Zum Inhalt
VinTageBuch
Illustration: Filmprojektor, fliegende Untertasse an einer Schnur und eine Monsterklaue vor Pappkulissen

Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten: die große Liste der Trash-Filme vom SchleFaZ-Buch bis Plan 9

Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten als Liste: Plan 9, The Room, Sharknado und die Trash-Filme aus dem SchleFaZ-Buch von Kalkofe und Rütten.

Film2010er2019
Eintrag vom 18. Nov. 2019 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Es gibt Filme, die scheitern leise, und es gibt Filme, die so laut scheitern, dass ein Saal voller Menschen vor Lachen weint. Um die zweite Sorte geht es hier. Schlechteste Filme aller Zeiten ist kein Etikett für langweilige Fehlschläge, sondern für Werke, bei denen jede Entscheidung falsch war und das Ergebnis trotzdem funktioniert: als Komödie wider Willen, als Gruppenerlebnis, als Ritual. Wer „Plan 9 aus dem Weltall“ mit seinen fliegenden Radkappen oder „The Room“ mit dem ewig lachenden Tommy Wiseau einmal in Gesellschaft gesehen hat, weiß, was gemeint ist.

„So schlecht, dass es schon wieder gut ist“ beschreibt einen genauen Punkt. Ein Film muss ernst gemeint sein, sonst greift der Effekt nicht; Parodien wie „Scary Movie“ fallen deshalb aus jeder Trash-Liste heraus. Er braucht sichtbaren Ehrgeiz, ein Budget, das diesem Ehrgeiz nicht gewachsen ist, und Darsteller, die den Text glauben, den sie sprechen. Dazu kommen die Momente, die man nach Jahren noch zitiert: das Papptelefon, der Mikrofonschatten im Bild, der Dialog, der grammatisch nicht aufgeht.

In Deutschland hat dieses Genre seit 2013 einen festen Sendeplatz. Unter dem Titel „SchleFaZ – Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ zeigen Oliver Kalkofe und Peter Rütten Trash-Filme in voller Länge, unterbrochen von Kommentaren, Cocktails und Trivia; bis 2023 lief die Reihe bei Tele 5, seit 2024 bei Nitro und im Streaming bei RTL+. 2019 erschien dazu das SchleFaZ Buch: „Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten – Das große SchleFaZ-Buch“, 208 Seiten, gebunden, im Riva Verlag. Es versammelt 100 Titel aus dem Programm der Sendung, alphabetisch von „Abraham Lincoln vs. Zombies“ bis „Zwiebel-Jack räumt auf“, mit Fake-Plakaten, Setfotos und Inhaltsangaben.

Die Liste auf dieser Seite geht einen anderen Weg. Sie mischt die SchleFaZ-Auswahl mit den Klassikern der Goldenen Himbeere, den Dauergästen der IMDb-Bottom-100 und den Kultfilmen der Mitternachtsvorstellungen. Jeder Eintrag steht mit Jahr und Regie, die ersten zehn mit ein paar Sätzen mehr. Und ja, du wirst Titel vermissen. Eine Rangfolge des Scheiterns ist immer auch Geschmackssache.

Wie die Liste der schlechtesten Filme aller Zeiten entsteht

Vier Quellen fließen in diese Liste ein, und keine davon vergibt den Titel schlechteste Filme aller Zeiten objektiv.

Die erste sind die Golden Raspberry Awards, kurz Razzies. Der Werbetexter John J. B. Wilson rief sie 1981 in seinem Wohnzimmer in Los Angeles ins Leben; der erste Preis für den schlechtesten Film ging an „Can’t Stop the Music“. Seither prämiert die Himbeere jedes Jahr den schlechtesten Film, die schlechteste Regie, das schlechteste Drehbuch und das schlechteste Leinwandpaar. Die Trefferquote ist hoch: „Battlefield Earth“, „Showgirls“, „Catwoman“, „Gigli“, „Cats“ und „Jack and Jill“ tragen alle den Preis. Der Haken ist die Auswahl. Die Razzies bewerten nur, was in amerikanischen Kinos lief und Aufmerksamkeit bekam; ein Hollywood-Flop mit 100 Millionen Dollar Budget hat dort bessere Chancen als ein italienischer Rambo-Verschnitt von 1987.

Die zweite Quelle ist die Bottom 100 der Internet Movie Database. Sie entsteht aus Nutzerbewertungen, gewichtet und mit einer Mindestzahl an Stimmen, damit kein Film mit fünf Bewertungen nach unten rutscht. Hier landen die Filme, die ein Massenpublikum gesehen und gehasst hat: „Disaster Movie“, „Daniel der Zauberer“, „Birdemic“, „Dragonball Evolution“. Auch diese Liste hat eine Schlagseite, diesmal in Richtung der jüngeren Jahrgänge und in Richtung von Fangemeinden, die einen verhassten Film gezielt herunterbewerten. „Dragonball Evolution“ wurde 2009 von Lesern der Manga-Vorlage im Kollektiv abgestraft, und es ist schwer zu sagen, wo dort Bewertung aufhört und Abrechnung anfängt.

Drittens: Kultstatus. Er lässt sich nicht messen, aber erkennen. „The Room“ läuft seit 2003 in Mitternachtsvorstellungen, bei denen das Publikum Plastiklöffel auf die Leinwand wirft, weil in Wiseaus Filmwohnung gerahmte Löffelbilder hängen. „Troll 2“ bekam mit „Best Worst Movie“ (2009) eine eigene Dokumentation, gedreht von Michael Stephenson, der als Kind die Hauptrolle gespielt hatte. „Manos: The Hands of Fate“ wäre ohne die Serie „Mystery Science Theater 3000“ vergessen, die den Film 1993 kommentierte und damit rettete. Ein Trash-Film ohne Gemeinde ist nur ein schlechter Film.

Älter als alle Internetlisten ist übrigens das Buch, das den Begriff geprägt hat. Harry und Michael Medved veröffentlichten 1980 „The Golden Turkey Awards“, eine Sammlung der schlimmsten Filme, Darsteller und Regieleistungen, die sie aus Zuschriften ihrer Leser zusammengestellt hatten. Die Wahl zum schlechtesten Film aller Zeiten fiel auf „Plan 9 from Outer Space“, und Ed Wood, der 1978 verarmt gestorben war, wurde posthum zum bekanntesten schlechten Regisseur der Welt. Ohne dieses Buch gäbe es weder Tim Burtons „Ed Wood“ noch die Vorstellung, dass man sich über einen Film gemeinsam freuen kann, weil er misslungen ist.

Die vierte Quelle ist die SchleFaZ-Ausstrahlung selbst. Kalkofe und Rütten haben seit 2013 weit über hundert Filme gezeigt, und ihre Auswahl ist deutscher als jede amerikanische Liste: „Pudelnackt in Oberbayern“, „Macho Man“, „Die Todesgöttin des Liebescamps“ oder „Daniel der Zauberer“ kommen in keiner Razzie-Statistik vor, gehören hierzulande aber zum Kanon. Das SchleFaZ Buch friert diese Auswahl mit 100 Titeln ein.

