Zum Inhalt
VinTageBuch

The Rolling Stones Rock and Roll Circus

Limited Deluxe Edition mit Blu-ray, DVD und erweitertem Soundtrack

The Rolling Stones Rock and Roll Circus von 1968 mit The Who, Jethro Tull und The Dirty Mac: was die Limited Deluxe Edition von 2019 enthält.

Musik2010er2019
Eintrag vom 21. Nov. 2019 · aktualisiert 11. Sept. 2026
The Rolling Stones Rock and Roll Circus: Limited Deluxe Edition mit Blu-ray, DVD und erweitertem Soundtrack

Im Dezember 1968 verwandelten die Rolling Stones ein Fernsehstudio in Wembley in eine Manege und luden Gäste ein: Artisten, einen klassischen Pianisten, einen amerikanischen Bluesmusiker und einen Beatle ohne seine Band. The Rolling Stones Rock and Roll Circus sollte ein Fernsehspecial werden. Es verschwand für Jahrzehnte im Archiv.

Im Juli 2019 erschien bei Universal Music eine Limited Deluxe Edition, die das Material so vollständig zeigt wie nie zuvor.

Eine Manege in London

Die Stones waren Gastgeber und Hauptattraktion zugleich. Regie führte Michael Lindsay-Hogg, der kurz darauf auch die Beatles für „Let It Be“ filmte. Zwischen den Musiknummern traten Zirkusleute auf, und die Bands wurden angesagt wie Nummern im Programm eines Wanderzirkus. Wenige Tage zuvor war das Album „Beggars Banquet“ erschienen, aus dem die Stones an diesem Abend mehrere Songs spielten.

Die Aufzeichnung zog sich bis tief in die Nacht. Als die Stones selbst an der Reihe waren, spielten sie unter anderem „Jumpin’ Jack Flash“, „Sympathy for the Devil“ und „Salt of the Earth“. Es war der letzte öffentliche Auftritt von Brian Jones mit der Band, die er gegründet hatte; im Juli 1969, wenige Wochen nach seinem Ausscheiden aus der Band, war er tot.

Warum The Rolling Stones Rock and Roll Circus danach nicht gesendet wurde, ist oft erzählt worden. Die verbreitetste Version lautet, die Stones seien mit ihrem eigenen, übermüdeten Auftritt unzufrieden gewesen, zumal die Konkurrenz im selben Programm glänzte. Erst 1996 kamen Film und Album offiziell heraus, der Film auf Video, der Soundtrack auf CD.

The Who, Jethro Tull, Taj Mahal und Marianne Faithfull

Die Konkurrenz, das waren vor allem The Who. Ihre Version von „A Quick One, While He’s Away“ gilt vielen als der eigentliche Höhepunkt der Show, eine Mini-Rockoper in mehreren Teilen, gespielt mit einer Energie, die man den Aufnahmen bis heute ansieht. „Tommy“, die große Rockoper der Band, erschien erst im Mai 1969, und dieses Stück gilt als ihre Vorstufe. Wenn du nur einen Auftritt aus der Box anschauen willst, nimm diesen.

Jethro Tull, damals noch eine junge Band, spielten „A Song for Jeffrey“, und an der Gitarre stand für diesen Abend Tony Iommi, der wenig später mit Black Sabbath berühmt wurde. Marianne Faithfull, damals mit Mick Jagger liiert, sang „Something Better“, und der amerikanische Bluesmusiker Taj Mahal brachte einen Sound mit, der im Programm neben den britischen Bands auffällt. Im Soundtrack der neuen Edition sind von ihm drei Songs zu hören, die bis dahin nie gezeigt worden waren.

Den ungewöhnlichsten Gast stellte die klassische Musik. Der amerikanische Konzertpianist Julius Katchen, 1969 verstorben, spielte zwischen den Rockbands, und auch sein Material ist im erweiterten Soundtrack enthalten.

