Queen – I Want to Break Free
John Deacons Song von 1984, das Video und die Single auf Schallplatte
Queen – I Want to Break Free: John Deacons Single von 1984 vom Album The Works, das Video als Coronation-Street-Parodie und die Ausgaben auf Vinyl und CD.
Freddie Mercury in rosa Oberteil, Lederminirock und Perücke, den Schnurrbart behält er, einen Staubsauger schiebt er vor sich her: Das Bild aus dem Video zu „I Want to Break Free“ gehört zu den bekanntesten der Popgeschichte der 1980er Jahre. Über dem Video gerät leicht in den Hintergrund, dass der Song selbst einer der größten Hits von Queen war, und dass ihn gar nicht Mercury geschrieben hat.
John Deacons Song für The Works
Geschrieben hat „I Want to Break Free“ der Bassist John Deacon, der schon 1980 mit „Another One Bites the Dust“ den erfolgreichsten Queen-Song in den USA geliefert hatte. Das Lied erschien im Februar 1984 auf dem Album „The Works“, zusammen mit „Radio Ga Ga“, „It’s a Hard Life“ und „Hammer to Fall“. Am 2. April 1984 kam es als Single heraus, in Großbritannien bei EMI, in den USA bei Capitol.
Musikalisch ist der Song schlicht gebaut. Eine eingängige Basslinie, ein gleichmäßiger Beat, eine Melodie, die sofort hängen bleibt. Den markantesten Moment liefert das Solo in der Mitte, das nicht von Brian Mays Gitarre stammt, sondern von einem Synthesizer: Fred Mandel, der damals als Keyboarder mit der Band arbeitete, spielte es auf einem Roland Jupiter-8.
In Großbritannien stieg die Single auf Platz drei der Charts. Live gehörte der Song danach zum festen Programm, auch auf der letzten Tournee mit Mercury 1986, wie der Mitschnitt „Live at Wembley ’86“ zeigt.
Das Video: Coronation Street in Frauenkleidern
Regie beim Video führte David Mallet, gedreht wurde am 22. März und am 4. Mai 1984 in den Limehouse Studios in London. Die Idee ist eine Parodie auf „Coronation Street“, die langlebige Seifenoper des britischen Fernsehens, die seit 1960 im Arbeitermilieu einer Straße in Nordengland spielt. Alle vier Bandmitglieder treten in Frauenrollen auf, als Hausfrau, als Schulmädchen, als ältere Dame, und die meisten britischen Zuschauer erkannten die Vorbilder sofort.
Mitten im Video wechselt der Ton. Mercury tanzt in einer Ballettsequenz, choreografiert von Wayne Eagling vom Royal Ballet und angelehnt an Vaslav Nijinskys „L’après-midi d’un faune“, das die Ballets Russes 1912 in Paris zur Musik von Claude Debussy uraufgeführt hatten. Der Bruch zwischen Küchenkomödie und Ballett ist abrupt, und genau das macht den Clip bis heute sehenswert.
Warum Amerika nicht lachte
In den USA lief es schlecht. MTV zeigte das Video kaum, und die Single kam in den Billboard Hot 100 nur auf Platz 45. Brian May erklärte später, in Großbritannien habe man das Video als Witz verstanden, das amerikanische Publikum dagegen habe die Anspielung auf die Seifenoper nicht erkannt und nur Männer in Frauenkleidern gesehen.
Ganz anders war die Wirkung in Südafrika und Lateinamerika. Dort wurde „I Want to Break Free“ zu einer Hymne gegen Unterdrückung, und der Titel las sich plötzlich politisch. Pikant ist das mit Blick auf Südafrika, denn Queen traten im Oktober 1984 im südafrikanischen Sun City auf, brachen damit den Kulturboykott gegen das Apartheid-Regime und wurden dafür in Großbritannien scharf kritisiert. Als Mercury den Song im Januar 1985 beim Festival Rock in Rio in Frauenkleidern sang, reagierte ein Teil des Publikums Berichten zufolge verärgert, weil es das Lied als Freiheitslied verstand und die Verkleidung als Spott empfand.
Wenn du das Video heute zum ersten Mal siehst, merkst du, wie viel davon vom Kontext abhängt.
I Want to Break Free auf Schallplatte und CD
Die Single erschien 1984 als 7-Inch-Schallplatte mit „Machines (Or ‚Back to Humans‘)“ auf der B-Seite, einem weiteren Titel von „The Works“. Für Clubs und Sammler gab es eine 12-Inch-Maxi mit verlängerter Fassung. Neben der Albumversion kursieren deshalb mehrere Längen des Songs, und wer eine bestimmte Fassung sucht, sollte auf die Angaben auf dem Etikett achten.
Als großer Hit wurde die Single in vielen Ländern gepresst, und für Sammler von Queen-Schallplatten sind deshalb vor allem die Unterschiede zwischen den Länderpressungen interessant, etwa bei Hüllen und Labels. Später erschien der Song auch auf CD, unter anderem als Import-Ausgabe bei EMI und auf Queens „Greatest Hits II“ von 1991.
Mehr Singles und Alben aus dem Jahrzehnt stehen in der Übersicht zu den 1980er Jahren und in der Rubrik Musik. John Deacon zog sich nach Mercurys Tod im November 1991 weitgehend aus der Musik zurück, sein letzter Auftritt mit Queen war 1997. „Coronation Street“, die Vorlage für das Video, läuft dagegen im britischen Fernsehen bis heute.
Fragen zu Queen
Wer hat I Want to Break Free geschrieben?
Queen-Bassist John Deacon. Der Song erschien 1984 auf dem Album The Works und wurde am 2. April 1984 als Single veröffentlicht, in Großbritannien bei EMI und in den USA bei Capitol.
Warum tragen Queen im Video zu I Want to Break Free Frauenkleider?
Das Video parodiert die britische Seifenoper Coronation Street, deren Figuren in Großbritannien jeder kannte. Alle vier Bandmitglieder spielen Frauenrollen, Freddie Mercury mit Schnurrbart und Staubsauger. Regie führte David Mallet.
Welche Chartplatzierung erreichte I Want to Break Free?
In Großbritannien kam die Single auf Platz drei. In den USA erreichte sie nur Platz 45 der Billboard Hot 100, auch weil MTV das Video kaum zeigte und das amerikanische Publikum die Anspielung auf Coronation Street nicht verstand.
Wer spielt das Synthesizer-Solo in I Want to Break Free?
Fred Mandel, der damals als Keyboarder mit Queen arbeitete. Er spielte das Solo auf einem Roland Jupiter-8.
Was ist auf der B-Seite der Single?
Auf der B-Seite der 7-Inch-Single steht Machines (Or ‚Back to Humans‘), ebenfalls ein Titel vom Album The Works. Neben der Single gab es eine 12-Inch-Maxi mit einer verlängerten Fassung.