Queen Doku arte
Rock the World zeigt Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon im Jahr 1977
Queen Doku arte: Rock the World begleitet die Band 1977 bei den Aufnahmen zu News of the World und auf Tour, mit Filmmaterial, das Bob Harris damals drehte.
Vier Männer in einem Studio in London, Herbst 1977, und einer von ihnen stampft mit dem Fuß auf ein Holzbrett. So beginnt in „Queen: Rock the World“ die Geschichte von „We Will Rock You“. Die Queen Doku arte übernahm die BBC-Produktion von 2017 für das deutschsprachige Publikum, und sie ist die seltene Musikdokumentation, die nicht aus Archivschnipseln und Talking Heads besteht, sondern aus einem zusammenhängenden Stück Zeit.
Das Material stammt von Bob Harris. Der britische Radio- und Fernsehmoderator, bekannt durch die Sendung „The Old Grey Whistle Test“, begleitete Queen 1977 mit einer Kamera, und die Aufnahmen lagen vier Jahrzehnte lang unausgewertet.
Was die Queen Doku arte zeigt: 1977 zwischen Studio und Stadion
Queen hatte 1975 mit „A Night at the Opera“ und „Bohemian Rhapsody“ den Durchbruch geschafft und 1976 mit „A Day at the Races“ nachgelegt. 1977 war die Band an einem Punkt, an dem sie sich entscheiden musste, ob sie den Opernrock weitertreibt oder etwas anderes versucht. Der Punk war da, die Sex Pistols nahmen zeitweise im selben Studio auf, und Queen galt plötzlich als Establishment.
„News of the World“ war die Antwort: kürzere Stücke, direkter, weniger Overdubs. Brian May schrieb „We Will Rock You“ als Lied, das ein Publikum ohne Instrumente mitspielen kann. Freddie Mercury schrieb „We Are the Champions“ als Hymne, die von Anfang an für Stadien gedacht war. Die Doku zeigt beide im Entstehen, mit den Zweifeln, die dabei im Raum standen.
Danach ging es in die USA. Die Tour im November und Dezember 1977 führte unter anderem in den Madison Square Garden, und Harris’ Kamera war im Bus, in der Garderobe und am Bühnenrand dabei.
Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon ohne Nachbearbeitung
Was diese Queen Doku von den vielen anderen unterscheidet, ist die Abwesenheit von Rückschau im Bild. Mercury ist 31, May und Taylor sind 30, Deacon ist 26. Niemand weiß, dass „We Are the Champions“ in 40 Jahren bei jedem Sportereignis der Welt laufen wird, und das ist in den Gesichtern zu sehen.
May und Taylor kommentieren das Material in neuen Interviews. Sie tun das sparsam, und die Doku lässt die alten Aufnahmen lang genug laufen, dass man Mercury beim Reden zuhören kann, nicht nur beim Singen. Er ist witzig, schnell, gelegentlich unwirsch, und er raucht viel.
John Deacon, der sich 1997 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, kommt nur im alten Material vor. Für Queen-Fans ist das einer der Gründe, sich die Doku anzusehen: Es gibt nicht viel bewegtes Material, in dem der Bassist spricht.
Queen Rock the World und das Album News of the World
Das Album erschien im Oktober 1977. Das Cover, ein Roboter, der die Bandmitglieder in der Hand hält, stammt vom amerikanischen Science-Fiction-Illustrator Frank Kelly Freas und geht auf ein älteres Magazincover von ihm zurück. Neben den beiden Eröffnungsstücken enthält die Platte „Spread Your Wings“ von Deacon und „Sheer Heart Attack“ von Taylor, das schnellste Stück, das die Band bis dahin aufgenommen hatte.
Die Doku hält sich an das, was Harris gefilmt hat, und erzählt deshalb nicht das ganze Album. Wer eine Werkgeschichte erwartet, bekommt stattdessen einen Ausschnitt, und das ist die richtige Entscheidung: Ein Jahr aus der Nähe sagt mehr als eine Karriere aus der Distanz.
Ein Detail, das im Film nur kurz vorkommt und trotzdem hängen bleibt: Die Band nahm im Wessex Studio auf, während im Nebenraum die Sex Pistols an „Never Mind the Bollocks“ arbeiteten. Zwei Alben, die 1977 gegensätzlicher nicht sein konnten, entstanden Wand an Wand.
Warum sich die Queen Dokumentation auch für Nicht-Fans lohnt
Weil sie zeigt, wie eine Band arbeitet, bevor sie weiß, dass sie Geschichte schreibt. Die Diskussionen im Studio sind Diskussionen über Takte und Tempi, nicht über Vermächtnis. Wenn du „Bohemian Rhapsody“ als Kinofilm von 2018 gesehen hast, ist Rock the World das Gegenstück: kein Drehbuch, keine Verdichtung, keine nachgestellten Szenen. Dieselben Männer, sechs Jahre vor Live Aid, in einem Studio, in dem es kalt war.
Mehr Musik aus dieser Zeit findest du unter /jahrzehnte/1970er/, weitere Musikthemen unter /musik/.
Fragen zu Queen Doku arte: Rock the World zeigt Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon im Jahr 1977
Worum geht es in der Queen Doku Rock the World?
Um das Jahr 1977. Die Dokumentation zeigt Queen bei den Aufnahmen zum Album News of the World in London und auf der anschließenden Tournee durch die USA. Grundlage ist Filmmaterial, das der britische Musikjournalist Bob Harris damals mit der Band drehte und das vorher nicht veröffentlicht war.
Wann ist Queen Rock the World entstanden?
2017, zum 40. Jahrestag von News of the World. Produziert wurde die Dokumentation für die BBC; arte zeigte sie später im deutsch-französischen Fernsehen. Brian May und Roger Taylor kommentieren das alte Material in neuen Interviews.
Welche Lieder von Queen stehen in der Doku im Mittelpunkt?
We Will Rock You und We Are the Champions, die beiden Stücke, mit denen News of the World beginnt. Die Doku zeigt, wie das Stampfen und Klatschen von We Will Rock You im Studio entstand, und begleitet die Band beim ersten Spielen der Songs vor Publikum.
Wo kann man die Queen Dokumentation sehen?
Bei Wiederholungen auf arte und in der arte-Mediathek, wenn der Sender die Rechte erneut nutzt. Außerdem ist das Material in Teilen auf offiziellen Queen-Kanälen erschienen. Ein fester Sendeplatz existiert nicht.