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Berlin – Stadt der Revolte von Michael Sontheimer und Peter Wensierski. Humanistische Rebellionen von Links

10/03/2018

Berlin – Stadt der Revolte von Michael Sontheimer und Peter Wensierski. Humanistische Rebellionen von Links

Zitat: Überall in Berlin finden sich Orte, die Schauplätze von Revolten waren:

der Studentenbewegung im Westen, der Oppositionellen im Osten, der Feministinnen, Hausbesetzer und Punks in beiden Teilen der Stadt.

So sehr sich die Reaktionen der jeweiligen Staatsmacht auf die jungen Rebellen beiderseits der Mauer auch unterschieden, überraschend ähnlich waren die Motive und der Mut der Menschen, die gegen überholte Ordnungen und Autoritäten aufbegehrten.

Michael Sontheimer und Peter Wensierski erzählen die jüngere Geschichte einer aufsässigen Metropole anhand von Wohnungen, Häusern, Straßen und Plätzen.

Gestützt auf umfassende Recherchen und Gespräche mit den Beteiligten, lassen sie eine Topographie der Revolte entstehen, die zum Flanieren, Entdecken und Staunen einlädt:

Berlin – Stadt der Revolte
von Michael Sontheimer und Peter Wensierski
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Abbildungen s/w: 79
Ch. Links Verlag
(7. März 2018)
ISBN-13: 978-3861539889
Gebundene Ausgabe EUR 25,00

 

Verlagsinfo zum Buch
Berlin – Stadt der Revolte
von Michael Sontheimer und Peter Wensierski

 

Berlin – Stadt der Revolte von Michael Sontheimer und Peter Wensierski
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Handlung, Thema: 9 Punkte
Schreibstil: 9 Punkte
Fotoauswahl: 8 Punkte
Dokumentation: 8 Punkte

 

Michael Sontheimer, 1955 in Freiburg im Breisgau geboren, kam 1962 nach West-Berlin und besuchte dort die 13. Grundschule und anschließend das Evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster. Sein Vater Kurt lehrte Politologie am Otto-Suhr-Institut der FU, einem Zentrum der radikalen Studenten. Sontheimer junior wurde Mitglied einer antiautoritären Ad-hoc-Gruppe, die Sit Ins und Schulstreiks organisierte sowie Karl Marx las.

Nach vier Jahren in München kehrte er 1974 nach West-Berlin zurück, nicht zuletzt weil er als Kriegsdienstverweigerer nicht anerkannt worden war. Er studierte Geschichte, Politologie und Publizistik, sympathisierte kurz mit der trotzkistischen Gruppe Internationaler Marxisten (GIM), schloss sich dann der Historiker-Initiative an, einer Sponti-Gruppe, und war am Rande des Sponti-Blattes BUG-Info und einer Anti-AKW-Gruppe aktiv, die gegen die Atomanlagen in Gorleben kämpfte.

Ab Anfang 1978 gehörte er zu den Gründern der taz, arbeitete zunächst in der Ökologieredaktion, dann im Berlin-Teil des Blattes, für den er vor allem über die Hausbesetzungen berichtete. Zusammen mit Besetzern aus der Potsdamer Straße 157-159 spielte er in der Punkrockgruppe Brigade Bullerbü und freundete sich mit dem Schriftsteller Klaus Schlesinger an, mit dem er 1991 in Berlin-Mitte eine Wohnung besetzte.

1985 bis 1991 arbeitete er für die Zeit, 1992 ging er als Chefredakteur zur taz zurück, seit 1995 schreibt er für den Spiegel. Sontheimer lebt seit 1990 mit Unterbrechungen in Ost-Berlin, seit sieben Jahren in Prenzlauer Berg. Er veröffentlichte zehn politische Bücher, drei davon über Berliner Themen, und schrieb ein Standardwerk über die Rote Armee Faktion (RAF).

Peter Wensierski, 1954 in Heiligenhaus am Rande des Ruhrgebiets geboren, erlebte als Schüler Proteste gegen die Schüsse auf Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke und bildete mit Gleichgesinnten ein Revolutionäres Schülerkomitee, das zeitweilig den Unterricht mit alternativen Materialien übernahm und eigene Schulungskurse anbot.

1973 begann er in West-Berlin an der Freien Universität Politik, Publizistik und Geschichte zu studieren und zog in die Kreuzberger Wrangelstraße, an deren Ende das besetzte Georg von Rauch-Haus lag. In einem Flügel der Wrangel-Kaserne, in der er wohnte, übten Ton Steine Scherben.

Mit Gründung der Stadtillustrierten Zitty schrieb er über die ersten alternativen Kollektivbetriebe und Frauencafés im Westen der Stadt. Ab 1978 lieferte er Reportagen aus Ost-Berlin über Pazifisten und Punks, Umweltgruppen und rebellische Jugendliche.

Als die DDR ihn 1985 nicht mehr ins Land hineinließ, wechselte er zum ARD-Magazin »Kontraste« und berichtete mithilfe heimlich gedrehter und über die Grenze geschmuggelter Videos Ost-Berliner Oppositioneller dennoch über Umweltskandale oder Neonazis im Osten wie im Westen, die ersten Kreuzberger Maikrawalle 1987 oder die Unruhen am Brandenburger Tor bis hin zu den ersten Demonstrationen der friedichen Revolution im Herbst 1989.

1993 begann Wensierski im Deutschlandressort des Spiegel. Er schrieb über das Schicksal der Heimkinder (»Schläge im Namen des Herrn«), Missbrauch in der Kirche, den »Lügenbischof« Tebartz-van Elst, den Terrorismus von rechts, die Schüsse auf Benno Ohnesorg und Rudi Dutschke, die religiöse und politische Rechte und veröffentlichte die Spiegel-Bücher »Die verbotene Reise« und »Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution«.

 

Veranstaltungen

16.03.2018, 17:00 Uhr
Leipziger Buchmesse 2018
taz.studio
Halle 5 | Stand H408, Messe-Allee 1
04356 Leipzig

16.03.2018, 15:30 Uhr
Leipziger Buchmesse 2018
Forum Sachbuch
Halle 5 / C200, Messe-Allee 1
04356 Leipzig

17.03.2018, 19:00 Uhr
Leipziger Buchmesse 2018
Neues Schauspiel Leipzig
Lützner Straße 29
04177 Leipzig

21.03.2018, 20:00 Uhr
Buchpremiere
Pfefferberg Theater
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin

 

Berlin – Stadt der Revolte von Michael Sontheimer und Peter Wensierski

 

Berlin – Stadt der Revolte – Michael Sontheimer und sein Buch

 

 

Video, 03-2018