Aus vier Quellen eine Rangfolge zu machen, verlangt Gewichtung, und die ist hier offen gelegt: Ein Film, der in drei oder vier Quellen vorkommt, steht vor einem Film, der nur in einer auftaucht. „Plan 9“ hat den Golden Turkey, den Kultstatus, die SchleFaZ-Ausstrahlung und über Jahrzehnte einen Platz in der IMDb-Bottom-100; „The Room“ hat drei der vier Merkmale; ein Asylum-Film wie „Arachnoquake“ nur die Ausstrahlung. Innerhalb einer Gruppe entscheidet dann das Alter, weil ein Film, der sechzig Jahre lang schlecht geblieben ist, mehr geleistet hat als einer, der es seit drei Jahren ist.

Aus diesen vier Quellen ergibt sich die Rangfolge unten, mit einem Kriterium darüber: Wie viel Vergnügen bereitet der Film beim Anschauen? Ein Werk, das nur öde ist, fliegt raus, und sei es bei der IMDb noch so tief bewertet. Deshalb fehlen hier Filme wie „Heaven’s Gate“, die teuer und umstritten waren, aber schlicht lang. Und deshalb steht ein 1957 gedrehter Schwarzweißfilm mit Radkappen-Ufos auf Platz 1. Wer die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten Liste für Liste vergleicht, wird bei den ersten fünf Plätzen selten auf Widerspruch stoßen; darunter beginnt der Streit.

Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten: Platz 1 bis 10

Die Spitze der Liste versammelt die Filme, die in fast jedem Ranking dieser Art auftauchen, ob es nun aus Los Angeles, London oder dem SchleFaZ-Studio kommt. Sie haben eines gemeinsam: Man kann sie mehrfach sehen, und beim dritten Mal sind sie besser als beim ersten.

  1. Plan 9 from Outer Space 1959, Ed Wood\

    Außerirdische erwecken Tote auf einem Friedhof aus Pappe, die Ufos sind Radkappen an Fäden, und Bela Lugosi, der 1956 gestorben war, wird von einem deutlich größeren Chiropraktiker gedoubelt, der sich den Umhang vors Gesicht hält. Harry und Michael Medved kürten den Film 1980 in ihrem Buch „The Golden Turkey Awards“ zum schlechtesten aller Zeiten, und dieser Titel klebt bis heute. Tim Burtons Biografie „Ed Wood“ (1994) machte aus dem Regisseur einen tragischen Helden.

  2. The Room 2003, Tommy Wiseau
    Tommy Wiseau schrieb, produzierte, inszenierte und spielte die Hauptrolle in diesem Beziehungsdrama, das rund sechs Millionen Dollar aus nie erklärten Quellen kostete und in San Francisco spielt, obwohl von der Stadt fast nichts zu sehen ist. Sätze wie „You’re tearing me apart, Lisa!“ und „Oh, hi Mark“ gehören inzwischen zum Zitatschatz des Kinos. Greg Sesteros Buch „The Disaster Artist“ und James Francos gleichnamige Verfilmung von 2017 erzählen die Entstehung nach.

  3. Troll 2 1990, Claudio Fragasso
    Es gibt keine Trolle, nur Kobolde, die eine Familie im Ort Nilbog (rückwärts: Goblin) zu Pflanzen machen wollen, um sie als Vegetarier verspeisen zu können. Die italienische Crew sprach kaum Englisch, die Laiendarsteller aus Utah durften am Drehbuch nichts ändern. Mit „Best Worst Movie“ hat der Film eine eigene Dokumentation.

  4. Birdemic: Shock and Terror 2010, James Nguyen
    Ein Software-Verkäufer aus dem Silicon Valley drehte für rund 10.000 Dollar einen Öko-Horrorfilm, in dem animierte Adler kreischend aus dem Nichts auftauchen, explodieren und mit Kleiderbügeln abgewehrt werden. In den ersten vierzig Minuten passiert nichts, außer dass zwei Menschen mehrfach sehr langsam einparken. Genau darin liegt sein Reiz.

  5. Manos: The Hands of Fate 1966, Harold P. Warren
    Ein Düngemittelverkäufer aus El Paso wettete, er könne allein einen Horrorfilm drehen, und tat es mit einer Handkamera, die nur 32 Sekunden am Stück aufnehmen konnte. Der Diener Torgo mit seinen riesigen Knien wurde zur Ikone, nachdem „Mystery Science Theater 3000“ den Film 1993 kommentierte.

  6. Sharknado 2013, Anthony C. Ferrante
    Ein Tornado saugt Haie aus dem Pazifik und wirft sie über Los Angeles ab, Ian Ziering zersägt sie mit der Kettensäge, Tara Reid schaut zu. Die Produktionsfirma The Asylum landete damit den größten Erfolg ihrer Geschichte, fünf Fortsetzungen bis 2018 folgten, und alle sechs Teile stehen im SchleFaZ Buch.

  7. Battlefield Earth 2000, Roger Christian
    John Travolta produzierte die Verfilmung des Romans von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard als Herzensprojekt und spielte den übergroßen Alien Terl mit Dreadlocks und Plateauschuhen. Fast jede Einstellung ist schräg gekippt, fast jeder Szenenwechsel eine Wischblende. Der Film gewann sieben Goldene Himbeeren und 2010 die Sonder-Himbeere als schlechtester Film des Jahrzehnts.

  8. Batman & Robin 1997, Joel Schumacher
    Nippel am Batman-Anzug, Neonlicht in jeder Ecke und Arnold Schwarzenegger als Mr. Freeze, der jede zweite Zeile mit einem Eis-Wortspiel beendet. George Clooney hat sich für den Film mehrfach öffentlich entschuldigt. Die Reihe lag danach acht Jahre auf Eis, bis Christopher Nolan 2005 mit „Batman Begins“ neu ansetzte.

  9. Catwoman 2004, Pitof
    Halle Berry spielt eine Grafikerin, die von einer Katze wiederbelebt wird und fortan Katzenminze schnuppert und Thunfisch aus der Dose isst. Der Schurke ist eine Kosmetikfirma, deren Creme das Gesicht zu Marmor macht. Berry nahm ihre Goldene Himbeere 2005 persönlich entgegen, den Oscar für „Monster’s Ball“ in der anderen Hand.

  10. Cats 2019, Tom Hooper
    Die Verfilmung des Musicals von Andrew Lloyd Webber setzte auf eine „digitale Fell-Technologie“, die Judi Dench, Idris Elba und Taylor Swift in Katzen mit menschlichen Händen und Gesichtern verwandelte. Die Effekte waren zum Kinostart so unfertig, dass Universal nachträglich eine korrigierte Fassung an die Kinos schickte. Sechs Goldene Himbeeren, darunter die für den schlechtesten Film.

