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Das Phantom der Oper – Gaston Leroux’ Roman, das Musical von Andrew Lloyd Webber und alle Verfilmungen

Das Phantom der Oper als Roman von Gaston Leroux, als Musical und in sechs Verfilmungen: Handlung, historischer Kern im Palais Garnier, Unterschiede.

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Eintrag vom 21. Dez. 2019 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Ein entstellter Mann im Keller eines Opernhauses, eine Sängerin, die ihn für einen Engel hält, und ein Kronleuchter, der in den Zuschauerraum stürzt. Das Phantom der Oper Roman von Gaston Leroux erschien 1910 als Buch, nachdem die Geschichte ein Vierteljahr lang in Fortsetzungen durch die Pariser Tageszeitung „Le Gaulois“ gelaufen war. Was als Schauergeschichte für Zeitungsleser begann, ist heute vor allem durch das Musical von Andrew Lloyd Webber bekannt, das seit 1986 in London läuft und am Broadway 35 Jahre lang durchhielt. Dazwischen liegen ein halbes Dutzend Verfilmungen, ein Fernsehzweiteiler und eine Hamburger Produktion, für die ein ganzes Theater gebaut wurde.

Der Roman: Fortsetzungen in „Le Gaulois“ 1909 und 1910

Gaston Leroux, geboren 1868 in Paris, war Gerichtsreporter und Auslandskorrespondent, bevor er Romane schrieb. Für „Le Matin“ berichtete er aus Russland und aus Gerichtssälen; 1907 gelang ihm mit „Das Geheimnis des gelben Zimmers“ ein Kriminalroman, der den Reporter Rouletabille zur Serienfigur machte. Zwei Jahre später begann „Le Gaulois“ am 23. September 1909 mit dem Abdruck von „Le Fantôme de l’Opéra“. Die letzte Folge erschien am 8. Januar 1910, die Buchausgabe im selben Jahr bei Pierre Lafitte.

Das Fortsetzungsformat erklärt die Bauweise des Textes: Jede Folge endet mit einem Haken, und der Erzähler tritt als Rechercheur auf, der Zeugen befragt und Akten zitiert. Leroux behauptet im Vorwort, das Phantom habe tatsächlich existiert. Das ist Reportage-Pose als Kunstgriff, und sie funktioniert bis heute, weil der Journalist Leroux wusste, wie glaubwürdige Zeugenaussagen klingen.

Das Phantom der Oper Roman von Gaston Leroux gehört in die Reihe der großen Schauerromane um die Jahrhundertwende, neben Bram Stokers „Dracula“ von 1897, und im Überblick über die Bücher und Filme der 1900er Jahre steht er deshalb weit vorn.

Deutsche Übersetzungen

Die erste deutsche Ausgabe erschien 1912 im Verlag Albert Langen in München, übersetzt von Rudolf Brettschneider. Die Übertragung, die sich durchgesetzt hat, stammt von Johannes Piron und kam 1968 in der Hanser-Reihe „Bibliotheca Dracula“ heraus, meist begleitet vom Nachwort des Germanisten Richard Alewyn. Wer den Roman heute auf Deutsch liest, liest fast immer Piron.

Das Palais Garnier: der See, die Keller, der Kronleuchter

Der historische Kern der Geschichte ist das Gebäude. Charles Garnier baute die Pariser Oper zwischen 1861 und 1875, und schon beim Aushub stieß man auf Grundwasser, das sich nicht abpumpen ließ. Garnier ließ das Becken mit Beton fassen und in die Statik einbeziehen; die Zisterne unter dem Bühnenhaus existiert bis heute und wird von der Pariser Feuerwehr für Tauchübungen genutzt. Aus diesem Wasserbecken macht Leroux den unterirdischen See, über den Erik mit dem Boot zu seinem Haus fährt.

