Die Frauen vom Löwenhof: Solveigs Versprechen
Band 3 der Löwenhof-Saga von Corina Bomann
Corina Bomanns „Solveigs Versprechen“ (Ullstein, 2018) schließt die Löwenhof-Saga ab: Solveig kehrt nach einem Unglück auf das Gut in Südschweden zurück.

Das Gut Löwenhof liegt im Süden Schwedens und gehört seit Jahrhunderten der adligen Familie Lejongård. Bekommen hat sie es für ihre Treue im Dreißigjährigen Krieg, zusammen mit dem Titel und einer Bedingung, die über allem schwebt: Die Lejongårds müssen der Königsfamilie in jedem Skandal und jeder Schwierigkeit beistehen. Berühmt ist der Hof für seine Pferdezucht. Der Familienname sagt schon, worum es geht: Auf Schwedisch bedeutet „lejon“ Löwe und „gård“ Hof oder Gut. Gerettet wird er, wenn es darauf ankommt, immer wieder von seinen Frauen.
„Solveigs Versprechen“ ist der dritte und abschließende Band der Löwenhof-Saga von Corina Bomann. Er erschien am 27. Dezember 2018 als Ullstein Taschenbuch mit 688 Seiten, nur wenige Monate nach „Agnetas Erbe“ und „Mathildas Geheimnis“.
Drei Frauen, drei Epochen
Die Saga umfasst die Jahre von 1910 bis 1974. Jede Hauptfigur steht für eine Zeit und für eine andere Vorstellung davon, was eine Frau aus ihrem Leben machen darf. Agneta, deren Weg alle drei Bände begleitet, wendet sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Kunst zu, weil ein Studium für eine Frau damals noch ein Skandal ist. Für Mathilda ist es drei Jahrzehnte später schon selbstverständlich, eine Handelsschule zu besuchen und ein Hotel zu leiten.
Solveig schließlich gehört zur Generation der 1960er- und 1970er-Jahre, die alte Strukturen aufbrechen will und die Welt als Ganzes in den Blick nimmt. „Jede dieser Frauen steht für ihre Epoche und für die Veränderungen, die es im vergangenen Jahrhundert gegeben hat“, hat Bomann über ihre Figuren gesagt. Sie interessiert dabei auch die Frage, welchen Problemen sich eine Generation nicht mehr stellen muss und welche neuen Herausforderungen dafür auftauchen.
Wenn du die ersten beiden Bände kennst, triffst du Agneta hier als Großmutter wieder, und dieser Blick über drei Generationen ist ein Kern des Abschlussbandes.
Solveigs Geschichte
Zu Beginn glaubt Solveig, ihre Zukunft liege glänzend vor ihr. Sie ist eine junge Braut, dann nimmt ein Unfall ihr alles, worauf sie gebaut hat. Traurig zieht sie zurück auf den Löwenhof, zu ihrer Mutter und ihrer Großmutter.
Dort wird sie gebraucht. Die Zeit hat dem ehrwürdigen Gut zugesetzt, und Solveig hat viele Ideen, ohne zu wissen, welche davon die richtige ist. Zwei Männer öffnen ihr die Tür zu einer größeren Welt: ein Besucher aus Amerika und ein attraktiver Geschäftsmann aus Stockholm. Die Frage, die den Roman trägt, ist, ob Solveig die Trauer um ihr verlorenes Glück schon loslassen kann, um noch einmal von vorn anzufangen, für den Hof und für eine neue Liebe.
Das Grundmuster der Reihe bleibt erhalten: persönliche Krise, bedrohtes Erbe, eine Frau, die ihren eigenen Weg sucht. Mit 688 Seiten nimmt sich der Roman dafür viel Raum.
Schweden in den Jahren des dritten Bandes
Die Jahre, in denen „Solveigs Versprechen“ spielt, waren auch in Schweden Jahre des Aufbruchs. Am 3. September 1967 stellte das Land über Nacht vom Links- auf den Rechtsverkehr um, 1969 wurde Olof Palme Ministerpräsident, und 1974 führte Schweden als erstes Land eine bezahlte Elternzeit ein, die ausdrücklich auch Väter nehmen konnten.
Bomann selbst nennt die Veränderungen, die sie an dieser Zeitspanne faszinieren: das Wahlrecht, das um 1910 noch heiß umkämpft war und später selbstverständlich wurde, das Verschwinden der Korsetts, schließlich der Minirock und die Raumfahrt. Solveigs Geschichte spielt in dieser modernen Welt, auf einem Gut, das seine Regeln aus dem 17. Jahrhundert bezieht. Damals, im Dreißigjährigen Krieg, war Schweden unter König Gustav II. Adolf zur Großmacht aufgestiegen; der König war 1630 mit seinem Heer in Pommern gelandet und 1632 in der Schlacht bei Lützen gefallen.
Corina Bomann
Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und lebt heute in Potsdam. Sie begann mit Jugendbüchern und historischen Romanen, etwa „Die Spionin“ und „Das Krähenweib“. Der Durchbruch kam 2012 mit „Die Schmetterlingsinsel“ bei Ullstein, das sich mehr als 100.000 Mal verkaufte und wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Es folgten Romane wie „Der Mondscheingarten“, „Die Jasminschwestern“, „Die Sturmrose“ und „Das Mohnblütenjahr“, bevor sie mit der Löwenhof-Saga eine Familiengeschichte in Schweden begann. Viele ihrer Romane gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Elena Wilms. Weitere Romane findest du unter Bücher, Geschichten aus den Jahren des ersten Bandes unter 1910er.
1974, das Jahr, mit dem die Saga endet, gewann übrigens eine schwedische Band den Eurovision Song Contest in Brighton: ABBA mit „Waterloo“.
Fragen zu Die Frauen vom Löwenhof: Solveigs Versprechen
Worum geht es in „Die Frauen vom Löwenhof: Solveigs Versprechen“?
Nach einem Unfall zerbricht das Glück der jungen Braut Solveig. Sie kehrt zu ihrer Mutter und ihrer Großmutter auf den Löwenhof in Südschweden zurück, wo das alte Gut dringend neue Ideen braucht. Ein Besucher aus Amerika und ein Geschäftsmann aus Stockholm öffnen ihr neue Wege, beruflich wie privat.
In welcher Reihenfolge sollte man die Löwenhof-Saga lesen?
Die Reihe beginnt mit „Agnetas Erbe“, es folgen „Mathildas Geheimnis“ und als dritter Band „Solveigs Versprechen“. Alle drei erschienen 2018 bei Ullstein. Da Agneta in allen drei Bänden eine Rolle spielt, erschließt sich die Entwicklung der Familie Lejongård am besten in dieser Reihenfolge.
In welcher Zeit spielt die Löwenhof-Saga?
Die Saga erzählt die Jahre von 1910 bis 1974. Agneta steht für die Zeit um den Ersten Weltkrieg, Mathilda für die Jahrzehnte danach und Solveig für die 1960er- und 1970er-Jahre.
Wie umfangreich ist der dritte Band?
„Solveigs Versprechen“ erschien am 27. Dezember 2018 als Ullstein Taschenbuch mit 688 Seiten. Es gibt außerdem eine E-Book-Ausgabe.
Wer ist Corina Bomann?
Corina Bomann wuchs in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern auf und lebt in Potsdam. Sie schrieb zunächst Jugendbücher und historische Romane, der Durchbruch gelang ihr 2012 mit „Die Schmetterlingsinsel“, das mehr als 100.000 Mal verkauft wurde und wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand.