Faszination Bunker und Das geheime Militär-Kommando in Geltow sowie Kommando-Zentrale der modernen Kriegsführung

Faszination Bunker und Das geheime Militärkommando in Geltow, Kommandozentrale der modernen Kriegsführung.

 

Geheimnisvolle Orte: Das geheime Militärkommando in Geltow, ein Film von Galina Breitkreuz und Charles E. Breitkreuz, phoenix, 23.07.2018, 06:30 Uhr

 

Getarnt im Märkischen Kiefernwald ist das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam seit der Gründung 2001 die wichtigste militärische Kommandozentrale der Bundesrepublik. Ein Ort von aktueller Brisanz, denn von hier werden die Auslandseinsätze der Bundeswehr gesteuert.

Wo sich das deutsche Militär heute um Transparenz und Offenheit bemüht, spannt sich über jeden Quadratmeter das bizarre Narbengewebe deutscher Geschichte. Verborgen und geheimnisvoll.

 

Als Luftkriegsschule III und Kommandozentrale der Luftwaffe wurde das Militärgelände 1936 zwischen Werder und Eiche Golm in dem kleinen Ort Geltow erbaut.

 

Ein Flugplatz, der heute nicht mehr existiert, gehörte damals dazu. Unter dem Tarnnamen „Kurfürst“ sollte es vor allem Göring und seinem Stab als geheime Kommandozentrale dienen.

 

Weniger komfortabel waren die Arbeitsbedingungen im unterirdischen Fernmeldeamt für den Oberleutnant Harro Schulze Boysen.

 

Dessen Abteilung des Reichsluftfahrtministeriums war aus Sicherheitsgründen nach Geltow ausgelagert worden. Am 31. August 1942 verhaftete ihn die Gestapo wegen Spionage in seinem Büro.

In die 3.000 Quadratmeter große unterirdische bombensichere Bunkeranlage wurden ein Jahr später auf Geheimbefehl Hitlers die Sarkophage Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. aus der Potsdamer Garninsonkirche eingelagert.

1945, kurz vor Kriegsende, wurden diese Särge dann so abenteuerlich wie sie nach Geltow überführt wurden, mit den Überresten des Ehepaares Hindenburg nach Bernterode abtransportiert.

Nachdem die Russen das Gelände verließen, wurde Geltow bei Potsdam wieder zum Kommando auserkoren, dem der Landstreitkräfte der NVA.

Nicht nur die unterirdische Bunkeranlage wurde für den Ernstfall saniert, sondern auch das gesamte militärische Areal als Bastion für die Umzingelung West-Berlins gerüstet.

Nach dem 11. September 2001 beschlossen die westlichen Demokratien, in den Krieg gegen den Terror zu ziehen. Und plötzlich waren die Qualitäten des Militärgeländes in Geltow bei Potsdam wieder gefragt.

Gut getarnt inmitten märkischer Kiefernwälder und nahe der Hauptstadt wurde das Kasernengelände zur Kommandozentrale der modernen Kriegsführung – dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Sendehinweis

Geheimnisvolle Orte
Das geheime Militärkommando in Geltow
23.07.2018, 06:30 Uhr

Geheimnisvolle Orte
Das geheime Militärkommando in Geltow
23.07.2018, 16:30 Uhr

Geheimnisvolle Orte
Das geheime Militärkommando in Geltow
26.07.2018, 00:30 Uhr

 

VinTageBuch Tipp

 

Faszination Bunker:
Steinerne Zeugnisse der europäischen Geschichte
(erweiterte und aktualisierte Neuauflage 2017)
von Martin Kaule
Taschenbuch: 256 Seiten
Ch. Links Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3861539764
ISBN-13: 978-3861539766
Gebundene Ausgabe ab EUR 20,00 bei Amazon.de

 

Zitat: Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden in weiten Teilen Europas Bunkeranlagen errichtet. Martin Kaule dokumentiert militärische Zweck- und Funktionsbauten aus Beton, aber auch Anlagen, die während des Zweiten Weltkrieges für die Verlagerung der deutschen Rüstungsindustrie in den Untergrund entstanden sind, Luftschutzeinrichtungen für die Zivilbevölkerung sowie zahlreiche Anlagen des Kalten Krieges, die vom Wettrüsten zwischen Ost und West zeugen.

Neben 100 Bunkern in Deutschland werden auch über 60 Objekte im europäischen Ausland vorgestellt – in prägnanten Texten und mit mehr als 400 aktuellen und historischen Fotos.

Die Bauwerke werden in ihrer geschichtlichen und politischen Bedeutung sowie ihrer gegenwärtigen Funktion erläutert: Hochbunker, Tiefbunker, Stollensysteme für U-Boote und Flugzeuge oder weitläufige unterirdische Anlagen, die zum Teil noch heute nicht betreten werden dürfen.

Einst streng geheime militärische Depots und Gefechtsstände oder verbunkerte Anlagen von Geheimdiensten werden erstmals präsentiert.

 

VinTageBuch Info

 

Geltow ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Neben dem alten Geltow entstand in der Regierungszeit und auf Kosten Friedrichs des Großen zwischen 1776 und 1778 eine Kolonistensiedlung für 16 preußische Kriegsinvaliden am Ortsausgang Richtung Potsdam.

Für die Neusiedler und die meisten im Jahr 1772 gezählten 166 Dorfbewohner, entwickelte sich in dieser Zeit der Obst- und Gemüseanbau zur Existenzgrundlage.

In seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg beschreibt Theodor Fontane später den Unterschied zwischen Alt und Neu Geltow: „Der dörfliche Charakter hatte aufgehört, Sommerhäuser waren an seine Stelle getreten; klein, einstöckig, aber von großer Sauberkeit und überall da, wo ein Vorgarten war oder wo sich Caprifolium- und Rosenbüsche um Tür und Fenster zogen, voll Anmut und malerischen Reiz.

Erst 1912 wurden die beiden Ortsteile Alt Geltow und Neu Geltow zusammengelegt.

 

Geltow als Garnisonsstandort

1936 wurden in Geltow die Luftkriegsschule III, die 1944 nach Oschatz in Sachsen wechselte, und die Kommandozentrale der Luftwaffe erbaut. Dazu gehörte ein heute nicht mehr existierender Flugplatz in Werder (Havel).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde aus Sicherheitsgründen hierher das Fernmeldeamt des Reichsluftfahrtministeriums ausgelagert, in dem auch Harro Schulze-Boysen beschäftigt war.

Die Flakscheinwerfergruppe Berlin hatte in Geltow eine Ausbildungsbatterie für Luftwaffenhelfer, das Barackenlager wurde am See betrieben.

Das Kommando Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik wurde am 1. Dezember 1972 in Geltow eingerichtet. Mit Außerdienststellung der NVA wurde das Kommando 1990 aufgelöst.

Rechtsnachfolger wurde das Bundeswehrkommando Ost. Gegenwärtig ist hier das Einsatzführungskommando der Bundeswehr stationiert.

Im Ortsteil Wildpark-West ist der Sitz des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Das Kommando ist in der dortigen Henning-von-Tresckow-Kaserne stationiert und koordiniert von dort die Auslandseinsätze der Bundeswehr.