Der zweite reale Baustein ist ein Unglück. Am 20. Mai 1896 riss während einer Vorstellung ein Gegengewicht des großen Kronleuchters aus der Aufhängung, durchschlug die Decke und tötete eine Zuschauerin. Leroux, damals Reporter, kannte den Fall. Im Roman wird daraus der Sturz des gesamten Lüsters, den das Phantom als Rache dafür inszeniert, dass die Direktoren seine Loge Nummer 5 verkauft haben.

Kellergeschosse, Schnürböden und die Loge 5 stimmen mit dem Haus überein. Erfunden sind Erik, seine Falltüren und die Folterkammer, und selbst dafür liefert Leroux eine Herkunft: Erik habe als Baumeister an der Oper mitgearbeitet und sich dabei seine Gänge angelegt.

Das Phantom der Oper – Handlung mit Christine Daaé, Raoul und Erik

Die Phantom der Oper Handlung beginnt an dem Abend, an dem die alten Direktoren der Oper abtreten. Bei der Abschiedsgala singt die bislang unbekannte Christine Daaé so, dass das Haus verstummt, und im selben Moment findet man den Bühnenarbeiter Joseph Buquet erhängt in den Kulissen. Die Tänzerinnen sind sich sicher: Das war das Phantom der Oper, das seit Monaten in den Gängen gesehen wird.

Im Publikum sitzt Raoul, Vicomte de Chagny, der Christine aus Kindertagen in der Bretagne kennt. Er sucht sie in ihrer Garderobe auf, sie schickt ihn weg, und durch die Tür hört er eine Männerstimme. Danach ist die Garderobe leer.

Die neuen Direktoren Richard und Moncharmin erfahren aus dem Übergabeprotokoll, dass das Phantom monatlich 20.000 Francs und die dauerhafte Nutzung der Loge 5 verlangt. Sie halten das für einen Scherz ihrer Vorgänger, verkaufen die Loge, und der Ärger beginnt.

Christine glaubt, von dem „Engel der Musik“ unterrichtet zu werden, den ihr sterbender Vater, ein schwedischer Geiger, versprochen hatte. Die Stimme, die sie durch die Garderobenwand hört, gehört jedoch Erik, einem Mann mit einem Gesicht, das Leroux als lebendigen Totenschädel beschreibt. Nach dem Sturz des Kronleuchters während einer Aufführung von Gounods „Faust“ nimmt Erik Christine zum ersten Mal mit in sein Haus am See. Sie reißt ihm die Maske vom Gesicht, er hält sie zwei Wochen fest und lässt sie erst gehen, als sie ihm Rückkehr verspricht.

Der Rest der Phantom der Oper Handlung ist eine Flucht in Etappen. Auf dem Maskenball, wo Erik als „Roter Tod“ erscheint, gesteht Christine Raoul ihre Liebe; auf dem Dach der Oper erzählt sie ihm die ganze Geschichte, während Erik unter ihnen in einer Apollo-Statue lauscht. Bei ihrem nächsten Auftritt als Margarete verschwindet Christine auf offener Bühne. Raoul und der Perser, ein früherer Polizeichef, der Erik aus dessen Zeit am Hof des Schahs kennt, steigen in die Keller hinab und landen in Eriks Folterkammer, einem Spiegelraum, den Erik in Persien für Hinrichtungen entworfen hatte.

Erik stellt Christine vor die Wahl zwischen zwei Figuren in einem Kästchen: der Skorpion bedeutet die Hochzeit mit ihm, die Heuschrecke sprengt die Oper samt Publikum in die Luft. Christine wählt den Skorpion. Dann geschieht das, was den Roman von seinen Bearbeitungen unterscheidet: Sie erlaubt Erik, sie auf die Stirn zu küssen, er weint, weil ihn nie zuvor jemand geküsst hat, und lässt sie und Raoul frei. Drei Wochen später erscheint in der Zeitung „L’Époque“ die Anzeige „Erik ist tot“.

