Mario Lochners Buch über Geld, Motivation und Erfolg mit 20
„Was ich mit 20 Jahren gerne über Geld, Motivation, Erfolg gewusst hätte“ von Mario Lochner
Mario Lochners Ratgeber für junge Erwachsene: die drei Teile Motivation, Erfolg und Geld, die Thesen zu Aktien und Börse und der Autor hinter Mission Money.
Eine Stunde am Tag, das Handy aus, lesen oder meditieren: Mario Lochner nennt das die „Fuck-you-Hour“ und empfiehlt sie jungen Leuten ebenso nachdrücklich wie einen zweiten Grundsatz, der sich auf einen Satz eindampfen lässt: „Kauf vom Nötigen nur das Beste, investiere den Rest.“ Beides steht für den Ton seines Buchs „Was ich mit 20 Jahren gerne über Geld, Motivation, Erfolg gewusst hätte“, das am 17. März 2020 im FinanzBuch Verlag erschien, als Taschenbuch mit 304 Seiten.
Das Erscheinungsdatum ist ein Zufall mit Pointe. Mitte März 2020 fielen die Börsen wegen der Corona-Pandemie so schnell wie seit Jahrzehnten nicht, und ein Buch, das ein Kapitel „Aktien sind nicht riskant“ nennt, kam genau in dieser Woche in die Läden.
Drei Teile: Motivation, Erfolg, Geld
Lochner gliedert das Buch streng. Der erste Teil handelt von Motivation im Privaten und im Beruf, der zweite liefert Werkzeuge für Erfolg, der dritte zeigt, wie man mit wenigen Stunden Aufwand pro Jahr ein finanzielles Fundament für die Rente legt.
Die Kapitelüberschriften sind auf Widerspruch gebürstet. Im Motivationsteil stehen „Talent ist ein Mythos“, „Du brauchst eine Mission“ und „Was würdest du tun, wenn du schon reich wärst?“, dazu eine Anleitung zur eigenen Heldenreise, ein Begriff, den der Mythenforscher Joseph Campbell bekannt gemacht hat. Der Erfolgsteil beginnt mit „Die Erfolgslüge oder warum Ergebnisse gar nichts bedeuten“ und rät „Sei nicht Wikipedia, sei ein Freak!“. Ein Kapitel erklärt, warum man reifen müsse wie ein guter Whisky, ein anderes, warum der Gedanke an den Tod erfolgreicher mache.
Manche Überschriften widersprechen einander. Früh heißt es „Jeder kann es schaffen – du musst es nur wollen“, später folgt „Game of Chance! Warum nicht alles aus einem Grund passiert“. Wer Ratgeber kennt, die alles auf den eigenen Willen schieben, wird diese zweite Hälfte der Wahrheit zu schätzen wissen.
Ein Absatz fällt aus dem Rahmen, weil er nichts mit Geld zu tun hat. Auf Seite 144 rät Lochner, sich regelmäßig in der Natur zu bewegen, spazieren, laufen, wandern, weil er selbst nur an der frischen Luft abschalten könne.
Der Geldteil: Ketchup-Flaschen, Model-Castings und Gordon Gekko
Im dritten Teil wird der Finanzjournalist sichtbar. Die Überschriften lesen sich wie kleine Rätsel: „Geld funktioniert wie eine Ketchup-Flasche“, „Die Börse torkelt wie ein Besoffener“, „Die Börse ist kein Schönheitswettbewerb, sondern ein Model-Casting“. Hinter dem letzten Bild steckt vermutlich eine Anspielung auf John Maynard Keynes, der die Börse 1936 mit einem Schönheitswettbewerb verglich, bei dem nicht die eigene Meinung zählt, sondern die Erwartung, was die anderen wählen. Das Bild vom torkelnden Betrunkenen erinnert an die Random-Walk-These, nach der sich Kurse kurzfristig kaum vorhersagen lassen.
