Zum Inhalt
VinTageBuch

Popmusik: Afroamerikanische Musik & Banana Boat Song – Harry Belafonte

Musik2020er2020
Eintrag vom 18. Feb. 2021
Popmusik: Afroamerikanische Musik & Banana Boat Song – Harry Belafonte

Von den Zentren wie New Orleans(Jazz Fest: The New Orleans Jazz & Heritage Festival – Auswahl), das sich schon im 19. Jahrhundert aufgrund vergleichsweise größerer Freiheiten für Afroamerikaner zu einem musikalischen Zentrum entwickelt hatte, und Chicago (Chicago Jazz) aus gewannen die schwarzen Musiker so einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der populären Musik in den USA.

Zu erkennen ist dies z. B. an den zunehmenden Imitationen von „schwarzen“ Kompositionen durch weiße Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Schließlich entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts der erste von Schwarzen geprägte Musikstil, der quasi zum nationalen „Trend“ wurde: der Ragtime.

Die entstehende Jazz-Musik gilt als erste eigenständige US-amerikanische Form der populären Musik.

Afroamerikanische Musik

Afroamerikanische Musik ist also eine Sammelbezeichnung für diejenigen Musikkulturen Süd-, Nord- und Mittelamerikas einschließlich der Karibik, die stark von der traditionellen afrikanischen Musik beeinflusst worden sind. Die Geschichte dieser Musikkulturen ist eng mit der Geschichte der Sklaverei und dem atlantischen Dreieckshandel seit dem 16. Jahrhundert verknüpft.

Die für die Arbeit auf den Baumwollfeldern von Afrika nach Amerika verschleppten Sklaven vermischten ihre Musiktraditionen mit Polka, Walzer und anderen europäischen Musikstilen. Aus den Sprechgesängen auf den Baumwollfeldern (Call & Response) entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Blues, der zunächst nur in den Südstaaten beheimatet war.

Mit der Abwanderung vieler Afroamerikaner aus dem ländlichen Süden in den industrialisierten Norden (Chicago, Detroit …) und der sich hier entwickelnden elektrischen Verstärkung der Musik, entstand die Stilrichtung des Chicago-Blues.

Aus diesem entwickelte sich in den 40er Jahren der Rhythm´n´Blues, der vornehmlich von weißen Musikern adaptiert zum Rock´n´Roll wurde. Die Weiterentwicklung dieser Musik führte zur Rockmusik, zum Hard Rock, Punk, Grunge, Metal usw.

Worksongs

Worksongs (deutsch: Arbeitslieder) sind Lieder der Afroamerikaner, die seit dem 17. Jahrhundert aus Westafrika als Sklaven in die Südstaaten der späteren USA deportiert wurden. Sie wurden vor allem auf den Baumwoll-Feldern bei der Arbeit gesungen, ursprünglich als improvisierte Wechselgesänge zwischen Vorsänger und Gruppe ohne Instrumentalbegleitung. Zusammen mit Spirituals und Gospels und anderen Stilen der afroamerikanischen Musik bilden sie eine wesentliche Wurzel des Blues und des Jazz.

Worksong Sänger und ihr Repertoire

Originaltexte von Worksongs vor 1880 sind kaum überliefert. Die meisten heute noch bekannten Melodien gehen auf die Worksong-Renaissance der 1950er und 1960er Jahre zurück und wurden dort bereits verändert.

Typische Vertreter des Liedguts von vor allem farbigen Häftlingen waren etwa der Leadsänger Huddle Ledbetter, genannt Leadbelly (1885–1949) und sein Gitarrenbegleiter Blind Lemon Jefferson (1893–1929).

Ihre Songs wurden in den 1950er Jahren von den weißen Folkloristen John Lomax und Alan Lomax (Vater und Sohn) gesammelt und veröffentlicht. Einige typische dieser Songs sind:

Stewball geht auf eine englische Ballade des 18. Jahrhunderts zurück.

The Gray Goose ist ursprünglich ein altes Sklavenlied vor 1865.

