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VinTageBuch

Die Wildpflanzen-Apotheke von Markus Strauß

Das Praxisbuch zu essbaren Wildpflanzen, die nähren und heilen

Die Wildpflanzen-Apotheke von Dr. Markus Strauß: 28 essbare Wildpflanzen von Brennnessel bis Malve, über 60 schnelle Heilrezepte, Tees, Tinkturen und Anleitungen zum Eigenanbau.

Lebensart2020er2020
Eintrag vom 21. Mai 2020 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Essbare Wildpflanzen wachsen auf Feld und Wiese, an Hecken, Bächen und Seeufern, und die meisten Menschen gehen daran vorbei, ohne sie zu erkennen. „Die Wildpflanzen-Apotheke: Essbare Pflanzen, die nähren und heilen“ von Dr. Markus Strauß, erschienen am 2. März 2020 bei Knaur MensSana (208 Seiten, broschiert, ISBN 978-3426658604), will das ändern. Es ist kein Bestimmungsbuch mit 400 Arten, sondern ein Praxisbuch mit 28 Pflanzen, die man wirklich braucht, und über 60 Rezepten, die in zehn Minuten fertig sind.

Das wilde Triumvirat: Brennnessel, Giersch, Löwenzahn

Strauß beginnt mit den drei Pflanzen, die in jedem Garten als Unkraut gelten und in jeder Wildkräuterküche als Grundnahrungsmittel: Brennnessel, Giersch, Löwenzahn. Die Brennnessel liefert Eisen und Vitamin C und wird als Tee, Suppe oder Spinatersatz verwendet; ihre Brennhaare verlieren beim Blanchieren oder Zerdrücken die Wirkung. Giersch, den Gärtner wegen seiner unterirdischen Ausläufer verfluchen, schmeckt nach Petersilie und Möhre und ist am dreikantigen Stiel zu erkennen. Löwenzahn bringt Bitterstoffe mit, die Verdauung und Galle anregen, und aus der gerösteten Wurzel wurde in Notzeiten Kaffeeersatz gebrannt.

Die weiteren 25 Pflanzen ordnet das Buch nach Fundort: „Aus dem Gebüsch“, „Vom Feld“, „Am Seeufer, Bach und Fluss“, „Von der Wiese“. Zu jeder Pflanze steht, wann und wo man sie am besten sammelt, wie man sie erkennt, wie sie wirkt und wie sie schmeckt. Das ist die Stärke des Buches: Es trennt Hintergrundwissen und Praxistipp nicht, sondern schreibt beides auf eine Seite.

Rezepte, Tees und Salben

Die Rezepte sind das, was den Titel rechtfertigt. Giersch-Bruschetta, Weißdorn-Herz-Kekse, Sanddorn-Smoothie, Wildkräuter-Löwenzahn-Pesto, Malven-Wohlfühltee: Jedes Rezept braucht wenige Zutaten und wenig Zeit, und jedes hat einen gesundheitlichen Zweck. Weißdorn wird traditionell bei Herzschwäche eingesetzt, Malve als Schleimdroge bei Reizhusten und Magenschleimhaut, Sanddorn wegen seines Vitamin-C-Gehalts.

Dazu kommen Anleitungen für Tees und Tinkturen sowie Körperpflege: eine Sanddorn-Salbe und eine Nachtkerzenöl-Salbe, die sich mit Öl und Bienenwachs auf dem Herd anrühren lassen. Wer noch nie eine Salbe gemacht hat, braucht dafür etwa eine halbe Stunde und ein sauberes Glas.

Was das Buch von anderen Wildpflanzenführern unterscheidet, sind die Methoden zum Gärtnern und Eigenanbau, die Strauß nach eigener Angabe erstmals entwickelt hat: Wildpflanzen im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank, damit die Apotheke vor der Haustür steht und nicht am anderen Ende der Stadt. Ein Stück Selbstversorgung, das ohne Acker auskommt.

