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VinTageBuch

Eigentlich ist Ostern ganz anders

Andrea Schwarz’ Hoffnungstexte von Aschermittwoch bis Pfingsten

Andrea Schwarz begleitet in „Eigentlich ist Ostern ganz anders“ (2018) durch Passionszeit, Ostern und Pfingsten, mit Texten über Dunkelheit und Neubeginn.

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Eintrag vom 25. Feb. 2018 · aktualisiert 11. Sept. 2026
Eigentlich ist Ostern ganz anders: Andrea Schwarz’ Hoffnungstexte von Aschermittwoch bis Pfingsten

Karfreitag ist traurig, die Osternacht beginnt zu einer unmöglichen Uhrzeit, und kalt ist es obendrein. Das Osterfeuer ist ganz nett, das Hochamt mit dem Kirchenchor auch. Aber was heißt das eigentlich, Auferstehung? Mit solchen ehrlichen, fast trotzigen Fragen beginnt Andrea Schwarz ihr Buch „Eigentlich ist Ostern ganz anders. Hoffnungstexte“, erschienen am 5. Februar 2018 bei Herder in der Reihe Herder spektrum, broschiert, 160 Seiten.

Der Titel hat ein Gegenstück im Werk der Autorin, „Eigentlich ist Weihnachten ganz anders“. Auch hier soll ein christliches Fest jenseits von Kitsch und Kommerz neu entdeckt werden, wie der Verlag es formuliert.

Von Aschermittwoch bis Pfingsten

Das Buch folgt dem Kirchenjahr. Es beginnt am Aschermittwoch, mit dem die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern anfängt, führt über Karfreitag und die Osternacht und endet nicht am Ostermontag, sondern fünfzig Tage später an Pfingsten. Wann dieser Weg beginnt, verschiebt sich jedes Jahr: Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April.

Schon der Anfang ist alles andere als festlich. Am Aschermittwoch zeichnen katholische Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn, traditionell aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres, und erinnern daran, dass der Mensch Staub ist.

Dass das Buch erst an Pfingsten endet, ist kein Zufall der Gliederung. Für die Kirche ist Ostern kein Wochenende, sondern eine Festzeit, die erst mit dem Kommen des Heiligen Geistes abgeschlossen ist. Schwarz nimmt diese Dauer ernst und lässt ihre Texte über Wochen reichen, statt die Auferstehung in einem einzigen Feiertag abzuhandeln.

Unterwegs stellt sie Fragen, die sich auch regelmäßige Kirchgänger stellen. Warum wird am Karfreitag ein Kreuz verehrt? Warum brennt in der Osternacht ein Feuer, an dem die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen wird? Kann ein Toter wirklich wieder lebendig werden? Und was ist mit Pfingsten, einem Fest, das wahrscheinlich noch mehr Fragen aufwirft als Ostern selbst?

Zur Krippe gehört das Kreuz

Der Kern des Buches steckt in einem kurzen Satz: „Zur Krippe gehört das Kreuz – zum Leben gehört der Tod.“ Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind für Schwarz keine netten Erinnerungen an das Leben eines Menschen vor zweitausend Jahren, sondern Feste, die mit dem eigenen Leben zu tun haben.

Sie verspricht dabei nichts Bequemes. Leben sei nicht nur freundlich und harmonisch, es könne ziemlich wehtun, und wer behaupte, daran etwas ändern zu können, lüge. Angst und Einsamkeit, Krankheit und Schmerz würden bleiben. Das Osterfest nehme dieses Dunkel nicht weg, aber es sage zu, dass es nicht das letzte Wort habe.

Es gehe also nicht um Schokoladenhasen, gefärbte Eier und den Osterbrunch, sondern um die Einladung, neu anzufangen, mitten durch Traurigkeiten und Ängste hindurch. Eines der stärksten Bilder des Buches beschreibt Ostern nicht als Jubelfest, sondern als „das fahle Licht eines Morgens, an dem kein Halleluja gesungen wird“. Die Frauen am leeren Grab, so erzählen es die Evangelien, erschraken zuerst, bevor sie irgendetwas feierten.

Wenn du mit religiöser Sprache wenig anfangen kannst, ist gerade dieser nüchterne Ton ein guter Zugang. Der Verlag beschreibt die Texte als alltagsnah und ehrlich, behutsam und zupackend, und sie laden dazu ein, sich den eigenen Dunkelheiten zu stellen.

Die Autorin

Andrea Schwarz kam über Umwege zum Schreiben. Sie ist ausgebildete Industriekauffrau und Sozialpädagogin, arbeitete viele Jahre in der Gemeindearbeit im südhessischen Viernheim bei Mannheim und engagierte sich ehrenamtlich bei Projekten der Mariannhiller Schwestern in Südafrika. Heute ist sie pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück, lebt in Steinbild im Emsland und ist als Referentin gefragt.

Außerdem bildet sie Menschen im Bibliolog aus, einer Methode, bei der eine Gruppe einen biblischen Text gemeinsam erschließt, indem die Teilnehmenden sich in die Figuren der Geschichte hineinversetzen und aus deren Sicht sprechen.

Der Verlag zählt sie zu den meistgelesenen christlichen Autorinnen der Gegenwart. Weitere lesenswerte Bücher sind unter Bücher zu finden, andere Neuerscheinungen dieses Jahrzehnts unter 2010er.

Ein Buch für die Zeit zwischen den Festen

„Eigentlich ist Ostern ganz anders“ ist kein theologisches Lehrbuch und will auch keines sein. Es passt zu Menschen, die sich in der Fastenzeit regelmäßig ein paar Minuten für einen Gedanken nehmen wollen, und ebenso zu jemandem, der mit Ostern in diesem Jahr eher Trauer als Freude verbindet.

Wer den Weg bis zum Ende mitgeht, landet an Pfingsten. Der Name des Festes kommt vom griechischen Wort pentekoste, der fünfzigste Tag.

Fragen zu Eigentlich ist Ostern ganz anders: Andrea Schwarz’ Hoffnungstexte

Worum geht es in „Eigentlich ist Ostern ganz anders“?

Andrea Schwarz begleitet ihre Leserinnen und Leser mit Texten durch die Zeit von Aschermittwoch über Karfreitag und Ostern bis Pfingsten. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Auferstehung heute bedeuten kann, wenn Leid, Angst und Tod nicht einfach verschwinden.

Wann und wo ist das Buch erschienen?

Das Buch kam am 5. Februar 2018 im Verlag Herder in der Reihe Herder spektrum heraus, broschiert mit 160 Seiten.

Wer ist Andrea Schwarz?

Andrea Schwarz ist gelernte Industriekauffrau und Sozialpädagogin. Sie arbeitete viele Jahre in der Gemeindearbeit in Viernheim, engagierte sich ehrenamtlich bei Projekten der Mariannhiller Schwestern in Südafrika und ist pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück. Sie lebt in Steinbild im Emsland und arbeitet als Referentin und Ausbilderin für Bibliolog.

Warum dauert die Osterzeit bis Pfingsten?

Im Kirchenjahr ist Ostern kein einzelner Feiertag, sondern eine Festzeit von fünfzig Tagen. Sie endet mit Pfingsten, dessen Name auf das griechische Wort für den fünfzigsten Tag zurückgeht, und erinnert an das Kommen des Heiligen Geistes.

Für wen eignet sich das Buch?

Es richtet sich an Menschen, die Ostern bewusster erleben wollen, als es zwischen Schokoladenhasen und Festtagsbrunch meist möglich ist, auch an solche, die mit Begriffen wie Auferstehung wenig anfangen können. Theologisches Vorwissen setzt es nicht voraus.