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Audrey Hepburn: Leben, Filme und Filmografie 1948 bis 1989

Audrey Hepburn: Ein Leben in Bildern und die Filmografie von 1948 bis 1989

Audrey Hepburn von der Ballettschülerin zur Stilikone: Ein Herz und eine Krone, Sabrina, Frühstück bei Tiffany, UNICEF und die Filmografie 1948 bis 1989.

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Eintrag vom 18. Nov. 2019 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Audrey Hepburn kam am 4. Mai 1929 als Audrey Kathleen Ruston in Ixelles bei Brüssel zur Welt und starb am 20. Januar 1993 in Tolochenaz am Genfersee. Dazwischen liegen 31 Filme, ein Oscar, ein Emmy, zwei Tony Awards und ein Grammy, eine Modeära, die bis heute nach ihr benannt wird, und ein zweites Leben als Sonderbotschafterin für UNICEF. Der Bildband „Audrey Hepburn: Ein Leben in Bildern“ (Parragon, 2014, 80 Seiten) erzählt diese Geschichte in Fotos; die Filmografie am Ende dieser Seite erzählt sie in Jahreszahlen.

Ballett, Musicals und ein Werbefilm in Amsterdam

Nach dem Krieg zog die Familie vorübergehend nach Amsterdam. Dort stand Hepburn 1948 zum ersten Mal vor einer Kamera, für den Werbefilm „Nederlands in 7 Lessen“ des Dokumentarfilmers Charles Huguenot van der Linden. Ihr eigentlicher Plan war ein anderer: In London nahm sie bei Marie Rambert Ballettunterricht und wollte Solotänzerin werden.

Daraus wurde nichts. Die Mangelernährung der Kriegsjahre hatte ihr Muskelwachstum beeinträchtigt, und mit den anderen Tänzerinnen konnte sie nicht mithalten. Also Model, dann Musicals im West End, dann kleine Rollen in britischen Filmen wie „One Wild Oat“ und „Das Glück kam über Nacht“ (beide 1951). In „One Wild Oat“ spielte auch Roger Moore mit, ohne gemeinsame Szene; Jahrzehnte später brachte Hepburn den befreundeten Moore zu seinem UNICEF-Engagement, wofür er sich 2009 im Daily Express öffentlich bedankte.

Die Wendung kam durch Zufall an der Riviera. Während der Dreharbeiten zu „Musik in Monte Carlo“ (1951) wohnte Hepburn im selben Hotel wie die Schriftstellerin Colette, die für die Broadway-Fassung ihres Stücks „Gigi“ eine Hauptdarstellerin suchte. Colette sah sie und rief: „Ich habe Gigi gefunden!“ Von November 1951 bis Mai 1952 spielte Hepburn die Gigi am Fulton Theatre in New York, bekam den Theatre World Award, und Hollywood wurde aufmerksam.

Ein Herz und eine Krone: über Nacht zum Star

Für die Prinzessin Ann in „Ein Herz und eine Krone“ (1953) waren Elizabeth Taylor und Jean Simmons im Gespräch. Die Rolle bekam die völlig unbekannte Hepburn, an der Seite von Gregory Peck, unter der Regie von William Wyler. Der Film wurde ein Kassenschlager, und am 26. März 1954 erhielt die 24-Jährige für ihre erste Hauptrolle den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Im Hollywood der 1950er Jahre, das auf Marilyn Monroe und Sophia Loren eingestellt war, wirkte die „grazile Elfe“ wie ein Gegenentwurf. Billy Wilder brachte es auf den Satz: „Diese Frau schafft es noch, den Busen aus der Mode zu bringen.“ Wippende Röcke, das Kleine Schwarze, zu große Sonnenbrillen, das Nickituch, 7/8-Hosen und flache Ballerinas wurden weltweit kopiert. Wer heute durch die Filme der 1950er Jahre blättert, findet kaum eine zweite Schauspielerin, deren Garderobe so direkt in die Kaufhäuser wanderte.

Diese Garderobe hatte einen Namen: Hubert de Givenchy. Als das Studio 1953 für „Sabrina“ bei ihm anfragte, freute er sich auf Katharine Hepburn. Als dann Audrey vor seiner Ateliertür stand, war er ernüchtert: „Ich hatte mir dieses Gesicht, dieses Haar vorgestellt, Katharine Hepburn in ihren Hosenanzügen […] Nun ja, es war eine Enttäuschung.“ Die Enttäuschung hielt nicht lange. Givenchy entwarf fortan ihre Kostüme, im Film und privat, und sie wurde seine Muse. Für „Sabrina“ gab es die zweite Oscar-Nominierung.

