Tod auf dem Nil: britischer Kriminalfilm aus dem Jahr 1978 von John Guillermin. Begleitmaterial zum Film

Tod auf dem Nil: britischer Kriminalfilm aus dem Jahr 1978 von John Guillermin. Begleitmaterial zum Film

 

Der exzentrische Meisterdetektiv Hercule Poirot unternimmt mit seinem alten Freund Colonel Race eine Schiffstour auf dem Nil. Eigentlich zum Ausspannen, doch dann passiert ein Mord an Bord.

 

Race hat den geheimen Auftrag, dem schurkischen Rechtsanwalt Andrew Pennington auf die Finger zu schauen. Pennington steht unter Verdacht, das Vermögen der reichen Industrie-Erbin Linnet Ridgeway zu veruntreuen, die sich auf demselben Schiff befindet.

Sie ist mit ihrem Ehemann Simon in den Flitterwochen. Als Linnet ermordet wird, ist Poirots detektivischer Spürsinn gefordert: Alle Mitreisenden stehen mit der Ermordeten in irgendeiner Verbindung und haben jeweils ein Mordmotiv.

Die Tatverdächtige mit dem stärksten Motiv ist Jacqueline de Bellefort, denn Linnet hat ihr den Verlobten Simon ausgespannt. Doch sie verfügt als Einzige über ein stichfestes Alibi. Nach zwei weiteren Morden wird es für Hercule Poirot knifflig.

Tod auf dem Nil
(Death on the Nile)
Spielfilm, Großbritannien 1977
Quelle: 3sat, 1. April 2018, 22:06 Uhr
Regie: John Guillermin
Länge: 135 Minuten

 

VinTageBuch Info

 

Tod auf dem Nil (Death on the Nile) ist ein britischer Kriminalfilm aus dem Jahr 1978 von John Guillermin. Es ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Agatha Christie aus dem Jahr 1937.

 

Filmhandlung
Tod auf dem Nil

 

Nachdem die wohlhabende amerikanische Lady Linnet Ridgeway und der eher arme Simon Doyle geheiratet haben, verbringen sie ihre Flitterwochen in Ägypten. Ebenfalls anwesend ist Jacqueline, genannt Jackie, die ehemals beste Freundin von Linnet und zuvor auch Simons Verlobte. Jackie ist offensichtlich sehr wütend.

Sie verfolgt die beiden und sinnt auf Rache. Als Linnet bei einer Tempelbesichtigung fast von einem Stein erschlagen wird, beginnen die Ermittlungen des Detektivs Hercule Poirot, der zufällig auch in Ägypten ist. Er glaubt bei dem Steinschlag nicht an Zufall, sondern eher an einen kaltblütigen Mordanschlag.

Bei seinen weiteren Nachforschungen auf einer Nildampferfahrt erfährt Poirot, dass nicht nur Jackie, sondern auch diverse andere Mitreisende nicht gut auf Linnet zu sprechen sind.

Da wären z. B. ihr Dienstmädchen Louise Bourget, das den Dienst quittieren und heiraten möchte, dazu aber Geld von Linnet Doyle braucht, die trunksüchtige und sexbesessene Schriftstellerin Salome Otterbourne, welche Linnet vergeblich von einer Verleumdungsklage abbringen möchte, der junge Salonkommunist Ferguson, der sie für eine Parasitin hält, Frau van Schuyler, eine Gesellschaftsdame, die scharf auf Linnets Perlenkette ist, deren Gesellschafterin Bowers, deren Vater von den Ridgeways in den Ruin getrieben wurde, Dr. Ludwig Bessner, ein Schweizer Arzt, dessen Ruf sie ruiniert hat, und Pennington, ihr amerikanischer Rechtsanwalt, der sie betrügen möchte.

 

Die Reihe der möglichen Täter des Mordanschlages ist also sehr lang.

Ein paar Tage später kommt es zwischen Jackie und Simon zu einem heftigen Streit, infolge dessen Jackie Simon mit einer Pistole ins Bein schießt. Man bringt die völlig aufgelöste Jackie in ihre Kabine und sorgt dafür, dass sie nicht allein ist – Miss Bowers, die Krankenpflegerin ist, bleibt die ganze Zeit bei Jackie. Bald darauf wird Simon von Dr. Bessner versorgt und in seine Kabine gebracht.

Am folgenden Morgen wird Linnet Doyle von ihrem Dienstmädchen Louise tot in ihrem Bett aufgefunden, mit einer Schusswunde am Kopf. Ihre Zeigefingerkuppe ist blutbefleckt, und an der Wand neben dem Bett steht ein großes blutig rotes J, das auf Jackie hinweisen könnte. Allerdings kann Linnet das nicht selbst geschrieben haben, da sie sofort tot gewesen sein muss.