Platz 11 bis 30: Hollywood-Flops und Razzie-Rekorde

Ab hier wird die Liste amerikanischer. Die Plätze 11 bis 30 gehören überwiegend Studiofilmen, die mit großem Budget, bekannten Namen und voller Absicht scheiterten, und die Goldene Himbeere hat das jeweils dokumentiert. Auffällig ist, wie oft ein einzelner Star den Film in den Abgrund zieht: Mariah Carey in „Glitter“, Madonna in „Swept Away“, Will Smith in „Wild Wild West“. Der Star bringt das Geld, das Geld bringt den Ehrgeiz, und der Ehrgeiz bringt Szenen, die kein Produzent mehr zu streichen wagt.

  1. Showgirls 1995, Paul Verhoeven\

    Elizabeth Berkley tanzt sich in Las Vegas nach oben, und Verhoeven holte seine Himbeere für die schlechteste Regie 1996 als erster Preisträger überhaupt persönlich ab.

  2. Gigli 2003, Martin Brest
    Ben Affleck und Jennifer Lopez als Auftragskiller in einem Film, der so gründlich durchfiel, dass Brest danach nie wieder Regie führte.

  3. The Emoji Movie 2017, Tony Leondis
    Der erste Animationsfilm, der die Himbeere für den schlechtesten Film gewann, und nebenbei eine abendfüllende Werbung für Smartphone-Apps.

  4. Dragonball Evolution 2009, James Wong
    Goku als amerikanischer Highschool-Schüler, ein Drehbuchautor, der sich Jahre später öffentlich bei den Fans entschuldigte, und ein Franchise, das seither keinen Realfilm mehr gewagt hat.

  5. Superman IV: The Quest for Peace 1987, Sidney J. Furie
    Cannon Films kürzte das Budget mitten im Dreh, weshalb der Nuclear Man in immer denselben Einstellungen fliegt und Superman die Chinesische Mauer mit Blicken repariert.

  6. Howard the Duck 1986, Willard Huyck
    George Lucas produzierte eine sprechende Ente im Anzug, die mit Lea Thompson anbandelt; einer der ersten großen Marvel-Flops.

  7. Jaws: The Revenge 1987, Joseph Sargent
    Der Hai verfolgt die Familie Brody aus Rache bis auf die Bahamas, und Michael Caine verpasste wegen der Dreharbeiten die Oscar-Verleihung, bei der er für „Hannah und ihre Schwestern“ gewann.

  8. Mac and Me 1988, Stewart Raffill
    Ein E.T.-Klon, finanziert als Dauerwerbesendung für McDonald’s und Coca-Cola, inklusive Tanznummer im Schnellrestaurant und einem Rollstuhl, der eine Klippe hinunterstürzt.

  9. Super Mario Bros. 1993, Annabel Jankel & Rocky Morton
    Bob Hoskins und John Leguizamo als Klempner in einer Dinosaurier-Dystopie; Hoskins nannte den Film später das Schlimmste, was er je gemacht habe.

  10. Street Fighter 1994, Steven E. de Souza
    Jean-Claude Van Damme als Colonel Guile mit belgischem Akzent, Raúl Juliá in seiner letzten Rolle als Diktator M. Bison.

  11. Mortal Kombat: Annihilation 1997, John R. Leonetti
    Die Fortsetzung tauscht fast die gesamte Besetzung aus und wirft im Finale ein Dutzend Figuren in einen Kampf, der aussieht wie ein Videospiel in schlechter Auflösung.

  12. Spice World 1997, Bob Spiers
    Die Spice Girls fahren in einem Doppeldeckerbus durch London, Roger Moore spricht als ihr Chef in Rätseln, und der Plot besteht aus der Woche vor einem Konzert in der Royal Albert Hall.

  13. Wild Wild West 1999, Barry Sonnenfeld
    Will Smith lehnte für diesen Film die Rolle des Neo in „Matrix“ ab; die riesige Dampfspinne blieb das Einzige, woran sich das Publikum erinnerte.

  14. Baby Geniuses 1999, Bob Clark
    Sprechende Superbabys mit nachsynchronisierten Lippen, inszeniert vom Regisseur von „A Christmas Story“.

  15. Glitter 2001, Vondie Curtis-Hall
    Mariah Careys Kinodebüt kam zehn Tage nach dem 11. September 2001 in die Kinos und wurde zum Symbol ihrer Karrierekrise jener Jahre.

  16. Swept Away 2002, Guy Ritchie
    Madonna als reiche Zicke auf einer Insel mit einem Fischer, inszeniert von ihrem damaligen Ehemann; fünf Himbeeren.

  17. Alone in the Dark 2005, Uwe Boll
    Tara Reid als Archäologin mit Brille, Christian Slater als Detektiv für Übernatürliches, und ein Prolog, der die Handlung in einem Textblock erklärt, den niemand versteht.

  18. Disaster Movie 2008, Jason Friedberg & Aaron Seltzer
    Eine Parodie auf Filme, die zum Drehzeitpunkt nur als Trailer existierten; jahrelang der Tiefpunkt der IMDb-Bottom-100.

  19. Epic Movie 2007, Jason Friedberg & Aaron Seltzer
    „Narnia“, „Harry Potter“ und „Pirates of the Caribbean“ in einer Handlung, die aus aneinandergereihten Popkultur-Verweisen besteht.

  20. Meet the Spartans 2008, Jason Friedberg & Aaron Seltzer
    „300“ als Sketchparade, so kurz, dass der Abspann mit Outtakes und einem Musikvideo gestreckt wurde.

Platz 31 bis 60: Videospiel-Verfilmungen, Uwe Boll und Bruno Mattei

Der Mittelteil gehört den Serientätern. Uwe Boll aus Wermelskirchen verfilmte in den 2000ern ein Videospiel nach dem anderen, Bruno Mattei kopierte in den 1980ern jeden Hollywood-Hit für einen Bruchteil des Budgets, und Ed Wood drehte in den 1950ern gleich drei Filme, die hier stehen. Dazwischen liegen die Razzie-Gewinner der 2010er und die Fernsehhaie von The Asylum. Wenn du mit dieser Liste einen Filmabend planst, ist das der Block, aus dem sich am leichtesten ein Doppelprogramm bauen lässt: ein Mattei und ein Boll, dazwischen ein Ed Wood zum Ausruhen.

  1. Fifty Shades of Grey 2015, Sam Taylor-Johnson\

    Dakota Johnson und Jamie Dornan bekamen die Himbeere als schlechtestes Leinwandpaar, und der Film teilte sich den Preis für den schlechtesten Film mit „Fantastic Four“.

  2. Fantastic Four 2015, Josh Trank
    Der Regisseur distanzierte sich noch vor dem Kinostart auf Twitter von der Schnittfassung des Studios; der Preis für den schlechtesten Film ging geteilt an diesen Film und „Fifty Shades of Grey“.

  3. Norbit 2007, Brian Robbins
    Eddie Murphy im Fatsuit als seine eigene Ehefrau; die Werbekampagne lief während der Oscar-Abstimmung, bei der Murphy für „Dreamgirls“ nominiert war und verlor.

