Ricatech RMC350 Legend
5-in-1-Musikcenter im Retro-Design mit Grammophon-Trichter und Plattenspieler
Das Ricatech RMC350 Legend verbindet den Look eines Grammophons mit Plattenspieler für 33, 45 und 78 U/min, Radio, CD, USB und SD-Karte in einem Gerät.
Ein Grammophon mit großem Trichter ist das Bild, das die meisten vor Augen haben, wenn sie an die Anfänge der Tonaufnahme denken. Das Ricatech RMC350 Legend nutzt dieses Bild und steckt dahinter ein modernes Musikcenter: Plattenspieler, Radio, CD-Player, USB und SD-Karte, fünf Funktionen in einem Gehäuse.
Der Hersteller beschreibt das Konzept als Gerät, das von der Vergangenheit inspiriert ist und einen modernen Dreh bekommen hat. Das trifft es ziemlich genau.
Der Trichter als Zitat
Beim echten Grammophon war der Trichter keine Dekoration, sondern der Verstärker. Emil Berliner meldete das Gerät 1887 zum Patent an, und anders als Thomas Edisons Phonograph, der mit Walzen arbeitete, spielte es flache Scheiben ab. Die Nadel übertrug die Rillenbewegung auf eine Membran, und der Trichter bündelte den Schall, ganz ohne Strom. Je größer und besser geformt der Trichter, desto lauter und voller der Klang. 1898 gründete Berliner mit seinem Bruder Joseph in Hannover die Deutsche Grammophon, deren Name bis heute an das Gerät erinnert.
Beim RMC350 bestimmt das große Horn den altmodischen Look. Für den Ton sorgen eingebaute Stereolautsprecher, die der Hersteller auf gute Klangqualität hin abgestimmt hat, externe Boxen braucht das Gerät nicht. Wer ein originales Grammophon kennt, merkt den Unterschied sofort: Die Lautstärke lässt sich regeln, und die Drehzahl hängt nicht davon ab, wie weit die Feder noch aufgezogen ist.
Drei Geschwindigkeiten: 33, 45 und 78
Das Herzstück ist ein vollautomatischer Plattenspieler mit drei Geschwindigkeiten. Er spielt Schallplatten mit 33, 45 und 78 Umdrehungen pro Minute, und damit deckt er beinahe die gesamte Geschichte der Schallplatte ab.
Vollautomatisch heißt: Der Tonarm senkt sich nach dem Start selbst auf die Platte und kehrt am Ende in die Ruheposition zurück. Das ist bequem und schont die Platten, weil die Nadel nicht versehentlich quer über die Rillen rutscht, wenn eine unsichere Hand sie aufsetzt.
Die 78 ist die älteste der drei Zahlen. Schellackplatten mit dieser Geschwindigkeit waren bis in die 1950er Jahre der Standard, sie sind schwer, zerbrechlich und fassen pro Seite nur wenige Minuten Musik. 1948 brachte Columbia in den USA die Langspielplatte aus Vinyl mit 33 Umdrehungen auf den Markt, genau genommen 33⅓, ein Jahr später folgte RCA Victor mit der kleinen Single mit 45 Umdrehungen. Beide Formate verdrängten den Schellack innerhalb weniger Jahre.
Wenn du alte Schellackplatten aus dem Nachlass der Großeltern besitzt, weißt du vermutlich, wie selten neue Plattenspieler mit 78er-Geschwindigkeit geworden sind. Ein Hinweis gehört allerdings dazu: Schellackrillen sind breiter als Vinylrillen und brauchen eigentlich eine Nadel mit größerer Spitze. Bei wertvollen Platten lohnt es sich, vorher nachzusehen, welche Nadel eingesetzt ist.
Radio, CD, USB und SD-Karte
Neben dem Plattenspieler bringt das RMC350 ein AM/FM-Radio mit, also Mittelwelle und UKW. Die Mittelwelle ist in Deutschland allerdings weitgehend verstummt, der Deutschlandfunk etwa hat seine Mittelwellensender Ende 2015 abgeschaltet; im Alltag wird das Gerät also vor allem UKW empfangen. Ein CD-Player spielt die Sammlung aus den 1990er und 2000er Jahren ab, und über USB und SD-Karte lässt sich auch eine digitale Musiksammlung wiedergeben.
Diese Kombination ist typisch für Retro-Musikcenter. Sie richten sich weniger an Klangpuristen als an Menschen, die ein Gerät für alles suchen, das im Wohnzimmer oder in der Küche nach etwas aussieht. Wer eine hochwertige Plattenanlage sucht, wird sie eher aus einzelnen Komponenten zusammenstellen. Wer ein Möbelstück sucht, das Schallplatten der Eltern, CDs und die Dateien vom Handy gleichermaßen abspielt, liegt hier richtig.
Für eine Küche, in der morgens das Radio läuft und abends eine alte Platte, ist das eine durchaus vernünftige Mischung.
Garantie und Material
Ricatech gibt auf das RMC350 eine Garantiefrist von 24 Monaten und betont langlebige Materialien. Das klingt großzügiger, als es ist: In der Europäischen Union gilt beim Kauf neuer Ware ohnehin eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren gegenüber dem Händler. Die Garantie des Herstellers kommt als eigene Zusage hinzu, sie verlängert die Frist aber nicht. Wer in den ersten zwei Jahren einen Mangel feststellt, kann sich deshalb in jedem Fall an den Händler wenden, bei dem das Gerät gekauft wurde.
Weitere Geräte und Themen rund um Vintage und Retro finden sich unter Musik und in der Übersicht zu den 2010er Jahren. Berliners Firma übrigens lebte auf verschlungenen Wegen weiter, und ihr Markenzeichen, der Hund Nipper vor dem Grammophontrichter, ist bis heute als „His Master’s Voice“ bekannt.
Fragen zu Ricatech RMC350 Legend: 5-in-1-Musikcenter im Retro-Design mit Grammophon-Trichter und Plattenspieler
Was kann das Ricatech RMC350 Legend?
Das Musikcenter vereint fünf Funktionen: einen vollautomatischen Plattenspieler, ein AM/FM-Radio, einen CD-Player sowie die Wiedergabe von USB-Sticks und SD-Karten. Den Ton liefern eingebaute Stereolautsprecher, externe Boxen sind nicht nötig.
Welche Schallplatten spielt der Plattenspieler ab?
Der Plattenspieler hat drei Geschwindigkeiten und spielt Platten mit 33, 45 und 78 Umdrehungen pro Minute. Damit passen Langspielplatten, Singles und alte Schellackplatten gleichermaßen.
Ist das RMC350 ein echtes Grammophon?
Nein. Das große Horn gibt dem Gerät den Look eines Grammophons, die Technik ist aber elektrisch und modern. Ein echtes Grammophon verstärkt den Klang rein mechanisch über Nadel, Membran und Trichter und kommt ohne Strom aus.
Welche Garantie gibt Ricatech auf das Musikcenter?
Der Hersteller nennt eine Garantiefrist von 24 Monaten. In der EU entspricht das der gesetzlichen Gewährleistungsfrist von zwei Jahren, die ein Händler beim Kauf neuer Ware ohnehin einräumen muss.
Kann man mit dem RMC350 Schellackplatten abspielen?
Die 78er-Geschwindigkeit ist vorhanden. Für Schellackplatten ist allerdings eine Nadel mit breiterer Spitze vorgesehen als für Vinyl, deshalb lohnt vor dem Abspielen wertvoller alter Platten ein Blick auf die eingesetzte Nadel.