125. Geburtstag des Büstenhalters. Hugo Schindler meldete bereits 1893 einen BH beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum zum Patent an

125. Geburtstag des Büstenhalters. Hugo Schindler meldete bereits 1893 einen BH beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum zum Patent an

NZZ: Schlüssel zum Zeitgeist. Er hat geformt und befreit, er hat versteckt und verführt, er wurde geliebt und gehasst: Warum der Büstenhalter – auch bekannt als BH – auch an seinem 125. Geburtstag mehr ist als nur ein gewöhnliches Stück Unterwäsche.

Die Sitte, die Brüste zu bedecken und zu stützen, reicht mindestens ins antike Griechenland zurück. Im Jahr 2500 v. Chr. verdeckten minoische Frauen auf Kreta ihre Brüste.

In griechischen Stadtstaaten wie Sparta sollen sich Frauen bei der Teilnahme an Sportveranstaltungen die Brüste abgebunden haben, um männlicher zu erscheinen.

In der römischen Antike bedeckten und stützten Frauen ihre Brust mit dem Strophium (siehe auch Fascia pectoralis).

Im Jahre 2008 wurden bei Umbauarbeiten in der Decke zwischen dem ersten und dem zweiten Obergeschoss im Osttiroler Schloss Lengberg (Österreich) über 2700 Textilfragmente entdeckt, darunter vier Büstenhalter mit deutlich erkennbaren Körbchen, die nach den Ergebnissen ihrer Radiocarbondatierung aus der Zeit zwischen 1440 und 1485 stammen.

Zwei der Funde sahen wie heutige Büstenhalter aus, die beiden anderen wie ärmellose Hemden mit Körbchen. Ein Büstenhalter bestand aus feinem Leinen mit wertvoller Nadelspitze.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren vorwiegend einfache Leibchen üblich. Da sich darunter die Brustwarzen abzeichneten, kamen wattierte „Brustverbesserer“ auf, die einem BH schon sehr ähnlich sahen und auch später über dem Korsett getragen wurden.

Hugo Schindler aus Mariaschein in Böhmen meldete bereits 1893 einen Büstenhalter beim „Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum“ zum Patent an.

Dieser hatte zwei an einem Gürtel befestigte Kappen, die oben mit Bändern befestigt wurden. Das erste Patent auf ein Frauenleibchen als Brustträger wurde von der Dresdnerin Christine Hardt am 5. September 1899 angemeldet.

Er bestand aus zusammengeknüpften Taschentüchern und Männerhosenträgern und war verstellbar. Die Französin Herminie Cadolle meldete im selben Jahr ein Patent auf einen Büstenhalter an.

Der schwäbische Korsettmacher Wilhelm Meyer-Ilschen aus Cannstatt entwickelte 1904 seine „Bruststütze ohne Unterteil“ (erst später patentiert).

Sein Schwiegervater Sigmund Lindauer, auch aus Cannstatt, ließ 1912 in seiner Firma S. Lindauer & Co den ersten Büstenhalter in Serienfertigung gehen (Marke Prima Donna).

Er hatte ein kaiserliches Patent auf den ersten BH ohne Längs- und Querstützen aus Fischbein und Knochen. Lindauers „Hautana“ machte rund um den Globus Karriere. Weltweit folgte eine Vielzahl weiterer Patentierungen.

Etwa gleichzeitig mit Hugo Schindler erfand in den Vereinigten Staaten Mary Phelps Jacob einen Ersatz für das Mieder: Aus zwei Tüchern und einigen Bändern fertigte sie ein Wäschestück, um ihre Brüste zu bedecken.

1914 ließ sie diese Erfindung patentieren und verkaufte das Patent anschließend für 1500 $ an die Warner Brothers Corset Company. Offiziell gilt sie als Erfinderin des BHs, was vermutlich auf ihren guten Geschäftssinn zurückzuführen ist.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts löste der Büstenhalter das Korsett ab. Die ersten Modelle bestanden aus Leinen. Ab den 1920er Jahren wurden sie auch aus Seide, Musselin oder Batist hergestellt.

Zu Beginn der 1930er Jahre wurden in den Vereinigten Staaten erstmals die noch heute bekannten Standardgrößen (A-, B- und C-Körbchen) eingeführt.

Erst 1947, mit dem so genannten New Look, verdrängte der Büstenhalter endgültig das Mieder. Es gab fortan BH mit verstärkten Körbchen (mit Fischbein-, später Metallbügel unterhalb der Schalen), wattierte und verstärkte BH, Push-ups, BH ohne Verschluss, Verschluss hinten oder vorn.

Ebenso wie andere Kleidungsstücke durchlief der BH eine Vielzahl von Formen und Moden: knabenhaft in den 1920er Jahren, rund in den 1930ern und spitz in den 1950er Jahren.

Ab 1994, mit der Einführung des „Wonderbras“ und neuer Materialien, kam es zu einem neuen BH- und Lingerie-Boom.

Der teuerste jemals produzierte BH ist der Fantasy Bra aus dem Jahr 2000, der mit einem Kaufpreis von 15 Mio. Dollar im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen wurde.

Siehe auch auf Wikipedia/Büstenhalter
Liste der Kleidungsstücke
Bustier
Corsage
Torselett
Unterwäsche, Strumpf- und Miederware
Frauenkleidung
Weibliche Brust

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Buchcover: Zeig mir deinen BH …und ich sage dir, wer du bist
von Roland D’ Agen
Taschenbuch: 120 Seiten
Verlag: Books on Demand
ISBN-13: 978-3738654073
Taschenbuch EUR 14,96

Zitat: Über den BH zu reden, ohne in die Falle des Voyeurismus zu trapsen, ist eine heikle Angelegenheit. Ohne Fetischist sein zu müssen, der Ausspruch “Zeig’ mir deinen BH” weckt, zumindest bei männlichen Lesern, erstaunlich erotische Gefühle!

Aber die Frau, welche Beziehungen unterhält sie zum Wort Büstenhalter?
Sind diese ebenfalls so simpel, so primäre wie die der Männerwelt?

Bisweilen Ausdruck von Wohlbefinden, oft sogar Symbol für Sinnlichkeit und Verführung, aber nur höchst selten als unbedingte Notwendigkeit angesehen, – kein anderes Kleidungsstück als der BH bietet eine solche Fülle von aufschlussreichen Informationen über Charakter und Lebensstil der Frau,
ihre Art und Weise zu denken,
zu fühlen und zu handeln.

Kurz um: ihre Weiblichkeit. Realitat und Träume buntgemischt, auszuleben!

Aber weshalb ist der BH zur so beliebten ausdrucksvollen Ikone der weiblichen Unterwäsche geworden?

Eigentlich doch nur zur Stützung und Festigung der Brüste kreiert, wieso nimmt heute dieses Dessous einen so übergeordneten Platz im Gefühlsleben einer Frau ein?

Einer meiner Freunde auf dieses Thema angesprochen, Boss einer namhaften Supermarktkette und unschlagbar in Sachen Marketing und Verkaufsstrategie “hors pair,” wurde nie müde eine seiner Lieblingsphrasen an den Mann zu bringen: “Es ist nicht das Produkt, … es ist die Verpackung, die das Produkt verkauft!”

Akzeptieren wir seine Anschauung. Sehen wir uns einige Exemplare dieser reizenden “Verpackungen” etwas naher an und durchleuchten wir alles, was sie über die Frau erzahlen”