  4. Ballistic: Ecks vs. Sever 2002, Kaos
    Antonio Banderas und Lucy Liu schießen sich durch Vancouver, und der Film hält bei Rotten Tomatoes seit Jahren eine Wertung von null Prozent.

  5. Freddy Got Fingered 2001, Tom Green
    Tom Green schwingt ein totes Reh über dem Kopf, und er holte seine fünf Himbeeren persönlich ab, inklusive einer Mundharmonika-Einlage, die man von der Bühne tragen musste.

  6. BloodRayne 2005, Uwe Boll
    Kristanna Loken als Halbvampirin im Rumänien des 18. Jahrhunderts, Ben Kingsley sitzt sichtlich gelangweilt auf einem Thron, Meat Loaf hat einen Kurzauftritt.

  7. House of the Dead 2003, Uwe Boll
    Zombies auf einer Rave-Insel, geschnitten mit Originalgrafiken aus dem Automatenspiel, damit niemand die Vorlage vergisst.

  8. Samurai Cop 1991, Amir Shervan
    Hauptdarsteller Matt Hannon ließ sich zwischen den Drehblöcken die Haare schneiden und trägt deshalb in der Hälfte der Szenen eine schlecht sitzende Perücke.

  9. Miami Connection 1987, Richard Park & Y. K. Kim
    Eine Taekwondo-Rockband namens Dragon Sound kämpft in Orlando gegen Ninjas auf Motorrädern; der Film wurde 2012 wiederentdeckt und noch einmal ins Kino gebracht.

  10. Robot Monster 1953, Phil Tucker
    Das Monster ist ein Mann im Gorillakostüm mit Taucherhelm, der aus einer Höhle im Bronson Canyon heraus die Menschheit auslöscht, unterstützt von einer Seifenblasenmaschine.

  11. Santa Claus Conquers the Martians 1964, Nicholas Webster
    Marsianer entführen den Weihnachtsmann, weil ihre Kinder zu viel irdisches Fernsehen schauen; die junge Pia Zadora spielt ein grünes Marskind.

  12. The Beast of Yucca Flats 1961, Coleman Francis
    Tor Johnson als sowjetischer Wissenschaftler, der nach einer Atomexplosion zum Monster wird; sämtliche Dialoge wurden nachträglich aus dem Off gesprochen, weil kein Ton aufgenommen wurde.

  13. Monster a-Go Go 1965, Bill Rebane & Herschell Gordon Lewis
    Ein Astronaut wird zum Riesen, und der Film endet mit der Erzählerstimme, es habe nie ein Monster gegeben, weil das Geld ausgegangen war.

  14. Death Bed: The Bed That Eats 1977, George Barry
    Ein Bett frisst Menschen, kommentiert von einem Geist hinter einem Gemälde; der Film lag jahrzehntelang ungezeigt herum, bis ein Comedy-Programm von Patton Oswalt ihn bekannt machte.

  15. Zaat 1971, Don Barton
    Ein Wissenschaftler verwandelt sich in einen wandelnden Wels und will Florida mit Fischmenschen bevölkern.

  16. Glen or Glenda 1953, Ed Wood
    Ed Woods Bekenntnisfilm über einen Mann, der gern Angorapullover trägt, mit Bela Lugosi als Erzähler, der „Pull the string!“ ruft.

  17. Bride of the Monster 1955, Ed Wood
    Bela Lugosi ringt im Finale mit einem Gummikraken, dessen Motor fehlte, weshalb er die Tentakel selbst um sich schlingen musste.

  18. Supersonic Man 1979, Juan Piquer Simón
    Spaniens Antwort auf „Superman“, mit einem Helden, der vor Pappkulissen fliegt und einen Roboter mit Ofenrohr-Armen bekämpft.

  19. Macho Man 1985, Alexander Titus Benda
    Boxer René Weller und Kickboxer Peter Althof spielen sich selbst in einem Film über Zuhälter und Kampfsport; ein Dauerbrenner bei SchleFaZ.

  20. Robowar 1988, Bruno Mattei
    „Predator“ im philippinischen Dschungel, mit Reb Brown und einem Roboter, dessen Sicht aussieht wie ein kaputter Fernseher.

  21. Strike Commando 1987, Bruno Mattei
    Reb Brown als Rambo-Verschnitt, der schreiend durch den Dschungel rennt und am Ende mit einem russischen Riesen ringt.

  22. Shocking Dark 1989, Bruno Mattei
    „Aliens“ und „Terminator“ in einem Film, gedreht in Venedig, das die Produktion als verseuchte Stadt der Zukunft ausgibt.

  23. Cruel Jaws 1995, Bruno Mattei
    Mattei montierte Haiaufnahmen aus „Der weiße Hai“ und dessen Fortsetzungen in seinen eigenen Film und verkaufte das Ergebnis als „Jaws 5“.

  24. Hell of the Living Dead 1980, Bruno Mattei
    Zombies in Papua-Neuguinea, gestreckt mit minutenlangem Dokumentarmaterial über Stammesrituale und unterlegt mit Musik der Band Goblin aus anderen Filmen.

  25. Star Crash 1978, Luigi Cozzi
    Caroline Munro im Lederbikini, David Hasselhoff mit Laserschwert und Christopher Plummer als Kaiser des Weltalls, der die Zeit anhalten kann.

  26. Titanic 2 2010, Shane Van Dyke
    Hundert Jahre nach dem Unglück fährt ein Nachbau die Route in umgekehrter Richtung, und ein Tsunami wirft einen Eisberg auf das Schiff.

  27. Mega Piranha 2010, Eric Forsberg
    Popsängerin Tiffany als Genetikerin, deren Piranhas so groß werden, dass sie aus dem Wasser in Hochhäuser springen.

  28. Mega Python vs. Gatoroid 2011, Mary Lambert
    Tiffany gegen Debbie Gibson, zwei Popstars der 1980er, im Schlammkampf zwischen Riesenschlangen und Riesenalligatoren.

  29. Sharknado 2: The Second One 2014, Anthony C. Ferrante
    Haie über New York, der Kopf der Freiheitsstatue rollt durch die Straßen, und ein Dutzend Prominente stirbt in Gastauftritten.

  30. The Last Sharknado: It’s About Time 2018, Anthony C. Ferrante
    Der sechste Teil schickt Fin Shepard per Zeitreise zu Dinosauriern, Rittern und in den Wilden Westen; danach war die Reihe zu Ende.

Platz 61 bis 100: Trash-Filme aus dem SchleFaZ-Programm und dem Kuriositätenkabinett

Der hintere Teil der Liste ist der deutscheste. Hier stehen die Filme, die Kalkofe und Rütten ins Programm geholt haben, dazu Kuriositäten aus Italien, Mexiko und dem amerikanischen Videoregal der 1980er, die ohne Mitternachtsvorstellungen und Fernsehwiederholungen vergessen wären. Die Reihenfolge ist hier loser als oben; zwischen Platz 70 und Platz 95 trennt die Filme weniger die Qualität des Scheiterns als die Frage, wie viele Menschen sie überhaupt gesehen haben.

