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VinTageBuch

Wellness-Sonntag in Bad Steben

Kurzurlaub im Staatsbad im Frankenwald mit Sauna, Hallenbad und Kurpark

Wellness-Sonntag in Bad Steben: eine Nacht im Staatsbad im Frankenwald mit Saunalandschaft, Kurpark, Humboldt-Spuren und heiteren Geschichten als Lektüre.

Lebensart2020er2020
Eintrag vom 5. Jan. 2020 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Am Sonntagnachmittag leert sich ein Kurort anders als eine Großstadt. Die Tagesgäste fahren zurück nach Hof, Plauen oder Bayreuth, die Wochenendbesucher packen die Koffer, und wer erst jetzt ankommt, hat Sauna und Kurpark in einer Ruhe, die es am Samstag nicht gibt. Auf dieser Idee beruht der Wellness-Sonntag in Bad Steben: eine Nacht von Sonntag auf Montag im Frankenwald, mit Badelandschaft, Frühstück und einem Montag, der langsam beginnt.

Bad Steben, das nördlichste Staatsbad Bayerns

Bad Steben liegt im Landkreis Hof in Oberfranken, auf rund 578 Metern Höhe im Naturpark Frankenwald. Seit dem 8. Juni 1832 trägt der Ort den Titel eines Königlich Bayerischen Staatsbads, und von allen bayerischen Staatsbädern liegt keines weiter im Norden. Die Grenze zu Thüringen ist nah, die Landschaft ringsum besteht aus Fichtenwald, Wiesen und tief eingeschnittenen Tälern.

Die Grundlage des Kurbetriebs sind drei Heilquellen. Die Tempelquelle liefert radonhaltiges Wasser, die Wiesenquelle und die Max-Marien-Quelle sind kalzium- und hydrogencarbonathaltige Säuerlinge. Ein Säuerling ist ein Mineralwasser mit viel natürlicher Kohlensäure, das man trinkt oder in dem man badet. Radon wiederum setzt die Kurmedizin vor allem bei rheumatischen Beschwerden und chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats ein, meist als Wannenbad nach ärztlicher Verordnung. Mit dem Hotelwellness eines Kurzurlaubs hat das wenig zu tun, aber es erklärt, warum sich in Bad Steben seit fast zweihundert Jahren alles um Wasser dreht.

Seit Dezember 2004 gibt es außerdem die Therme Bad Steben, und im Kurpark stehen die Säulenwandelhalle mit ihren Kolonnaden und das Kurhaus, in dem ein Grafikmuseum untergebracht ist.

Ein Sonntag in Sauna und Hallenbad

Das Wellness-Paket des 4-Sterne relexa hotel Bad Steben ist auf genau diese eine Nacht zugeschnitten. Nach einem Begrüßungsgetränk steht die hoteleigene Bade- und Saunalandschaft offen, die sich über mehr als 1.200 Quadratmeter erstreckt: ein Hallenbad, eine Finnische Sauna, ein Aroma-Dampfbad und eine Farblichtsauna, dazu eine Duschgrotte, eine Erlebnisdusche, Ruhezonen, ein Saunahof und eine Teestation. Im Zimmer liegen Bademantel und Saunatuch bereit, sodass der Weg vom Bett ins Dampfbad ohne Umziehen im Flur auskommt.

Wer sich lieber bewegt als liegt, nutzt den Fitness- und Ergometerraum oder nimmt am Aktivprogramm des Hotels teil. Am Montagmorgen folgt ein Frühstücksbüfett, das auf vital getrimmt ist, und wer es einrichten kann, verlängert um weitere Tage. Geparkt wird direkt am Hotel, und ein später Check-out am Montag ist nach Verfügbarkeit möglich, was den freien Vormittag spürbar verlängert.

Ein paar einfache Regeln machen den Saunaabend angenehmer: nicht mit vollem Magen in die Hitze, nach jedem Gang abkühlen und ruhen, zwischendurch Wasser oder Tee trinken. Drei Gänge an einem Abend genügen den meisten.

Ein Wellness-Kurzurlaub dieser Art ersetzt keine Kur. Er ist das, was er verspricht: eine Unterbrechung.