Ein Hinweis, der im Buch steht und hier wiederholt gehört: Bärlauch wird jedes Frühjahr mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose verwechselt, beide giftig. Bärlauch riecht beim Zerreiben nach Knoblauch, Maiglöckchen nicht. Wenn du dir bei einer Pflanze nicht sicher bist, lass sie stehen; kein Pesto ist einen Krankenhausaufenthalt wert.

Wer Markus Strauß ist

Dr. rer. nat. Markus Strauß hat Geografie, Geologie und Biologie studiert, in Südamerika, Nepal und Indonesien zu agrarökologischen Themen geforscht und über den ökologischen Teeanbau im Himalaya promoviert. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich mit der Selbstversorgung durch essbare Wildpflanzen. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen bietet er eine zertifizierte Weiterbildung im Bereich essbare Wildpflanzen an, die es in dieser Form in Deutschland nur einmal gibt.

Durch Fachpublikationen ist er als Vortragender auf Kongressen und als Experte im Fernsehen gefragt, bei ZDF, RTL, SWR, WDR, NDR und BR. 2015 gründete er die Stiftung EssbareWildpflanzenParks, die deutschlandweit die ersten Parks mit essbaren Wildpflanzen eröffnet hat: öffentliche Flächen, auf denen jeder ernten darf, was dort wächst. Birgit Matz hat am Buch mitgewirkt.

Ein Buch für den Küchentisch, nicht fürs Regal

„Die Wildpflanzen-Apotheke“ macht altes Wissen über essbare Wildpflanzen wieder lebendig und holt es in einen Alltag, in dem die meisten ihr Gemüse im Supermarkt kaufen. Es ist bewusst so geschrieben, dass man mit dem Buch in der Hand rausgeht, drei Pflanzen findet und abends etwas daraus kocht. Weitere Titel zu Natur und Gesundheit stehen unter Sachbücher.

Das Motto, das Strauß dem Buch mitgibt, lautet: „Es lebe die Brennnessel“. Für eine Pflanze, die die meisten Menschen nur vom Hineinfassen kennen, ist das ein ziemlich großer Satz.

Fragen zu Die Wildpflanzen-Apotheke

Wie viele Pflanzen stellt Die Wildpflanzen-Apotheke vor?

28, gegliedert nach Fundort: aus dem Gebüsch, vom Feld, von der Wiese sowie am Seeufer, Bach und Fluss. Im Zentrum steht das „wilde Triumvirat“ Brennnessel, Giersch und Löwenzahn, das fast überall wächst und ganzjährig zu ernten ist.

Welche Rezepte enthält das Buch?

Über 60 Heilrezepte, die sich mit wenigen Zutaten in etwa zehn Minuten zubereiten lassen: Giersch-Bruschetta, Weißdorn-Herz-Kekse, Sanddorn-Smoothie, Wildkräuter-Löwenzahn-Pesto, Malven-Wohlfühltee. Dazu Anleitungen für Tees, Tinkturen und Körperpflege wie Sanddorn-Salbe und Nachtkerzenöl-Salbe.

Wer ist Dr. Markus Strauß?

Ein Geograf, Geologe und Biologe, der über ökologischen Teeanbau im Himalaya promovierte und heute als Wildpflanzenexperte, Autor und Hochschuldozent arbeitet. Mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen bietet er eine zertifizierte Weiterbildung zu essbaren Wildpflanzen an, 2015 gründete er die Stiftung EssbareWildpflanzenParks.

Kann man Wildpflanzen selbst anbauen?

Ja, und genau das ist die Besonderheit dieses Buches: Strauß beschreibt erstmals Methoden zum Gärtnern mit Wildpflanzen im Garten, auf dem Balkon und auf der Fensterbank. Giersch und Brennnessel lassen sich in Kübeln halten, Löwenzahn sät sich ohnehin von selbst aus.

Worauf muss man beim Sammeln von Bärlauch achten?

Auf die Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose, die beide giftig sind. Bärlauchblätter riechen beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch, wachsen einzeln am Stiel und haben eine matte Unterseite. Wer sich nicht sicher ist, lässt die Pflanze stehen.

Wann ist das Buch erschienen?

Am 2. März 2020 bei Knaur MensSana, broschiert, 208 Seiten, ISBN 978-3426658604, auch als E-Book.