Gordon Gekko, der Börsenhai aus Oliver Stones Film „Wall Street“ von 1987 mit seinem Satz „Gier ist gut“, bekommt ein eigenes Kapitel, in dem Lochner begründet, warum Gier keine Rendite bringt. Es folgen Kapitel über Gold, über den Umgang mit Verlusten, bei dem Sherlock Holmes Pate steht, und die Warnung „Vorsicht vor Experten!“, die von einem Mann, der hauptberuflich Experten interviewt, einen gewissen Charme hat. Den Schluss bilden zwei Ratschläge, die eher nach Lebensphilosophie klingen: negativ denken und sich Zeit dafür nehmen, und nach unten schauen, also dankbar sein.
Als Anlageberatung taugt ein Buch dieser Art nicht, und das beansprucht es auch nicht. Wenn du mit Anfang zwanzig zum ersten Mal über einen Sparplan nachdenkst, bekommst du aber eine brauchbare Denkschule mit.
Mario Lochner und Mission Money
Lochner ist Diplom-Betriebswirt (FH) und Journalist. Beim Erscheinen des Buchs arbeitete er als Redakteur beim Wirtschaftsmagazin „Focus-Money“ und war das Gesicht des YouTube-Kanals „Mission Money“, der damals mehr als 150.000 Abonnenten hatte. Dort interviewt er Gäste aus Finanzbranche und Politik, etwa den Investor Frank Thelen, bekannt aus der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“, oder den Fondsmanager Dirk Müller, den die Medien seit seiner Zeit als Makler an der Frankfurter Börse „Mister Dax“ nennen.
Aus dem Kanal übernimmt das Buch den direkten Ton. Lochner duzt seine Leser, spricht von Chips, auf die man aufpassen müsse, und empfiehlt, das Leben wie ein Spiel zu betrachten. Weitere Titel über Börse und Karriere stehen in der Kategorie Sachbücher.
Ein Kapitel im Erfolgsteil ist übrigens einem einzigen Wort gewidmet. Es heißt „Die Dilogie vom Nein“, und Lochner nennt dieses Nein darin das goldene Wort.
Fragen zu „Was ich mit 20 Jahren gerne über Geld, Motivation, Erfolg gewusst hätte“
Worum geht es in Mario Lochners Buch?
Um drei Themen, die Lochner als junger Mensch gern früher verstanden hätte: Motivation, Erfolg und Geld. Jedem ist ein eigener Teil gewidmet, der letzte erklärt, wie man mit wenigen Stunden Aufwand im Jahr ein finanzielles Fundament für die Rente aufbaut.
Wann ist „Was ich mit 20 Jahren gerne über Geld, Motivation, Erfolg gewusst hätte“ erschienen?
Am 17. März 2020 als Taschenbuch im FinanzBuch Verlag, einem Imprint der Münchner Verlagsgruppe, mit 304 Seiten. Eine E-Book-Ausgabe gibt es ebenfalls.
Wer ist Mario Lochner?
Ein Diplom-Betriebswirt (FH) und Finanzjournalist, der zum Erscheinen des Buchs Redakteur beim Wirtschaftsmagazin „Focus-Money“ war. Bekannt ist er vor allem als Gesicht des YouTube-Kanals „Mission Money“, für den er Gäste aus Finanzwelt und Politik interviewt.
Für wen ist das Buch geschrieben?
Für junge Erwachsene um die 20, die zum ersten Mal über Beruf, Geldanlage und eigene Ziele nachdenken. Der Text duzt die Leser durchgehend und arbeitet mit kurzen, zugespitzten Kapiteln.
Gibt Lochner konkrete Aktientipps im Buch?
Die Kapitel des Geldteils behandeln Grundsätze: das Risiko von Aktien, das Verhalten der Börse, Gold, den Umgang mit Verlusten und die Frage, warum Gier keine Rendite bringt. Einzelne Aktien stellt eher der YouTube-Kanal „Mission Money“ in Videos vor.