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Hauptsache gesund

Die Lekutat-Methode, verborgenes Schielen und das Diabetesrisiko durch Statine

Die MDR-Sendung „Hauptsache gesund“ mit Carsten Lekutat: Abnehmen in kleinen Schritten, Heterophorie, Typ-2-Diabetes und Statine, dazu zwei Ratgeber.

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Eintrag vom 14. Mai 2020 · aktualisiert 11. Sept. 2026
Hauptsache gesund: die Lekutat-Methode, verborgenes Schielen und das Diabetesrisiko durch Statine

„Ich war fett! Und wenn ich ‚fett‘ sage, dann meine ich nicht ‚dick‘ oder ‚moppelig‘, sondern ‚fett‘.“ So beschreibt Carsten Lekutat in seinem Buch, wie es um ihn stand, und für einen Arzt und Fernsehmoderator ist das ungewöhnlich offen. Inzwischen hat er mehr als 20 Kilo abgenommen und das Gewicht gehalten. Am 14. Mai 2020 war sein Weg dorthin eines von drei Themen in der MDR-Sendung „Hauptsache gesund“, die er selbst moderiert. Die anderen beiden: ein Sehfehler, den kaum jemand kennt, und die Frage, ob Cholesterinsenker Diabetes begünstigen.

Die Lekutat-Methode: abnehmen wie beim Marathon

Lekutat ist überzeugt, dass jeder abnehmen kann, und zwar ohne sich abrupt auf eine völlig neue Ernährung umzustellen. Abnehmen war für ihn eine Herausforderung wie ein Marathonlauf. Den läuft man auch nicht als Ganzes auf einmal und nicht mit überzogenen Zwischenzielen.

Also entschied er sich für kleine Schritte, die ihm machbar erschienen und jedes Mal nur ein bisschen mehr Disziplin verlangten. Ungesundes ersetzte er nach und nach durch Gesundes, ließ hier und da etwas weg und fuhr die Kalorien und Kohlenhydrate langsam, aber beharrlich herunter. Kein einzelner Schritt war dabei eine große Hürde. Auf Genuss verzichtete er nicht, er verlegte ihn nur auf gesündere Lebensmittel und eine eigene Zubereitungsart. Sein Prinzip fasst er so zusammen: „Machen Sie sich Abnehmen und Essen so einfach wie möglich!“

Das Buch dazu heißt „Die Lekutat-Methode. In kleinen Schritten zu gesunder Ernährung und zum Wunschgewicht“. Die Rezepte stammen von Bettina Matthaei, die Fotos von Matthias Hoffmann. Die gebundene Ausgabe mit 168 Seiten erschien im Becker Joest Volk Verlag, die zweite Auflage im Dezember 2019 (ISBN 978-3954531806). Im Studio zeigte die Sendung, wie sich solche Tricks im Alltag umsetzen lassen.

Heterophorie: wenn die Augen den Nacken verspannen

Wer ständig einen verspannten Nacken hat, dazu Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel, geht zum Orthopäden, zum Hausarzt, vielleicht zum Neurologen. An einen Optiker denkt kaum jemand. Und doch kann, wenn Ärzte alle anderen Ursachen ausgeschlossen haben, ein speziell ausgebildeter Optometrist derjenige sein, der weiterhilft.

Der Grund heißt Heterophorie, verborgenes Schielen. Es ist keine Krankheit im engeren Sinn, sondern entsteht durch Augenmuskeln, die nicht ganz synchron arbeiten. Das Gehirn gleicht die Abweichung ständig aus, damit kein Doppelbild entsteht, und diese Dauerleistung kann sich eben im Nacken oder im Kopf bemerkbar machen. Anders als das bekannte Schielen ist die Heterophorie von außen meist nicht zu sehen.

Betroffen sein kann fast jeder, bekannt ist die Funktionsstörung trotzdem wenig. Die Sendung erklärte, wie sie entdeckt wird und was dagegen hilft. Häufig kommen Brillen mit prismatischen Gläsern zum Einsatz, wobei unter Augenärzten umstritten ist, wie oft eine solche Korrektur tatsächlich nötig ist.