Mel Ferrer, Fred Astaire und ein Sturz vom Pferd

1954 stand Hepburn in „Ondine“ am Broadway neben Mel Ferrer und gewann den Tony Award. Bei den Proben verliebten sich die beiden, im September 1954 heirateten sie, 1956 spielten sie gemeinsam in King Vidors „Krieg und Frieden“. Für „Ein süßer Fratz“ (1957) durfte Hepburn endlich tanzen, mit Fred Astaire, auf einer Wiese bei Paris, die nach Dauerregen zum Sumpf wurde. Ihr Kommentar: „20 Jahre habe ich darauf gewartet, mit Fred Astaire zu tanzen, und was kriege ich jetzt? Sumpf!“

Es folgten „Ariane – Liebe am Nachmittag“ (1957) mit Gary Cooper unter Billy Wilder und „Geschichte einer Nonne“ (1959), die dritte Oscar-Nominierung, dazu der David di Donatello und der BAFTA-Award. Ein Projekt mit Alfred Hitchcock zerschlug sich, weil das Drehbuch eine Vergewaltigungsszene enthielt, die Hepburn nicht spielen wollte.

Beim Western „Denen man nicht vergibt“ (1960) stand sie schwanger vor der Kamera, stürzte vom Pferd, brach sich einen Rückenwirbel und verlor kurz darauf das Kind. Es war eine von drei Fehlgeburten. Am 17. Juli 1960 kam in Luzern ihr Sohn Sean zur Welt.

Frühstück bei Tiffany, My Fair Lady und der Rückzug

Für „Frühstück bei Tiffany“ (1961) nach Truman Capote zog die Familie kurzzeitig aus der Schweiz in die USA. Holly Golightly wurde Hepburns berühmteste Rolle und brachte die vierte Oscar-Nominierung. Henry Mancini, der die Musik schrieb, sagte über ihre Version von Moon River: „Es gibt mehr als tausend Versionen davon, aber ihre ist zweifellos die beste.“ In „My Fair Lady“ (1964) wurde sie trotzdem größtenteils von Marni Nixon synchronisiert; eine ausgebildete Singstimme hatte sie nie.

Dazwischen liegen „Charade“ (1963) mit Cary Grant und Walter Matthau, „Wie klaut man eine Million?“ (1966) und „Zwei auf gleichem Weg“ (1967). In „Warte, bis es dunkel ist“ (1967) spielte sie eine Blinde, fünfte Oscar-Nominierung, produziert von Mel Ferrer. Es war die letzte gemeinsame Arbeit; 1968, nach 14 Jahren, wurde die Ehe geschieden. 1969 heiratete Hepburn den italienischen Psychiater Andrea Dotti, 1970 wurde Sohn Luca geboren, 1980 endete auch diese Ehe.

Ende der 1960er zog sie sich von der Leinwand zurück. Bis zu ihrem Tod drehte sie nur noch fünf Filme, zuletzt „Always“ (1989) von Steven Spielberg, in dem sie einen Engel spielt. Die Zeit dazwischen gehörte ihrer Familie und UNICEF. Bei der Oscar-Verleihung 1993, wenige Wochen nach ihrem Tod, erhielt sie posthum den Jean Hersholt Humanitarian Award.

Wenn du nur einen einzigen Hepburn-Film sehen willst, nimm nicht „Frühstück bei Tiffany“, sondern „Ein Herz und eine Krone“: Dort ist sie 24, unbekannt und noch nicht Ikone, und genau das sieht man.