  1. Jack Frost 1997, Michael Cooney\

    Ein Serienmörder verschmilzt mit Schnee und tötet fortan als Schneemann mit Karottennase; nicht zu verwechseln mit dem Michael-Keaton-Film gleichen Namens.

  2. Jack Frost 2: Revenge of the Mutant Killer Snowman 2000, Michael Cooney
    Der Schneemann macht Urlaub in den Tropen und vermehrt sich in Form von Schneebällen mit Zähnen.

  3. Vampirella 1996, Jim Wynorski
    Talisa Soto im roten Kostüm jagt Roger Daltrey von The Who, der als Vampirfürst Las Vegas unsicher macht.

  4. Hobgoblins 1988, Rick Sloane
    Kleine Handpuppen erfüllen Wünsche, die tödlich enden; seit der Kommentierung durch „Mystery Science Theater 3000“ gilt der Film als einer der schlimmsten der Serie.

  5. Slugs 1988, Juan Piquer Simón
    Fleischfressende Nacktschnecken in einer amerikanischen Kleinstadt, gedreht in Spanien, mit Explosionen, die aus dem Nichts kommen.

  6. Frogs 1972, George McCowan
    Ray Milland als Patriarch in den Sümpfen, den Frösche, Schlangen und Spinnen belagern, wobei die Frösche fast nie etwas tun.

  7. Xanadu 1980, Robert Greenwald
    Olivia Newton-John als Muse auf Rollschuhen, Gene Kelly in seiner letzten Kinorolle; der Film war einer der Anlässe für die Gründung der Goldenen Himbeere.

  8. Can’t Stop the Music 1980, Nancy Walker
    Die Entstehungsgeschichte der Village People als Musical, mit einem Zehnkampf-Olympiasieger in einer Anwaltsrolle; der erste Gewinner der Himbeere für den schlechtesten Film.

  9. Zwiebel-Jack räumt auf 1975, Enzo G. Castellari
    Franco Nero als Zwiebelfarmer, der Schurken mit Zwiebeln bewirft und dem Bösewicht Sterling Hayden das Fürchten lehrt.

  10. Pudelnackt in Oberbayern 1969, Hans Albin
    Bayernkomödie aus der Hochphase des deutschen Sexfilms, mit Lederhosen, Nacktbaden und Dialogen in breitem Dialekt.

  11. Die Todesgöttin des Liebescamps 1981, Christian Anders
    Schlagersänger Christian Anders schrieb, inszenierte und spielte selbst den Guru einer Sekte auf einer Mittelmeerinsel, samt eigener Lieder.

  12. Der Koloss von Konga 1976, Paul Leder
    Ein King-Kong-Nachbau aus Südkorea in 3D, in dem der Riesenaffe einem Hubschrauber den Mittelfinger zeigt.

  13. Die Rückkehr des King Kong 1962, Ishirō Honda
    Im Original „King Kong vs. Godzilla“: zwei Männer in Kostümen ringen miteinander, und Kong wird durch Elektrizität stärker.

  14. Captain America 1990, Albert Pyun
    Ein Captain, der sich mehrfach krank stellt, um Mitfahrern das Auto zu stehlen, und ein Red Skull, der plötzlich Italiener ist.

  15. Cherry 2000 1987, Steve De Jarnatt
    Ein Mann sucht nach dem Kurzschluss seiner Roboterfrau ein Ersatzmodell und heuert dafür Melanie Griffith als Söldnerin an.

  16. Perry Rhodan – SOS aus dem Weltall 1967, Primo Zeglio
    Die einzige Verfilmung der deutschen Heftromanserie, in Italien und Spanien gedreht, mit Raumschiffen an sichtbaren Fäden.

  17. Ator, der Unbesiegbare 1982, Joe D’Amato
    Miles O’Keeffe als Barbar mit Föhnfrisur, der gegen eine Riesenspinne kämpft und ein Bärenjunges als Begleiter hat.

  18. Thor – Der Allmächtige 1983, Tonino Ricci
    Ein italienischer Conan-Verschnitt, in dem ein Zauberer sich in eine Eule verwandelt und der Held vor allem grimmig durch Wälder stapft.

  19. Dracula jagt Frankenstein 1971, Al Adamson
    Lon Chaney Jr. in seiner letzten Rolle, ein Dracula mit Ringen an jedem Finger und ein Frankenstein-Monster, das aussieht wie ein zerlaufener Kerzenstumpf.

  20. Die schwarzen Zombies von Sugar Hill 1974, Paul Maslansky
    Blaxploitation-Horror, in dem eine Frau mit Voodoo-Zombies mit Silberaugen ihren ermordeten Freund rächt.

  21. Der unglaubliche Mann mit den zwei Köpfen 1971, Anthony M. Lanza
    Ein Wissenschaftler näht den Kopf eines Mörders auf einen Riesen, und Bruce Dern schaut dabei zu.

  22. Nightbeast 1982, Don Dohler
    Ein Alien metzelt sich durch Maryland; die Musik schrieb ein 16-jähriger J. J. Abrams.

  23. Argoman – Der phantastische Supermann 1967, Sergio Grieco
    Ein italienischer Superheld mit Telekinese, der seine Kräfte für sechs Stunden verliert, sobald er mit einer Frau geschlafen hat.

  24. Hulk Hogan – Der Hammer 1989, Thomas J. Wright
    Hulk Hogan als Wrestler Rip, der gegen einen skrupellosen Fernsehboss antritt; produziert von Vince McMahon.

  25. Santa Claus 1959, René Cardona
    Der mexikanische Weihnachtsmann lebt im Weltall, arbeitet mit Merlin zusammen und kämpft gegen den Teufel Pitch.

  26. Evil Toons 1992, Fred Olen Ray
    Vier Studentinnen putzen ein Haus, ein Zeichentrickdämon springt aus einem Buch, und David Carradine hat einen kurzen Auftritt.

  27. Laserkill – Todesstrahlen aus dem All 1978, Michael Rae
    Ein Teenager findet eine außerirdische Laserkanone in der Wüste und sprengt fortan alles, was ihn ärgert, darunter ein Plakat von „Star Wars“.

  28. Piranhas II – Die Rache der Killerfische 1981, James Cameron
    Fliegende Piranhas an einem Karibikstrand; James Camerons Regiedebüt, von dem er sich später distanzierte.

  29. Daniel der Zauberer 2004, Ulli Lommel
    Daniel Küblböck spielt sich selbst als Zauberer, der von Auftragskillern gejagt wird; einer der am tiefsten bewerteten Filme der IMDb überhaupt.

  30. Abraham Lincoln vs. Zombies 2012, Richard Schenkman
    The Asylum reagierte auf „Abraham Lincoln: Vampirjäger“ mit einem Präsidenten, der Zombies mit einer Sense enthauptet.

  31. Sharktopus vs. Pteracuda 2014, Kevin O’Neill
    Ein Hai-Kraken-Hybrid gegen ein Flugsaurier-Barrakuda-Mischwesen, produziert von Roger Corman.

