Drink Around the USA: Washington Craft Brews
Das Bier-Tagebuch für 98 Craft-Biere aus dem Evergreen State
Washington Craft Brews aus der Reihe Drink Around the USA ist ein Verkostungslog mit Platz für 98 Biere: Aufbau der Seiten, Felder für ABV und IBU, und warum der Bundesstaat Washington für Craftbier zählt.
„Washington Craft Brews: Rate and Review your Favorite Evergreen State Brews“ ist kein Lesebuch, sondern ein Buch zum Ausfüllen. Der englischsprachige Band aus der Reihe „Drink Around the USA“ erschien am 28. Dezember 2020 als Independent-Veröffentlichung unter dem Verfassernamen Craft Beer From Here. Auf 100 Seiten im Format 8,5 mal 11 Zoll, also etwas größer als DIN A4, bietet er Platz für 98 Biere. Jede Seite ist ein Formular, und wer alle Felder füllt, hat am Ende ein persönliches Verkostungsarchiv des Bundesstaates Washington.
Das klingt nach Buchhaltung, ist aber der Kern jeder ernsthaften Bierverkostung: Was man nicht aufschreibt, verwechselt man nach dem dritten IPA ohnehin.
Der Aufbau einer Seite
Pro Bier stehen zunächst die Stammdaten an: Name des Biers, Name der Brauerei, Datum und Ort der Verkostung, Bierstil. Dann folgen die beiden Kennzahlen, die auf jedem Craftbier-Etikett in den USA stehen, ABV für den Alkoholgehalt in Volumenprozent und IBU für die Bitterkeit. Darunter reserviert das Buch Zeilen für die vier klassischen Sinnesstationen, Aussehen, Aroma, Geschmack und den Gesamteindruck, jeweils mit einer Bewertung.
Das Format ist bewusst großzügig. Ein Bier-Tagebuch im Taschenformat füllt sich schnell mit Abkürzungen, hier passen ganze Sätze auf die Seite. Der flexible Softcover-Einband liegt flach auf dem Tresen, was praktischer ist, als es klingt: Ein Hardcover mit fester Bindung klappt beim Schreiben zu, wenn niemand die Hand darauf hält.
Wer mit dem Buch reist, hat nach ein paar Wochenenden ein Dokument, das kein Bewertungsportal ersetzt. Untappd sagt dir, was Tausende Fremde dachten. Das Buch sagt dir, was du selbst an einem Regentag in Bellingham von einem bestimmten Porter hieltest.
Warum Washington
Der „Evergreen State“ im Nordwesten der USA ist für Craftbier so etwas wie das Burgund für Wein. Das hat zuerst mit der Landwirtschaft zu tun: Im Yakima Valley östlich der Kaskaden wächst der Großteil des amerikanischen Hopfens, rund drei Viertel der US-Ernte, darunter die Sorten Cascade, Citra und Simcoe, die den Geschmack des modernen IPA geprägt haben. Wer im September durch das Tal fährt, riecht die Ernte durch das geschlossene Autofenster.
Das zweite ist Seattle. Redhook wurde dort 1981 gegründet, in einer Zeit, in der amerikanisches Bier fast ausschließlich helles Industrielager bedeutete. Pike Brewing folgte 1989 am Pike Place Market, Elysian Brewing 1996 im Stadtteil Capitol Hill, Fremont Brewing 2009. Dazu kommen Szenen in Bellingham nahe der kanadischen Grenze, in Spokane im Osten und in Tacoma. Der Bundesstaat zählt heute mehrere hundert Brauereien, und die Dichte in Seattle gehört zu den höchsten des Landes.
Für ein Verkostungsbuch mit 98 Plätzen heißt das: Sie reichen nicht. Aber sie reichen für eine Woche Roadtrip mit Anspruch.
Wie man das Buch sinnvoll füllt
Ein paar Regeln, die erfahrene Verkoster einhalten, ohne dass sie im Buch stehen. Erstens: Reihenfolge nach Stärke, helle und leichte Biere zuerst, Imperial Stouts und Barley Wines zum Schluss, sonst schmeckt nach dem ersten 10-Prozent-Bier alles gleich. Zweitens: Das Feld „Aussehen“ ernst nehmen. Farbe, Trübung und Schaum verraten mehr über Stil und Frische, als man glaubt, und sie sind das Einzige, was sich auch nüchtern noch sauber beurteilen lässt.
Drittens: Den Ort eintragen, nicht nur die Brauerei. Ein Bier vom Fass im Taproom in Fremont und dasselbe Bier aus der Dose drei Wochen später in einem Hotelzimmer in Spokane sind zwei verschiedene Erfahrungen, und genau solche Vergleiche machen ein Tagebuch später lesenswert.
Und viertens: nicht jede Seite an einem Tag füllen wollen. 98 Biere sind ein Vorrat für Jahre, nicht für ein Wochenende.
Die Reihe
„Drink Around the USA“ ist als Serie angelegt: ein Band pro Bundesstaat, gleicher Seitenaufbau, wechselnder Bezug. Für Sammler ist das reizvoll, weil sich die Bücher nebeneinander ins Regal stellen lassen und jedes ein anderes Kapitel einer Reise erzählt. Für den Bundesstaat Washington ist der Band jedenfalls die passende Ausstattung, denn nirgends sonst in den USA liegen Hopfenfeld, Brauerei und Tresen so nah beieinander.
Wer statt Bier lieber Landschaft und Städte notiert, findet unter Bücher Reiseliteratur zu den USA, und die Craftbier-Bewegung selbst gehört als Kulturphänomen in die Beiträge zu den 2010er Jahren.
Fragen zu Drink Around the USA: Washington Craft Brews
Was ist Washington Craft Brews für ein Buch?
Ein Verkostungstagebuch im Format 8,5 mal 11 Zoll mit 100 Seiten und Platz für 98 Biere. Es erschien am 28. Dezember 2020 in der Reihe Drink Around the USA unter dem Verfassernamen Craft Beer From Here, ist englischsprachig und hat einen flexiblen Softcover-Einband.
Welche Angaben lassen sich pro Bier eintragen?
Name des Biers und der Brauerei, Datum und Ort der Verkostung, Bierstil, Alkoholgehalt in ABV und Bitterkeit in IBU. Darunter stehen Zeilen für Aussehen, Aroma, Geschmack und einen Gesamteindruck mit Bewertung.
Warum gerade Washington?
Der Bundesstaat im Nordwesten der USA ist die Heimat des amerikanischen Hopfenanbaus: Aus dem Yakima Valley stammt der Großteil der US-Ernte. Seattle gehört mit Redhook, Pike Brewing, Elysian und Fremont Brewing zu den frühen Zentren der Craftbier-Bewegung, dazu kommen Szenen in Bellingham, Spokane und Tacoma.
Was bedeuten ABV und IBU?
ABV steht für Alcohol by Volume, den Alkoholgehalt in Volumenprozent. IBU sind International Bitterness Units, ein Maß für die Bitterstoffe aus dem Hopfen. Ein leichtes Lager liegt oft um 10 bis 20 IBU, ein West Coast IPA bei 60 und mehr.
Gibt es die Reihe auch für andere Bundesstaaten?
Ja, Drink Around the USA ist als Serie angelegt, in der jeder Band einen Bundesstaat abdeckt. Die Struktur der Seiten ist überall gleich, nur Titel und Bezug wechseln.