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Nekrolog Januar 2018

Musikerinnen und Musiker aus Jazz, Pop, Rock, Soul und Chanson

Nekrolog Januar 2018: France Gall, Dolores O’Riordan, Edwin Hawkins, Fast Eddie Clarke, Ray Thomas und weitere Musiker, dazu die ersten Todesfälle im Februar.

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Eintrag vom 10. Nov. 2018 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Am 15. Januar 2018 starben zwei Stimmen, die kaum unterschiedlicher hätten sein können. In Kalifornien Edwin Hawkins, dessen Chor 1969 „Oh Happy Day“ in die Hitparaden der Welt gebracht hatte, in einem Londoner Hotel Dolores O’Riordan, die mit The Cranberries in den 1990er Jahren „Zombie“ gegen die Gewalt in Nordirland sang. Sie wurde 46 Jahre alt. Der Januar 2018 war ein Monat, in dem Musik aus fast allen Jahrzehnten und Richtungen einen Namen verlor, vom Dixieland bis zum Chicago Drill, und im Februar ging es so weiter.

Rock, Pop, Metal und Hip-Hop

Den Anfang machte am 4. Januar Ray Thomas, geboren 1941 in Stourport-on-Severn. Als Flötist und Mundharmonikaspieler der Moody Blues prägte er den Klang von „Nights in White Satin“, dessen Flötensolo zu den bekanntesten der Popgeschichte gehört. Er hatte Ende der 1950er Jahre in einer Skiffleband begonnen und in der Band El Riot and the Rebels John Lodge und Mike Pinder kennengelernt. Die Aufnahme der Moody Blues in die Rock and Roll Hall of Fame im April 2018 erlebte er nicht mehr.

Sechs Tage später starb in London Edward Allan Clarke, genannt Fast Eddie, mit 67 Jahren. Von 1976 bis 1982 spielte er Gitarre bei Motörhead, in der Besetzung mit Lemmy Kilmister und Phil Taylor, die als die klassische gilt. Overkill, Bomber, Ace of Spades und Iron Fist entstanden in dieser Zeit, das Livealbum No Sleep ’til Hammersmith von 1981 stieg in Großbritannien auf Platz eins. Nach dem Tod von Taylor und Kilmister 2015 war Clarke der Letzte dieser Formation.

Dolores O’Riordan, geboren 1971 in Ballybricken im County Limerick, war das jüngste von sieben Kindern und sang als Mädchen im Kirchenchor. 1990 stieg sie bei einer Band ein, die sich damals noch Cranberry Saw Us nannte, und wurde deren wichtigste Songschreiberin. „Linger“, „Dreams“ und „Zombie“ machten die Gruppe weltweit bekannt.

Aus Japan kam am 5. Januar die Nachricht vom Tod des Gitarristen Mikio Fujioka, der zur Kami Band gehörte, der Begleitband von Babymetal. Er war am 30. Dezember 2017 von der Plattform einer Sternwarte gestürzt und wurde 36 Jahre alt. Am 19. Januar starb mit 27 Jahren der Chicagoer Rapper Fredo Santana, ein Cousin von Chief Keef, der 2012 mit dem Mixtape „It’s a Scary Site“ bekannt geworden war. In Magdeburg starb am 18. Januar Michael Barakowski, in Ost-Berlin geboren, gelernter Koch, der als Fahrer und Bote für die Band Karat begonnen hatte und später Nachwuchsbands komponierte und produzierte.

Soul, Gospel, Blues und Country

Edwin Hawkins, geboren 1943 in Oakland, begleitete schon als Siebenjähriger den Gospelchor seiner Familie am Klavier. Mit den Edwin Hawkins Singers wurde „Oh Happy Day“ 1969 ein Welthit, ein Jahr später sang der Chor auch auf Melanies „Lay Down (Candles in the Rain)“.