Humboldt in Steben

Bevor Bad Steben ein Badeort wurde, war es ein Bergbauort. Im Frankenwald wurden Eisen, Kupfer und andere Erze abgebaut, und Steben gehörte zum Fürstentum Bayreuth, das kurz zuvor an Preußen gefallen war. Im Juni 1792 zog ein junger preußischer Bergbeamter in das Haus, das heute seinen Namen trägt: Alexander von Humboldt. Er sollte die Bergwerke der Region wieder in Gang bringen und gründete 1793 in Steben eine freie Bergschule, in der junge Bergleute unentgeltlich unterrichtet wurden. In seiner fränkischen Zeit entwickelte er außerdem ein Atemgerät und Grubenlampen, die den Bergleuten unter Tage auch in schlechter Luft helfen sollten. 1795 verließ er den Ort, einige Jahre später brach er zu seiner Amerika-Reise auf.

Wenn du im Kurpark spazieren gehst, lohnt es sich, diesen Hintergrund zu kennen. Der Ort, der heute für Ruhe steht, war vor gut zweihundert Jahren eine Werkstatt der Aufklärung, in der ein Anfang Zwanzigjähriger eine Schule für Bergknappen gründete.

Lektüre für den Abend nach der Sauna

Für die Stunden zwischen Ruheraum und Nachtruhe passt ein Buch aus der Gegend. „Heitere Geschichten aus Bad Steben und Umgebung“ von Heinrich Mörtel erzählt Anekdoten aus dem Ort und seinem Umland, illustriert mit Linolschnitten von Karl Bedal. Die gebundene Ausgabe mit 179 Seiten erschien in der Oberfränkischen Verlagsanstalt und Druckerei. Kurze, abgeschlossene Geschichten sind für diese Stunden die richtige Form, weil nach dem dritten Saunagang selten jemand mehr als zehn Seiten schafft.

Und wer am Montag nach dem Frühstück noch Zeit hat, fährt ein paar Kilometer weiter ins Höllental, durch das die Selbitz nach Norden Richtung Saale fließt.

Fragen zu Wellness-Sonntag in Bad Steben: Kurzurlaub im Staatsbad im Frankenwald mit Sauna, Hallenbad und Kurpark

Wo liegt Bad Steben?

Bad Steben liegt im Landkreis Hof in Oberfranken, mitten im Naturpark Frankenwald und auf rund 578 Metern Höhe. Es ist das nördlichste Staatsbad in Bayern, nicht weit von der Grenze zu Thüringen.

Was gehört zu einem Wellness-Sonntag im relexa hotel Bad Steben?

Das Paket umfasst eine Übernachtung von Sonntag auf Montag im Doppelzimmer, ein Frühstücksbüfett und die Nutzung der hoteleigenen Bade- und Saunalandschaft mit mehr als 1.200 Quadratmetern. Dazu kommen Hallenbad, Finnische Sauna, Aroma-Dampfbad, Farblichtsauna, Ruhezonen, ein Saunahof, der Fitnessraum und ein Aktivprogramm im Haus.

Was ist das Besondere am Heilwasser von Bad Steben?

Der Ort hat drei Heilquellen. Die Tempelquelle führt radonhaltiges Wasser, die Wiesenquelle und die Max-Marien-Quelle sind kalzium- und hydrogencarbonathaltige Säuerlinge. Seit 1832 trägt Steben den Titel eines Bayerischen Staatsbads.

Was hat Alexander von Humboldt mit Bad Steben zu tun?

Humboldt lebte ab Juni 1792 als preußischer Bergbeamter in Steben, im heutigen Humboldt-Haus. 1793 gründete er dort eine freie Bergschule für junge Bergleute, 1795 verließ er den Ort wieder.

Welches Buch passt zu einem Aufenthalt in Bad Steben?

„Heitere Geschichten aus Bad Steben und Umgebung“ von Heinrich Mörtel, illustriert mit Linolschnitten von Karl Bedal. Die gebundene Ausgabe hat 179 Seiten und erschien in der Oberfränkischen Verlagsanstalt und Druckerei.