Raouls älterer Bruder Philippe, Comte de Chagny, ertrinkt im See, als er dem Paar nachsetzt. Leroux lässt offen, ob Erik ihn getötet hat.

Wer Erik war

Im Epilog trägt der Erzähler zusammen, was der Perser über Erik weiß. Geboren in der Nähe von Rouen als Sohn eines Maurers, wegen seines Gesichts von der Mutter mit einer Maske versehen, auf Jahrmärkten als „lebender Leichnam“ gezeigt, dann Baumeister und Zauberkünstler am Hof in Persien, wo er Falltüren und die Spiegelkammer erfand. Nach seiner Flucht arbeitete er als Unternehmer beim Bau der Pariser Oper mit. Das ist die Biografie eines Ingenieurs, keines Gespensts.

Die Verfilmungen: von Lon Chaney bis Gerard Butler

Die Verfilmungen beginnen in Deutschland mit einer verschollenen Stummfilmfassung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, von der nur Titel und Besetzung überliefert sind. Die Reihe der Phantom der Oper Musical und Verfilmungen, die man heute noch sehen kann, setzt 1925 ein; weitere Werkseiten aus den frühen Kinojahrzehnten stehen in der Rubrik Filme.

1925: Lon Chaney und die Demaskierung

Universal Pictures ließ einen kompletten Zuschauerraum der Pariser Oper auf dem Studiogelände nachbauen; die Halle stand bis 2014. Lon Chaney, der „Mann mit den tausend Gesichtern“, schminkte sich selbst und hielt sein Aussehen bis zur Premiere geheim. Die Szene, in der Mary Philbin als Christine ihm die Maske herunterreißt und die Kamera in die Totenschädel-Fratze schneidet, ist bis heute das bekannteste Bild des Stummfilms. Der Maskenball wurde in Zweifarben-Technicolor gedreht, der Rest in Schwarzweiß. Regie führte Rupert Julian, mit dem Chaney sich so zerstritt, dass Teile des Films ohne ihn nachgedreht wurden. Der Film gehört zu den Werken, an denen sich der Stummfilm der 1920er Jahre messen lässt.

Zu einem Detail sollte man sich nichts vormachen: Der Film ist keine getreue Verfilmung. Erik stirbt hier nicht an gebrochenem Herzen, sondern wird vom Mob in die Seine geworfen.

1943: Claude Rains in Technicolor

Universal versuchte es achtzehn Jahre später erneut, diesmal mit Ton und Farbe und auf derselben Bühne. Arthur Lubin inszenierte Claude Rains als Geiger Erique Claudin, der durch Säure entstellt wird und Christine (Susanna Foster) zur Primadonna machen will; Nelson Eddy singt den Nebenbuhler. Zur Hälfte ist das Operettenfilm, doch die Ausstattung brachte zwei Oscars, für Farbkamera und Farbszenenbild.

1962: Hammer verlegt die Oper nach London

Die britische Hammer-Produktion unter Terence Fisher, dem Regisseur der Dracula- und Frankenstein-Filme des Studios, verlegt die Handlung nach London und macht aus dem Phantom (Herbert Lom) einen betrogenen Komponisten, dem ein adliger Verleger die Oper gestohlen hat. Heather Sears spielt Christine. Der Film ist zahmer als andere Hammer-Titel und blieb im Kino hinter den Erwartungen.

1974, 1989, 1990, 1998: die freien Bearbeitungen

Brian De Palma verlegte den Stoff 1974 als „Phantom of the Paradise“ in die Rockmusikbranche, mit Paul Williams als teuflischem Produzenten und William Finley als Komponisten, der sein Gesicht in einer Plattenpresse verliert. 1989 spielte Robert Englund, damals als Freddy Krueger bekannt, ein Phantom, das im viktorianischen London Haut von seinen Opfern näht; die Handlung ist in eine New Yorker Rahmengeschichte eingebettet. Ein Jahr später inszenierte Tony Richardson einen Fernsehzweiteiler mit Charles Dance als Phantom und Burt Lancaster als dessen Vater, dem Operndirektor, nach einem Drehbuch von Arthur Kopit. 1998 drehte Dario Argento eine Fassung mit Julian Sands, in der das Phantom kein entstelltes Gesicht hat und von Ratten aufgezogen wurde. Von diesen vier Verfilmungen liegt Richardsons Zweiteiler dem Roman am nächsten, De Palmas Film am weitesten entfernt; sehenswert sind beide.

