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The Beatles: Abbey Road

Das letzte gemeinsame Album und die 50th Anniversary Edition von 2019

Abbey Road von The Beatles: Entstehung 1969, die Songs von Come Together bis Her Majesty, der neue Mix zum 50. Jubiläum und die Remaster-Ausgaben.

Musik1960er1969
Eintrag vom 25. Okt. 2019 · aktualisiert 11. Sept. 2026
The Beatles: Abbey Road – das letzte gemeinsame Album und die 50th Anniversary Edition von 2019

Am 8. August 1969 sperrte ein Polizist kurz den Verkehr in der Londoner Abbey Road, der Fotograf Iain Macmillan stieg auf eine Leiter, und vier Männer gingen über den Zebrastreifen vor den EMI-Studios, John Lennon in Weiß vorneweg, Paul McCartney barfuß. Das Foto wurde das Cover des Albums, das die Beatles in diesen Wochen aufnahmen, und der Zebrastreifen eine Pilgerstätte. Abbey Road erschien am 26. September 1969 in Großbritannien und Deutschland, am 1. Oktober in den USA. Es war das letzte Album, das alle vier gemeinsam einspielten.

Das Cover hat eine eigene Legende hervorgebracht. Anhänger des Gerüchts, McCartney sei längst tot und durch einen Doppelgänger ersetzt, lasen es als Trauerzug: Lennon in Weiß als Geistlicher, Starr im dunklen Anzug, Harrison im Arbeitsanzug aus Jeansstoff, McCartney barfuß wie ein Toter im Sarg. Der am Straßenrand geparkte VW Käfer mit dem Kennzeichen „LMW 28IF“ galt als Beweis, McCartney wäre 28 gewesen, wenn er noch lebte. Er war damals 27 und sehr lebendig.

Das letzte gemeinsame Album der Beatles

Eigentlich war die Band zu diesem Zeitpunkt schon am Ende. Die Sessions zu „Let It Be“ Anfang 1969 waren von Streit geprägt, das Material blieb liegen und wurde erst im März und April 1970 von Phil Spector fertiggestellt, als die Trennung bereits feststand. Umso überraschter war George Martin, als Paul McCartney ihn anrief und fragte, ob er ein neues Album produzieren wolle. Martin stellte eine Bedingung: „Nur, wenn ihr mich genauso machen lasst wie früher.“ McCartney sagte zu, auch für Lennon.

Martin erinnerte sich später, es sei eine sehr schöne Platte geworden, weil alle glaubten, sie würde die letzte sein. Am 21. Juli 1969 kehrte auch der Toningenieur Geoff Emerick zurück, der die Band während der Aufnahmen zum Weißen Album entnervt verlassen hatte. In seiner Autobiografie beschreibt er, wie sehr sich die vier bemühten, freundlich miteinander umzugehen. Diese ungewohnte Rücksicht höre man dem Album an, meinte Emerick, und auch klanglich hebt es sich von allem ab, was die Beatles vorher aufgenommen hatten: wärmer, runder, mit einem Moog-Synthesizer, den George Harrison ins Studio brachte. Einen Teil des weicheren Klangs führte Emerick später auf das neue Transistor-Mischpult zurück, das die EMI-Studios kurz zuvor angeschafft hatten und auf dem das Album als erste Beatles-Platte vollständig entstand.

Benannt ist das Album nach der Straße im Stadtteil St John’s Wood, in der die EMI-Studios lagen, in denen die Band seit 1962 fast alle Aufnahmen gemacht hatte.

Die Songs: von Come Together bis Her Majesty

Die Aufteilung des Albums war ein Kompromiss. Lennon wollte einzelne Songs wie früher, McCartney und Martin wollten eine durchkomponierte Folge, und so bekam jeder eine Seite. Seite eins beginnt mit „Come Together“, das Lennon aus einem Wahlkampfslogan des LSD-Befürworters Timothy Leary entwickelte. Danach folgen zwei Songs, die zeigen, wie weit George Harrison als Songschreiber gekommen war: „Something“, das im Oktober 1969 zusammen mit „Come Together“ als Single erschien und damit Harrisons erste A-Seite bei den Beatles wurde, und auf der zweiten Seite „Here Comes the Sun“, das er an einem Frühlingstag im Garten seines Freundes Eric Clapton schrieb. Ringo Starr steuerte „Octopus’s Garden“ bei. „I Want You (She’s So Heavy)“ endet nach fast acht Minuten abrupt, weil Lennon das Band an genau dieser Stelle schneiden ließ.

„Because“ mit seinem dreistimmigen Satzgesang entstand, als Yoko Ono Beethovens Mondscheinsonate spielte und Lennon sie bat, die Akkorde rückwärts zu spielen. Die zweite Seite bündelt dann acht kurze Stücke zu einem Medley, das mit „The End“ schließt, dem einzigen Schlagzeugsolo Ringo Starrs auf einer Beatles-Platte und einem Gitarrenduell von McCartney, Harrison und Lennon. Nach einer Pause folgen noch 23 Sekunden „Her Majesty“, ein Fragment, das eigentlich aus dem Medley geflogen war.

