FAKE von Robert T. Kiyosaki
Die Wahrheit über schlechtes Geld, falsche Lehrer und unechte Vermögenswerte
Robert T. Kiyosakis Buch FAKE trennt echtes von falschem Geld, echte von falschen Lehrern und echte von unechten Vermögenswerten: Aufbau, Thesen, Autor.

Jeden Tag prasseln Nachrichten, Zahlen und Ansichten auf den Einzelnen ein, und woran soll er erkennen, was davon stimmt? Robert T. Kiyosaki gibt darauf in „FAKE“ eine einfache Antwort: an der Bildung, genauer an der finanziellen Bildung. Der Untertitel der deutschen Ausgabe spannt das Programm auf: „Die Wahrheit über schlechtes Geld, falsche Lehrer und unechte Vermögenswerte – Wie Lügen die Reichen reich und die Armen ärmer machen“.
Das Buch erschien am 13. November 2019 im FinanzBuch Verlag, gebunden, 464 Seiten. Es ist das umfangreichste Werk Kiyosakis seit „Rich Dad Poor Dad“, dem Bestseller von 1997, mit dem er bekannt wurde.
Drei Sorten Fake
Der Aufbau folgt dem Titel. Teil eins heißt „Fake-Geld“, Teil zwei „Fake-Lehrer“, Teil drei „Fake-Vermögenswerte“. Jeder Teil hat eine eigene Einführung und sechs bis sieben Kapitel, dazu kommen eine Danksagung mit der Überschrift „Ein Dreier-Schüler dankt einem Einser-Schüler“ und eine Einleitung mit dem Titel „Die Zukunft ist fake“.
Unter Fake-Geld versteht Kiyosaki Papiergeld ohne Deckung. Sein Datum ist 1971, das Jahr, in dem die Vereinigten Staaten die Bindung des Dollars an Gold aufgaben. Seitdem, so seine These, könne die Notenbank Geld in beliebiger Menge drucken, und wer spart, verliere Jahr für Jahr Kaufkraft. Gold und Silber nennt er „das Geld Gottes“, und zwei Kapitel tragen die Überschriften „Sieben praktische Gründe, warum ich echtes Gold und Silber besitze“ und „Acht philosophische Gründe, warum ich echtes Gold und Silber besitze“. Ein weiteres Kapitel fragt den Leser direkt: „Wie viel Geld drucken Sie?“
Der zweite Teil ist der angriffslustigste. Kiyosaki wirft dem Schulsystem vor, über Geld nichts zu lehren und damit Menschen arm zu halten; so heißt ein Kapitel wörtlich. Falsche Lehrer sind für ihn Lehrer, die selbst nie investiert haben, aber über Investieren reden. Dagegen setzt er die Figur des Bildungsunternehmers und die Erfahrung, dass Fehler die besten Lehrer seien. „Wie man viele Fische fängt“ und „Wodurch wurden die drei Weisen weise?“ sind Kapitelüberschriften aus diesem Teil.
Teil drei handelt von Vermögenswerten, die keine sind: Anlageprodukte, Rentenversprechen, Papierwerte, deren Preis von der Geldmenge abhängt und nicht von realem Ertrag. „Wer hat mir mein Geld weggenommen?“ fragt Kapitel 15, und Kapitel 17 stellt die Frage nach dem Ende des US-Dollars. Der Schlussabschnitt heißt „Wie man mit Adlern segelt – in einer Welt, die von Hühnern beherrscht wird“. Subtil ist das nicht, aber Subtilität war nie Kiyosakis Stil.
Was der Leser mitnimmt
Die Grundfrage des Buches lautet: Woran erkennt man Fakten in einer Flut aus Fiktion? Kiyosakis Antwort ist keine Quellenkritik, sondern eine Haltung. Wer versteht, wie Geld entsteht, wie Schulden funktionieren und wer an welchem Produkt verdient, könne die Werbeversprechen der Finanzbranche selbst prüfen. Das Buch will daher weniger Wissen vermitteln als Misstrauen: gegenüber der Zentralbank, gegenüber der Schule, gegenüber dem Finanzberater.
