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Clärchens Ballhaus Film

Wie Berlin in Clärchens Ballhaus tanzt, die Geschichte des Hauses seit 1913 und der Spiegelsaal in der Auguststraße

Clärchens Ballhaus Film und Geschichte: Wie das Ballhaus Berlin in der Auguststraße seit 1913 tanzt, warum der Spiegelsaal so berühmt ist und in welchen Filmen Clärchens zu sehen war.

Lebensart1910er1913
Eintrag vom 27. Juli 2026

Wer nach einem Clärchens Ballhaus Film sucht, findet zwei Dinge: Reportagen über einen der letzten Tanzsäle Berlins, in dem seit 1913 getanzt wird, und Spielfilme, die den Spiegelsaal im ersten Stock als Kulisse nutzen. Beides erklärt, warum ein Haus in der Auguststraße in Berlin-Mitte mehr Besucher anzieht als manches Museum. Berlin tanzt in Clärchens Ballhaus, und das seit über hundert Jahren.

Ballhaus Berlin seit 1913: die Geschichte

Fritz Bühler und seine Frau Clara eröffneten das Ballhaus 1913 in der Auguststraße 24, damals Scheunenviertel, eine Gegend mit Hinterhöfen, kleinen Handwerksbetrieben und vielen jüdischen Einwanderern aus Osteuropa. Der Betrieb lief vom ersten Tag. Als Fritz Bühler im Ersten Weltkrieg fiel, führte Clara das Haus allein weiter, und die Gäste nannten es nach ihr: Clärchens.

Das Ballhaus überstand die Weimarer Jahre, den Nationalsozialismus, die Zerstörung des Vorderhauses im Krieg und vier Jahrzehnte DDR. In Ost-Berlin blieb es ein Tanzlokal für Leute, denen die Jugendklubs zu jung waren. Nach der Wende wurde es zum Geheimtipp, dann zur Touristenadresse. 2005 übernahmen David Regehr und Christian Schulz das Haus und öffneten den Spiegelsaal wieder für Veranstaltungen. 2019 wurde das Ballhaus erneut verkauft, dieses Mal an den Unternehmer Yoram Roth, der es nach einer längeren Renovierung wieder öffnete.

Zwischen dem ersten und dem letzten Betreiber liegen 106 Jahre. Der Name ist der gleiche geblieben.

Der Spiegelsaal: Warum das Ballhaus im Film so oft zu sehen ist

Im Erdgeschoss ist Clärchens Ballhaus ein Tanzlokal mit Parkett, Bühne und Tischen, an denen gegessen wird. Im ersten Stock liegt der Spiegelsaal, und der sieht aus, als hätte man ihn 1945 abgeschlossen und erst 2005 wieder betreten. Die Spiegel sind blind und gesprungen, der Stuck bröckelt, die Kronleuchter hängen schief. Nichts davon ist Kulisse.

Deshalb drehen hier Regisseure. Quentin Tarantino nutzte den Saal 2009 für eine Szene in „Inglourious Basterds“, seither gilt der Spiegelsaal als Berlins bekanntester Drehort für alles, was nach Vorkriegszeit aussehen soll. Fernsehreportagen haben den Tanzbetrieb begleitet und die Stammgäste porträtiert, Paare, die seit Jahrzehnten jeden Mittwoch kommen.

Du kannst den Saal ohne Drehgenehmigung sehen. Konzerte und Lesungen finden dort statt, und manchmal steht die Tür einfach offen.

Berlin tanzt in Clärchens Ballhaus: die Tanzabende

Das eigentliche Leben des Hauses spielt sich unten ab. An festen Wochentagen gibt es Tanzabende mit Standardtänzen, Swing und Tango, dazu Tanzkurse vor dem Abendbetrieb. Das Publikum reicht von Rentnern aus der Nachbarschaft, die schon zu DDR-Zeiten kamen, über Touristen, die es aus dem Reiseführer kennen, bis zu Studenten, die den Foxtrott hier gelernt haben. Man tanzt mit Fremden, das ist im Ballhaus so üblich.

Im Sommer wird der Garten vor dem Haus zum Biergarten, und wer von der Auguststraße kommt, hört die Musik, bevor er das Haus sieht. Das Vorderhaus, das im Krieg zerstört wurde, ist nie wieder aufgebaut worden, deshalb steht das Ballhaus heute mit einer Lücke zur Straße.

Klärchens oder Clärchens: der Name

Man findet die Schreibweise Klärchens Ballhaus in vielen Erinnerungen und Zeitungsartikeln, das Haus selbst schreibt sich mit C, nach Clara Bühler. Für die Suche im Netz ist beides gebräuchlich.

Wer mehr über das Berlin der Gründerzeit und der 1920er Jahre lesen will, findet in den 1910er Jahren und den 1920er Jahren weitere Einträge, unter anderem zu den Revuen und Tanzpalästen, von denen Clärchens Ballhaus das letzte im Betrieb ist. Ein Tanzabend in der Auguststraße ist die kürzeste Verbindung zu dieser Zeit, die Berlin noch zu bieten hat.

Fragen zu Clärchens Ballhaus Film: Wie Berlin in Clärchens Ballhaus tanzt, die Geschichte des Hauses seit 1913 und der Spiegelsaal in der Auguststraße

Gibt es einen Clärchens Ballhaus Film?

Das Haus ist mehrfach im Kino zu sehen, am bekanntesten in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ von 2009, der dort eine Szene drehte. Dazu kommen Fernsehreportagen, die den Tanzbetrieb im Ballhaus und seine Stammgäste begleiten.

Seit wann gibt es Clärchens Ballhaus in Berlin?

Seit 1913. Fritz Bühler und seine Frau Clara eröffneten das Ballhaus in der Auguststraße 24 in Berlin-Mitte. Nach dem Tod von Fritz Bühler im Ersten Weltkrieg führte Clara das Haus weiter, ihr Vorname gab ihm den Namen.

Kann man in Clärchens Ballhaus heute noch tanzen?

Ja. Nach dem Betreiberwechsel 2005 und einer weiteren Übernahme mit anschließender Renovierung ab 2019 gibt es wieder Tanzabende mit Standard, Swing und Tango sowie Konzerte. Im Erdgeschoss wird gegessen, im Sommer auch im Garten vor dem Haus.

Was ist das Besondere am Spiegelsaal?

Der Saal im ersten Stock hat seit dem Zweiten Weltkrieg kaum eine Renovierung gesehen: gesprungene Spiegel, bröckelnder Stuck, alte Kronleuchter. Genau dieser Zustand macht ihn zu einem der meistfotografierten Räume Berlins und zu einem begehrten Drehort.