Filmtipp: Der Philosoph mit Johannes Herrschmann und Adriana Altaras, Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Der Philosoph mit Johannes Herrschmann und Adriana Altaras

Für die Lesung aus seinem ersten Buch ‘Die Liebe zur Weisheit – Eine Anleitung zum Denken’ will sich Georg Hermes neu einkleiden. In einem exklusiven Herrengeschäft lernt der ewige Grübler die drei Inhaberinnen kennen. Sie machen ihm ein eigenwilliges Angebot: Er darf bei ihnen einziehen und erhält einen Einblick in die Philosophie der Liebe.

DER PHILOSOPH
BRD 1989. R: Rudolf Thome
D: Johannes Herrschmann, Adriana Altaras, Friederike Tiefenbacher
83 Min., 35mm

Georg Hermes ist Philosoph, hat über Heraklit promoviert und lebt als Junggeselle inmitten seiner Bücher in Westberlin. Bei einem Herrenausstatter lernt er drei Verkäuferinnen kennen, die seine Lesung besuchen und den Asketen fortan Schritt für Schritt an ein Leben voller Genuss und Sinnlichkeit heranführen.

DER PHILOSOPH ist eines von Thomes typischen Alltagsmärchen. Es handelt sich um den zweiten Teil seiner Trilogie „Formen der Liebe“ und war sein kommerziell erfolgreichster Film.

Vorfilm ZWEI BILDER (BRD 1984. R: Rudolf Thome. 9 Min. 35mm)

Mittwoch, 25.10.2017
18:00 Uhr
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittel
Buslinie 46 (Museumsuferlinie) / Haltestelle „Untermainbrücke“
U1, U2, U3, U8 / Haltestelle “Schweizer Platz”
Straßenbahn 15, 16, 19 / Haltestelle “Schweizer-/Gartenstraße”
U4, U5 / Haltestelle “Willy-Brandt-Platz”

Trailer “Der Philosoph” von Alfred Schantz

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Der Philosoph ist ein bundesdeutscher Spielfilm aus dem Jahr 1988, geschrieben, produziert und inszeniert von Rudolf  Thome. Darin wird ein asketischer Philosoph aus West-Berlin durch drei umsorgende und gelegentlich nackte Grazien von des Gedanken Blässe zu dionysischen Freuden geführt.

Die Kritik war sich uneins darüber, ob das auf die antike Philosophie und Mythologie anspielende Werk tiefsinnig oder oberflächlich sei, wobei die erste Filmhälfte besser beurteilt wurde als die zweite.

Der Philosoph bildet nach Das Mikroskop und vor Sieben Frauen den Mittelteil von Thomes Trilogie „Formen der Liebe“. Die Filmförderungsanstalt steuerte 60.000 Deutsche Mark zur Herstellung des Films bei, der am 5. Januar 1989 in den Kinos anlief.

Georg Hermes, ein hagerer Mittdreißiger aus West-Berlin, ist Philosoph. Er hat über den Ausspruch „Alles fließt“ von Heraklit promoviert. Der höfliche, weltfremde, vollkommen in Bücher versenkte Mann lebt acht Jahre nach dem Tod seiner Mutter allein.

Er kann weder schwimmen noch Auto fahren. Der Verlag Vittorio Klostermannhat sein Buch „Die Liebe zur Weisheit. Eine Anleitung zum Denken“ gedruckt, in ein paar Tagen soll er eine Lesung halten. Hierfür möchte er einen guten Anzug kaufen und betritt ein Modegeschäft.

Die drei Verkäuferinnen, die er dort antrifft, heften sich an seine Fersen und besuchen die Lesung. Danach stellen sich Franziska, Beate und Martha ihm vor, und laden ihn, den sie anhimmeln, für den Sonntag zu sich ein.

Die drei Frauen bewirten ihn in ihrer Wohngemeinschaft, an der Spree gelegen, wo es ihm sehr gut gefällt. Schritt für Schritt führen sie den Asketen zu Genuss und Sinnlichkeit. Nach dem Besuch schreibt er Franziska einen Liebesbrief. Er rudert mit ihr über den Schlachtensee, wo er ins Wasser fällt, aber mangels Schwimmkenntnissen von ihr gerettet werden muss.

Nach dem Ausziehen der nassen Kleider schläft sie mit dem bisher jungfräulichen Georg. Es gelingt ihr, ihn zum Einziehen in ihre Wohngemeinschaft zu bewegen. Die Frauen überlassen ihm ein Zimmer und schaffen einen Rechner an, den er anstelle einer Schreibmaschine zum Schreiben seiner Texte benutzen soll; Beate bringt ihm die Benutzung bei.

Als sie ihn in ihr Bett holt, ihn und sich auszieht und sich auf ihn legt, bricht er ab, weil er Franziska liebe. Doch Franziska erklärt ihm, dass alle Menschen einander lieben könnten, er solle mit allen dreien von ihnen schlafen.

Sie drei seien „Zeitagentinnen“, Gesandte, die ihn finden mussten, er aber müsse nun noch sich selbst finden. Georg zweifelt an dem Wunder, das ihm geschieht, und verlässt für einige Tage die Gemeinschaft, um in Ruhe über alles nachzudenken.

Bald hat er hohes Fieber und ruft Franziska an, die ihn abholt. Unter der Pflege durch die drei Frauen genest er sehr schnell. Zu viert fahren sie ans Ufer des Wannsees, wo sie ekstatisch tanzen.