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VinTageBuch

DDR Adventskalender

Geschenkbox Ostalgie mit 24 Süßigkeiten und Ostprodukten aus der DDR

Der DDR Adventskalender als Geschenkbox Ostalgie: 24 Türchen mit Viba, Zetti, Pfeffi und Kalter Hund, von Menschen mit Behinderung von Hand befüllt.

Lebensart2010er2010
Eintrag vom 19. Nov. 2019 · aktualisiert 11. Sept. 2026
DDR Adventskalender: Geschenkbox Ostalgie mit 24 Süßigkeiten und Ostprodukten aus der DDR

Hinter dem ersten Türchen könnte ein Nougatriegel aus Thüringen stecken, hinter dem nächsten ein Täfelchen Schokolade im Design eines DDR-Geldscheins. Der DDR Adventskalender, eine Geschenkbox Ostalgie des Anbieters Boxiland, zählt die Tage bis Weihnachten mit 24 Süßigkeiten aus dem Osten.

Wer in der DDR aufgewachsen ist, kauft damit Erinnerungen.

Wer im Westen groß wurde, entdeckt Marken, die er vielleicht nur vom Hörensagen kennt, und bekommt eine DDR-Geschenkbox, die mehr über den Alltag im Osten erzählt als manches Museum.

24 Türchen mit Ostprodukten

Die Box enthält typische ostdeutsche Köstlichkeiten, und die Zusammenstellung liest sich wie ein Einkaufszettel aus einer HO-Kaufhalle. Dazu gehören verschiedene Riegel und Produkte von Viba, Schokoladenflocken von Zetti, Liebesperlen, Kalter Hund, Pfeffi und Milch-Drops. Kleine Schokoladentäfelchen tragen das Motiv von DDR-Geld, ein Detail, das ohne Erklärung auskommt, wenn du die Scheine noch in der Hand hattest.

Geliefert wird der Kalender in einer Geschenkverpackung, die sich aufhängen oder hinstellen lässt. Das macht ihn zu einem Mitbringsel für die Adventszeit, das man verschenken oder selbst benutzen kann.

Viba, Zetti und Kalter Hund

Einige der Namen haben eine lange Geschichte. Viba steht für Nougat aus dem thüringischen Schmalkalden, die Nougatstangen des Herstellers gehörten in der DDR zu den bekannten Süßigkeiten und werden in Schmalkalden weiter produziert. Zetti kommt aus Zeitz in Sachsen-Anhalt, und die Knusperflocken aus Schokolade mit Getreideflocken sind das Produkt, an das die meisten bei diesem Namen denken. Beide Marken haben die Wende überstanden, was vielen anderen Süßwarenherstellern der DDR nicht gelungen ist.

Kalter Hund ist eigentlich ein Kuchen. Butterkekse werden abwechselnd mit einer Masse aus Schokolade und Kokosfett in eine Kastenform geschichtet und im Kühlschrank fest, ganz ohne Backofen. Regional heißt er auch Kalte Schnauze oder Lukullus, und in der DDR war er ein Klassiker für Kindergeburtstage.

Liebesperlen wiederum waren nie eine ostdeutsche Spezialität, die bunten Zuckerkügelchen gab es auf beiden Seiten der Grenze. Dass sie trotzdem in einer Ostalgie-Box stecken, sagt etwas darüber, wie Erinnerung funktioniert: Entscheidend ist nicht, wo eine Süßigkeit herkam, sondern wo man sie gegessen hat.

Ob auch Halloren-Kugeln aus Halle an der Saale dabei sind, verrät die Beschreibung nicht. Die Halloren Schokoladenfabrik, gegründet 1804, gilt als älteste Schokoladenfabrik Deutschlands, und ihre Kugeln wären in einer solchen Box kaum fehl am Platz.

