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Loriot Ödipussi

Handlung, Besetzung und Hintergründe von Loriots erstem Kinofilm mit Evelyn Hamann von 1988

Loriot Ödipussi von 1988: Handlung, Besetzung mit Evelyn Hamann, die Revuenummer „Meine Schwester heißt Polyester“ und die Premiere in Ost- und West-Berlin.

Film1980er1988
Eintrag vom 21. Juni 2026

Am 9. März 1988 hatte Ödipussi gleich zweimal Premiere: um 17 Uhr im Kosmos-Kino in Ost-Berlin und um 20 Uhr im Gloria-Palast in West-Berlin. Keine andere Uraufführung eines Films fand im geteilten Deutschland in beiden Landesteilen am selben Tag statt. Mit 64 Jahren brachte Loriot Ödipussi als seinen ersten Kinofilm heraus, und er hatte fast alles selbst in der Hand: Drehbuch, Regie, Hauptrolle. Produzent war Horst Wendlandt, beteiligt waren Rialto Film, die Bavaria und der Südwestfunk.

Vicco von Bülow, so Loriots bürgerlicher Name, war zu diesem Zeitpunkt längst eine Institution des Fernsehens. Ob seine Art von Komik auf 88 Minuten Spielfilmlänge trägt, war die eigentliche Frage.

Worum es in Ödipussi geht

Paul Winkelmann ist 56 und führt seit drei Jahren das väterliche Möbel- und Dekorationsgeschäft Winkelmann & Sohn. Vor allem aber ist er Sohn. Seine verwitwete Mutter Louise kocht und bügelt für ihn, obwohl er eine eigene Wohnung hat, und sie lenkt ihn mit jener sanften Beharrlichkeit, gegen die jeder Widerspruch sinnlos wirkt.

Dann betritt Margarethe Tietze das Geschäft, 40 Jahre alt, Diplom-Psychologin, und bestellt neue Bezüge. Paul überredet sie, ihn zu einer Kundenberatung beim Ehepaar Melzer zu begleiten. Sie schlägt moderne Farben vor, er verkauft am Ende graue Stoffe. In dieser einen Szene steckt die ganze Figur.

Aus den geschäftlichen Treffen wird eine vorsichtige Annäherung, und die beiden reisen zusammen nach Italien. Mutter Winkelmann reagiert so, wie man es von ihr erwartet. Als Margarethes Eltern Kurt und Gerda Tietze schließlich zu Besuch kommen, gerät der Abend vollends aus den Fugen.

Die Ödipussi Besetzung rund um Loriot und Evelyn Hamann

Loriot spielt Paul Winkelmann, Evelyn Hamann die Psychologin Margarethe Tietze, Katharina Brauren die Mutter Louise. Richard Lauffen und Edda Seippel geben Margarethes Eltern, Walter Hoor den Choreografen Rudi Romanowski und Klaus Schultz Herrn Weber, den Untermieter der Mutter, der sie beim Brahms-Singen begleitet. Rosemarie Fendel ist in einer Nebenrolle zu sehen.

Das Paar Loriot und Evelyn Hamann kannte das Publikum aus der Sketchreihe „Loriot“, die Radio Bremen von 1976 bis 1978 produziert hatte, mit Nummern wie „Das Frühstücksei“. Ödipussi übertrug dieses Zusammenspiel zum ersten Mal auf die Kinoleinwand. Hamann spielt die Margarethe dabei weniger komisch als ihre Fernsehfiguren, und genau das macht die Rolle glaubwürdig.

„Meine Schwester heißt Polyester“ und andere peinliche Momente

Margarethe tanzt in einer Amateurgruppe. Bei einer Betriebsfeier führt die Gruppe die Revuenummer „Meine Schwester heißt Polyester“ auf, eine neu betextete Fassung von Henry Mancinis „Le Jazz Hot“ aus Blake Edwards’ Komödie „Victor/Victoria“ von 1982. Die Musik zum Film schrieb Rolf Wilhelm.

Die Szene funktioniert, weil auf der Bühne niemand merkt, wie absurd das alles ist. Wenn du die Nummer einmal gesehen hast, wirst du den Refrain so schnell nicht wieder los.

Gedreht wurde von September bis November 1987 in West-Berlin, unter anderem in einer Villa in Lichterfelde, dazu in Mailand, Genua, Santa Margherita Ligure und Portofino sowie in den Bavaria-Ateliers in München.

Loriot Filme: von Ödipussi zu Pappa ante portas

Ödipussi zog in der Bundesrepublik 4.612.801 Menschen ins Kino und erhielt die Goldene Leinwand. Reclams Lexikon des deutschen Films nennt ihn den erfolgreichsten deutschen Film des Jahres 1988. Es gab auch Einwände: Der Slapstick sei nicht immer gelungen und halte keinem Vergleich mit Loriots großen Sketchen stand. Ganz falsch ist das nicht. Stellenweise reiht der Film Szenen aneinander, die auch als Sketch funktioniert hätten, und die stärksten Momente sind die leisen, in denen Paul einfach nichts sagt.

Drei Jahre nachdem Loriot Ödipussi ins Kino gebracht hatte, folgte 1991 Pappa ante portas, wieder mit Evelyn Hamann, diesmal als Ehefrau Renate eines Einkaufsdirektors, der in den Vorruhestand geschickt wird und seine Organisationswut auf den Haushalt richtet. Mehr Kinofilme als diese beiden hat Loriot als Regisseur nicht gedreht. Beide findest du neben weiteren Komödien unter Filme und in der Übersicht der 1980er Jahre.

Seine Fernsehpremiere hatte Ödipussi am 30. September 1990 um 20.20 Uhr in der ARD. Drei Tage später gab es nur noch ein Deutschland.

Fragen zu Loriot Ödipussi: Handlung, Besetzung und Hintergründe

Wer spielt in Ödipussi mit?

Loriot spielt selbst den Geschäftsmann Paul Winkelmann, Evelyn Hamann die Diplom-Psychologin Margarethe Tietze und Katharina Brauren Pauls Mutter Louise. Richard Lauffen und Edda Seippel sind als Margarethes Eltern Kurt und Gerda Tietze zu sehen, in weiteren Rollen treten Walter Hoor, Klaus Schultz und Rosemarie Fendel auf.

Wann kam Loriots Ödipussi ins Kino?

Die Uraufführung fand am 9. März 1988 statt, um 17 Uhr im Kosmos-Kino in Ost-Berlin und um 20 Uhr im Gloria-Palast in West-Berlin. Keine andere Filmpremiere im geteilten Deutschland lief in beiden Landesteilen am selben Tag.

Woher stammt die Melodie von „Meine Schwester heißt Polyester“?

Die Revuenummer ist eine neu betextete Fassung von Henry Mancinis „Le Jazz Hot“ aus der Komödie „Victor/Victoria“ von 1982. Im Film führt Margarethes Amateur-Tanzgruppe sie bei einer Betriebsfeier auf.

Welche Kinofilme hat Loriot gedreht?

Zwei: Ödipussi von 1988 und Pappa ante portas von 1991. In beiden führte Loriot Regie, schrieb das Drehbuch, spielte die Hauptrolle und stand mit Evelyn Hamann vor der Kamera.