The Dirty Mac: Lennon, Clapton, Richards und Mitchell

Für einen Auftritt stellte sich eine Supergroup zusammen, die es nur an diesem Abend gab. John Lennon sang, Eric Clapton spielte Gitarre, Keith Richards wechselte an den Bass, und am Schlagzeug saß Mitch Mitchell von The Jimi Hendrix Experience. Den Namen The Dirty Mac verstehen viele als Anspielung auf Fleetwood Mac.

Sie spielten „Yer Blues“ vom gerade erschienenen „Weißen Album“ der Beatles, danach kam Yoko Ono dazu, und mit dem Geiger Ivry Gitlis entstand eine freie Improvisation, die unter dem Titel „Whole Lotta Yoko“ bekannt wurde. Für Lennon war es der erste Auftritt ohne die Beatles.

Die Edition von 2019 legt hier nach: Zuvor unveröffentlichte Aufnahmen der Dirty Mac umfassen eine Version des Beatles-Songs „Revolution“ und den passend betitelten „Warmup Jam“, ein Einspielen vor dem eigentlichen Auftritt, wie der Titel schon sagt.

Was die Limited Deluxe Edition enthält

Die Limited Deluxe Edition erschien am 5. Juli 2019 als Box-Set. Sie enthält die Originalaufnahmen der Show auf Blu-ray und DVD, den Soundtrack auf zwei CDs und ein gebundenes Booklet mit 44 Seiten. Darin abgedruckt ist David Daltons originaler Essay aus dem Magazin Rolling Stone von 1969, dazu Fotos, die Mike Randolph am Set der Fernsehshow aufgenommen hat.

Der Soundtrack wurde auf 28 Titel erweitert, remixt und remastert. Er erschien außerdem erstmals auf Vinyl, als Paket aus drei LPs, als Doppel-CD und digital. Weitere Alben und Konzertfilme stehen in der Rubrik Musik, die Zeit, in der die Show entstand, in der Übersicht zu den 1960er Jahren.

Tony Iommi übrigens gehörte Jethro Tull nur wenige Wochen an. Danach kehrte er zu seinen Bandkollegen in Birmingham zurück, mit denen er kurz darauf Black Sabbath gründete.

Fragen zu The Rolling Stones Rock and Roll Circus: Limited Deluxe Edition mit Blu-ray, DVD und erweitertem Soundtrack

Was ist The Rolling Stones Rock and Roll Circus?

Eine Fernsehshow, die die Rolling Stones im Dezember 1968 in London vor Live-Publikum aufzeichneten, als Gastgeber und Hauptattraktion zugleich. Neben Zirkusnummern traten The Who, Jethro Tull, Taj Mahal, Marianne Faithfull, Yoko Ono und die Supergroup The Dirty Mac auf.

Wer spielte bei The Dirty Mac?

John Lennon, Eric Clapton, Keith Richards am Bass und Mitch Mitchell, der Schlagzeuger von The Jimi Hendrix Experience. Die Band existierte nur für diesen Auftritt.

Was enthält die Limited Deluxe Edition von 2019?

Die Originalaufnahmen der Show auf Blu-ray und DVD, den Soundtrack auf zwei CDs und ein gebundenes Booklet mit 44 Seiten. Darin stehen David Daltons Essay aus dem Rolling Stone von 1969 und Fotos von Mike Randolph vom Set.

Welche neuen Aufnahmen enthält der erweiterte Soundtrack?

Der Soundtrack wuchs auf 28 Titel, darunter Material des Konzertpianisten Julius Katchen, drei zuvor nie gezeigte Songs von Taj Mahal und bislang unveröffentlichte Aufnahmen von The Dirty Mac, etwa eine Version des Beatles-Songs Revolution und der Warmup Jam.

Warum wurde der Rock and Roll Circus so lange nicht veröffentlicht?

Die Stones hielten die Aufnahmen fast drei Jahrzehnte zurück, erst 1996 erschienen Film und Album offiziell. Als Grund gilt oft, dass die Band mit ihrem eigenen Auftritt spät in der Nacht unzufrieden war, zumal The Who zuvor einen starken Auftritt hingelegt hatten.