Filmografie 1948 bis 1989

  • 1948: Nederlands in 7 Lessen – Regie: Charles Huguenot van der Linden und Heinz Josephson
  • 1951: One Wild Oat – Regie: Charles Saunders
  • 1951: Mit Küchenbenutzung (Young Wives’ Tale) – Regie: Henry Cass
  • 1951: Wer zuletzt lacht (Laughter in Paradise) – Regie: Mario Zampi
  • 1951: Das Glück kam über Nacht (The Lavender Hill Mob) – Regie: Charles Crichton
  • 1951: Musik in Monte Carlo (Nous irons à Monte Carlo) – Regie: Jean Boyer
  • 1952: Die Verblendeten (Secret People) – Regie: Thorold Dickinson
  • 1953: Monte Carlo (Monte Carlo Baby) – Regie: Jean Boyer und Lester Fuller
  • 1953: Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday) – Regie: William Wyler
  • 1954: Sabrina – Regie: Billy Wilder
  • 1956: Krieg und Frieden (War and Peace) – Regie: King Vidor
  • 1957: Ein süßer Fratz (Funny Face) – Regie: Stanley Donen
  • 1957: Ariane – Liebe am Nachmittag (Love in the Afternoon) – Regie: Billy Wilder
  • 1957: Mayerling – Regie: Anatole Litvak
  • 1959: Geschichte einer Nonne (The Nun’s Story) – Regie: Fred Zinnemann
  • 1959: Tropenglut (Green Mansions) – Regie: Mel Ferrer
  • 1960: Denen man nicht vergibt (The Unforgiven) – Regie: John Huston
  • 1961: Frühstück bei Tiffany (Breakfast at Tiffany’s) – Regie: Blake Edwards
  • 1961: Infam (The Children’s Hour) – Regie: William Wyler
  • 1963: Charade – Regie: Stanley Donen
  • 1964: Zusammen in Paris (Paris When It Sizzles) – Regie: Richard Quine
  • 1964: My Fair Lady – Regie: George Cukor
  • 1966: Wie klaut man eine Million? (How to Steal a Million) – Regie: William Wyler
  • 1967: Zwei auf gleichem Weg (Two for the Road) – Regie: Stanley Donen
  • 1967: Warte, bis es dunkel ist (Wait Until Dark) – Regie: Terence Young
  • 1976: Robin und Marian (Robin and Marian) – Regie: Richard Lester
  • 1979: Blutspur (Bloodline) – Regie: Terence Young
  • 1981: Sie haben alle gelacht (They All Laughed) – Regie: Peter Bogdanovich
  • 1987: Flashpoint Mexico (Love Among Thieves) – Regie: Roger Young
  • 1989: Always – Der Feuerengel von Montana (Always) – Regie: Steven Spielberg

Der Bildband „Audrey Hepburn: Ein Leben in Bildern“ (Parragon Books, 17. Oktober 2014, 80 Seiten, gebunden) ergänzt diese Liste um über 80 Fotos, Zitate und kurze Kommentare; er beginnt mit dem Mädchen, das die Besetzung der Niederlande erlebte, und endet bei der UNICEF-Botschafterin.

Fragen zu Audrey Hepburn: Ein Leben in Bildern und die Filmografie

Für welchen Film bekam Audrey Hepburn ihren Oscar?

Für Ein Herz und eine Krone (1953), ihre erste Hauptrolle überhaupt. Sie spielte die Prinzessin Ann, die in Rom mit einem Reporter (Gregory Peck) ausbüxt, und erhielt am 26. März 1954 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Vier weitere Nominierungen folgten für Sabrina, Geschichte einer Nonne, Frühstück bei Tiffany und Warte, bis es dunkel ist.

Warum wurde Audrey Hepburn in My Fair Lady synchronisiert?

Sie hatte keine ausgebildete Singstimme. Trotz ihrer gelobten Interpretation von Moon River in Frühstück bei Tiffany wurden ihre Gesangsparts in der Musicalverfilmung von 1964 größtenteils von Marni Nixon übernommen.

Wie kam Audrey Hepburn zu Hubert de Givenchy?

1953, während der Vorbereitung zu Sabrina. Givenchy hatte mit Katharine Hepburn gerechnet und war zunächst enttäuscht. Daraus wurde eine lebenslange Freundschaft: Er entwarf fortan ihre Garderobe in Filmen und privat, sie wurde seine Muse.

Mit wem war Audrey Hepburn verheiratet?

Von September 1954 bis 1968 mit dem Schauspieler Mel Ferrer, den sie bei den Proben zu Ondine am Broadway kennenlernte; der gemeinsame Sohn Sean kam 1960 in Luzern zur Welt. 1969 heiratete sie den italienischen Psychiater Andrea Dotti, Vater ihres Sohnes Luca (1970); diese Ehe wurde 1980 geschieden.

Was war Audrey Hepburns letzter Film?

Always (1989) von Steven Spielberg, in dem sie einen Engel spielt. Nach dem Rückzug von der Leinwand Ende der 1960er Jahre drehte sie nur noch fünf Filme und arbeitete überwiegend als Sonderbotschafterin für UNICEF.

Welche Preise hat Audrey Hepburn gewonnen?

Einen Oscar, einen Emmy, zwei Tony Awards und einen Grammy, also alle vier großen Preise der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Bei der Oscar-Verleihung 1993 kam posthum der Jean Hersholt Humanitarian Award hinzu, dazu ein BAFTA und ein David di Donatello für Geschichte einer Nonne.