Klartext Ernährung von Petra Bracht und Claus Leitzmann
Wie Lebensmittel vorbeugen und heilen
„Klartext Ernährung“ von Petra Bracht und Claus Leitzmann: Inhalt, Autoren, Gluten, Laktose und Diäten sowie das Zusatzkapitel zu Infektionskrankheiten.

Über kaum ein Alltagsthema wird so leidenschaftlich gestritten wie über das Essen. Wer sich 2020 durch die Ratgeberregale arbeitete, fand Bücher, die sich gegenseitig widersprachen: ohne Kohlenhydrate, ohne Fett, ohne Gluten, nur morgens, nur abends. In diese Lage hinein erschien am 11. Mai 2020 „Klartext Ernährung. Die Antworten auf alle wichtigen Fragen – Wie Lebensmittel vorbeugen und heilen“, geschrieben von der Ärztin Petra Bracht und dem Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann.
Der Titel ist ein Versprechen, und ein großes. Die gebundene Ausgabe aus dem Mosaik Verlag umfasst 656 Seiten (ISBN 978-3442393596), daneben gibt es eine E-Book- und eine Hörbuchfassung.
Was „Klartext Ernährung“ beantworten will
Der Ansatz des Buchs lässt sich an den Fragen ablesen, die es sich selbst stellt. Welche Lebensmittel sind wirklich gesund? Welche Nährstoffe braucht der Mensch, und in welcher Menge? Welche Diäten und Trends schaden mehr, als sie helfen? Die Autoren wollen das mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und in einer verständlichen Sprache beantworten und dabei zeigen, wie eine gute Ernährung die Selbstheilung des Körpers unterstützen kann.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Vorbeugung. Bracht und Leitzmann erklären, wie sich Unverträglichkeiten und Krankheiten über die Ernährung beeinflussen lassen, und nennen dabei ausdrücklich Allergien, Osteoporose, Krebs und Demenz. Außerdem nehmen sie sich Produkttrends vor, die im Supermarkt als gesund beworben werden.
Das Wort „Klartext“ im Titel ist dabei ernst gemeint. Das Buch versteht sich als Gegenentwurf zu den schnellen Ernährungsmoden, die jedes Jahr ein neues Wundermittel ausrufen.
Eine Ärztin, ein Wissenschaftler und ein Vorwort aus der Charité
Petra Bracht ist Ärztin und Ernährungsmedizinerin. Einem breiten Publikum ist sie vor allem durch die Schmerztherapie bekannt, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Roland Liebscher-Bracht unter dem Namen Liebscher & Bracht entwickelt hat, und durch Bücher zu Themen wie Arthrose und Fasten. Ihr Leitbild beschreibt sie mit einer Vision von Menschen, die wissen, wie sie leben sollten, um gar nicht erst krank zu werden, und die in eigener Verantwortung ihren „inneren Arzt“ aktivieren können.
Claus Leitzmann bringt die wissenschaftliche Seite ein. Der Ernährungswissenschaftler lehrte an der Justus-Liebig-Universität Gießen und gehört zu den Pionieren der Forschung über vegetarische Ernährung im deutschsprachigen Raum. Zusammen mit Karl von Koerber und Thomas Männle arbeitete er das Konzept der Vollwert-Ernährung aus, das eine überwiegend pflanzliche, möglichst wenig verarbeitete Kost empfiehlt und dabei auch ökologische und soziale Folgen des Essens mitdenkt. Die Kombination aus Praxis und Forschung ist der eigentliche Reiz des Buchs: Beide bringen Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten mit, aus unterschiedlichen Richtungen.
Das Vorwort stammt von Andreas Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité in Berlin und selbst Autor erfolgreicher Bücher über Fasten und Ernährung.
Gluten, Laktose und die Frage nach der richtigen Diät
Eine der Fragen im Buch lautet, ob man Gluten und Laktose wirklich meiden sollte. Sie trifft einen Nerv, weil glutenfreie und laktosefreie Produkte längst nicht mehr nur von Menschen gekauft werden, die sie medizinisch brauchen. Bei einer Zöliakie ist der Verzicht auf Gluten unumgänglich, bei einer Laktoseintoleranz lindert weniger Milchzucker die Beschwerden. Die ist übrigens weltweit eher die Regel als die Ausnahme: Ein großer Teil der erwachsenen Menschheit verträgt Milchzucker nur eingeschränkt, in Nordeuropa ist der Anteil deutlich kleiner als etwa in Ostasien. Ob Gesunde von einem solchen Verzicht profitieren, ist dagegen eine andere Frage, und genau an dieser Stelle setzt ein Buch wie dieses an.
Du solltest beim Lesen im Hinterkopf behalten, dass auch ein fundierter Ratgeber keine Diagnose ersetzt. Wer an einer Unverträglichkeit, einer Allergie oder einer chronischen Krankheit leidet, bespricht eine Umstellung der Ernährung besser mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Dasselbe gilt für die Diätfrage. Die Autoren kündigen an, mit Diäten aufzuräumen, die mehr schaden, als sie nützen. Welche das im Einzelnen sind, lohnt sich im Buch selbst nachzulesen, denn eine Liste ohne Begründung wäre gerade das Gegenteil von Klartext.
Ernährung und Infektionskrankheiten
Das Erscheinungsdatum im Mai 2020 hat Spuren im Inhalt hinterlassen. Die Ausgabe enthält ein zusätzliches Kapitel über Ernährung und Infektionskrankheiten, das unter dem Eindruck der Corona-Pandemie hinzukam. Welche Rolle Nährstoffe wie Vitamin D für das Immunsystem spielen, wurde in jenen Wochen oft gefragt, und Petra Bracht hat sich in einem Video ebenfalls zum Thema Vitamin D geäußert.
Bemerkenswert ist dabei weniger die einzelne Empfehlung als der Zeitpunkt: Ein 656-Seiten-Werk, das sich vorgenommen hat, alle wichtigen Fragen zu beantworten, bekam eine Frage dazu, die bei seiner Planung noch kaum jemand gestellt hatte.
Fragen zu Klartext Ernährung
Wer hat „Klartext Ernährung“ geschrieben?
Das Buch stammt von der Ärztin Dr. med. Petra Bracht und dem Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann. Das Vorwort schrieb Prof. Dr. Andreas Michalsen, der an der Berliner Charité zu Naturheilkunde forscht.
Wann ist das Buch erschienen und wie umfangreich ist es?
„Klartext Ernährung“ erschien am 11. Mai 2020 im Mosaik Verlag. Die gebundene Ausgabe hat 656 Seiten und die ISBN 978-3442393596. Es gibt das Buch außerdem als E-Book und als Hörbuch.
Welche Fragen behandelt das Buch?
Die Autoren gehen der Frage nach, welche Lebensmittel wirklich gesund sind, welche Nährstoffe in welcher Menge nötig sind und welche Diäten und Trends mehr schaden als nützen. Außerdem geht es darum, ob man Gluten und Laktose meiden sollte und wie sich Allergien, Osteoporose, Krebs und Demenz über die Ernährung vorbeugen lässt.
Enthält „Klartext Ernährung“ etwas zu Corona?
Ja. Die Ausgabe von 2020 enthält ein zusätzliches Kapitel zu Ernährung und Infektionskrankheiten, das vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie entstand.
Ersetzt das Buch eine ärztliche Beratung?
Nein. Ein Ernährungsratgeber kann Wissen vermitteln und Anregungen geben, eine Diagnose oder Behandlung ersetzt er nicht. Wer an einer Unverträglichkeit oder chronischen Krankheit leidet, sollte Ernährungsumstellungen mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.