Take This Hammer, dessen Melodie fast identisch ist mit einem Spiritual, wurde in den 1960ern ein Protestlied und auch in der Volksmusik bekannt.

I’m on My Way to Canaan’s Land ist ein Spiritual.

Irene, Good Night ist ähnlich wie Good Night, Ladies ein englisches Volkslied.

Cotton Fields ist ein weiteres altes Sklavenlied.

Cotton needs a picking stammt aus den USA, wo es auf Baumwollfeldern vorwiegend von Sklaven gesungen wurde.

The Midnight Special war wohl ein Song, der bei geheimen Bush meetings gesungen wurde.

The Rock Island Line wurde beim Fels-Abtragen gesungen.

Go Down Old Hannah ähnelt dem Spiritual Go down Moses.

I’m Working My Way Back Home ist bereits die individualisierte Bluesversion eines Worksongs, überragend interpretiert z. B. von Robert Johnson in den 1930er Jahren.

Ein bekanntes Beispiel für einen zum Schlager gewordenen Worksong ist Harry Belafonte s Banana Boat Song.

Banana Boat Song

Der Banana Boat Song („Bananenboot-Lied“) ist ein altes jamaikanisches Volkslied, dessen bekannteste Version von dem Calypso-Sänger Harry Belafonte gesungen wurde.

Der im Liedtext vorkommende Begriff des Tallymanns (Come Mister Tally Man, tally me banana) meint den Ladungskontrolleur, welcher die Anzahl der “Hände” an einem “Bananenbüschel” (Fruchtstand) zählte, da die Arbeiter nach der abgelieferten Menge an Bananen bezahlt wurden: Six hand, seven hand, eight hand, bunch! Ein “Bunch” war dabei ein “Büschel” mit mehr als acht “Händen”.

Banana Boat Song

Banana Boat Song ( day-o )

Harry Belafonte

Aus dem Album Day – O ! Banana Boat Song

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 31. Dezember 1956

Erscheinungstermin: 3. Juni 2008

Label: River Records

Copyright: ℗© 2008 River Records Limited

Dauer: 3:08 Minuten

Der Folksong wurde erstmals popularisiert durch Edric Connor & His Caribbeans, eine Gruppe aus Trinidad, die 1952 für ihr Album Songs from Jamaica das Stück unter dem Titel Day dah Light (Bananen-Auflader-Song) in England erstmals aufnahm.

Songs From Jamaica

Songs From Jamaica

Edric Connor & The Caribbeans

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 20. Juni 2008

Erscheinungstermin: 17. Juni 2008

Label: Past Classics

Copyright: 2008 Past Classics

Gesamtlänge: 37:15

1954 folgte eine Version von Louise Bennett, die aus Jamaika stammte:

The Story of Jamaican Mento

The Story of Jamaican Mento, 1951-1958

Audio CD (21. Februar 2011)

Erscheinungsdatum: 19. April 2010

Anzahl Disks/Tonträger: 2

Format: Doppel-CD

Label: Fremeaux (Galileo Music Communication)

Künstler: Louise Bennett, Hubert Porter, Ben Bowers, Lord Flea, Laurel Aitken, Count Lasher’s Seven, Harold Richardson, Lord Messam, Boysie Grant

Banana Boat Song

Harry Belafonte

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 27. Oktober 2012

Erscheinungstermin: 1. November 2012

Label: Wnts

Copyright: ℗© Wnts

Gesamtlänge: 3:04

Erste Hitparadennotiz konnten die The Tarriers erreichen, nachdem der Song textlich leicht durch den Folksänger Bob Gibson verändert als Banana Boat Song im November 1956 erschien und nachfolgend in der Pop-Hitparade bis auf Platz 4 vordringen konnte.

Live at Cornell

Live at Cornell 1957

Bob Gibson

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 24. August 2018

Erscheinungstermin: 1. August 2019

Anzahl der Disks: 2

Label: Folk Era

Copyright: Folk Era Records

Gesamtlänge: 1:57:48

Die bis heute bekannteste Aufnahme war als erster Song auf Harry Belafontes Album Calypso, das für 31 Wochen an Nr. 1 der LP-Charts notierte (nicht ununterbrochen) und bereits im Mai 1956, also lange vor der Single der The Tarriers, erschienen war. Produzent des Albums war Herman Diaz Jr. Aber Day O war lediglich als Albumfüller vorgesehen und spontan aufgenommen worden.

