Gott geht unter die Haut
Glauben aus Leidenschaft von Rainer Fuchs und Stefan Linde
Gott geht unter die Haut von Rainer Fuchs und Stefan Linde (Herder, 2020): der tätowierte Diakon aus München-Giesing über Krisen, Johnny Cash, Gefängnisbesuche und Glauben.

Er liebt Johnny Cash, fährt Motorrad und ist über und über tätowiert. Rainer Fuchs fällt auf, und im Münchner Arbeiterviertel Giesing ist er eine lokale Berühmtheit, nicht nur wegen seines Aussehens, sondern wegen seines Auftretens. Fuchs ist evangelischer Diakon. Der Glaube ist seine Leidenschaft, und darüber hat er ein Buch geschrieben.
Das Buch
„Gott geht unter die Haut: Glauben aus Leidenschaft“ erschien am 16. März 2020 im Verlag Herder. Fuchs hat es zusammen mit Stefan Linde verfasst; die gebundene Ausgabe hat 224 Seiten und acht Farbseiten in der Buchmitte. Das Vorwort stammt von Joanne Cash, der Schwester von Johnny Cash, ein Umstand, den Fuchs als besondere Ehre bezeichnet.
Der Titel ist wörtlich gemeint. Hinter seinen Tätowierungen stecken Geschichten, hinter seinen Worten Erfahrungen, und hinter dem, was er tut, steht der Anspruch, Kirche wieder sichtbar zu machen: Öffnung statt Rückzug, Kontakt mit Kirchenfernen und mit den Menschen am Rand. Das Buch erzählt, wie es dazu kam, und es ist stellenweise sehr persönlich.
Die Krise und die Haut
Nach der Scheidung von seiner Frau geriet Fuchs in eine schwere Krise. Selbst in diesem Tief, schreibt er, habe er nie völlig das Gefühl verloren, ein geliebtes Kind zu sein, und die Gewissheit behalten, dass ihm seine Beziehung zu Gott niemand nehmen kann: „Diese Gottesbeziehung und die daraus erwachsende Geborgenheit haben mich über alle Zweifel hinweggetragen.“ Der gute Ausgang der Krise habe ihn noch mehr glauben lassen, dass da etwas ist, was ihn begleitet und nach ihm schaut.
Aus dieser Zeit stammen die Tätowierungen. Er ließ sich den Körper als Glaubensbekenntnis stechen, unleugbar und unauslöschlich, um aus dem Leid in die Stärke zurückzufinden. „Alles was mir lieb und heilig ist, hat den Weg unter meine Haut gefunden und bleibt dort lebenslänglich!“
Seine Folgerung daraus richtet sich an die Leser direkt: Stell dich deinen Umbrüchen, versuche sie aktiv zu gestalten. „Du selbst bist verantwortlich dafür, dass Leben gelingt.“ Wer sich an eine Vergangenheit klammere, die keine Zukunft hat, erstarre zur Salzsäule; man könne das Gesicht auch wieder in die Sonne drehen. Vorherbestimmung lehnt er ab, eine Marionette Gottes sei er nicht.
Der Diakon in Giesing
Fuchs ist Rummelsberger Bruder und als Gemeinwesendiakon in Giesing unterwegs, dort nennen sie ihn „Gottes Biker“. Er besucht Häftlinge im Gefängnis, hilft Alleinerziehenden, kümmert sich um Jugendliche an sozialen Brennpunkten und ist als Seelsorger für alle da, die kommen. Seine Gottesdienste füllen sich, auch mit jungen Leuten. In seiner Gemeinde, so beschreibt es der Verlag, finden Menschen das, wonach sich viele sehnen: Heimat.
Im Zentrum seines „Glaubens aus Leidenschaft“ stehen die sieben Werke der Barmherzigkeit. Er bezieht sich auf den Auftrag Jesu „Geht hin“ und auf die „mühselig Beladenen“, an deren Seite er stehen will. Das ist seine Berufung, sagt er, und dass er Krisen nicht aus Büchern kennt, sondern aus dem eigenen Leben, ist der Grund, warum ihm zugehört wird. Ob man das Kirchenmann-Klischee mag oder nicht: Fuchs entspricht ihm in keinem Punkt.
Zur Musik hat er ein klares Verhältnis. Er sei mit Leib und Seele Diakon, Rockabilly und Biker und liebe Johnny Cash „für seine klare Botschaft, seine kritischen, spirituellen, tiefsinnigen Texte und für den legendären Boom-Chicka-Boom Sound“. Als Reverend Ray Fox tritt er selbst auf. Mike Hühn von der Tribute-Formation „The Spirit of John R. Cash – and friends“ schickte ihm nach Erhalt des Buches den Song „Redemption“ als musikalischen Gruß.
Sein Wunsch an die Leser steht am Ende des Buches: Sie sollen sich angeregt, belebt und unterhalten fühlen und die frohe Botschaft weitertragen. Lesungen und Veranstaltungen mit ihm lassen sich über seine Website Bruder Fuchs anfragen.
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Fragen zu Gott geht unter die Haut
Wer ist Rainer Fuchs?
Rainer Fuchs ist evangelischer Diakon und Rummelsberger Bruder, als Gemeinwesendiakon im Münchner Arbeiterviertel Giesing tätig. Er ist Biker, Rockabilly-Fan, über und über tätowiert und tritt auch unter dem Namen Reverend Ray Fox auf. Er besucht Häftlinge, hilft Alleinerziehenden und arbeitet mit Jugendlichen an sozialen Brennpunkten.
Worum geht es in Gott geht unter die Haut?
Um den Glauben als Leidenschaft und um die Krise, aus der er bei Fuchs entstand. Nach der Scheidung von seiner Frau geriet er in ein schweres Tief, behielt aber die Gewissheit, ein geliebtes Kind zu sein. Aus dieser Erfahrung erzählt er, warum er sich tätowieren ließ und wie die sieben Werke der Barmherzigkeit zu seiner Berufung wurden.
Wer hat das Vorwort zu Gott geht unter die Haut geschrieben?
Joanne Cash, die Schwester von Johnny Cash, hat einen Brief für das Buch beigesteuert. Fuchs verehrt Johnny Cash für seine klare Botschaft, die spirituellen Texte und den Boom-Chicka-Boom-Sound; die Verbindung zur Familie Cash gilt ihm als besondere Ehre.
Wann ist das Buch erschienen und wer hat es geschrieben?
Gott geht unter die Haut: Glauben aus Leidenschaft erschien am 16. März 2020 im Verlag Herder, geschrieben von Rainer Fuchs zusammen mit Stefan Linde. Die gebundene Ausgabe hat 224 Seiten und acht Farbseiten in der Buchmitte, die auch die Tätowierungen zeigen.
Was bedeuten die Tätowierungen von Rainer Fuchs?
Er ließ sich nach seiner Lebenskrise tätowieren, als unleugbares und unauslöschliches Glaubensbekenntnis. Alles, was ihm lieb und heilig ist, habe den Weg unter seine Haut gefunden und bleibe dort lebenslänglich, schreibt er. Hinter jedem Motiv steht eine Geschichte aus seinem Leben.