Die Schönheit des Augenblicks von Steffen Krieger
Natur im Nationalpark Bayerischer Wald durch die Jahreszeiten
Steffen Kriegers Bildband „Die Schönheit des Augenblicks“ (Battenberg Gietl, 2018) zeigt den Nationalpark Bayerischer Wald durch vier Jahreszeiten, mit Karte und Besucherzentren.
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 gegründet, als erster Nationalpark Deutschlands, und seitdem entwickelt sich dort die größte Waldwildnis des Landes. Wer den Wald jemals im Nebel eines Herbstmorgens gesehen hat, weiß, warum Fotografen ihm ganze Bücher widmen. „Die Schönheit des Augenblicks. Natur im Nationalpark Bayerischer Wald“ von Steffen Krieger ist so ein Buch. Es erschien am 10. Oktober 2018 im Battenberg Gietl Verlag unter dem Imprint SüdOst Verlag, gebunden, 176 Seiten (ISBN 978-3866467866).
Der Verlag bringt den Ton des Bandes auf einen Satz: „Der Bayerische Wald fasziniert zu jeder Jahreszeit. Manchmal mystisch, manchmal wild. Aber immer gewaltig – gewaltig wie dieser Bildband.“
Vier Jahreszeiten, eine Landschaft
Der Band ist in vier Kapitel gegliedert: Frühling, Sommer, Herbst, Winter. Diese Ordnung ist naheliegend, aber sie passt zu diesem Wald besser als zu den meisten Landschaften. Im Bayerischen Wald liegen die Jahreszeiten weit auseinander: Winter mit Schnee bis in den April auf den Höhen, kurze, dichte Sommer, ein Herbst, der die Buchen am Falkenstein färbt, während die Fichten oben schon Raureif tragen.
Krieger zeigt das mit Aufnahmen durch die Jahreszeiten aus seiner ganz persönlichen Sicht auf dieses Schutzgebiet im Osten Bayerns an der Grenze zu Tschechien. Persönlich heißt hier: Es sind keine Postkartenmotive. Der Fotograf kennt die Wege abseits der Hauptrouten und die Stunden, in denen niemand sonst unterwegs ist.
Dem Buch liegt eine sehr detailreiche Karte des Nationalparks bei. Sie ist mehr als Beiwerk: Wer die Orte der Bilder aufsuchen will, kann sie damit finden.
Flora und Fauna eines Schutzgebiets
Der Nationalpark folgt seit seiner Gründung dem Grundsatz, die Natur sich selbst zu überlassen. Umgestürzte Bäume bleiben liegen, vom Borkenkäfer befallene Fichten werden nicht entfernt, und aus dem Totholz wächst ein neuer Wald. Das hat in der Region jahrzehntelang Streit ausgelöst und hat zugleich eine Artenvielfalt entstehen lassen, die es in bewirtschafteten Wäldern nicht gibt. Entsprechend artenreich ist die Flora und Fauna, die Krieger fotografiert: Luchs, Auerhuhn, Habichtskauz, dazu die Moore und die Bergfichtenwälder auf Lusen und Rachel.
Krieger verbindet damit eine Absicht. Sein Wunsch ist es, den Sinn für die Verletzlichkeit der Natur, ihre Schönheit und Schutzbedürftigkeit zu schärfen. Das Buch ist also auch ein Argument, ohne dass es eine Seite Text dafür bräuchte.
Wenn du den Band durchblätterst, wirst du merken, dass die Bilder nicht nach Spektakel sortiert sind. Ein Detail am Waldboden bekommt dieselbe Seite wie der Blick vom Lusen.
Der Fotograf
Steffen Krieger lebt in Lindberg am Rand des Nationalparks. Mit Naturfotografie beschäftigt er sich seit 1987, also seit über drei Jahrzehnten, und der Nationalpark ist sein Atelier. Er arbeitet dort außerdem als ehrenamtlicher Waldführer und bringt Besuchern im persönlichen Kontakt die Aufgaben und Ziele des Parks näher, die Einrichtungen und die landschaftlichen Höhepunkte. Seine Fotos zeigt er auf lokalen und überregionalen Ausstellungen, in Kalendern und bei Vorträgen.
Diese doppelte Rolle, Fotograf und Führer, erklärt den Charakter des Buches. Es ist von jemandem gemacht, der den Wald nicht nur abbildet, sondern erklärt.
Vor Ort: die beiden Nationalparkzentren
Wer nach dem Buch in den Wald will, hat zwei Anlaufstellen. Das Nationalparkzentrum Falkenstein liegt in Lindberg, Kriegers Wohnort, am Prügelweg (94227 Lindberg). Dort steht das Haus zur Wildnis mit Ausstellung und einem Tierfreigelände, in dem Wolf, Luchs und Urrind zu sehen sind. Das Nationalparkzentrum Lusen mit dem großen Tier-Freigelände befindet sich in Neuschönau, Böhmstraße 35 (94556 Neuschönau); von dort führt der Weg auf den Lusen mit seinem Blockmeer aus Granit auf dem Gipfel.
Beide Zentren sind ganzjährig geöffnet, und beide zeigen, was das Buch verspricht: Wildnis, die sich in Deutschland sonst kaum findet. Krieger fotografiert diese Landschaft seit den späten Achtzigern, und wer seinen Band mitnimmt, erkennt die Orte wieder.
Der Bildband gehört in die Reihe regionaler Naturbücher aus dem Battenberg Gietl Verlag, zu der auch Titel über Permakultur und Kräuterküche gehören; weitere davon stehen unter Sachbücher.
Fragen zu Die Schönheit des Augenblicks
Was zeigt der Bildband „Die Schönheit des Augenblicks“?
Den Nationalpark Bayerischer Wald im Lauf der vier Jahreszeiten, fotografiert von Steffen Krieger. Die Kapitel heißen Frühling, Sommer, Herbst und Winter; dazu kommt eine detailreiche Karte des Nationalparks.
Wer ist Steffen Krieger?
Ein Naturfotograf aus Lindberg am Rand des Nationalparks. Er fotografiert seit 1987, arbeitet ehrenamtlich als Waldführer im Nationalpark und zeigt seine Bilder in Ausstellungen, Kalendern und Vorträgen.
Wann und wo ist das Buch erschienen?
Am 10. Oktober 2018 im Battenberg Gietl Verlag unter dem Imprint SüdOst Verlag, gebunden mit 176 Seiten, ISBN 978-3866467866.
Was ist das Besondere am Nationalpark Bayerischer Wald?
Er wurde 1970 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark Deutschlands. Zusammen mit dem angrenzenden Nationalpark Šumava auf tschechischer Seite bildet er das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Der Grundsatz lautet „Natur Natur sein lassen“.
Welche Besucherzentren gibt es im Nationalpark?
Das Nationalparkzentrum Falkenstein mit dem Haus zur Wildnis in Lindberg (Prügelweg, 94227 Lindberg) und das Nationalparkzentrum Lusen mit Tier-Freigelände in Neuschönau (Böhmstraße 35, 94556 Neuschönau). Beide haben Tierfreigehege und Ausstellungen.