Ostalgie im Adventskalender

Das Wort Ostalgie kam in den 1990er Jahren auf. Nach der Wiedervereinigung verschwanden viele Marken aus den Regalen, weil Kunden zunächst zu den Westprodukten griffen und zahlreiche Betriebe schließen mussten. Einige kamen später zurück, und mit ihnen ein Markt für Erinnerungsstücke, der vom Spreewälder Gurkenglas bis zur Club-Cola reicht. Wolfgang Beckers Film „Good Bye, Lenin!“ von 2003 hat diesem Gefühl ein Denkmal gesetzt, als sein Held Alex verzweifelt nach Spreewaldgurken sucht, die es nicht mehr gibt.

Wer an Advent in der DDR denkt, denkt allerdings eher an das Erzgebirge als an Schokolade: an Schwibbögen in den Fenstern, an Räuchermännchen und Nussknacker aus Seiffen, die im eigenen Land nicht immer leicht zu bekommen waren, und an Stollen aus Dresden.

Der Adventskalender selbst ist deutlich älter als die DDR. Als einer der ersten gedruckten gilt der Kalender, den der Münchner Verleger Gerhard Lang Anfang des 20. Jahrhunderts herausbrachte, damals noch mit Bildchen zum Ausschneiden und Aufkleben. Die Füllung mit Schokolade setzte sich erst später durch. In der Geschenkbox treffen beide Traditionen aufeinander: die vorweihnachtliche Zählung der Tage und die Erinnerung an einen Alltag, der mit dem Jahr 1990 endete.

Von Hand befüllt

Ein Aspekt unterscheidet diesen Kalender von vielen anderen Geschenkboxen. Er wird in sozialen Einrichtungen von Menschen mit Behinderung von Hand befüllt und verpackt. Handarbeit heißt bei einem Adventskalender ganz praktisch: 24 Fächer, 24 verschiedene Produkte, und jedes muss an seinem Platz landen. Verpackungs- und Konfektionierungsaufträge dieser Art gehören in Deutschland zu den typischen Arbeiten, die Werkstätten für Menschen mit Behinderung für Unternehmen übernehmen. Wer die Box kauft, unterstützt damit auch diese Arbeit, und das ist bei einem Produkt, das vor allem von Erinnerung lebt, kein nebensächlicher Punkt.

Weitere Geschenkideen mit Retro-Bezug finden sich in der Übersicht zu den 2010er Jahren. Und wer beim Kalter Hund aus dem Türchen auf den Geschmack kommt: Für die Kuchenversion reichen zwei Packungen Butterkekse, eine Kastenform und eine Nacht im Kühlschrank.

Fragen zu DDR Adventskalender: Geschenkbox Ostalgie mit 24 Süßigkeiten und Ostprodukten aus der DDR

Was steckt im DDR Adventskalender?

24 typisch ostdeutsche Süßigkeiten, darunter verschiedene Viba-Produkte, Zetti Schokoladenflocken, Liebesperlen, Kalter Hund, Pfeffi, Milch-Drops und kleine Schokoladentäfelchen im Design von DDR-Geld. Die Auswahl ist als Geschenkbox Ostalgie zusammengestellt.

Wer befüllt den DDR Adventskalender?

Die Kalender werden in sozialen Einrichtungen von Menschen mit Behinderung von Hand befüllt und verpackt. Wer die Geschenkbox kauft, unterstützt damit auch diese Arbeit.

Kann man die DDR-Geschenkbox aufhängen?

Ja, die Geschenkverpackung ist so gestaltet, dass sie sich aufhängen oder hinstellen lässt. Sie eignet sich damit zum Selbstbenutzen ebenso wie zum Verschenken.

Was ist Kalter Hund?

Ein Kuchen, der ohne Backen auskommt: Butterkekse werden abwechselnd mit einer Masse aus Schokolade und Kokosfett in eine Kastenform geschichtet und im Kühlschrank fest. Er war in Ost und West bekannt, in der DDR gehörte er zu den Klassikern auf Kindergeburtstagen.

Was bedeutet Ostalgie?

Das Wort verbindet Osten und Nostalgie und beschreibt die Sehnsucht nach Dingen aus dem Alltag der DDR, von Lebensmitteln über Fernsehsendungen bis zu Alltagsgegenständen. Es kam in den 1990er Jahren auf, als viele Ostprodukte aus den Regalen verschwunden waren.