Denise LaSalle, geboren 1939 in Mississippi als jüngstes von acht Kindern, starb am 8. Januar in Nashville. Die Sängerin und Produzentin nahm ab 1984 für Malaco Records auf, ihre Single „My Toot Toot“ ging 1985 international in die Charts, und 1986 gründete sie eine Vereinigung zur Pflege des Blues. Seit 2011 gehörte sie zur Blues Hall of Fame. Schon am 1. Januar war die Soulsängerin Betty Willis gestorben, die in den 1960er Jahren in Nachtklubs von Los Angeles sang und dort Bill Medley von den Righteous Brothers auffiel.

Der Bluessänger und Gitarrist Terry Evans aus Vicksburg, Background-Sänger für Lowell Fulson, ZZ Hill und B. B. King, starb am 20. Januar, der Saxofonist Eddie Shaw, der jahrelang in der Band von Howlin’ Wolf spielte, am 29. Januar. Die Countrysängerin Lari White, geboren 1965 in Florida, starb am 23. Januar in Nashville. Wenn du sie nicht als Sängerin kennst, hast du sie vielleicht im Kino gesehen: In „Cast Away“ ist sie in der letzten Szene die Frau an der Kreuzung, der Tom Hanks begegnet.

Jazz: von Kurt Edelhagen bis Count Basie

Im Jazz traf es im Januar vor allem Musiker, die öfter in Orchestern und Studios zu hören als auf Plakaten zu sehen waren. Joe Sydow, Jahrgang 1926, spielte Bass im Orchester von Kurt Edelhagen, zuerst 1949 bis 1951, dann wieder von 1963 bis 1966, und tourte mit ihm 1964 durch die Sowjetunion. Der Australier Max Collie, Posaunist und Bandleader, war 1962 mit einer Band aus Melbourne nach Europa gekommen, blieb in England und gründete 1966 seine Rhythm Aces, die 1971 ihr erstes Album vorlegten.

Bill Hughes, geboren 1930 in Dallas, gehörte jahrzehntelang dem Count Basie Orchestra an und leitete es von 2003 bis 2010. Bill Moody war Schlagzeuger bei Junior Mance und Lou Rawls, wurde aber ab 1994 bekannter als Autor von Jazzkrimis um den Pianisten Evan Horne, der nach einem Unfall zum Detektiv wird, etwa in „Looking for Chet Baker“. Die Sängerin Marlene VerPlanck arbeitete mit ihrem Mann Billy als Studiomusikerin für Frank Sinatra, Perry Como und Tony Bennett und wurde in den USA durch Werbejingles populär.

Außerdem starben der Gitarrist Wilbert Longmire aus der R&B-Szene von Cincinnati, der Pianist Reuben Brown, der tagsüber an den National Institutes of Health forschte und abends in Washingtoner Jazzclubs spielte, die in Monaco geborene Sängerin Monique Aldebert, die in französischen Jazzclubs mit Django Reinhardt und Don Byas aufgetreten war, und der Schlagzeuger Daoud Shaw, über 20 Jahre in der Band von Van Morrison und Koproduzent von dessen Album „Veedon Fleece“.

Chanson und Grand Prix: France Gall und Madalena Iglésias

Am 7. Januar starb in Neuilly-sur-Seine France Gall, 70 Jahre alt. Mit Serge Gainsbourgs „Poupée de cire, poupée de son“ gewann sie 1965 für Luxemburg den Grand Prix Eurovision, von 1966 bis 1972 sang sie auch auf Deutsch, „Zwei Apfelsinen im Haar“ brachte ihr 1968 eine Goldene Schallplatte. 1988 stand sie mit „Ella, elle l’a“ auf Platz eins der deutschen Charts. Ihre späteren Jahre waren von Verlusten geprägt, 1992 starb ihr Mann Michel Berger, 1997 ihre Tochter Pauline mit 19 Jahren an Mukoviszidose.

Nur neun Tage später starb in Barcelona die Portugiesin Madalena Iglésias, die 1966 beim Grand Prix in Luxemburg mit „Ele e Ela“ antrat und Platz 13 belegte. Beide Auftritte verbindet Luxemburg: Gall sang 1965 in Neapel für das Großherzogtum, Iglésias trat ein Jahr später in Luxemburg selbst an.