Abbey Road 50th Anniversary

Die Titelliste des Albums:

  1. Come Together
  2. Something
  3. Maxwell’s Silver Hammer
  4. Oh! Darling
  5. Octopus’s Garden
  6. I Want You (She’s So Heavy)
  7. Here Comes the Sun
  8. Because
  9. You Never Give Me Your Money
  10. Sun King
  11. Mean Mr. Mustard
  12. Polythene Pam
  13. She Came In Through the Bathroom Window
  14. Golden Slumbers
  15. Carry That Weight
  16. The End
  17. Her Majesty

Abbey Road Hoerkassette

Wenn du das Album noch nie am Stück gehört hast, beginn ausnahmsweise bei „You Never Give Me Your Money“ und lass die zweite Seite ohne Unterbrechung durchlaufen.

Abbey Road 50th Anniversary: der neue Mix von 2019

Zum 50. Jubiläum erschien am 27. September 2019 eine Neuausgabe, die Teil einer Reihe ist: 2017 hatte „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ einen neuen Mix bekommen, 2018 das Weiße Album, dessen Deluxe-Ausgabe erstmals die Esher-Demos enthielt, die die Band im Mai 1968 in George Harrisons Haus aufgenommen hatte. Für Abbey Road erstellten Giles Martin, der Sohn des Produzenten, und der Toningenieur Sam Okell einen neuen Stereomix direkt von den originalen Achtspurbändern.

Abbey Road Super Deluxe Edition

Die Anniversary Edition gibt es in mehreren Formaten. Die limitierte Box enthält drei CDs und eine Blu-ray Audio, dazu kommen bisher unveröffentlichte Session- und Demoaufnahmen. Außerdem erschien eine Einzel-CD, eine Vinyl-Ausgabe und am 18. Oktober 2019 eine limitierte Picture-LP. Alle Fassungen enthalten den neuen Stereomix, die Blu-ray der Box zusätzlich hochauflösende Stereo-, 5.1- und Dolby-Atmos-Fassungen.

Ob der neue Mix besser ist als der alte, ist Geschmackssache. Wer die Originalpressung liebt, wird die Neuauflage kaum als Ersatz sehen. Wer das Album nur von alten CDs kennt, bekommt mit den Session-Aufnahmen immerhin einen Blick darauf, wie die Stücke im Studio Gestalt annahmen.

Remaster 2009 und die Vinyl-Ausgabe von 2012

Der neue Mix ist nicht die erste Überarbeitung. Am 9. September 2009 veröffentlichten Apple Corps und EMI den kompletten remasterten Katalog der Beatles, jedes Album im Originalcover und mit einem Booklet mit neuen Liner Notes und seltenen Fotos. Vier Jahre hatte ein Team in den Abbey Road Studios daran gearbeitet, mit moderner Studiotechnik ebenso wie mit altem Gerät, um die analogen Aufnahmen möglichst unverfälscht wiederzugeben. Anders als 2019 wurde dabei nichts neu gemischt. Im November 2012 kam die remasterte Stereofassung auch als Vinyl-LP heraus.

Abbey Road LP Remastered

Mehr Alben dieser Jahre stehen unter Musik und im Überblick zu den 1960er Jahren. Das Studiogebäude, das eigentlich EMI Recording Studios hieß, wurde übrigens erst nach diesem Album offiziell in Abbey Road Studios umbenannt, und der Zebrastreifen davor steht seit 2010 unter Denkmalschutz.

Fragen zu The Beatles: Abbey Road

Wann ist Abbey Road von The Beatles erschienen?

Am 26. September 1969 in Großbritannien und Deutschland, am 1. Oktober 1969 in den USA. Es war das elfte Studioalbum der Band und das letzte, das alle vier Beatles gemeinsam aufnahmen.

Was ist neu an der Abbey Road 50th Anniversary Edition?

Ein neuer Stereomix, den Giles Martin und Sam Okell direkt von den originalen Achtspurbändern erstellt haben, dazu bisher unveröffentlichte Session- und Demoaufnahmen. Die Ausgabe erschien am 27. September 2019 in mehreren Formaten, als Box mit drei CDs und Blu-ray Audio, als CD, auf Vinyl und als Picture-LP.

Warum heißt das Album Abbey Road?

Nach der Straße im Londoner Stadtteil St John’s Wood, in der die EMI-Studios lagen, in denen die Beatles fast alle ihre Aufnahmen machten. Das Coverfoto zeigt die Band auf dem Zebrastreifen vor dem Gebäude. Die Studios selbst heißen erst seit 1970 offiziell Abbey Road Studios.

Ist Abbey Road nach Let It Be entstanden?

Ja, aufgenommen wurde es danach, erschienen ist es davor. Die Sessions zu Let It Be fanden Anfang 1969 statt, das Material blieb liegen und wurde erst 1970 von Phil Spector fertiggestellt, als die Band sich bereits getrennt hatte.

Wer hat Abbey Road produziert?

George Martin, für den es die letzte Produktion mit den Beatles war. Als Toningenieur kehrte Geoff Emerick zurück, der die Band während der Arbeit am Weißen Album verlassen hatte.

Welche Remaster-Ausgaben von Abbey Road gibt es?

Am 9. September 2009 erschien der komplett remasterte Katalog der Beatles, an dem ein Team in den Abbey Road Studios vier Jahre gearbeitet hatte. 2012 folgte eine remasterte Vinyl-LP, 2019 zum 50. Jubiläum dann der neue Mix.