  32. Snow Sharks 2014, Scott Wheeler
    Haie im Schnee, die durch Lawinen schwimmen und Skifahrer verschlingen; im Original „Avalanche Sharks“.

  33. Cowboys vs. Dinosaurs 2015, Ari Novak
    Eine Minenexplosion setzt Dinosaurier in einer Westernstadt frei, die von Cowboys mit Revolvern bekämpft werden.

  34. Blacula 1972, William Crain
    Blaxploitation-Vampirfilm mit William Marshall als Prinz Mamuwalde; ein Grenzfall dieser Liste, dazu unten mehr.

  35. Arachnoquake 2012, Griff Furst
    Ein Erdbeben in New Orleans setzt Riesenspinnen frei, die Feuer speien und über das Wasser laufen.

  36. Hentai Kamen 2013, Yūichi Fukuda
    Ein japanischer Schüler wird zum Superhelden, sobald er sich einen Damenslip über das Gesicht zieht; Kalkofe und Rütten zeigten den Film und seine Fortsetzung als Doppelpack.

  37. Strippers vs. Werewolves 2012, Jonathan Glendening
    Ein britischer Stripclub gegen ein Werwolfrudel, mit Robert Englund in einer Gefängniszelle.

  38. Highlander II: The Quickening 1991, Russell Mulcahy
    Die Unsterblichen sind plötzlich Außerirdische vom Planeten Zeist, und Sean Connery kehrt trotz seines Todes im ersten Teil zurück.

  39. Jack and Jill 2011, Dennis Dugan
    Adam Sandler spielt sich selbst und seine Zwillingsschwester und räumte 2012 als erster Film alle zehn Himbeeren eines Jahrgangs ab.

  40. The Last Airbender 2010, M. Night Shyamalan
    Die Verfilmung der Zeichentrickserie „Avatar“ mit falsch ausgesprochenen Namen und nachträglich konvertiertem 3D; fünf Himbeeren, darunter die für den schlechtesten Film.

SchleFaZ Buch und TV-Reihe: was Kalkofe und Rütten daraus machen

Der Name ist eine Abkürzung: SchleFaZ steht für „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“. Seit 2013 zeigen Oliver Kalkofe und Peter Rütten unter diesem Titel Trash-Filme im Fernsehen, und zwar ungekürzt. Vor dem Film, in den Werbepausen und danach ordnen die beiden das Werk ein, erzählen von der Produktion, zitieren die absurdesten Sätze und mischen zu jedem Titel einen eigenen Cocktail. Zehn Jahre lief die Sendung bei Tele 5, seit 2024 bei Nitro; die Folgen stehen anschließend bei RTL+ zum Abruf. Die alte Tele-5-Mediathek, über die ein Teil des Publikums die Reihe kennengelernt hat, ist damit nicht mehr die Adresse.

Die Auswahl der Reihe hat eine eigene Handschrift. Amerikanische Fernsehproduktionen der Firma The Asylum, also Sharknado, Mega Piranha und ihre Verwandten, bilden das eine Standbein. Das andere sind europäische Filme der 1960er bis 1980er: italienische Barbaren- und Weltraumfilme, deutsche Sex- und Heimatkomödien, spanische Superhelden. Dazu kommen Einzelstücke, für die es keine Kategorie gibt, etwa „Daniel der Zauberer“ mit dem Sänger Daniel Küblböck oder „Hentai Kamen“ aus Japan.

Das Buch erschien im September 2019 im Riva Verlag: „Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten – Das große SchleFaZ-Buch“, 208 Seiten, gebunden. Es ist keine Rangliste. Die 100 Filme stehen alphabetisch, und zu jedem gibt es eine Inhaltsangabe, einen Kommentar der beiden Moderatoren, Trivia aus der Produktion und ein eigens gestaltetes Fake-Plakat; dazwischen liegen Fotos vom Set der Sendung. Kalkofe und Rütten nennen ihr Prinzip „charmantes Scheißfilm-Schauen auf höchstem Niveau“, und das trifft den Ton des Buches ziemlich genau.

Wer die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten Liste um Liste abklopft, wird zwischen dem Buch und dieser Seite Unterschiede finden. Das SchleFaZ Buch enthält ausschließlich Filme, die in der Sendung gelaufen sind. Studio-Katastrophen wie „Cats“ oder „Gigli“ fehlen dort, weil sie nie im Programm der Reihe waren. Umgekehrt stehen im Buch Titel wie „Hausfrauen-Report 3. Teil“, „Sunshine Reggae auf Ibiza“ oder „Musik, Musik – da wackelt die Penne“, die außerhalb des deutschen Sprachraums niemand kennt und die in dieser Liste fehlen, weil sich zu ihnen kaum belastbare Angaben finden lassen.

Ein Wort zu den beiden Moderatoren, weil ihre Biografien erklären, warum die Sendung funktioniert. Oliver Kalkofe, Jahrgang 1965 aus Hannover, kam über das „Frühstyxradio“ bei radio ffn zum Fernsehen und wurde mit „Kalkofes Mattscheibe“ zum schärfsten Fernsehkritiker des Landes; im Kino spielte er 2004 in „Der Wixxer“ und 2007 in „Neues vom Wixxer“ die Hauptrolle und schrieb an beiden Drehbüchern mit. Peter Rütten, Jahrgang 1962 aus Mönchengladbach, war Chefautor der „Harald Schmidt Show“ und entwickelte für Tele 5 „Rüttens Bullshit Universum“. Der eine kennt schlechtes Fernsehen aus zwanzig Jahren Analyse, der andere hat das Timing der Late Night. Zusammen ergibt das eine Sendung, die einen Film nie verachtet und ihn ernster nimmt, als er es verdient.

Das ist der Unterschied zu „Mystery Science Theater 3000“, dem amerikanischen Vorbild. Dort sitzen die Silhouetten von Joel Hodgson und seinen Robotern vor der Leinwand und reden über den Film hinweg. Kalkofe und Rütten lassen den Film in Ruhe laufen. Der Spott findet in den Pausen statt, und dazwischen darfst du selbst leiden.

Aus der Sendung ist über die Jahre ein Ritual geworden, das über den Bildschirm hinausreicht. Zuschauer mixen den angekündigten Cocktail zu Hause nach und schicken Fotos davon ans Studio; die Moderatoren führen die Fernsehausstrahlung gelegentlich in Kinos vor Publikum weiter. Auf DVD sind einzelne Titel in eigenen SchleFaZ-Editionen erschienen, darunter die Sharknado-Reihe und ein Viererpack mit „Sumuru – Die Tochter des Satans“, „Die sieben Männer der Sumuru“, „Zwiebel-Jack räumt auf“ und „Knochenbrecher im Wilden Westen“. Das Buch ist in dieser Logik das Nachschlagewerk zum Ritual: die 100 Filme, die man gesehen haben muss, um mitreden zu können.

Trash-Filme nach Jahrzehnten

Jedes Jahrzehnt bringt seine eigene Sorte Scheitern hervor, und die Liste oben lässt sich entlang dieser Linien lesen.

