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Leonard Cohen Tour 2017 gab es nicht

Bird on a Wire zeigt die Welttournee von 1972 durch 20 Städte, von Dublin bis Jerusalem

Eine Leonard Cohen Tour 2017 gab es nie, Cohen starb 2016. Bird on a Wire zeigt die Welttournee von 1972 durch 20 Städte, von Dublin bis Jerusalem.

Musik1970er1974
Eintrag vom 6. Juli 2026

Eine Leonard Cohen Tour 2017 hat es nie gegeben. Cohen starb am 7. November 2016 in Los Angeles, wenige Wochen nach dem Album „You Want It Darker“. Die Tournee, die man sich stattdessen anschauen sollte, liegt 45 Jahre davor: die Europatournee von 1972, die Tony Palmer im Film „Bird on a Wire“ festgehalten hat. 20 Städte, Beginn in Dublin, Ende in Jerusalem.

Warum es keine Leonard Cohen Tour 2017 gab

Cohen hatte das Touren lange hinter sich gelassen. Nach 1993 trat er über ein Jahrzehnt nicht auf und zog sich zeitweise in ein Zen-Kloster auf dem Mount Baldy bei Los Angeles zurück. Erst als 2004 herauskam, dass seine frühere Managerin Kelley Lynch den größten Teil seines Vermögens abgezogen hatte, ging er wieder auf die Bühne. Die Comeback-Tour begann 2008 im kanadischen Fredericton, und aus einem Jahr wurden fünf: bis Ende 2013 spielte Cohen weltweit, zuletzt in Neuseeland.

Danach kamen die Alben „Popular Problems“ (2014) und „You Want It Darker“ (2016), aber keine Konzerte mehr. Eine Leonard Cohen Tour 2017 war nie geplant. Was in dieser Zeit angekündigt wurde, waren Tribute-Abende, bei denen andere seine Lieder sangen.

Bird on a Wire: die Welttournee von 1972 in 20 Städten

Im Frühjahr 1972 war Cohen 37 Jahre alt und hatte drei Alben veröffentlicht, das jüngste war „Songs of Love and Hate“ von 1971. Die Tournee führte durch 20 europäische Städte, darunter Kopenhagen, Berlin, Wien, Paris und London. Auf der Bühne stand eine Band, die Cohen „The Army“ nannte, mit Jennifer Warnes als einer der Sängerinnen, die ihn Jahrzehnte später mit dem Album „Famous Blue Raincoat“ ehren sollte.

Der britische Filmemacher Tony Palmer reiste mit der Kamera mit. Er filmte die Konzerte, dazu die Hotelzimmer, die Backstage-Räume, die Diskussionen mit Veranstaltern über schlechte Tontechnik und die Gespräche mit Zuschauern, die ihr Geld zurückwollten.

Der fertige Film lief 1974 nur kurz. Cohen selbst war unzufrieden mit einer Fassung, das Material wurde umgeschnitten und geriet in Vergessenheit. Erst 2009 tauchten die Originalrollen wieder auf, Palmer stellte den Film neu zusammen, und 2010 erschien die restaurierte Fassung. Wenn du den Film heute siehst, siehst du also eine Rekonstruktion, keine Premierenkopie.

Von Dublin bis Jerusalem: der Abend, der den Film trägt

Die Tournee begann in Dublin und endete in Jerusalem, und das letzte Konzert ist der Grund, warum man „Bird on a Wire“ überhaupt kennt. Cohen hatte in Tel Aviv am Abend zuvor ein Konzert erlebt, bei dem Ordner Zuschauer von der Bühne wegdrängten. In Jerusalem brach er nach wenigen Liedern ab, sagte dem Publikum, er könne die Verbindung nicht herstellen, und ging.

Das Publikum ging nicht. Es sang. Backstage rasierte sich Cohen, die Band diskutierte, und irgendwann kam er zurück auf die Bühne, um weiterzuspielen. Palmers Kamera ist dabei, in beiden Räumen.

Das ist eine unangenehme Szene, und sie ist gerade deshalb stark. Sie zeigt einen Sänger, der nicht funktioniert, in einem Beruf, in dem Funktionieren alles ist.

Leonard Cohen Biografie: wo man weiterliest

Wer nach dem Film mehr wissen will, greift am besten zu Sylvie Simmons’ „I’m Your Man“ von 2012, der bislang gründlichsten Leonard Cohen Biografie, auf Deutsch bei btb erschienen. Simmons hat die Musiker der Tournee von 1972 befragt und ordnet den Film in Cohens Leben ein: das Aufwachsen in Montreal, wo er am 21. September 1934 geboren wurde, die Jahre als Dichter und Romanautor mit „The Favourite Game“ (1963) und „Beautiful Losers“ (1966), die Insel Hydra, und erst dann, mit über dreißig, die Musik.

Cohens eigene Bücher stehen unter Bücher neben anderen Autoren, die zwischen Lyrik und Song wechseln. Seine Alben und die Tourgeschichte findest du im Bereich Musik und in der Übersicht der 1970er Jahre.

Ein Detail aus dem Film bleibt hängen: Cohen fragt in einem Interview, ob er überhaupt ein Sänger sei. Die Antwort gibt Jerusalem.

Fragen zu Leonard Cohen Tour 2017 gab es nicht

Gab es eine Leonard Cohen Tour 2017 oder 2016?

Nein. Leonard Cohen starb am 7. November 2016 in Los Angeles im Alter von 82 Jahren. Seine letzte Tournee war die Old Ideas World Tour, die 2012 begann und Ende 2013 in Neuseeland endete. Alle Termine, die für 2016 oder 2017 im Umlauf waren, bezogen sich auf Tribute-Abende, nicht auf Cohen selbst.

Was ist Bird on a Wire?

Bird on a Wire ist ein Konzert- und Tourfilm von Tony Palmer über Leonard Cohens Europatournee im Frühjahr 1972. Der Film lief 1974 kurz, verschwand danach und wurde von Palmer aus wiedergefundenem Material neu geschnitten; die restaurierte Fassung erschien 2010.

Was passierte beim Konzert in Jerusalem 1972?

Beim letzten Konzert der Tournee verließ Cohen mitten im Auftritt die Bühne, weil er das Gefühl hatte, das Publikum nicht zu erreichen. Die Zuschauer sangen, statt zu gehen, und Cohen kam zurück, um das Konzert zu beenden. Die Szene ist der emotionale Kern des Films.

Welche Leonard Cohen Biografie lohnt sich?

Die umfangreichste ist „I'm Your Man“ von Sylvie Simmons aus dem Jahr 2012, die auf Deutsch bei btb erschien. Simmons hat mit Cohen selbst und mit vielen Weggefährten gesprochen, darunter Musiker der Tournee von 1972.