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VinTageBuch
Lange Bücherregale in einer Bibliothek unter hängenden Glühbirnen

Die besten Bücher zum Thema Glücksspiel

Von wahren Geschichten bis zur Pokertheorie

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Ein Team von MIT-Studenten nimmt die Casinos in Las Vegas mit Kartenzählen aus, eine junge Frau organisiert in Hollywood Pokerrunden für Stars, ein Bankier aus Texas fordert die stärksten Profis heraus: Die Literatur über Glücksspiel lebt zu einem großen Teil von wahren Geschichten. Daneben stehen Sachbücher, die Wahrscheinlichkeiten und Strategie so nüchtern durchrechnen, dass vom Nervenkitzel wenig übrig bleibt. Beide Sorten gehören in diese Auswahl.

Wer vor allem das eigene Spiel verbessern möchte, findet weitere Glücksspielbücher mit stärkerem Praxisbezug.

Wahre Geschichten: Kartenzähler, Pokerrunden und ein Online-Imperium

„Bringing Down the House“ von Ben Mezrich erzählt, wie eine Gruppe von MIT-Studenten das Kartenzählen beim Blackjack perfektionierte und damit die Casinos in Las Vegas um viel Geld brachte. Der Titel klingt nach Roman, das Buch ist aber ein Tatsachenbericht. Es erklärt die Technik des Zählens und schildert zugleich die Abenteuer der Studenten zwischen Hörsaal und Spieltisch. Wer sich für Blackjack interessiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei. 2008 kam der Stoff unter dem Titel „21“ ins Kino.

Mit „Straight Flush“ hat Mezrich einen zweiten Tatsachenbericht über das Spiel geschrieben. Er erzählt die wahre Geschichte einer Gruppe von College-Freunden, die das Online-Pokerunternehmen Absolute Poker gründeten, und verfolgt ihren Aufstieg ebenso wie den Absturz, zu dem auch Betrug und illegale Geschäfte gehörten. Das Buch legt man kaum aus der Hand.

„Molly’s Game“ ist die autobiografische Erzählung von Molly Bloom, die in den 2000er Jahren die exklusivsten Pokerpartien in Hollywood organisierte. Das Buch zeigt ihren Aufstieg und Fall und ist eine packende Geschichte über Macht, Geld und die Gefahren des Spiels. Aaron Sorkin verfilmte den Stoff 2017 mit Jessica Chastain in der Hauptrolle.

In „The Professor, the Banker, and the Suicide King“ geht Michael Craig an die Tische mit den höchsten Einsätzen. Der Bankier aus dem Titel ist der texanische Milliardär Andy Beal, der ab 2001 im Bellagio in Las Vegas gegen Profis wie Doyle Brunson und Phil Ivey antrat. Craig interessiert sich dabei weniger für einzelne Hände als für die Köpfe dahinter, also für die Psychologie eines Spiels, bei dem an einem Abend Millionen den Besitzer wechseln können.

Poker zwischen Reportage und Theorie

Al Alvarez’ „The Biggest Game in Town“ ist ein Klassiker der Pokerliteratur. Alvarez besuchte Anfang der 1980er Jahre die World Series of Poker in Las Vegas und beschreibt das Milieu der Profis von innen: wie sie denken, wie sie gewinnen und wie sie mit Niederlagen umgehen. Heraus kam ein tiefgründiges Buch über die Psyche von Pokerspielern.

Wer lieber Mechanik als Menschen studiert, greift zu „The Theory of Poker“ von David Sklansky. Das Buch konzentriert sich auf die Grundkonzepte des Spiels, also Handbewertung, Position, Bluffen und Spielstrategie. Für ernsthafte Pokerspieler, die besser werden wollen, ist es ein Muss.

Geschichte, Sportwetten und die Mathematik der Casinospiele

„Roll the Bones“ von David G. Schwartz erzählt die Geschichte des Glücksspiels von den Anfängen bis in die Gegenwart. Eine bloße Aufzählung von Spielen und Regeln ist das nicht. Schwartz geht durch Kulturen und Epochen und zeigt, wie Würfel, Karten und Wetten die Gesellschaft über Jahrhunderte geprägt haben.

„Sharp Sports Betting“ von Stanford Wong richtet sich an alle, die Sportwetten ernst nehmen. Wong erklärt die mathematischen Grundlagen, und nach wenigen Kapiteln ist klar, dass Wetten mehr ist als Glück und Bauchgefühl.

Es gibt den „Wizard of Oz“, und es gibt den „Wizard of Odds“, wie Michael Shackleford genannt wird. In „Gambling 102“ widmet er sich fortgeschrittenen Konzepten für Blackjack, Videopoker, Craps und weitere Spiele und rechnet mit detaillierten Strategien und mathematischen Analysen vor, wie sich die Gewinnchancen verbessern lassen. Seine Zahlen zeigen allerdings auch, dass bei den meisten Casinospielen selbst mit der besten Strategie ein Vorteil für das Haus bleibt.

Womit anfangen?

Für den Einstieg ist „Bringing Down the House“ die beste Wahl, weil es spannend erzählt ist und nebenbei erklärt, warum Casinos Kartenzähler ungern sehen. Wer danach tiefer in Poker einsteigen will, liest Sklansky; wer sich eher für die Menschen am Tisch interessiert, nimmt Alvarez oder Craig. Und wenn du verstehen willst, warum Menschen seit Jahrhunderten spielen, führt kein Weg an Schwartz vorbei.

Das Risiko rechnet übrigens keines der neun Bücher weg. Shackleford zeigt es in Prozentwerten, Molly Bloom an ihrer eigenen Geschichte.