Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben
Der Bestseller von 2015 und der Dokumentarfilm von Jörg Adolph (Constantin Film, 2020)
Peter Wohllebens „Das geheime Leben der Bäume“ (Ludwig, 2015) und der Dokumentarfilm von Jörg Adolph, ab 23. Januar 2020 im Kino: Inhalt, Förster-Biografie, Drehorte von Schweden bis Hambacher Forst.
Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs und kranke Nachbarn versorgen. Bäume mit so etwas wie Empfindungen und Gedächtnis. Als Peter Wohlleben das im Mai 2015 in „Das geheime Leben der Bäume“ behauptete, klang es für viele Leser unglaublich – und das Buch stürmte trotzdem, oder gerade deshalb, über Nacht die Bestsellerlisten. Fünf Jahre später brachte Constantin Film die Geschichte auf die Leinwand: Der Dokumentarfilm „Das geheime Leben der Bäume“ lief ab dem 23. Januar 2020 in den deutschen Kinos.
Das Buch erschien am 25. Mai 2015 im Ludwig Verlag, gebunden, 224 Seiten (ISBN 978-3453280670). Sein Untertitel nennt das Programm: „Was sie fühlen, wie sie kommunizieren – die Entdeckung einer verborgenen Welt“.
Ein Förster erzählt vom Wald, wie noch keiner davor
Wohlleben zieht in dem Buch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse heran und verbindet sie mit seinen unmittelbaren Erfahrungen im Wald. Das Ergebnis ist eine Erzählung über ein Lebewesen, das vertraut schien und hier erstmals in seiner ganzen Lebendigkeit sichtbar wird. Wer Wohlleben vorwirft, er vermenschliche Bäume, hat den Kern seines Erfolgs erkannt: Genau diese Sprache hat Millionen Menschen erreicht, die ein forstwissenschaftliches Lehrbuch nie aufgeschlagen hätten.
Die Forschung, auf die er sich stützt, ist real. Bäume tauschen über Pilzgeflechte im Boden Zucker und Signalstoffe aus, Mutterbäume versorgen ihre Sämlinge im Schatten, und Bäume, die von Insekten befallen werden, geben Duftstoffe ab, die Nachbarn warnen. Wie viel davon „Fühlen“ ist und wie viel Chemie, darüber streiten Botaniker und Wohlleben bis heute. Der Streit ist Teil der Wirkung.
Peter Wohlleben: Biografie in Kurzform
Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, wollte schon als Kind Naturschützer werden. Er studierte Forstwirtschaft und war über zwanzig Jahre lang Beamter der Landesforstverwaltung. Heute leitet er eine Waldakademie in der Eifel, in der Gemeinde Wershofen, hält Vorträge und Seminare, gibt Waldführungen und setzt sich weltweit für die Rückkehr der Urwälder ein.
Nach „Das geheime Leben der Bäume“ folgten „Das Seelenleben der Tiere“ und „Das geheime Netzwerk der Natur“ mit dem Untertitel „Wie Bäume Wolken machen und Regenwürmer Wildschweine steuern“. Zuletzt erschien das Magazin „Wohllebens Welt“. Für seine emotionale und unkonventionelle Wissensvermittlung erhielt er 2019 die Bayerische Naturschutzmedaille.
Kritik an ihm kommt vor allem aus der Forstwirtschaft selbst, die ihre Bewirtschaftungsmethoden in seinen Büchern als grüne Kulisse für die Holzindustrie beschrieben findet. Wohlleben hält dagegen, dass genau das der Punkt sei.
Der Film: von Schweden bis zum Hambacher Forst
Der Dokumentarfilm folgt Wohlleben auf seinen Reisen und bei seiner Arbeit. Er fährt nach Schweden zum ältesten Baum der Erde – einer Fichte im Nationalpark Fulufjället, deren Wurzelwerk auf ein Alter von rund 9.500 Jahren datiert wird. Er besucht Betriebe in Vancouver, die einen anderen Umgang mit dem Wald suchen. Und er stellt sich im Hambacher Forst auf die Seite der Demonstranten, die den Wald gegen den Braunkohletagebau verteidigen.