Calypso

Harry Belafonte

Vinyl (17. November 2017)

Anzahl Disks/Tonträger: 1

Label: Waxtime (in-Akustik)

The Tarriers Banana Boat

The Tarriers

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 30. November 2000

Erscheinungstermin: 14. Dezember 2007

Label: Folk Era

Copyright: (C) 2001 Folk Era

Gesamtlänge: 1:04:24

Calypso war die erste LP, die mehr als eine Million Mal verkauft wurde. Um am beginnenden Erfolg der The Tarriers teilzuhaben, entschloss sich Belafontes Label RCA zur Auskopplung des Bananen-Songs als Single noch im Dezember 1956. Sie avancierte zum dritten Single-Millionenseller für Harry Belafonte.

Der Text zu Belafontes Day-O (Banana Boat Song) stammte von Irving Burgie (Burgess) und William Attaway. Im Februar 1957 brachte Shirley Bassey mit Bob Gibson s Version einen Nummer-eins-Hit in Großbritannien heraus, während gleichzeitig der US-Künstler Steve Lawrence (The Banana Boat Song) einen Erfolg mit seiner Version dieses Liedes hatte.

Der Banana Boat-Song erhielt einen BMI-Award und wurde dem BMI zufolge 37-mal gecovert. Als unmittelbares Cover gelangte die Version von Leo Leandros im September 1957 bis zum elften Platz der deutschen Charts unter dem Titel Komm Mister Talliman. Wie viele andere POP uläre Songs wurde auch das Bananenboot-Lied oft adaptiert.

Im August 2004 erschien von Rick Maniac & Dr. Loop eine Hands Up Trance-Version davon.

Rick Maniac Banana Boat

Banana Boat Song (Day-O)

Rick Maniac & Dr. Loop

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 20. September 2019

Erscheinungstermin: 20. September 2019

Label: Novum Records

Copyright: ℗© Novum Records

Gesamtlänge: 24:49

Der Refrain des Banana Boat-Song wurde 2011 von Jason Derulo für seinen Hit Don’t Wanna Go Home benutzt.

Dont Wanna Go Home Explicit

Don’t Wanna Go Home [Explicit]

Jason Derulo

Aus dem Album Future History (Deluxe Version)

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 9. Mai 2011

Erscheinungstermin: 16. September 2011

Label: Beluga Heights/Warner Records

Copyright: ℗© 2011 Warner Records Inc.

Dauer: 3:26 Minuten

6 Foot 7 Foot and Gunz

6 Foot 7 Foot [Explicit] (Explicit Version)

[feat. Cory Gunz]

Lil Wayne

Aus dem Album Tha Carter IV [Explicit] [Deluxe Edition]

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 28. August 2011

Erscheinungstermin: 29. August 2011

Label: Universal Records

Copyright: ℗© 2011 Cash Money Records Inc.

Dauer: 4:08 Minuten

6 Foot 7 Foot

6 Foot 7 Foot [Explicit] (Explicit Version)

[feat. Cory Gunz]

Lil Wayne

Aus dem Album Tha Carter IV [Explicit]

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 28. August 2011

Erscheinungstermin: 13. Juli 2012

Label: Universal Music International Div.

Copyright: ℗© 2011 Cash Money Records Inc.

Dauer: 4:08 Minuten

Die Textzeile “Six foot seven foot eight foot bunch” wurde als Refrain für Lil Waynes Song “6 Foot 7 Foot” verwendet.

Day O Banana Boat Song Beetle Juice

Day – O (Banana Boat Song)

Beetle Juice

Ursprüngliches Erscheinungsdatum : 10. März 2003

Erscheinungstermin: 14. Juni 2004

Label: Kontor Records

Copyright: ℗© Kontor Records GmbH

Gesamtlänge: 17:32