Ricatech RR2100 Musikbox
Eine Jukebox im Design der 50er Jahre mit CD, Radio und USB
Die Ricatech RR2100 Musikbox greift das Design der Jukeboxen der 50er Jahre auf: Holzgehäuse, Chromleisten, LED-Lichtkranz, dazu CD, Radio, USB und SD-Karte.
Eine Jukebox im Wohnzimmer ist entweder ein Sammlerstück mit Wartungsvertrag oder ein Möbel, das so aussieht wie eines. Die Ricatech RR2100 Musikbox gehört in die zweite Kategorie, und sie versteckt das nicht. Ihr Gehäuse ist dem Design einer klassischen Jukebox aus den 50er Jahren nachempfunden, ihr Innenleben ist das eines aktuellen Musikcenters: CD-Laufwerk, Radio, USB und SD-Karte.
Der Hersteller Ricatech aus den Niederlanden hat sich auf solche Retro-Audiogeräte spezialisiert, von Plattenspielern im Kofferformat bis zu Standgeräten wie diesem.
Das Vorbild: Wurlitzer, Seeburg und der Diner-Mythos
Wenn du an eine Jukebox denkst, siehst du wahrscheinlich die Wurlitzer 1015 vor dir. Paul Fuller entwarf sie 1946, mit gewölbter Front, farbigen Leuchtröhren und den aufsteigenden Blasen in den Säulen, die ihr den Spitznamen „Bubbler“ einbrachten. Sie wurde in wenigen Jahren mehr als 50.000 Mal gebaut und prägte das Bild der Jukebox stärker als jedes andere Modell.
Technisch war die Wurlitzer 1015 schon Ende der 1940er Jahre überholt. Seeburg brachte einen Mechanismus auf den Markt, der 100 Titel wählen konnte und bald auf die neue 45er-Single umgestellt wurde; die 24 Schellackplatten der Wurlitzer wirkten dagegen alt. Die Musikautomaten der 50er Jahre, die in Diners, Milchbars und Tanzlokalen standen, waren also eher Seeburgs, Rock-Olas und die späteren, kantigeren Wurlitzer-Modelle. Das Bild vom gerundeten Lichtkranz hat sich trotzdem durchgesetzt, und an diesem Bild orientiert sich die RR2100.
Was die RR2100 tatsächlich kann
Der integrierte UKW/MW-Radioempfänger speichert bis zu 40 Sender. Im CD-Betrieb lassen sich bis zu 20 Titel als Playlist programmieren, also die Reihenfolge festlegen, in der die Box spielt – der Nachfahre des Münzeinwurfs mit Titelwahl. Dazu kommen USB-Sticks, SD-Karten und MP3-Player als Zuspieler, was für die meisten Nutzer heute der eigentliche Alltag sein dürfte.
An der Rückseite sitzen Lautsprecherkabel-Klemmen, über die sich weitere Boxen anschließen lassen. Ein Schalter am Gerät wählt zwischen dem internen und dem externen Lautsprechersystem als Klangquelle. Wer die Box in einen größeren Raum stellt oder eine bestehende Anlage hat, muss sich also nicht auf die eingebauten Lautsprecher verlassen.
Ein Detail, das im Prospekt klein steht und im Alltag groß ist: vier Bodenrollen. Ein Standgerät dieser Größe wird sonst nur einmal aufgestellt und nie wieder bewegt. Mit Rollen lässt sich die Musikbox verschieben, ein Kantenschutz verhindert dabei Beschädigungen am Gehäuse.
Holz, Chrom und ein Lichtkranz mit sieben Farben
Das Gehäuse besteht aus hellem, detailgetreu gestaltetem Holz, abgerundet durch geschwungene Chromdekorleisten. Die Beleuchtung übernimmt eine LED-Technik mit zwei Lichtvariationen: Der Lichtkranz wechselt vollautomatisch zwischen sieben Farben oder bleibt statisch bei einem Ton. Bei den historischen Vorbildern erledigten das rotierende Farbzylinder hinter Plastikröhren, die warm wurden und irgendwann ausblichen; LEDs bleiben kühl und halten länger. Der Effekt im abgedunkelten Raum ist ähnlich, die Romantik der Mechanik fehlt.
Ehrlicherweise ist das auch der Punkt, an dem sich Käufer entscheiden müssen. Eine originale Seeburg oder Wurlitzer aus den 50er Jahren wiegt weit über 100 Kilogramm, braucht Ersatzteile, die niemand mehr herstellt, und einen Techniker, der Plattenwechsler versteht. Sie spielt dafür Singles aus der Zeit, mit dem Klicken und Surren, das zu dieser Musik gehört. Die RR2100 spielt CDs und Dateien, klingt sauberer und verlangt nichts außer einer Steckdose.
Für welchen Raum sich die Musikbox eignet
Ricatech verspricht, die Box verwandle jeden Raum in ein „American Diner“. Das ist Werbung, aber sie beschreibt den Zweck korrekt: Die RR2100 ist ein Möbel, das eine Stimmung erzeugt, in einer Bar im Keller, in einem Partyraum, in einem Laden mit Retro-Einrichtung. Wer eine ernsthafte Stereoanlage sucht, wird sie nicht in einem Jukebox-Gehäuse kaufen. Wer ein Gerät sucht, das Gäste zum Stehenbleiben bringt und nebenbei die Playlist der Feier abspielt, ist näher an dem, wofür sie gebaut wurde.
Und wer nach dem Kauf wissen will, welche Platten in einer echten Musikbox von 1956 gesteckt hätten: Die Rubrik Musik und die Übersicht zu den 1950er Jahren geben dafür genügend Stoff.
Fragen zu Ricatech RR2100 Musikbox: eine Jukebox im Design der 50er Jahre mit CD, Radio und USB
Welche Tonquellen spielt die Ricatech RR2100 Musikbox ab?
CDs, UKW- und MW-Radio mit bis zu 40 Senderspeichern sowie Musik von USB-Sticks, SD-Karten und angeschlossenen MP3-Playern. Im CD-Betrieb lassen sich bis zu 20 Titel als Playlist programmieren.
Kann man an die Ricatech RR2100 externe Lautsprecher anschließen?
Ja, an der Rückseite sitzen Lautsprecherkabel-Klemmen für zusätzliche Boxen. Ein Schalter am Gerät wählt zwischen dem internen und dem externen Lautsprechersystem als Klangquelle.
Ist die Ricatech RR2100 eine echte Jukebox aus den 50er Jahren?
Nein, sie ist eine Nachempfindung. Das Gehäuse mit hellem Holz, Chromdekorleisten und Lichtkranz zitiert Modelle wie die Wurlitzer 1015 von 1946, die Technik dahinter ist modern: CD-Laufwerk, Radio, USB und LED-Beleuchtung statt Plattenwechsler und Leuchtröhren.
Wie funktioniert die Beleuchtung der RR2100?
Die LED-Beleuchtung hat zwei Lichtvariationen: Der Lichtkranz wechselt entweder automatisch zwischen sieben Farben oder bleibt statisch bei einem Farbton. Das erinnert an die Farbwalzen der historischen Bubbler-Jukeboxen.
Lässt sich die Musikbox leicht umstellen?
Vier Bodenrollen erlauben es, das Gerät ohne Anheben zu verschieben. Ein Kantenschutz soll dabei Beschädigungen am Holzgehäuse verhindern.