Sing, Sing, Sing (With a Swing). Louis Prima, Benny Goodman, Anita O’Day. Musik & Videos

Sing, Sing, Sing (With a Swing) ist eine Komposition von Louis Prima aus dem Jahr 1936, die insbesondere in der Coverversion von Benny Goodman zum Jazzstandard wurde. Der in New Orleans geborene Louis Prima war Jazztrompeter, der seit dem Jahr 1934 mit einer zunächst 5-köpfigen Band namens New Orleans Gang auftrat.

Die Single Sing, Sing, Sing wurde im März 1936 als Brunswick #7628 veröffentlicht, verfehlte jedoch wie die meisten bisherigen Platten die Hitparade. Ursprünglich war seine Komposition mit Sing Bing Sing betitelt, eine Anspielung auf Bing Crosby. Um ihr vielseitigere Verwendung zu ermöglichen, hat er sie Sing, Sing, Sing (With a Swing) umbenannt.

Eine erste Coverversion stammte von Fletcher Henderson, der seine Version von Sing, Sing, Sing am 4. August 1936 aufnahm, die ebenso wenig in die Hitparaden kam wie die Country-Version der Hilltoppers vom 8. Oktober 1936 oder die von Willie Lewis & His Entertainers am 15. Oktober 1936 in Paris aufgenommene Fassung.

Benny Goodman (Klarinette) nahm den Titel erstmals mit 14 Leuten in New York am 6. Juli 1937 im Tonstudio auf, unter anderen mit Harry James, Chris Griffin und Ziggy Elman (Trompete), Hymie Shertzer und George Koenig (Altsaxophon), Red Ballard und Murray McEachern (Posaune), Gene Krupa (Schlagzeug), veröffentlicht im August 1937 als Parts I & II (Victor #36205). Die Aufnahme dauerte 8 Minuten und 43 Sekunden und nahm beide Seiten einer 12-Zoll 78er-Schallplatte ein.

Aber nicht diese Fassung machte den Song berühmt. Unsterblich und zum Jazzstandard wurde er erst durch das berühmte Live-Konzert von Benny Goodman am kalten Abend des 16. Januar 1938 in der New Yorker Carnegie Hall. Goodman ging ein großes Risiko ein, denn Swing-Bands spielten in Tanzklubs.

Es war das erste Mal, dass eine Swing-Band in der überwiegend für klassische Musik genutzten Carnegie-Hall auftrat; Jazzkonzerte fanden hier nur selten statt. Das Vorhaben stellte sich als großer Erfolg heraus, denn bereits Wochen vor dem Konzert waren alle 2.760 Plätze ausverkauft.

Hier präsentierte er den Titel als letzten von 22 Songs und einer Jam-Session in einer ausgedehnten Fassung, arrangiert von Jimmy Mundy, erneut als Parts I & II (Victor #25796).

Obwohl nach Veröffentlichung im April 1938 mit einem siebten Rang in der Pop-Hitparade nicht der größte Hit für Goodman, wird der Titel seither mit Goodmans Band assoziiert, inzwischen mit der Big Band- und Swing-Ära identifiziert und gilt als einer ihrer „absoluten Höhepunkte“. Diese Live-Version galt lange Zeit als die definitive Aufnahme des Stücks.

Seit Benny Goodmans Aufnahme des Titels wurde er von Künstlern der Unterhaltungsmusik übernommen wie u. a. von Henry Mancini (August 1960) oder Anita O’Day, aber nur vereinzelt von Jazzmusikern wie Gene Krupa, der zur Goodman-Version viel beigetragen hatte.

Inspiriert durch die Carnegy-Hall-Version entwickelte Jon Hendricks im August 1990 den Text von Louis Prima für sein Album Freddie Freeloader weiter. An neueren Bigband-Einspielungen sind die von Peter Herbolzheimer (November 2000), Erich Kunzels Cincinnati Pops Orchestra (Oktober 1994) und der GRP All Star Big Band zu nennen.

Die Vibraphonisten Terry Gibbs (1986), Peter Appleyard (1990, mit Bucky Pizzarelli) und Gary Burton (1992, mit Eddie Daniels) haben verdeutlicht, dass der Titel auch für kleine Besetzungen geeignet ist.

In der Avantgarde wurde das Stück Sing, Sing, Sing von den Bloomdaddies ebenso aufgegriffen wie von Yosuke Yamashita (der 1986 auf die Trommlergruppe von Kodo zurückgriff).

Das Stück wird im Zuge des Swing-Revivals wieder verstärkt aufgegriffen; weiterhin zu nennen sind Aufnahmen von Lee Press-On & the Nails und von Seamus Blake.

Der Titel Sing, Sing, Sing fand inzwischen in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen Verwendung, erstmal 1936 in dem Film Der dünne Mann (Teil 2): Nach dem dünnen Mann.

Am 2. Februar 1956 wurde er in dem biographischen Film Die Benny Goodman Story in einer Nachstellung des triumphalen Carnegie Hall-Konzerts von 1938 gespielt.

Der deutsche documenta–Künstler und frühere Tänzer Harry Kramer choreographierte 1963 auf die Langversion des Stücks den 9–minütigen Kurzfilm Die Sackgasse (Kamera: Wolfgang Ramsbott), ausgezeichnet als besonders wertvoll. Die Originalversion von Sing, Sing, Sing inspirierte später zum King Louis in Walt Disneys Das Dschungelbuch (1967).

Viele der Musiker der Swing-Ära interpretierten ihn dann im Dezember 1979 in dem Film All That Jazz.

Peter Bogdanovich verwendete den Song in Sie haben alle gelacht (1980); Woody Allen nahm ihn mehrmals in seine Filmmusiken auf und zwar „immer, wenn er in seinen Filmen die pulsierende Vielfalt ›seiner‹ Großstadt zeigen will“, erstmals 1989 in seinem Beitrag für New Yorker Geschichten in der Episode Ödipus Ratlos, 1993 in dem Film Manhattan Murder Mystery und 1997 für Harry außer sich in der Höllenszene; Woody Allen greift dabei immer auf Goodmans Version aus der Carnegie Hall zurück.

Der Song Sing, Sing, Sing war auch Bestandteil des Films “Swing Kids” (1993). 2002 war er in Martin Scorseses Gangs of New York zu hören, 2003 als Titelmelodie in Stephen Frys Komödie Bright Young Things.

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Sing Sing Sing, L. A. ‘Super Star’ Dance, Video

 

 

Louis Prima – Sing, Sing, Sing (With a Swing) Video