Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz, (1882-1918) in München hinterlassen hat. Dabei entdeckte sie das tragische Leben einer jüdischen Russin, die aus ihrer Heimat fliehen musste.

Lesung

Do., 22.3.2018 – München
Buchpremiere mit Cornelia Naumann in München
Lesung aus »Der Abend kommt so schnell«

 

VinTageBuch Info

 

Sarah Sonja Rabinowitz, verheiratete Sarah Sonja Lerch, (* 3. Mai 1882 in Warschau; † 29. März 1918 in München) war eine deutsche Politikerin.

Die Tochter des Schriftstellers Saul Pinchas Rabbinowicz besuchte das Mädchengymnasium in Warschau und bestand 1899 die Lehrerinnenprüfung.

Von 1905 bis 1907 unterrichtete sie an Schulen in Warschau und Odessa. 1908 siedelte sie mit ihrer Familie nach Frankfurt am Main um, wo sich Rabinowitz beim „Bund“ und der SPD engagierte und auf deutsch, russisch und jiddisch publizierte.

Ab 1908 belegte sie ein Studium in Gießen und Zürich, die Promotion erfolgte 1913 in Gießen zum Thema Zur Entwicklung der Arbeiterbewegung in Russland bis zur großen Revolution von 1905. Es folgte die Heirat mit dem Romanisten Eugen Lerch und die Übersiedelung nach München.

Dr. Sonja Lerch war Pazifistin und gehörte zu den ersten erklärten Kriegsgegnerinnen mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Als Mitbegründerin der Münchener USPD organisierte sie gemeinsam mit Kurt Eisner, Hans Unterleitner, Richard Kämpfer u.v.a. im Januar 1918 einen Streik von Münchner Munitionsfabrikarbeitern zur Durchsetzung des allgemeinen Friedens und wurde am 1. Februar 1918 wegen Landesverrats verhaftet.

Eugen Lerch distanzierte sich öffentlich von der politischen Aktivität seiner Gattin und reichte die Scheidung ein. Darüber erschien eine Notiz in der „Münchner Post“ vom 2. Februar 1918.

In den fast acht Wochen ihrer Untersuchungshaft besuchte Lerch seine Frau nicht. Am 15. März 1918 wurde Dr. Sonja Lerch vom Untersuchungsgefängnis Neudeck in das Gefängnis München-Stadelheim überstellt. Dort wurde sie am 29. März 1918 erhängt aufgefunden.

Der Schriftsteller Ernst Toller, der nach dem Januarstreik ebenfalls in Untersuchungshaft kam, nahm ihr Schicksal zum Thema seines Dramas Masse Mensch, das 1920 am Schauspiel Nürnberg uraufgeführt, am 29. September 1921 von Jürgen Fehling an der Volksbühne Berlin inszeniert wurde.

Kurt Eisner (geboren am 14. Mai 1867 in Berlin; gestorben am 21. Februar 1919 in München) war vom 8. November 1918 bis zu seinem gewaltsamen Tod infolge eines Attentats der erste Ministerpräsident des Freistaats Bayern. Abgesehen von seinem Wirken als sozialistischer Revolutionär und Politiker hatte er sich auch als Journalist und Schriftsteller einen Namen gemacht.

Während der wilhelminischen Ära des deutschen Kaiserreichs war er Ende des 19. Jahrhunderts mit monarchiekritischen Artikeln und Publikationen öffentlich hervorgetreten.

Von 1898 bis 1917 war Eisner Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). In den ersten fünf Jahren des 20. Jahrhunderts prägte er als führender Angehöriger des Vorwärts-Redaktionskollektivs maßgeblich die Ausrichtung des Zentralorgans der Partei.

Während des Ersten Weltkriegs verstärkte und radikalisierte sich seine pazifistische Überzeugung. 1917 trat er aufgrund einer gewachsenen oppositionellen Haltung gegen die deutsche Kriegspolitik wie auch gegen die sozialdemokratische Burgfriedenspolitik zur Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) über.

Eisner wurde zum Protagonisten dieser Partei in Bayern, wo er ab 1907 ansässig war. Als einer der dortigen Hauptinitiatoren der für die Demokratisierung des Deutschen Reiches und gegen den Krieg gerichteten Januarstreikwelle von 1918 wurde er am 31. Januar wegen “versuchten Landesverrates” verhaftet und kam in Untersuchungshaft.

Wiederholte Gesuche auf Haftverschonung wurden vom Reichsgericht abgelehnt. Erst am 14. Oktober wurde Eisner aus Anlass seiner Nominierung zur Reichsersatzwahl für das vakante Mandat Georg von Vollmars entlassen.

Historische Bedeutung erlangte er vor allem als Anführer der Novemberrevolution von 1918 in München. Eisner rief nach dem Sturz des letzten bayerischen Königs Ludwig III. die bayerische Republik als „Freistaat“ aus und wurde von der Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte zum Ministerpräsidenten gewählt.

Am 21. Februar 1919 – kurz bevor er als Konsequenz aus der für ihn und seine Partei verlorengegangenen Landtagswahl seinen Rücktritt bekannt geben wollte – wurde Kurt Eisner von Anton Graf von Arco auf Valley ermordet, einem Studenten aus dem Umfeld der gegen die Revolution agierenden deutsch-völkischen und antisemitischen Thule-Gesellschaft.