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Casablanca mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman

Michael Curtiz’ Klassiker von 1942 und seine Entstehung

Michael Curtiz’ „Casablanca“ mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman: Handlung, Drehbuch, Besetzung, „As Time Goes By“ und die deutsche Fassung von 1952.

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Eintrag vom 26. Nov. 2017 · aktualisiert 11. Sept. 2026

Am 26. November 1942 hatte „Casablanca“ im Hollywood Theatre in New York Premiere. Warner Bros. hatte den Termin kurzfristig vorgezogen, denn gut zwei Wochen zuvor waren alliierte Truppen in Marokko gelandet und hatten die Stadt eingenommen, deren Namen der Film trug. Als er im Januar 1943 überall in den USA anlief, trafen sich Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill gerade in Casablanca zu ihrer Konferenz. Bessere Werbung hätte kein Studio erfinden können.

Dabei war der Film mitten im Chaos entstanden, mit einem Drehbuch, das beim ersten Drehtag nicht fertig war, und einem Ende, das niemand kannte.

Transitbriefe in Rick’s Café

Casablanca, Dezember 1941. Frankreich ist von der deutschen Wehrmacht besiegt, Marokko untersteht dem Vichy-Regime. Tausende Flüchtlinge warten in der Stadt auf eine Möglichkeit, über das neutrale Lissabon nach Amerika zu kommen. Polizeichef Louis Renault, gespielt von Claude Rains, verkauft Ausreisevisa gegen Geld oder Gefälligkeiten und hält sich gut mit den Deutschen.

Zwei deutsche Kuriere werden ermordet, ihre Transitbriefe verschwinden. Der kleine Gauner Ugarte, gespielt von Peter Lorre, versteckt sie ausgerechnet bei Rick Blaine, dem Besitzer von Rick’s Café Américain, bevor er verhaftet wird. Rick, ein Amerikaner mit Vergangenheit, hat Waffen nach Äthiopien geschmuggelt und im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik gekämpft. Inzwischen hält er für niemanden mehr den Kopf hin.

Dann betritt Ilsa Lund sein Lokal, zusammen mit ihrem Mann Victor László, einem tschechischen Widerstandskämpfer, den der deutsche Major Strasser verfolgt. Ilsa bittet den Pianisten Sam, „As Time Goes By“ zu spielen, das Lied, das Rick seit Paris nicht mehr hören will. Dort hatten er und Ilsa eine Affäre, bis sie ihn am Bahnhof ohne Erklärung stehen ließ. Sie hatte László für tot gehalten und war zu ihm zurückgekehrt, als sie erfuhr, dass er lebte.

Rick hat die Transitbriefe, László braucht sie. Am Flughafen im Nebel trifft Rick seine Entscheidung, schickt Ilsa mit László ins Flugzeug, erschießt Strasser, und Renault lässt „die üblichen Verdächtigen“ verhaften. Die beiden Männer gehen zusammen davon: „Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“

Ein Drehbuch, das beim Drehen noch nicht fertig war

Die Vorlage war das nie aufgeführte Theaterstück „Everybody Comes to Rick’s“ von Murray Burnett und Joan Alison. Es landete am 8. Dezember 1941, einen Tag nach Pearl Harbor, bei Warner Bros., und das Studio zahlte 20.000 Dollar, für ein ungespieltes Stück damals eine enorme Summe. Produzent Hal B. Wallis gab dem Projekt den Titel „Casablanca“, wohl in der Hoffnung, an den Erfolg des Films „Algiers“ von 1938 anzuknüpfen.

Die Zwillinge Julius und Philip Epstein schrieben den Witz hinein, vor allem die Wortwechsel zwischen Rick und Renault. Howard Koch verstärkte die politischen und melodramatischen Linien, Casey Robinson steuerte ungenannt die Liebesszenen bei. Als die Dreharbeiten am 25. Mai 1942 begannen, war das Buch unvollständig, und Regisseur Michael Curtiz holte die Autoren bald ein. Wie die Geschichte enden sollte, blieb wochenlang offen. Ingrid Bergman schrieb im April an eine Freundin, sie habe wirklich keine Ahnung, worum es in dem Film gehe.

Die Zensurstelle nach dem Hays Code strich Anzüglichkeiten, und die Affäre in Paris ging nur durch, weil Ilsa ihren Mann für tot hielt. Der Schlusssatz kam ganz am Ende hinzu: Wallis ließ ihn nach Drehschluss am 3. August schreiben, und Bogart sprach ihn nachträglich im Tonstudio ein.

Emigranten vor und hinter der Kamera

Nur drei der im Vorspann genannten Darsteller waren in den USA geboren. Curtiz selbst hieß eigentlich Mihály Kertész und war 1926 aus Ungarn nach Hollywood gekommen. Conrad Veidt, der den Nazi Strasser spielte, hatte Deutschland 1933 mit seiner jüdischen Frau verlassen. S. Z. Sakall, der Oberkellner Carl, war ungarischer Jude, Curt Bois, der Taschendieb, kam aus Berlin. Wenn in der Szene mit der „Marseillaise“ Tränen fließen, spielen darin Menschen, die selbst geflohen waren.