Die 1950er gehören Ed Wood. „Glen or Glenda“, „Bride of the Monster“ und „Plan 9 from Outer Space“ entstanden in Los Angeles mit geliehenen Kulissen, einem kranken Bela Lugosi und einem Regisseur, der jede erste Aufnahme für gelungen hielt. Daneben stehen „Robot Monster“ und die Atomangst-Filme der Ära, die ihre Monster aus Gorillakostümen und Taucherhelmen bauten. Der Reiz dieser Filme liegt in ihrer Ernsthaftigkeit; niemand am Set hielt sich für einen Witz. Mehr zu den Filmen und Büchern jener Jahre steht unter 1950er.

In den 1960ern und 1970ern wanderte der Trash nach Europa. Italien produzierte Superhelden wie Argoman, Barbaren, Weltraumopern und Western mit Zwiebeln als Waffe; Spanien schickte „Supersonic Man“; Mexiko ließ den Weihnachtsmann gegen den Teufel antreten. In Deutschland liefen parallel die Report-Filme und Lederhosen-Komödien, aus denen SchleFaZ heute „Pudelnackt in Oberbayern“ oder den „Hausfrauen-Report“ zieht. Es waren Filme für Bahnhofskinos und Autokinos, schnell gedreht und schnell vergessen, und genau deshalb wirken sie heute so seltsam frisch.

Die 1980er sind das Jahrzehnt der Videothek. Bruno Mattei drehte auf den Philippinen Kopien von „Rambo“, „Predator“ und „Aliens“, oft im selben Jahr wie das Original. In Amerika füllte Cannon Films die Regale mit „Superman IV“ und Ninja-Filmen, während Don Dohler in Maryland mit Nachbarn und einem 16-jährigen Komponisten „Nightbeast“ drehte. Zugleich entstand mit der Goldenen Himbeere die Institution, die den Hollywood-Flop seit 1981 offiziell dokumentiert. Ein Überblick über das Jahrzehnt liegt unter 1980er.

Die 1990er brachten die Videospiel-Verfilmung als eigene Fehlerkategorie hervor: „Super Mario Bros.“, „Street Fighter“, „Mortal Kombat: Annihilation“. Studios kauften Lizenzen für Spiele, deren Handlung aus drei Sätzen bestand, und wunderten sich über das Ergebnis. Dazu kamen die letzten großen Star-Vehikel, bei denen ein Name genügte, um ein Drehbuch zu finanzieren: „Showgirls“, „Batman & Robin“, „Wild Wild West“. Und Tommy Wiseau sammelte in San Francisco das Geld, mit dem er 2003 „The Room“ drehen sollte; woher es stammte, hat er nie erklärt.

Die 2000er gehören Uwe Boll, dem Regisseur aus Wermelskirchen, der mit deutschen Filmfonds Videospiele verfilmte und seine Kritiker 2006 zum Boxkampf forderte. Daneben stehen Friedberg und Seltzer mit ihren Parodien, „Gigli“, „Catwoman“ und „Battlefield Earth“ als Studio-Katastrophen, und mit „The Room“ und „Daniel der Zauberer“ zwei Filme von Männern, die sich ihr eigenes Denkmal drehen wollten. Das Jahrzehnt in Büchern und Filmen: 2000er.

Die 2010er schließlich sind das Jahrzehnt der absichtlichen Absurdität. The Asylum produzierte Sharknado, Mega Piranha und ihre Verwandten mit dem Wissen, dass das Publikum lachen will, und Kalkofe und Rütten machten daraus ein Fernsehritual. Ob solche Trash-Filme überhaupt in eine Liste der schlechtesten Filme aller Zeiten gehören, ist die offene Frage des Genres: Ein Film, der schlecht sein will, kann nicht mehr auf dieselbe Art scheitern wie „Plan 9“. „Cats“ und „The Emoji Movie“ beweisen immerhin, dass Hollywood die alte Kunst des unfreiwilligen Scheiterns nicht verlernt hat. Alle Filmbesprechungen dieser Seite sind nach Jahrzehnten sortiert.

Wie man Trash-Filme am besten schaut

Ein Trash-Film verlangt andere Bedingungen als ein guter Film, und die wichtigste ist Gesellschaft. Allein vor „Birdemic“ zu sitzen, ist eine Prüfung; zu viert wird aus den vierzig Minuten Einparken ein Wettbewerb, wer den ersten Adler zuerst kommen sieht. Kalkofe und Rütten haben das Prinzip für das Fernsehen übersetzt, indem sie selbst die Gesellschaft stellen, und „Mystery Science Theater 3000“ hat es in den 1980ern erfunden.

Die zweite Bedingung ist Respekt. Trash-Filme, die hier stehen, wurden von Menschen gedreht, die etwas wollten und es nicht konnten, und der Reiz liegt in der Lücke zwischen beidem. Wer nur höhnt, verpasst die Stelle, an der Tor Johnson in „The Beast of Yucca Flats“ ein Kaninchen streichelt, oder den Moment, in dem Tommy Wiseau in „The Room“ tatsächlich glaubt, ein Drama über Verrat gedreht zu haben. Die besten Trash-Abende enden damit, dass jemand den Film verteidigt.

Die dritte Bedingung ist die richtige Reihenfolge. Ein Neuling verträgt „Sharknado“ oder „Troll 2“, weil beide Tempo haben; „Manos“ oder „Monster a-Go Go“ sind Fortgeschrittenenstoff, weil in ihnen minutenlang nichts geschieht. Wer mit „Plan 9“ anfängt, sollte die Erzählstimme von Criswell am Anfang nicht überspringen, sie ist der beste Teil.

Ein Sonderfall am Rand: Blacula

Ein Titel aus dem SchleFaZ Buch steht auf dieser Liste mit schlechtem Gewissen. „Blacula“ (1972, William Crain) ist kein Trash im Sinn von „Troll 2“. William Marshall spielt den afrikanischen Prinzen Mamuwalde, den Dracula im Jahr 1780 zum Vampir macht und der im Los Angeles der 1970er wieder erwacht; Marshall war ausgebildeter Shakespeare-Darsteller und spielt die Rolle mit einer Würde, die der Rest des Films nicht immer einlöst. Der Film gehörte zu den erfolgreichsten Blaxploitation-Titeln seines Jahres und bekam 1973 eine Fortsetzung.

Warum er trotzdem bei SchleFaZ lief, ist leicht zu erklären: die Perücken, die Fledermaus an der Schnur, die Nachtclub-Szenen. Ob das reicht, um ihn neben „Birdemic“ zu stellen, entscheidet jeder Zuschauer selbst. Ein zweiter Kandidat für dieselbe Diskussion wäre „Showgirls“, den manche Kritiker inzwischen als bewusste Satire lesen. Und sollte Verhoeven recht haben, dass der Film genau so gemeint war, steht er auf Platz 11 falsch.

Fragen zu Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten: die große Liste der Trash-Filme vom SchleFaZ-Buch bis Plan 9

Was ist der schlechteste Film aller Zeiten?

