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Totenweg von Romy Fölck

Der erste Elbmarsch-Krimi mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn

Totenweg von Romy Fölck (Bastei Lübbe, 2018): Handlung, die Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, die Autorin und das Hörbuch mit Michael Mendl.

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Eintrag vom 28. Feb. 2018 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Eine junge Polizistin, ein Kommissar kurz vor der Pensionierung, und zwischen ihnen ein Mord, der achtzehn Jahre zurückliegt. So beginnt „Totenweg“, der erste Kriminalroman von Romy Fölck, erschienen am 23. Februar 2018 bei Bastei Lübbe, 412 Seiten. Der Untertitel „Elbmarsch-Krimi, Band 1“ kündigte von Anfang an eine Reihe an, und die kam: „Bluthaus“ folgte 2019, „Sterbekammer“ 2020.

Die Handlung

In einer Herbstnacht wird der Vater der Polizistin Frida Paulsen brutal niedergeschlagen. Er liegt im Koma. Frida fährt zurück in ihr Heimatdorf in der Elbmarsch, auf den Obsthof ihrer Eltern, zu denen sie kaum noch Kontakt hat. Dort begegnet sie Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn wieder.

Fast zwanzig Jahre sind seit ihrer letzten Begegnung vergangen. Damals wurde Marit, Fridas beste Freundin, im alten Viehstall am Totenweg erdrosselt. Frida fand die Leiche. Haverkorn konnte den Fall nie aufklären, für ihn ist es der Cold Case seines Berufslebens. Für Frida ist es mehr: Sie kennt den Mörder und hat achtzehn Jahre lang geschwiegen.

Die Rückkehr ins Dorf fällt ihr schwer. Herbststürme, Abgeschiedenheit, das Landleben zwischen Deichen, Marsch und Reetdachhäusern, und über allem die alte Schuld. Dann geschieht ein weiteres Verbrechen, und die Vergangenheit holt beide Ermittler ein.

Der Roman wechselt zwischen den Zeitebenen, und genau das haben die Kritiker gelobt: Hendrik Werner sprach in den Bremer Nachrichten vom 8. Februar 2018 von einer „souveränen Gratwanderung zwischen den Zeiten“ und applaudierte „für einen verheißungsvollen Serienauftakt“. Antje Deistler beschrieb im Deutschlandfunk am 23. Februar 2018 die Hintergrundgeschichten der beiden Ermittler, „die nur so nach und nach aufgeblättert werden“, und die Reibung, die daraus entsteht. WDR 2 nannte das Buch im Krimitipp vom 26. Februar 2018 einen Schmöker, „der einem tatsächlich den Nachtschlaf rauben kann“, und sah Fölck bald in der Liga von Nele Neuhaus. Karin Grossmann in der Sächsischen Zeitung: „Die beiden Ermittler haben das Zeug zu Serienhelden.“

Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn

Frida Paulsen ist jung, ehrgeizig und Studentin an der Polizeiakademie Hamburg. Sie stammt aus einer Bauernfamilie der Elbmarsch, wo ihre Eltern noch immer den Hof führen. Nach dem Mord an ihrer Freundin wurde sie auf ein Internat geschickt, seither ist das Verhältnis zu den Eltern schwierig. Frida packt mit an, hat aber eine verletzliche Seite. Sie hört Metal, ihr Pferd heißt „Hetfield“ nach dem Sänger von Metallica, und nebenbei läuft eine lose Affäre mit einem Kollegen.

Bjarne Haverkorn ist Kriminalhauptkommissar mit langer Dienstzeit, kurz vor der Pensionierung. Der ungelöste Mord an dem Mädchen im Viehstall ist seine größte Niederlage und lässt ihn bis heute nicht los. Privat sieht es nicht besser aus: Seine Frau leidet unter Depressionen, die Ehe ist seit Langem nicht mehr glücklich.

Die beiden trennen fast dreißig Jahre Altersunterschied und entsprechend verschiedene Denk- und Vorgehensweisen. Fölck hat ihre Beziehung so beschrieben: gegenseitiger Respekt, auch wenn sie nicht einer Meinung sind; anfangs fällt es ihnen schwer, sich zu vertrauen, aber sie teilen Werte und Ziele und mögen sich auch privat. Eine Nebenfigur, die Detektivin Johanna „Jo“ Arndt, hat in „Totenweg“ nur einen kleinen Auftritt. Die Autorin fand sie so widersprüchlich, dass sie ihr in den Folgebänden mehr Raum geben wollte.

Die Autorin und die Elbmarsch

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Geschichten schreiben wollte sie, seit sie schreiben konnte; ihren ersten Roman begann sie noch während des Studiums, als Ausgleich zum trockenen Stoff, und merkte dabei, dass sie lieber Schriftstellerin als Juristin werden würde. Erst einmal wählte sie trotzdem einen Beruf, der das Schreiben finanzierte. Mit Mitte dreißig kündigte sie Job und Wohnung und zog in den Norden.

Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg. Die Affinität zum Norden hat familiäre Wurzeln, ihr Vater verbrachte seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. Von der Terrasse blickt sie auf einen kleinen Teich und eine Pferdekoppel; der Nachbar Ottfried Plüschau erzählt ihr Geschichten über die Marsch.

Die Idee zu „Totenweg“ kam ihr beim Laufen. Sie passierte ein altes Backsteingebäude und fragte sich, was wäre, wenn hier vor vielen Jahren ein Mord geschehen und nie aufgeklärt worden wäre. Die Hauptfigur Frida, die als Kind im Viehstall die Leiche ihrer Freundin fand und den Täter kennt, entstand fast gleichzeitig. Den Ort Deichgraben gibt es nicht; die Stimmung ist der realen Elbmarsch im Herbst nachempfunden. Für die Recherche sprach Fölck mit Polizisten, Rechtsmedizinern, Ärzten und mit den Bauern in der Marsch. Auf die Frage, in welche ihrer Figuren sie einen Tag lang schlüpfen würde, antwortete sie: Frida, weil sie ihr vertraut ist und weil man mit einer Frau wie ihr Pferde stehlen, Nächte durchreden und Metallica richtig aufdrehen kann.

Im Frühjahr 2018 stellte sie das Buch auf einer Lesereise vor, unter anderem bei der LVZ Kriminacht im Rahmen von „Leipzig liest“ zur Buchmesse, beim Krimifestival München im Polizeipräsidium, in Hamburg im Speicherstadtmuseum und bei den Vogtländischen Krimitagen im Amtsgericht Auerbach, dort gemeinsam mit Angelique Mundt unter dem Motto „Morde vom Hamburger Hafen bis in die Elbmarsch“.

Das Hörbuch mit Michael Mendl

Lübbe Audio ließ „Totenweg“ von dem Schauspieler Michael Mendl einsprechen. Kerstin Kaiser, Programmleiterin des Hörbuchverlags, hatte Mendl bei einer Lesung auf der Bühne erlebt und wollte ihn seither für eines der Bücher gewinnen; „Totenweg“ passte zu seiner Stimme und faszinierte ihn selbst. Mendl beschrieb die Lektüre so: „Ich fange an zu lesen: da geht ein Zug ab! Ich fresse die Druckerschwärze in mich hinein, der Zug drängt mich von Seite zu Seite.“

Die Aufnahme war nach Kaisers Schilderung konzentrierte Arbeit, die den Figuren Raum zur Entwicklung ließ. Für einen Routinier wie Mendl sei das Einsprechen keine Herausforderung, aber es bleibe etwas Besonderes, zu erleben, wie ein Schauspieler einem Text nur mit der Stimme Gesichter gibt. Krimis mit Mendls Stimme gibt es nur wenige, was das Hörbuch für seine Anhänger zusätzlich interessant macht.

Wer das Buch fertig hat, kann übrigens nachkochen: Zum Erscheinen veröffentlichte der Verlag Fölcks Rezept für einen Apfelkuchen mit Gitter, passend zum Obsthof der Paulsens.

Weitere Krimis des Jahrzehnts stehen unter /jahrzehnte/2010er/, die Buchbesprechungen insgesamt unter /buecher/.

Fragen zu Totenweg

Worum geht es in Totenweg von Romy Fölck?

Die Polizistin Frida Paulsen kehrt auf den Obsthof ihrer Eltern in der Elbmarsch zurück, nachdem ihr Vater niedergeschlagen wurde und im Koma liegt. Dort trifft sie Kommissar Bjarne Haverkorn wieder, der seit achtzehn Jahren am ungelösten Mord an Fridas Freundin Marit trägt. Frida kennt den Täter, hat aber all die Jahre geschwiegen.

Ist Totenweg der erste Band einer Reihe?

Ja, Totenweg ist der Auftakt der Elbmarsch-Krimis um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Der Roman erschien am 23. Februar 2018 bei Bastei Lübbe und hat 412 Seiten. Die Reihe wurde mit Bluthaus (2019) und Sterbekammer (2020) fortgesetzt.

Gibt es den Ort Deichgraben aus Totenweg wirklich?

Nein. Romy Fölck hat den Ort erfunden, die Stimmung ist aber der echten Elbmarsch im Herbst nachempfunden. Die Idee zum Buch kam ihr beim Laufen an einem alten Backsteingebäude in der Marsch, das im Roman zum Viehstall am Totenweg wurde.

Wer liest das Hörbuch zu Totenweg?

Der Schauspieler Michael Mendl hat das Hörbuch für Lübbe Audio eingesprochen. Der Verlag hatte ihn bei einer Lesung erlebt und suchte danach einen Text, der zu seiner Stimme passt. Mendl beschrieb das Buch als eines, bei dem man die Umwelt vergisst.

Wer ist Romy Fölck?

Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren, studierte Jura und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig kündigte sie Job und Wohnung, zog in den Norden und lebt heute mit ihrem Mann in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen.