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Eine Nacht in Berlin

Max Raabe und das Palast Orchester live im Admiralspalast, das Konzert, die Songs und die Aufzeichnung von 2015

Eine Nacht in Berlin: Max Raabe und das Palast Orchester im Admiralspalast. Was das Konzert und die Aufzeichnung von 2015 ausmacht, welche Songs zum Programm gehören und warum das Orchester seit 1986 besteht.

Musik2010er2015
Eintrag vom 9. Juli 2026

Eine Nacht in Berlin Raabe, das ist die Kurzformel, unter der die meisten nach diesem Konzert suchen. Gemeint ist die Aufzeichnung, die Max Raabe und das Palast Orchester im Admiralspalast an der Friedrichstraße gemacht haben und die 2015 als Konzertfilm auf DVD und Blu-ray sowie als Livealbum erschien. Wer das Orchester noch nie auf der Bühne gesehen hat, bekommt hier den besten Ersatz: zwölf Musiker im Frack, ein Sänger im Smoking, ein Programm aus Tonfilmschlagern, Tango und eigenen Stücken.

Und ein Publikum, das im Admiralspalast an genau dem Ort sitzt, an dem in den 1920er Jahren Revuen dieser Art zu Hause waren.

Max Raabe in Berlin: das Orchester und sein Haus

Das Palast Orchester gründete sich 1986 in Berlin. Studenten der Hochschule der Künste, darunter der Gesangsstudent Max Raabe aus Lünen, hatten auf Flohmärkten Notenhefte aus den 1920er und 1930er Jahren gefunden und begannen, die Arrangements originalgetreu nachzuspielen. Der erste Auftritt fand auf einem Ball der Hochschule statt. Was als Studentenprojekt begann, füllt heute die Carnegie Hall in New York genauso wie die Berliner Waldbühne.

Berlin ist für Raabe mehr als Wohnort. Die Schlager, die er singt, stammen aus den Berliner Tonfilmstudios und Revuetheatern der Zwischenkriegszeit, viele ihrer Komponisten und Texter, darunter Friedrich Hollaender und Werner Richard Heymann, mussten die Stadt nach 1933 verlassen. Wenn Max Raabe in Berlin auftritt, spielt das Orchester diese Musik dort, wo sie entstanden ist.

Der Admiralspalast liegt am Bahnhof Friedrichstraße. Er wurde 1910 als Vergnügungsstätte mit Eisbahn und Bad eröffnet, später zum Revuetheater umgebaut und 2006 nach langer Schließung wiedereröffnet. Für ein Konzert wie Eine Nacht in Berlin gibt es kaum einen passenderen Saal.

Das Programm: Eine Nacht in Berlin Songs

Die Songs von Eine Nacht in Berlin folgen dem Prinzip, das das Orchester seit Jahrzehnten verfolgt: Stücke aus den 1920er und 1930er Jahren in den Originalarrangements, dazwischen eigene Titel, die klingen, als stammten sie aus derselben Zeit. „Kein Schwein ruft mich an“, 1992 von Raabe geschrieben, ist der bekannteste davon und darf in keinem Programm fehlen. Von den Comedian Harmonists übernimmt das Orchester regelmäßig „Mein kleiner grüner Kaktus“, im Publikum wird dann leise mitgesungen.

Dazwischen liegen Tangos, Foxtrotts und die schnellen Nummern, bei denen die Bläser aufstehen und ihre Instrumente schwenken, ein Bühnentrick aus den Tanzpalästen der Zwischenkriegszeit. Raabes Ansagen sind kurz, trocken und immer eine halbe Sekunde später komisch, als man erwartet.

Du wirst merken, dass die Stimme hier nie forciert. Raabe singt Bariton mit dem leicht näselnden Ton der alten Schellackaufnahmen, ohne die Sänger von damals nachzuäffen.

Warum die Aufzeichnung von 2015 zählt

Konzertfilme des Palast Orchesters gab es vorher schon, unter anderem aus der Carnegie Hall und aus Tel Aviv. Eine Nacht in Berlin ist die Heimspielaufnahme. Die Kamera bleibt nah an den Musikern, man sieht die Notenständer mit den alten Arrangements, die Sopransaxofone, das Sousaphon, den Schlagzeuger mit dem Besen.

Die Aufnahme fällt zudem in eine Phase, in der das Orchester nach fast drei Jahrzehnten seinen Ton gefunden hatte: eingespielt, ohne routiniert zu wirken. Wer das Orchester später mit dem Programm „Der perfekte Moment… wird heut verpennt“ gesehen hat, erkennt in der Berliner Aufzeichnung den Ausgangspunkt dieser Entwicklung.

Wer die Musik der Zeit weiterverfolgen will, findet in den 1920er Jahren die Originale, von denen Raabe und das Palast Orchester leben, und unter Musik weitere Aufnahmen. Die alten Schellacks der Comedian Harmonists gehören dazu, und nach einem Abend mit Eine Nacht in Berlin klingen sie plötzlich sehr vertraut.

Fragen zu Eine Nacht in Berlin: Max Raabe und das Palast Orchester live im Admiralspalast, das Konzert, die Songs und die Aufzeichnung

Was ist „Eine Nacht in Berlin“ von Max Raabe?

Eine Konzertaufzeichnung von Max Raabe und dem Palast Orchester aus dem Berliner Admiralspalast, die 2015 als DVD, Blu-ray und CD erschien. Das Programm verbindet Schlager der 1920er und 1930er Jahre mit eigenen Titeln des Orchesters.

Welche Songs gehören zu „Eine Nacht in Berlin“?

Das Programm mischt eigene Stücke wie „Kein Schwein ruft mich an“ mit Klassikern der Zeit, darunter „Mein kleiner grüner Kaktus“ der Comedian Harmonists. Dazu kommen Titel aus dem Repertoire der Tonfilmschlager, die das Orchester seit den 1980er Jahren pflegt.

Seit wann gibt es Max Raabe und das Palast Orchester?

Das Palast Orchester gründete sich 1986 in Berlin aus Studenten der damaligen Hochschule der Künste. Max Raabe, geboren 1962 in Lünen, studierte dort Gesang und ist seit der Gründung Sänger und Gesicht des Orchesters.

Wo liegt der Admiralspalast in Berlin?

An der Friedrichstraße in Berlin-Mitte, direkt am Bahnhof Friedrichstraße. Das Haus wurde 1910 als Vergnügungspalast mit Eisbahn und Bädern eröffnet und nach längerer Schließung 2006 als Theater wiedereröffnet.