2004: Joel Schumacher verfilmt das Musical

Die Verfilmung von 2004 folgt nicht dem Roman, sondern der Bühnenfassung. Joel Schumacher besetzte Gerard Butler als Phantom, Emmy Rossum als Christine, Patrick Wilson als Raoul, Minnie Driver als Carlotta und Miranda Richardson als Madame Giry. Andrew Lloyd Webber produzierte mit und schrieb für den Abspann das Lied „Learn to Be Lonely“; der Film erhielt drei Oscar-Nominierungen für Kamera, Szenenbild und dieses Lied. Butler hatte keine Gesangsausbildung, und das hört man.

Das Musical von Andrew Lloyd Webber: London 1986, Broadway 1988

Andrew Lloyd Webber probierte die Musik 1985 bei seinem Sommerfestival in Sydmonton aus, bevor das Stück am 9. Oktober 1986 im Her Majesty’s Theatre in London Premiere hatte. Die Liedtexte stammen von Charles Hart, ergänzt von Richard Stilgoe, die Regie führte Harold Prince, das Bühnenbild mit dem herabstürzenden Kronleuchter und der Gondelfahrt durch die Kerzen entwarf Maria Björnson. Michael Crawford spielte das Phantom, Sarah Brightman, damals Lloyd Webbers Ehefrau, die Christine, Steve Barton den Raoul.

Die Broadway-Premiere folgte am 26. Januar 1988 im Majestic Theatre, mit derselben Besetzung. Das Phantom der Oper gewann sieben Tony Awards, darunter den für das beste Musical. Im Januar 2006 überholte es „Cats“ als am längsten laufende Broadway-Produktion. Als es am 16. April 2023 schloss, hatte es 13.981 Vorstellungen gespielt. In London läuft es noch, das Theater heißt seit 2023 His Majesty’s Theatre.

Ein Nebenstrang: 2010 brachte Lloyd Webber mit „Love Never Dies“ eine Fortsetzung heraus, die das Phantom und Christine zehn Jahre später auf Coney Island zusammenführt, angelehnt an Frederick Forsyths Roman „Das Phantom von Manhattan“. Ein Erfolg wie das Original wurde sie nie. Die Aufnahmen beider Stücke stehen in der Rubrik Musik neben den Alben der Jahrzehnte.

Hamburg 1990: Die Neue Flora

Die deutschsprachige Erstaufführung erlebte Hamburg. Der Produzent Stella wollte das Stück zunächst im alten Flora-Theater im Schanzenviertel spielen; der Umbau löste 1988 und 1989 Proteste aus, das Gebäude wurde besetzt und ist seither die „Rote Flora“. Stella baute daraufhin an der Stresemannstraße ein neues Haus, die Neue Flora, das am 29. Juni 1990 mit der Premiere eröffnete. Peter Hofmann, Wagner-Tenor aus Bayreuth, sang das Phantom, Anna Maria Kaufmann die Christine. Die deutsche Fassung schrieb Michael Kunze.

Die Produktion lief elf Jahre, bis 2001. Von 2013 bis 2015 kehrte das Stück in die Neue Flora zurück, danach folgte eine Spielzeit in Oberhausen. Für viele, die in den Neunzigern nach Hamburg fuhren, war es das erste Musical überhaupt.