Anfang Februar 2018

Auch die ersten Februarwochen brachten eine lange Liste. Am 1. Februar starb Dennis Edwards, Leadsänger der Temptations bei „Cloud Nine“ und „Papa Was a Rollin’ Stone“, zwei Tage später der Schlagzeuger Leon Ndugu Chancler, der auf Michael Jacksons „Billie Jean“ spielte. Am 5. Februar folgte Zeno Roth, Gitarrist und jüngerer Bruder von Uli Jon Roth, am 7. Februar Pat Torpey, Schlagzeuger von Mr. Big, und Mickey Jones, der 1966 bei Bob Dylans Welttournee trommelte und später als Schauspieler bekannt wurde. Mit Lovebug Starski starb am 8. Februar einer der DJs, auf die der Begriff Hip-Hop zurückgeführt wird.

Am 11. Februar starben Tom Rapp von der Folkrockband Pearls Before Swine und der Crooner Vic Damone, der mit „You’re Breaking My Heart“ 1949 in den USA und mit „On the Street Where You Live“ 1958 in Großbritannien Nummer-eins-Hits hatte. Der Bamberger DJ und Produzent DJ Smoove, der für Kool Savas produziert hatte, wurde nur 37 Jahre alt. Am 18. Februar starben der Komponist und Produzent Heiner Stadler, der für das Label Wergo John Cage und Meredith Monk aufgenommen hatte, und der Jazzgeiger Didier Lockwood. Lockwood hatte 1979 von Stéphane Grappelli und Jean-Luc Ponty eine Geige überreicht bekommen, die zuvor Michel Warlop gehört und die Grappelli an Ponty weitergegeben hatte. Mehr über die Musik dieser Künstler steht im Bereich Musik.

Fragen zu Nekrolog Januar 2018: Musikerinnen und Musiker aus Jazz, Pop, Rock, Soul und Chanson

Welche bekannten Musiker starben im Januar 2018?

Unter anderem die französische Sängerin France Gall am 7. Januar, Motörhead-Gitarrist Fast Eddie Clarke am 10. Januar, Cranberries-Sängerin Dolores O’Riordan und Gospelmusiker Edwin Hawkins am 15. Januar sowie Moody-Blues-Mitglied Ray Thomas am 4. Januar. Dazu kamen zahlreiche Jazz- und Bluesmusiker wie Bill Hughes, Denise LaSalle und Eddie Shaw.

Wann starb Dolores O’Riordan?

Am 15. Januar 2018 in London, mit 46 Jahren. Sie war seit 1990 Sängerin und wichtigste Songschreiberin der irischen Band The Cranberries, bekannt vor allem durch „Linger“ und „Zombie“.

Wer war Fast Eddie Clarke?

Edward Allan Clarke, geboren 1950 in Twickenham, spielte von 1976 bis 1982 Gitarre bei Motörhead, in der klassischen Besetzung mit Lemmy Kilmister und Phil Taylor. In diese Zeit fallen die Alben Overkill, Bomber, Ace of Spades und Iron Fist sowie das Livealbum No Sleep ’til Hammersmith.

Wer sang „Oh Happy Day“ und starb 2018?

Edwin Hawkins, dessen Gospelchor Edwin Hawkins Singers das Lied 1969 zu einem Welterfolg machte. Hawkins, geboren 1943 in Oakland, starb am 15. Januar 2018 im kalifornischen Pleasanton.

Welche Musiker starben im Februar 2018?

Zu den Bekanntesten gehören Temptations-Sänger Dennis Edwards, der Schlagzeuger Leon Ndugu Chancler, der auf Michael Jacksons „Billie Jean“ spielte, Mr.-Big-Schlagzeuger Pat Torpey, der Crooner Vic Damone und der französische Jazzgeiger Didier Lockwood.