Typ-2-Diabetes und die Frage nach den Statinen

Typ-2-Diabetes wurde früher Altersdiabetes genannt. Der Name passt immer weniger, denn die Krankheit trifft zunehmend auch jüngere Menschen. Als Hauptursachen gelten Bewegungsmangel, ungünstige Ernährung und Übergewicht. In „Hauptsache gesund“ erklärte die Stoffwechselexpertin Dr. Kathrin Drynda Symptome, Risikofaktoren und moderne Therapien.

Heikel ist die Verbindung zu den Cholesterinsenkern. Große Studien haben gezeigt, dass Statine das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, leicht erhöhen können. Gleichzeitig senken sie bei Menschen mit hohem Risiko nachweislich Herzinfarkte und Schlaganfälle, weshalb der Nutzen in solchen Fällen in der Regel überwiegt. Wenn du Statine nimmst und dir deswegen Sorgen machst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber, statt die Tabletten eigenmächtig abzusetzen.

Einen motivierenden Überblick für Betroffene bietet „Diabetes Typ 2 – Aktiv leben statt verzichten“ von Dr. Ellen Jahn, erschienen am 21. Mai 2019 bei der Stiftung Warentest (192 Seiten, ISBN 978-3747100424). Das Buch vermittelt Wissen über Symptome, Ursachen, Behandlung, Ernährung und Bewegung und setzt auf einen aktiven, selbstbestimmten Umgang mit der Krankheit.

Der Moderator: Hausarzt in Tegel und Bühnenkomiker

Carsten Lekutat wurde 1971 in Berlin geboren und studierte dort Medizin. Seine Facharztausbildung machte er am Deutschen Herzzentrum Berlin und an der Charité. Im Jahr 2000 gründete er eine eigene Praxis, die akademische Lehrpraxis der Charité wurde und heute als Hausarztzentrum in Tegel bekannt ist. Er ist Allgemeinmediziner und Sportarzt.

Ins Fernsehen kam er 2001 mit Expertenauftritten und kurzen Dokumentationen bei Sat.1. Ab 2012 war er im WDR als „Der Gesundmacher“ zu sehen, für die Deutsche Welle moderiert er „fit und gesund“ und „in good shape“, seit 2016 „Hauptsache gesund“ im MDR.

Und dann ist da noch die Bühne. Seit Herbst 2014 tourt Lekutat mit einem Programm durch deutsche Theater, dessen Titel für einen Hausarzt einigermaßen mutig ist: „Auch Hypochonder müssen sterben!“

Fragen zu Hauptsache gesund: die Lekutat-Methode, verborgenes Schielen und das Diabetesrisiko durch Statine

Was ist die Lekutat-Methode?

Der Arzt und Moderator Carsten Lekutat beschreibt damit seinen eigenen Weg, mehr als 20 Kilo abzunehmen und das Gewicht zu halten. Statt einer radikalen Diät ersetzt man Ungesundes Schritt für Schritt durch Gesundes und senkt Kalorien und Kohlenhydrate langsam. Das Buch dazu erschien bei Becker Joest Volk.

Was ist Heterophorie?

Heterophorie, auch verborgenes Schielen genannt, entsteht, wenn die Augenmuskeln nicht ganz im Gleichklang arbeiten. Anders als beim sichtbaren Schielen fällt sie von außen meist nicht auf. Mögliche Folgen sind Nackenverspannungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel.

Erhöhen Statine das Risiko für Diabetes?

Studien haben gezeigt, dass Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, leicht erhöhen können. Bei Menschen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko überwiegt in der Regel der Nutzen. Statine sollten deshalb nie eigenmächtig abgesetzt werden.

Warum bekommen immer mehr jüngere Menschen Typ-2-Diabetes?

Typ-2-Diabetes hieß früher Altersdiabetes, trifft aber zunehmend auch Jüngere. Als Hauptursachen gelten Bewegungsmangel, ungünstige Ernährung und Übergewicht.

Welcher Ratgeber hilft bei Diabetes Typ 2?

„Diabetes Typ 2 – Aktiv leben statt verzichten“ von Dr. Ellen Jahn erschien 2019 bei der Stiftung Warentest. Auf 192 Seiten erklärt das Buch Symptome, Ursachen, Behandlung, Ernährung und Bewegung und will Betroffene zu einem aktiven Umgang mit der Krankheit ermutigen.