Roman und Musical im Vergleich

Wer nach dem Musical zum Roman greift, findet eine andere Geschichte, und die Phantom der Oper Musical und Verfilmungen seit 2004 folgen ihr. Lloyd Webber und Hart haben gestrafft, verschoben und erfunden, und die Änderungen sind konsequent.

Der Perser fehlt. Sein Wissen über Erik geht im Musical auf Madame Giry über, die Ballettmeisterin, die das Phantom als Kind auf einem Jahrmarkt sah. Raouls Bruder Philippe fehlt ebenfalls, und mit ihm der Tod im See. Die Opern, die auf der Bühne gespielt werden, sind im Roman Gounods „Faust“; das Musical erfindet stattdessen „Hannibal“, „Il Muto“ und Eriks eigene Oper „Don Juan Triumphant“, die im Roman zwar erwähnt, aber nie aufgeführt wird.

Der Kronleuchter fällt im Musical als Schlussbild des ersten Akts und trifft niemanden. Im Roman fällt er mitten in der Geschichte und tötet eine Concierge, genau wie das Gegengewicht von 1896.

Der Name Erik wird im Musical nie ausgesprochen; die Figur heißt im Programm „Das Phantom der Oper“. Und das Ende ist ein anderes: Auf der Bühne verschwindet das Phantom, nachdem Christine ihn geküsst und mit Raoul die Gondel bestiegen hat, und zurück bleibt die Maske auf dem Stuhl. Vom Tod an gebrochenem Herzen, von der Todesanzeige, vom Skelett, das Jahre später bei Bauarbeiten unter der Oper gefunden wird, ist nichts übrig. Dafür gewinnt die Bühnenfigur an Würde: Sie ist Komponist und Verführer, nicht der Zauberkünstler mit Lasso, als den Leroux ihn beschreibt.

Ob dir das Musical oder der Roman näherliegt, entscheidet sich an dieser Stelle. Das Musical will Mitleid für das Phantom, der Roman will Grusel und lässt das Mitleid erst auf den letzten Seiten zu.

Warum die Geschichte trägt

Das Phantom der Oper ist im Kern eine Geschichte über eine Stimme, die einen Körper braucht. Christine liebt den Gesang, bevor sie das Gesicht sieht; Erik weiß das und spielt damit. Dieses Motiv überlebt jede Bearbeitung, ob mit Lon Chaney, Herbert Lom oder Gerard Butler: Der Stummfilm zeigt das Gesicht, der Tonfilm gibt der Stimme Raum, das Musical baut beides zu einer einzigen Nummer zusammen.

Dazu kommt der Ort. Ein Opernhaus mit Kellern, Wasser und Falltüren ist ein fertiger Schauplatz, und Leroux hat ihn nicht erfunden, sondern beschrieben. Der See ist da. Das Gegengewicht fiel. Die Loge 5 gibt es.

Leroux schrieb danach weiter Kriminalgeschichten und starb 1927 in Nizza, zwei Jahre nachdem Lon Chaney sein Phantom in die Kinos gebracht hatte.

Fragen zu Das Phantom der Oper

Wer hat Das Phantom der Oper geschrieben?

Der französische Journalist Gaston Leroux (1868–1927). Er veröffentlichte die Geschichte zuerst als Fortsetzungsroman in der Pariser Tageszeitung „Le Gaulois“, vom 23. September 1909 bis zum 8. Januar 1910; die Buchausgabe folgte 1910. Zuvor war Leroux mit dem Kriminalroman „Das Geheimnis des gelben Zimmers“ (1907) bekannt geworden.

Wie lautet die Phantom der Oper Handlung in Kurzform?

Die junge Sängerin Christine Daaé wird an der Pariser Oper heimlich von einer Stimme unterrichtet, die sie für den „Engel der Musik“ hält. Dahinter steckt Erik, ein entstellter Mann, der in den Kellern des Opernhauses lebt und das Haus mit Drohbriefen und Sabotage erpresst. Als Christine sich ihrem Jugendfreund Raoul de Chagny zuwendet, entführt Erik sie in sein Reich am unterirdischen See; Raoul und ein Bekannter Eriks, „der Perser“, geraten dabei in eine Folterkammer. Christine erkauft ihr Leben mit einem Kuss, Erik lässt alle frei und stirbt kurz darauf.

