1920er Jahre Star-Kostüm mit Jacke, Hose, Weste und Schlips
Als Charlie Chaplin auf die Mottoparty
1920er Jahre Star-Kostüm mit Jacke, Hose, Weste und Schlips: wie der Look von Charlie Chaplins Tramp entstand und was zum Kostüm noch dazugehört.
Die Hose zu weit, die Jacke zu eng, der Hut zu klein und die Schuhe zu groß: Charlie Chaplin hat in seinen Erinnerungen beschrieben, dass bei der Kleidung seiner berühmtesten Figur alles ein Widerspruch sein sollte. Aus diesem Prinzip entstand das Kostüm des Tramps, des kleinen Landstreichers mit Melone und Spazierstock, der im Kino der 1910er und 1920er Jahre zur bekanntesten Figur der Welt wurde. Ein 1920er Jahre Star-Kostüm mit Jacke, Hose, Weste und Schlips greift genau diesen Look auf.
Wie der Tramp zu seinem Kostüm kam
Charles Spencer Chaplin, 1889 in London geboren, kam als junger Varietékünstler in die USA und stand 1914 bei den Keystone-Studios von Mack Sennett unter Vertrag. In einem der ersten Kurzfilme dieses Jahres, „Kid Auto Races at Venice“, tauchte der Tramp bereits auf, und die Figur, die Chaplin nach eigener Darstellung in der Garderobe aus verschiedenen Kleidungsstücken zusammengesucht hatte, blieb.
Das Kostüm ist ein Spiel mit Gegensätzen. Die Jacke sitzt knapp, die Hose schlackert, darunter Weste und Kragen, dazu die Melone und ein biegsamer Bambusstock. Der kleine Schnurrbart hatte einen praktischen Grund: Chaplin war Mitte zwanzig und wollte älter wirken, ohne dass ein großer Bart seine Mimik verdeckte. Die Figur ist arm, gibt sich aber als Gentleman, und diese Mischung aus Würde und Elend macht bis heute ihren Reiz aus.
Chaplin, der Komiker der 1920er Jahre
In den 1920er Jahren war Chaplin auf dem Höhepunkt. 1919 hatte er zusammen mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks und D. W. Griffith die Filmgesellschaft United Artists gegründet, über die ab 1923 seine Filme ins Kino kamen. Er drehte nun Langfilme, bei denen er Regie, Drehbuch und Hauptrolle übernahm und später auch die Musik selbst schrieb.
1921 kam „The Kid“ in die Kinos, die Geschichte des Tramps, der ein ausgesetztes Kind großzieht. 1925 folgte „Goldrausch“ mit den berühmten Szenen, in denen der hungernde Tramp einen Schuh kocht und mit zwei Brötchen auf Gabeln einen kleinen Tanz aufführt. 1928 erschien „Der Zirkus“. Selbst als der Tonfilm Ende der 1920er Jahre den Stummfilm verdrängte, blieb Chaplin stumm: „Lichter der Großstadt“ von 1931 hat Musik und Geräusche, aber keine Dialoge. In „Moderne Zeiten“ von 1936 trat der Tramp zum letzten Mal auf.
Um den Tramp rankt sich eine Anekdote, die gern erzählt wird, aber nie belegt wurde: Chaplin soll an einem Wettbewerb für Chaplin-Doppelgänger teilgenommen und dabei nicht gewonnen haben.
Das Kostüm zusammenstellen
Ein Star-Kostüm mit Jacke, Hose, Weste und Schlips liefert die Grundlage. Den Tramp machen aber erst die Accessoires erkennbar, und die solltest du nicht weglassen. Eine kleine schwarze Melone, möglichst eine Nummer zu klein, ein dünner Spazierstock, der sich biegen darf, und große schwarze Schuhe, die ruhig an den Spitzen nach außen zeigen. Wer keine alten Schuhe in Übergröße hat, kann auch zwei Paar dicke Socken in weite Schuhe stopfen.
Der Schnurrbart ist das wichtigste Detail. Klebebärte gibt es in jedem Kostümgeschäft, mit einem Kajal- oder Augenbrauenstift lässt er sich aber genauso gut aufmalen und hält den ganzen Abend. Ein wenig weißes Make-up und dunkel betonte Augen bringen das Gesicht in die Nähe des Schwarz-Weiß-Films.
Den Rest erledigt die Haltung. Der Tramp läuft mit nach außen gedrehten Füßen und kleinen, wippenden Schritten, schwingt den Stock, lüftet höflich die Melone und dreht sich an Ecken auf einem Bein. Wenn du diesen Gang ein paar Minuten vor dem Spiegel übst, erkennt dich auf der Party jeder, auch ohne ein Wort.
Mottoparty und Karneval
Auf einer Mottoparty zu den Goldenen Zwanzigern ist der Chaplin-Look die komische Alternative zum eleganten Gatsby-Anzug und zum Charleston-Kleid mit Fransen. Im Karneval funktioniert er ohnehin, weil Chaplins Tramp auch Menschen kennen, die nie einen Stummfilm gesehen haben.
Mehr über das Jahrzehnt steht in der Übersicht zu den 1920er Jahren, Chaplins Filme und andere Klassiker finden sich unter Filme. Wie sehr Melone und Stock zu Chaplin gehören, zeigte sich 1972, als er nach zwei Jahrzehnten in der Schweiz nach Hollywood zurückkehrte, um einen Ehrenoscar entgegenzunehmen. Nach einem minutenlangen Applaus, der als längster der Oscar-Geschichte gilt, überreichte ihm Jack Lemmon auf der Bühne genau diese beiden Requisiten.
Chaplin war damals 82 Jahre alt. Er starb am Weihnachtstag 1977 in Corsier-sur-Vevey am Genfersee.
Fragen zu 1920er Jahre Star-Kostüm mit Jacke, Hose, Weste und Schlips: als Charlie Chaplin auf die Mottoparty
Was gehört zu einem Charlie-Chaplin-Kostüm?
Die Grundlage bilden eine enge Jacke, eine weite Hose, eine Weste und ein Schlips. Dazu kommen die Accessoires, die den Tramp erst erkennbar machen: eine kleine Melone, ein dünner Spazierstock, zu große Schuhe und der kurze Schnurrbart.
Wann trug Charlie Chaplin das Tramp-Kostüm zum ersten Mal?
Der Tramp tauchte 1914 in den ersten Kurzfilmen auf, die Chaplin für die Keystone-Studios von Mack Sennett drehte, darunter Kid Auto Races at Venice. Das Kostüm blieb danach über zwei Jahrzehnte fast unverändert.
In welchen Filmen der 1920er Jahre spielt Chaplin den Tramp?
Unter anderem in The Kid von 1921, in Goldrausch von 1925 und in Der Zirkus von 1928. Zum letzten Mal trat die Figur 1936 in Moderne Zeiten auf.
Wie gelingt der Chaplin-Look auf einer Party am besten?
Wichtiger als ein perfektes Kostüm ist die Haltung: Füße nach außen gedreht, kleine, wippende Schritte, der Stock als Verlängerung der Hand. Den Schnurrbart gibt es zum Aufkleben, alternativ lässt er sich mit einem Kajalstift aufmalen.
Passt ein Chaplin-Kostüm zu einer Gatsby- oder 1920er-Mottoparty?
Ja, denn Chaplin war einer der größten Stars dieses Jahrzehnts. Wer lieber elegant als komisch auftreten will, wählt für eine Gatsby-Party eher Anzug mit Weste und Fliege, der Chaplin-Look ist die humorvolle Variante derselben Epoche.