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Not Sorry: Vergeuden Sie Ihr Leben nicht mit Leuten und Dingen

Auf die Sie keine Lust haben – Sarah Knights Ratgeber als Taschenbuch

Not Sorry von Sarah Knight als Ullstein-Taschenbuch: die deutsche Ausgabe, der entschärfte Titel und was hinter „Hören Sie auf, sich zu entschuldigen“ steckt.

Buch2010er2017
Eintrag vom 20. Juni 2026

„Sorry, but not sorry. Hören Sie auf, sich zu entschuldigen.“ So steht es im Klappentext des Taschenbuchs, das Ullstein 2017 unter dem Titel „Not Sorry: Vergeuden Sie Ihr Leben nicht mit Leuten und Dingen, auf die Sie keine Lust haben“ herausbrachte. Die Autorin Sarah Knight war lange Lektorin in einem großen New Yorker Verlag, bevor sie mit diesem Buch selbst zur Ratgeberautorin wurde. Die deutsche Ausgabe hat eine eigene kleine Geschichte, und die fängt beim Titel an.

Not Sorry als Taschenbuch: Ausgaben und Übersetzung

Auf Deutsch erschien das Buch zuerst 2016 bei Ullstein extra als broschierte Ausgabe, ein Jahr später folgte das Taschenbuch bei Ullstein. Beide Fassungen haben 224 Seiten, übersetzt hat Sybille Uplegger. Das Taschenbuch „Not Sorry: Vergeuden Sie Ihr Leben nicht mit Leuten und Dingen, auf die Sie keine Lust haben“ trägt die ISBN 978-3-548-37725-4.

Das Format passt zum Anspruch. Hier will ein schmaler Ratgeber für unterwegs gelesen werden, kein Handbuch für den Schreibtisch.

Vom F-Wort zu „Not Sorry“

Im Original heißt das Buch „The Life-Changing Magic of Not Giving a Fck“, eine offene Anspielung auf Marie Kondos Aufräumratgeber. Der englische Untertitel lautet „How to Stop Spending Time You Don’t Have with People You Don’t Like Doing Things You Don’t Want to Do“. Der deutsche Untertitel übersetzt diesen zweiten Teil ziemlich genau.

Den Obertitel dagegen hat der Verlag ausgetauscht. Aus dem Kondo-Witz mit Schimpfwort wurde ein englischer Zweiwortsatz, der im Deutschen gut funktioniert, weil „sorry“ längst Alltagssprache ist. Ganz verschwunden ist das derbe Wort trotzdem nicht: Im Klappentext heißt es, die Methode helfe dabei, das Leben zu entrümpeln und auf Unwichtiges „zu scheien“.

Auffällig ist noch etwas anderes. Die deutsche Ausgabe siezt ihre Leserinnen und Leser, schon im Untertitel und im Klappentext. Ein Ratgeber, der zur Unverschämtheit ermuntern will, bleibt in der Anrede also ausgesprochen förmlich.

Hören Sie auf, sich zu entschuldigen: was damit gemeint ist

Der Klappentext stellt drei Fragen, ob man gestresst sei, enttäuscht vom Leben, müde davon, allen zu gefallen. Die Antwort ist der Satz aus der Überschrift. Gemeint ist erkennbar nicht die Entschuldigung für echtes Fehlverhalten, sondern die reflexhafte: die bedauernde Absage mit vorgeschobenem Terminproblem, hinter der in Wahrheit schlicht fehlende Lust steht.

Was wegfallen soll, zählt der Klappentext gleich mit auf: die Meinung der anderen, ungeliebte Verpflichtungen, Scham und Schuld. Übrig bleiben sollen die Leute und Dinge, die glücklich machen. Dieses Versprechen gibt fast jeder Ratgeber der Gattung. Interessant wird es erst bei der Frage, wie man die Absage einem Menschen ins Gesicht sagt, der mit einem Ja gerechnet hat.

Knight setzt dagegen zwei Schritte. Zuerst entscheidest du, was dir gleichgültig sein darf. Dann ziehst du die Konsequenz, ehrlich und höflich zugleich, ohne Lüge und ohne Beleidigung. Die Entschuldigung fällt dabei weg, die Freundlichkeit nicht.

Das klingt nach wenig. Leicht ist es nicht, wenn du jahrelang das Gegenteil geübt hast.

Not Sorry und die Welle der Anti-Ratgeber

Knights Buch erschien in den USA 2015 und war damit früh dran. Ein Jahr später kam Mark Manson mit „The Subtle Art of Not Giving a Fck“ heraus, auf Deutsch 2017 als „Die subtile Kunst des Daraufscheißens“. Anders als bei Knight behielt die deutsche Ausgabe hier den derben Ton im Titel. Beide Bücher verkaufen dieselbe Grundidee mit unterschiedlichem Temperament: Manson argumentiert eher philosophisch, Knight eher praktisch.

Wer weitere Ratgeber und Sachbücher aus diesem Jahrzehnt sucht, findet sie in der Übersicht der 2010er Jahre.

Im Titel der deutschen Ausgabe steht übrigens kein einziges Sternchen. Im Klappentext sind es drei.

Fragen zu Not Sorry: Vergeuden Sie Ihr Leben nicht mit Leuten und Dingen, auf die Sie keine Lust haben

In welchem Verlag ist Not Sorry als Taschenbuch erschienen?

Bei Ullstein, 2017, mit 224 Seiten. Schon 2016 war das Buch bei Ullstein extra als broschierte Ausgabe mit gleichem Umfang herausgekommen. Übersetzt hat es Sybille Uplegger.

Wie heißt Not Sorry im englischen Original?

„The Life-Changing Magic of Not Giving a F*ck“, mit dem Untertitel „How to Stop Spending Time You Don't Have with People You Don't Like Doing Things You Don't Want to Do“. Der deutsche Untertitel übersetzt diesen zweiten Teil recht genau, den Obertitel samt Schimpfwort ersetzt er durch „Not Sorry“.

Was bedeutet „Hören Sie auf, sich zu entschuldigen“ im Klappentext?

Der Satz fasst die Haltung des Buchs zusammen: Wer eine Einladung, eine Bitte oder eine Verpflichtung ablehnt, soll das höflich und ehrlich tun, sich aber nicht dafür rechtfertigen. Gemeint ist kein Freibrief für Unhöflichkeit, sondern das Ende der Ausrede.

Ist Not Sorry dasselbe Buch wie „Die subtile Kunst des Daraufscheißens“?

Nein. Die subtile Kunst des Daraufscheißens stammt von Mark Manson, erschien im Original 2016 und auf Deutsch 2017. Sarah Knights Buch kam in den USA bereits 2015 heraus. Beide gehören zur selben Welle provokant betitelter Ratgeber.