Poirot folgert, dass diese Initiale vom Mörder hinterlassen worden sein muss. Nun beginnen die Ermittlungen, und außer Simon und Jackie scheint keiner der weiteren Passagiere ein Alibi zu haben – alle hatten die Möglichkeit, die Waffe an sich zu nehmen und später die Tat zu begehen.

Dann wird Louise mit durchschnittener Kehle aufgefunden, in der Hand einen winzigen Banknotenrest. Sie hat offensichtlich den Mörder erpresst. Mrs. Otterbourne, die wiederum Louises Mörder gesehen hat und dies lauthals verkündet, wird in Poirots Anwesenheit mit einem Kopfschuss durch die geöffnete Kabinentür mit Andrew Penningtons Revolver getötet, bevor sie einen Namen nennen kann. Der noch rauchende Revolver liegt an der Reling, und der Schütze ist ungesehen entkommen.

Poirot ruft alle Beteiligten im Salon zusammen und löst schließlich den verzwickten Fall: Die Tat war minuziös vorbereitet, und Simon und Jackie sind gemeinschaftliche Täter: Ihr Schuss in Simons Bein war nur vorgetäuscht, damit Simon im Laufe der Ermittlungen als zur Tatzeit bewegungsunfähig gelten musste.

Simon hatte rote Tinte aus einem Nagellackfläschchen seiner Frau auf das Taschentuch geträufelt, damit es den Anschein hatte, dass er getroffen worden war und blutete. Simon hat unmittelbar nach dieser scheinbaren Verletzung den Mord ausgeführt, um sich dann selbst tatsächlich entsprechend zu verletzen, damit der später eintreffende Dr. Ludwig Bessner die Verletzung bestätigen konnte.

Das Zimmermädchen Louise wollte als Zeugin die Täter erpressen und wurde daraufhin von Jackie mit einem Skalpell Dr. Bessners ermordet. Auch Mrs. Otterbourne wurde später – ebenfalls von Jackie – als Mitwisserin erschossen.

Nach der Präsentation dieses Sachverhaltes beim großen Finale greift Poirot in Ermangelung von Beweisen zu einem Bluff, dem von ihm so genannten Moulage-Wachstest zur Identifizierung von Pulverrückständen in der Haut zwecks Patronenzuordnung.

Damit sollte die Täterschaft Simons bei den beiden letzten Schüssen aus der vierläufigen Pistole bewiesen werden können, woraufhin Jackie erst Simon und dann sich selbst mit der ergriffenen Tatwaffe erschießt.

 

Drehorte
Tod auf dem Nil

 

Gedreht wurde fast ausschließlich an den Originalschauplätzen:

bei den Pyramiden von Gizeh
dem Old Cataract Hotel in Assuan
in den Tempelanlagen von Karnak, Kom Ombo und Abu Simbel
auf dem Nil an Bord der SS Memnon (im Film SS Karnak)

Allerdings folgt die Handlung nicht genau der Geographie (und damit den schon damals üblichen Kreuzfahrten).

Die Schauplätze weichen auch von der Romanvorlage ab. Dort geht die Reise von Assuan über Abu Simbel nach Wadi Halfa. Kreuzfahrten zwischen Assuan und Abu Simbel werden heutzutage noch durchgeführt, verlaufen aber nicht über die ägyptisch-sudanesische Grenze bis Wadi Halfa. Es ist aber möglich, von Assuan nach Wadi Halfa mit einer Fähre zu fahren.

 

Auszeichnungen
Tod auf dem Nil

 

Der Film gewann 1979 für die Kostüme (Anthony Powell) den Oscar und den BAFTA Award. Peter Ustinov, Angela Lansbury und Maggie Smith wurden für den BAFTA Award nominiert.

Der Film wurde 1979 als Bester ausländischer Film für den Golden Globe Award nominiert.

Angela Lansbury gewann 1978 den National Board of Review Award. Peter Ustinov und John Guillermin gewannen 1980 den Evening Standard British Film Award. Anthony Shaffer wurde 1979 für den Edgar Allan Poe Award nominiert.

 

Neuverfilmung
Tod auf dem Nil

 

Im Jahr 2004 wurde der Roman von Agatha Christie für die Fernsehserie Agatha Christie’s Poirot mit David Suchet in der Hauptrolle neu verfilmt.

 

Amazon Katalog
Tod auf dem Nil

 

Amazon Katalog
Agatha Christie