Zwischen diesen Stationen zeigt der Film Waldführungen und Lesungen, in denen Wohlleben Menschen die Bäume näherbringt. Es entsteht, so die Produktionsbeschreibung, ein intimes und humorvolles Porträt eines Mannes, der davon überzeugt ist, dass Menschen nur überleben, wenn es dem Wald gut geht – und dass es dafür bereits fünf vor zwölf ist.
Regie und Buch: Jörg Adolph, bekannt durch „Elternschule“. Die Naturaufnahmen stammen von Jan Haft, der mit „Das grüne Wunder“ einen der erfolgreichsten deutschen Naturfilme gedreht hat. Kamera: Daniel Schönauer. Montage: Anja Pohl. Musik: Franziska Henke. Lichtkunst: Friedrich van Schoor und Tarek Mawad. Tongestaltung: Jörg Elsner, Tonmischung: Michael Kranz. Produzent ist Friederich Oetker, Executive Producer Martin Moszkowicz, Production Executive Christine Rothe, Line Producer Susann Funke. Die Constantin-Produktion wurde vom FFF Bayern, der FFA und dem DFFF gefördert.
Die Kombination aus Hafts Naturbildern und Wohllebens Erzählstimme ist das Prinzip des Films: Was das Buch beschreibt, zeigen die Bilder im Zeitraffer – wachsende Wurzeln, Pilzfäden, Blätter, die sich zum Licht drehen.
Was die Doku über den Wald hinaus erzählt
Der Film ist ein Porträt und zugleich eine Streitschrift. Die Szenen im Hambacher Forst machen deutlich, dass Wohlleben den Wald nicht nur als Ökosystem sieht, sondern als politischen Ort. Wer den Film wegen der Bilder anschaut, bekommt diese Position mitgeliefert – man kann sie teilen oder nicht, übersehen kann man sie nicht.
Für Leser, die das Buch kennen, bietet der Film wenig neue Thesen, aber die Möglichkeit, den Autor bei der Arbeit zu sehen: wie er mit Gruppen durch seinen Wald geht, an Rinde klopft, Wurzeln freilegt. Für alle anderen ist er ein Einstieg, nach dem das Buch leichter zu lesen ist. Wenn du danach anders durch den nächsten Wald gehst, hat der Film seinen Zweck erfüllt.
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Fragen zu Das geheime Leben der Bäume
Wann kam „Das geheime Leben der Bäume“ ins Kino?
Der Dokumentarfilm von Constantin Film startete am 23. Januar 2020 in den deutschen Kinos. Regie und Buch stammen von Jörg Adolph, die Naturaufnahmen von Jan Haft. Der Film basiert auf Peter Wohllebens gleichnamigem Buch von 2015.
Worum geht es im Buch „Das geheime Leben der Bäume“?
Peter Wohlleben beschreibt, wie Bäume miteinander kommunizieren, Nachwuchs und kranke Nachbarn versorgen und so etwas wie Empfindungen und Gedächtnis haben. Er stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und auf eigene Beobachtungen als Förster. Das Buch erschien am 25. Mai 2015 im Ludwig Verlag, 224 Seiten.
Wer ist Peter Wohlleben?
Ein 1964 geborener Förster, der Forstwirtschaft studierte, über zwanzig Jahre Beamter der Landesforstverwaltung war und heute eine Waldakademie in Wershofen in der Eifel leitet. Für seine Wissensvermittlung erhielt er 2019 die Bayerische Naturschutzmedaille.
Wohin reist Peter Wohlleben im Film?
Nach Schweden zum ältesten Baum der Erde, nach Vancouver zu Betrieben, die einen neuen Umgang mit dem Wald suchen, und in den Hambacher Forst, wo er sich auf die Seite der Demonstranten stellt. Dazu kommen Waldführungen und Lesungen in Deutschland.
Welche weiteren Bücher hat Peter Wohlleben geschrieben?
Unter anderem „Das Seelenleben der Tiere“ und „Das geheime Netzwerk der Natur“. Dazu erschien das Magazin „Wohllebens Welt“. Alle drei Bücher waren Bestseller und wurden in viele Sprachen übersetzt.
Wer hat den Film „Das geheime Leben der Bäume“ produziert?
Constantin Film, gefördert vom FFF Bayern, der FFA und dem DFFF. Produzent war Friederich Oetker, Executive Producer Martin Moszkowicz, Kamera Daniel Schönauer, Montage Anja Pohl, Musik Franziska Henke.