Der Titel klebt seit 1980 an „Plan 9 from Outer Space“ von Ed Wood, den Harry und Michael Medved in ihrem Buch „The Golden Turkey Awards“ so nannten. Für ein jüngeres Publikum hat „The Room“ von Tommy Wiseau diese Rolle übernommen. Beide Filme haben gemeinsam, dass sie völlig ernst gemeint waren und trotzdem als Komödie funktionieren.

Was bedeutet SchleFaZ?

SchleFaZ ist die Abkürzung von „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“. Unter diesem Titel zeigen Oliver Kalkofe und Peter Rütten seit 2013 Trash-Filme in voller Länge und kommentieren sie vor dem Film und in den Pausen. Bis 2023 lief die Reihe bei Tele 5, seit 2024 bei Nitro und im Streaming bei RTL+.

Gibt es die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten auch als Buch?

Ja, das SchleFaZ Buch erschien 2019 im Riva Verlag unter dem Titel „Die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten – Das große SchleFaZ-Buch“ und hat 208 Seiten. Oliver Kalkofe und Peter Rütten stellen darin 100 Filme aus der Sendung alphabetisch vor, mit Inhaltsangabe, Kommentar, Trivia und einem Fake-Plakat pro Film.

Welche Filme stehen im SchleFaZ Buch?

Das Buch versammelt ausschließlich Filme, die in der Sendung gelaufen sind, von „Abraham Lincoln vs. Zombies“ bis „Zwiebel-Jack räumt auf“. Dazu gehören alle sechs Sharknado-Teile, „Mega Piranha“, „Plan 9 aus dem Weltall“, „Macho Man“, „Pudelnackt in Oberbayern“, „Daniel der Zauberer“ und „Hentai Kamen“. Hollywood-Flops wie „Cats“ oder „Gigli“ fehlen, weil sie nicht im Programm der Reihe waren.

Wo kann man SchleFaZ heute sehen?

Neue Folgen laufen seit 2024 beim Sender Nitro und stehen anschließend bei RTL+ zum Abruf. Die frühere Tele-5-Mediathek ist dafür nicht mehr die richtige Adresse. Einzelne Titel gibt es außerdem auf DVD in SchleFaZ-Editionen, etwa die Sharknado-Filme oder ein Viererpack mit „Sumuru“, „Zwiebel-Jack räumt auf“ und „Knochenbrecher im Wilden Westen“.

Nach welchen Kriterien entsteht die 100 schlechtesten Filme aller Zeiten Liste?

Vier Quellen fließen ein: die Goldene Himbeere, die Bottom 100 der IMDb, der Kultstatus in Mitternachtsvorstellungen und die Ausstrahlung bei SchleFaZ. Darüber steht ein einziges Kriterium, nämlich wie viel Vergnügen der Film beim Anschauen bereitet. Ein Film, der nur langweilt, kommt nicht in die Liste, egal wie schlecht seine Bewertungen sind.

Was ist die Goldene Himbeere?

Die Golden Raspberry Awards, kurz Razzies, prämieren seit 1981 die schlechtesten Filme und Leistungen eines Kinojahres. Gegründet hat sie der Werbetexter John J. B. Wilson in Los Angeles, der erste Preis für den schlechtesten Film ging an „Can’t Stop the Music“. Verliehen wird traditionell rund um die Oscar-Verleihung, und die wenigsten Preisträger holen ihre Himbeere ab.

Welcher Film hat die meisten Goldenen Himbeeren gewonnen?

„Jack and Jill“ mit Adam Sandler räumte 2012 als erster Film alle zehn Kategorien in einem Jahr ab. „Battlefield Earth“ gewann 2001 sieben Himbeeren und 2010 zusätzlich den Sonderpreis als schlechtester Film des Jahrzehnts. Halle Berry für „Catwoman“ und Paul Verhoeven für „Showgirls“ gehören zu den wenigen, die ihren Preis persönlich entgegennahmen.

Ist Sharknado wirklich einer der schlechtesten Filme aller Zeiten?

Das ist die Streitfrage des Genres. „Sharknado“ von 2013 wurde von The Asylum bewusst absurd angelegt, was ihn von unfreiwilligen Katastrophen wie „Plan 9“ oder „The Room“ unterscheidet. In der Liste steht er trotzdem weit oben, weil kaum ein Film der letzten Jahre so viele Menschen zum gemeinsamen Anschauen gebracht hat und weil alle sechs Teile bei SchleFaZ liefen.

Warum gilt The Room als schlechtester Film der 2000er?

Tommy Wiseau schrieb, produzierte, inszenierte und spielte den Film 2003 selbst und gab dafür rund sechs Millionen Dollar aus, deren Herkunft er nie erklärt hat. Die Dialoge, die Nebenhandlungen ohne Auflösung und die Football-Szenen im Smoking machten ihn zum Dauerbrenner der Mitternachtsvorstellungen. Greg Sesteros Buch „The Disaster Artist“ und die Verfilmung von James Franco aus dem Jahr 2017 erzählen die Entstehung.

Welche deutschen Filme gehören zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten?

Bei SchleFaZ haben sich „Macho Man“ mit René Weller und Peter Althof, „Daniel der Zauberer“ mit Daniel Küblböck, „Die Todesgöttin des Liebescamps“ von Christian Anders und „Pudelnackt in Oberbayern“ als deutsche Klassiker etabliert. „Daniel der Zauberer“ zählt seit Jahren zu den am tiefsten bewerteten Filmen der IMDb überhaupt.

Was unterscheidet SchleFaZ von Mystery Science Theater 3000?

Bei „Mystery Science Theater 3000“ sitzen die Silhouetten von Joel Hodgson und seinen Robotern vor der Leinwand und reden über den laufenden Film hinweg. Kalkofe und Rütten lassen den Film ungekürzt und ungestört laufen; Kommentar, Trivia und der Cocktail zum Film kommen davor, in den Pausen und danach.

Ist die Reihenfolge der Liste ein offizielles Ranking?

Nein, eine amtliche Rangfolge gibt es in diesem Genre nicht. Die Plätze auf dieser Seite folgen der Überschneidung von Razzies, IMDb-Bottom-100, Kultstatus und SchleFaZ-Ausstrahlung, gewichtet nach dem Unterhaltungswert. Über die ersten fünf Plätze herrscht in fast jeder Liste Einigkeit, darunter beginnt der Geschmack.

Warum stehen italienische Filme so oft auf Listen der schlechtesten Filme aller Zeiten?

Italien produzierte von den 1960ern bis in die 1980er Kopien jedes Hollywood-Erfolgs für einen Bruchteil des Budgets, oft im selben Jahr wie das Original. Bruno Mattei drehte auf den Philippinen Verschnitte von „Rambo“, „Predator“ und „Aliens“, Luigi Cozzi mit „Star Crash“ eine Antwort auf „Star Wars“. Diese Filme liefen weltweit in Bahnhofskinos und auf Video und sind deshalb bis heute bekannt.