Dass diese Haltung umstritten ist, gehört zur Lektüre dazu. Kiyosakis Empfehlung, Gold und Silber zu halten und auf Sachwerte statt auf Sparpläne zu setzen, teilen längst nicht alle Ökonomen, und seine Kritik am Bildungssystem ist so pauschal, dass sie kaum widerlegbar ist. Wenn du das Buch liest, lohnt es sich, seine Thesen als das zu nehmen, was sie sind: die Position eines Investors, der sein Geld mit Immobilien, Seminaren und Büchern verdient hat und diese Erfahrung verallgemeinert.
Ein Detail, das im deutschen Buchhandel zum Erscheinen für Aufmerksamkeit sorgte: Der Verlag stellte Rezensionsexemplare zur Verfügung und verloste eines davon an Leser. Die Verlosung ist längst beendet, das Buch weiter lieferbar.
Über den Autor
Robert T. Kiyosaki wurde 1947 auf Hawaii geboren. Mit „Rich Dad Poor Dad“ erzählte er 1997 von zwei Vätern: dem leiblichen, einem gut ausgebildeten Beamten, der nie zu Geld kam, und dem Vater eines Freundes, einem Unternehmer ohne Abschluss, der ihm das Denken in Vermögenswerten beibrachte. Das Buch wurde zu einem der meistverkauften Finanzratgeber überhaupt.
Vor rund 25 Jahren gründete er die Rich-Dad-Bewegung, die in vielen Ländern Kurse zu Handel und Investieren anbietet. Nach Verlagsangaben hat er über 15 Bücher geschrieben und mehr als 26 Millionen Exemplare verkauft. Heute tritt er vor allem als Redner auf und widmet sich nach eigenem Bekunden seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Investieren.
Seine Bücher erscheinen auf Deutsch im FinanzBuch Verlag, der zur Münchner Verlagsgruppe gehört. Wer sich für die Reihe interessiert, findet in der Rubrik Bücher weitere Titel aus dem Bereich Business und Börse, und in der Übersicht der 2010er Jahre die Sachbücher, die das Jahrzehnt begleitet haben.
Die Kapitelüberschrift „Unser Vertrauen gehört Gott“ spielt übrigens auf den Aufdruck jeder Dollarnote an: „In God We Trust“. Kiyosakis Pointe dazu lautet, dass auf der Note sonst nichts steht, worauf man vertrauen könnte.
Fragen zu FAKE
Worum geht es in FAKE von Robert T. Kiyosaki?
Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Fake-Geld, Fake-Lehrer und Fake-Vermögenswerte. Kiyosaki argumentiert, dass ungedecktes Papiergeld, ein Bildungssystem ohne Finanzwissen und Anlageprodukte ohne realen Wert die Reichen reicher und die Armen ärmer machen.
Wann ist FAKE auf Deutsch erschienen?
Die deutsche Ausgabe erschien am 13. November 2019 im FinanzBuch Verlag als gebundenes Buch mit 464 Seiten. Das amerikanische Original war im Frühjahr desselben Jahres herausgekommen.
Was meint Kiyosaki mit Fake-Geld?
Geld, das nicht durch Gold oder Silber gedeckt ist und von Zentralbanken beliebig vermehrt werden kann. Als Wendepunkt nennt er das Jahr 1971, in dem die USA die Bindung des Dollars an Gold aufgaben. Gold und Silber bezeichnet er dagegen als das Geld Gottes.
Wer ist Robert T. Kiyosaki?
Ein amerikanischer Unternehmer und Autor, bekannt durch den Bestseller Rich Dad Poor Dad von 1997. Er hat über 15 Bücher geschrieben, die sich nach Verlagsangaben mehr als 26 Millionen Mal verkauft haben, und gründete die Rich-Dad-Bewegung, die Kurse zu Investieren und Finanzbildung anbietet.
Für wen ist das Buch geschrieben?
Für Leser ohne Finanzausbildung, die verstehen wollen, warum Sparen und eine klassische Rente aus Kiyosakis Sicht nicht mehr funktionieren. Fachwissen wird nicht vorausgesetzt, die Sprache ist einfach, die Beispiele stammen aus dem Leben des Autors.
Wie unterscheidet sich FAKE von Rich Dad Poor Dad?
Rich Dad Poor Dad erzählt die Grundidee anhand zweier Vaterfiguren. FAKE ist polemischer und politischer: Es richtet sich gegen das Geldsystem, gegen Schulen und Universitäten und gegen die Finanzindustrie, die nach Kiyosakis Ansicht Anlegern unechte Werte verkauft.