Gab es das Phantom der Oper wirklich?

Nein, Erik ist eine Erfindung Leroux’. Der Rahmen stimmt aber: Das Palais Garnier steht auf einem Grundwasserbecken, das beim Bau als Zisterne gefasst wurde, und am 20. Mai 1896 fiel während einer Vorstellung ein Gegengewicht des großen Kronleuchters in den Zuschauerraum und tötete eine Besucherin. Leroux behauptet im Vorwort des Romans, das Phantom habe wirklich existiert, was zur Erzählmasche gehört.

Welche Verfilmungen von Das Phantom der Oper gibt es?

Die wichtigsten sind der Stummfilm von 1925 mit Lon Chaney, der Technicolor-Film von 1943 mit Claude Rains, die Hammer-Version von 1962 mit Herbert Lom, der Horrorfilm von 1989 mit Robert Englund, der Fernsehzweiteiler von 1990 mit Charles Dance und die Musicalverfilmung von 2004 mit Gerard Butler und Emmy Rossum. Dazu kommen freiere Bearbeitungen wie Brian De Palmas „Phantom of the Paradise“ (1974) und Dario Argentos Fassung von 1998.

Wann hatte das Musical von Andrew Lloyd Webber Premiere?

Am 9. Oktober 1986 im Her Majesty’s Theatre in London, mit Michael Crawford als Phantom und Sarah Brightman als Christine. Die Broadway-Premiere folgte am 26. Januar 1988 im Majestic Theatre. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 29. Juni 1990 in der eigens gebauten Neuen Flora in Hamburg statt.

Was unterscheidet das Phantom der Oper Musical vom Roman?

Das Musical verzichtet auf die Figur des Persers und auf Raouls Bruder Philippe, überträgt das Wissen über das Phantom auf Madame Giry und erfindet die Opern „Hannibal“, „Il Muto“ und „Don Juan Triumphant“ als Bühnen-im-Bühne. Der Kronleuchter fällt im Musical am Ende des ersten Akts, im Roman mitten in der Handlung. Und das Musical nennt den Namen Erik kein einziges Mal; der Roman endet mit der Todesanzeige „Erik ist tot“.

Wie lange lief Das Phantom der Oper am Broadway?

Vom 26. Januar 1988 bis zum 16. April 2023, insgesamt 13.981 Vorstellungen. Seit Januar 2006, als es „Cats“ überholte, ist es die am längsten laufende Broadway-Produktion aller Zeiten. In London läuft die Inszenierung weiterhin im His Majesty’s Theatre.

Wer spielte das Phantom in Hamburg 1990?

Der Tenor Peter Hofmann, bekannt von den Bayreuther Festspielen, übernahm die Titelrolle; Anna Maria Kaufmann sang Christine. Die deutsche Textfassung stammt von Michael Kunze. Die Produktion lief bis 2001, 2013 kehrte das Stück für zwei Jahre in die Neue Flora zurück.

Welche deutsche Übersetzung des Romans ist die gängige?

Die Übertragung von Johannes Piron, die 1968 in der Reihe „Bibliotheca Dracula“ des Hanser Verlags erschien, meist mit dem Nachwort von Richard Alewyn. Die erste deutsche Ausgabe kam bereits 1912 bei Albert Langen heraus, übersetzt von Rudolf Brettschneider.

Ist Christine Daaé eine historische Person?

Nein. Leroux legt sie als Tochter eines schwedischen Geigers an, der ihr vor seinem Tod den „Engel der Musik“ verspricht; genau dieses Versprechen nutzt Erik aus. Der Name taucht in keiner Besetzungsliste der Pariser Oper auf, die Figur ist reine Fiktion.