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DuMont Bildband Atlas der Reiselust

Inspiration für ein ganzes Leben auf 368 Seiten

Der DuMont Bildband „Atlas der Reiselust“ versammelt auf 368 Seiten Reiseideen in sieben Kapiteln: Surfen in Australien, Polarlicht in Norwegen, Los Angeles.

Lebensart2010er2019
Eintrag vom 24. Okt. 2019 · aktualisiert 11. Sept. 2026
DuMont Bildband Atlas der Reiselust: Inspiration für ein ganzes Leben auf 368 Seiten

Manche Reisebücher beantworten die Frage „Wie komme ich hin?“, dieses hier stellt die Frage „Wohin eigentlich?“. Der „Atlas der Reiselust“ aus dem DuMont Reiseverlag erschien am 28. März 2019, ein gebundener Band mit 368 Seiten (ISBN 978-3770188802), illustriert von Amélie Cordier. Der Untertitel lautet „Inspiration für ein ganzes Leben“, und das ist wörtlich gemeint: Das Buch ist als Vorrat an Reiseideen gedacht, aus dem man über Jahre schöpfen kann.

Der Verlag beschreibt den Inhalt als „368 Seiten voller unglaublicher Reiseideen – von ganz verrückt bis weltberühmt“. Beides trifft zu, und die Mischung ist der eigentliche Reiz.

Sieben Kapitel, ein Prinzip

Der Band ist in sieben Kapitel gegliedert, jedes davon eigenständig gestaltet. Die Ideen sind nicht nach Ländern sortiert, sondern nach der Art des Erlebnisses: Orte voller Geheimnisse, Welterbestätten, Feste, Naturwunder. Wer Australien sucht, findet es also nicht in einem Länderkapitel, sondern etwa bei den Surfspots.

Ein paar Beispiele, die der Verlag selbst nennt: an den Hotspots Australiens surfen lernen, eine Polarlichter-Safari durch Norwegen, die architektonischen Meisterwerke von Los Angeles. Dazwischen stehen Ziele, die man in klassischen Reiseführern selten findet. Genau das ist der Zweck einer solchen Sammlung: Sie soll den Radius erweitern, nicht bestätigen, was ohnehin auf der Liste steht.

Jede Seite ist als Anstoß gebaut. Ein Bild, ein kurzer Text, eine Idee. Wer eine ausführliche Beschreibung erwartet, wird sie nicht finden, und das ist kein Mangel, sondern das Format.

Was ein Bildband kann, was ein Reiseführer nicht kann

Reiseführer sind Werkzeuge. Man kauft sie, wenn das Ziel feststeht, und benutzt sie unterwegs. Ein Bildband wie dieser liegt dagegen zu Hause auf dem Tisch und wird an einem Winterabend aufgeschlagen, ohne dass eine Reise geplant ist. Das klingt nach einem Unterschied in der Nutzung, es ist aber ein Unterschied im Zweck. Der Reiseführer verhindert Fehler, der Bildband erzeugt Wünsche.

Der „Atlas der Reiselust“ nimmt dieses Prinzip ernst. Er verzichtet auf Hotelempfehlungen, Preise und Öffnungszeiten, also auf alles, was in zwei Jahren veraltet wäre. Übrig bleibt, was länger hält: die Idee, einmal im Leben Polarlichter zu sehen, oder die Frage, ob man mit über fünfzig noch Surfen lernen kann.

Wenn du mit dem Buch arbeiten willst, hilft ein einfacher Trick: Seiten markieren, die eine Reaktion auslösen, und nach dem Durchblättern zählen. Was mehrfach markiert ist, gehört auf die Liste. Der Rest bleibt Lektüre.

Der Reiz des Unerwarteten

Die Stärke des Bandes liegt im Nebeneinander. Auf eine weltberühmte Sehenswürdigkeit folgt ein Ziel, von dem die meisten Leser nie gehört haben. Diese Anordnung verhindert, dass man das Buch als Bestätigung liest. Wer Los Angeles kennt, blättert weiter und landet vielleicht bei einem Fest, das er nie gesucht hätte.

Das Beispiel Los Angeles zeigt, wie der Band mit bekannten Zielen umgeht. Die Stadt steht auf fast jeder Kalifornien-Route, aber selten wegen ihrer Architektur. Der Atlas rückt genau diesen Aspekt nach vorn und macht aus einem Zwischenstopp ein eigenes Reiseziel. Wer schon einmal dort war, liest den Eintrag anders als jemand, der die Stadt nur aus Filmen kennt, und beide finden etwas, das sie nicht erwartet haben.

Für Norwegen gilt das im Kleinen: Polarlichter stehen auf vielen Wunschlisten, aber die Vorstellung einer Safari, also einer mehrtägigen Fahrt, die dem Licht folgt, statt an einem Ort auf es zu warten, verändert die Planung. Solche Verschiebungen sind das, was der Band leistet.

Die Illustrationen von Amélie Cordier tragen dazu bei. Sie ersetzen an vielen Stellen Fotografie, und das nimmt dem Buch den Katalogcharakter, den viele Reisebildbände haben. Man sieht nicht das Hotelzimmer, man sieht eine Idee von einem Ort.

Ein Buch zum Verschenken, ein Buch zum Behalten

Der Band wird häufig verschenkt, zum Geburtstag oder zu Weihnachten, und das passt zum Format: groß, gebunden, aufwendig gestaltet. Der Untertitel „Inspiration für ein ganzes Leben“ ist aber auch ein Hinweis darauf, dass das Buch nach dem ersten Durchblättern nicht erledigt ist. Wer es nach zwei Jahren wieder aufschlägt, hat andere Wünsche als beim ersten Mal und findet entsprechend andere Seiten.

Wer nach der Lektüre weiterlesen will, findet unter Sachbücher weitere Bildbände und Reisebücher, darunter den Reiseplaner von Lonely Planet, der dieselbe Frage nach dem Wohin nach Monaten sortiert beantwortet.

Fragen zu DuMont Bildband Atlas der Reiselust: Inspiration für ein ganzes Leben auf 368 Seiten

Was ist der „Atlas der Reiselust“?

Ein Bildband aus dem DuMont Reiseverlag, der am 28. März 2019 erschienen ist. Auf 368 Seiten stellt er Reiseideen aus aller Welt vor, gegliedert in sieben Kapitel, mit Illustrationen von Amélie Cordier.

Ist der Atlas der Reiselust ein Reiseführer?

Nein. Er enthält keine Hotelempfehlungen, Karten im klassischen Sinn oder Öffnungszeiten. Das Buch ist eine Ideensammlung, die Lust auf Ziele machen soll; die konkrete Planung übernimmt dann ein Reiseführer.

Welche Ziele stellt das Buch vor?

Die Bandbreite reicht von Surfspots in Australien über Polarlichter in Norwegen bis zur Architektur von Los Angeles. Dazu kommen Welterbestätten, Feste und Naturwunder. Die Mischung aus berühmten und ausgefallenen Zielen ist Programm.

Für wen eignet sich der Bildband?

Für Menschen, die noch nicht wissen, wohin die nächste Reise gehen soll, und für alle, die gern in Reisebildbänden blättern. Wegen des Formats und der Aufmachung wird er häufig verschenkt.