Humphrey Bogart war erst 1941 mit „Die Spur des Falken“ vom Nebendarsteller zum Star geworden, und Rick war seine erste romantische Hauptrolle. Ingrid Bergman stand beim Produzenten David O. Selznick unter Vertrag und wurde im Tausch gegen Olivia de Havilland an Warner ausgeliehen. Dooley Wilson, der Sam, war eigentlich Schlagzeuger und Sänger, das Klavier spielte ein Musiker außerhalb des Bildes.

Die Szene am Flughafen entstand im Studio. Weil nach Einbruch der Dunkelheit auf echten Flugfeldern nicht gedreht werden durfte, baute man ein verkleinertes Flugzeug nach und verbarg die Kulisse im Kunstnebel. Die Mechaniker dahinter wurden der Überlieferung nach von kleinwüchsigen Komparsen gespielt, damit das Modell größer wirkte.

„As Time Goes By“ und das Duell der Hymnen

Das Lied von Herman Hupfeld stammt aus dem Jahr 1931 und war schon Teil des Theaterstücks. Filmkomponist Max Steiner hielt es für zu schlicht und wollte es durch eine eigene Melodie ersetzen. Daraus wurde nichts, denn Bergman hatte sich für „Wem die Stunde schlägt“ bereits die Haare kurz schneiden lassen, und die Szenen ließen sich nicht mehr nachdrehen. Steiner baute seine Musik schließlich um „As Time Goes By“ und die „Marseillaise“.

Die berühmteste Musikszene spielt in Ricks Café. Deutsche Offiziere stimmen „Die Wacht am Rhein“ an, László fordert die Kapelle auf, die „Marseillaise“ zu spielen, Rick nickt, und der ganze Saal singt die Deutschen nieder. Ursprünglich war dafür das Horst-Wessel-Lied vorgesehen, doch rechtliche Bedenken wegen der Urheberrechte ließen das Studio umschwenken. Wenn du die Szene siehst, achte auf die junge Französin Yvonne, gespielt von Madeleine Lebeau, die selbst 1940 aus Frankreich geflohen war.

Die deutsche Fassung von 1952

Als „Casablanca“ am 29. August 1952 in die westdeutschen Kinos kam, war vom Krieg kaum etwas übrig. Alle Szenen mit Nationalsozialisten fehlten, die Hymnenszene ebenso, der Film war rund 25 Minuten kürzer. Victor László hieß nun Victor Larsen und war ein norwegischer Atomphysiker, Renault ein Beamter von Interpol. Erst am 5. Oktober 1975 zeigte die ARD eine vollständige, neu synchronisierte Fassung. Bogarts improvisierter Trinkspruch „Here’s looking at you, kid“ ist auf Deutsch als „Ich seh dir in die Augen, Kleines“ zum geflügelten Wort geworden.

Bei der Oscarverleihung im März 1944 gewann „Casablanca“ als bester Film, für die Regie und für das Drehbuch. Umberto Eco hat später erklärt, warum der Film trotz oder wegen seiner Klischees funktioniert: Zwei Klischees seien lächerlich, hundert Klischees ergreifend. Weitere Klassiker aus dieser Zeit findest du unter Filme und im Jahrzehnt der 1940er.

Den Satz, den alle zu kennen glauben, sagt übrigens niemand. „Play it again, Sam“ kommt in „Casablanca“ nicht vor. Ilsa sagt nur: „Play it, Sam.“

Fragen zu Casablanca mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman: Michael Curtiz’ Klassiker

Worum geht es in „Casablanca“?

Im Dezember 1941 betreibt der Amerikaner Rick Blaine in Casablanca einen Nachtclub, in dem Flüchtlinge auf eine Ausreise nach Lissabon hoffen. Eines Abends kommt seine frühere Geliebte Ilsa mit ihrem Mann, dem Widerstandskämpfer Victor László, herein. Rick besitzt zwei Transitbriefe, die den beiden die Flucht ermöglichen würden, und muss sich entscheiden.

Wann hatte „Casablanca“ Premiere?

Die Premiere fand am 26. November 1942 im Hollywood Theatre in New York statt, wenige Wochen nach der Landung der Alliierten in Nordafrika. In den allgemeinen Kinoverleih kam der Film im Januar 1943. In der Bundesrepublik lief er am 29. August 1952 an, zunächst in einer stark gekürzten Fassung.

Wer spielt in „Casablanca“ mit?

Humphrey Bogart spielt Rick Blaine, Ingrid Bergman Ilsa Lund und Paul Henreid Victor László. Claude Rains ist als Polizeichef Renault zu sehen, Conrad Veidt als Major Strasser, dazu Peter Lorre, Sydney Greenstreet und Dooley Wilson als Pianist Sam.

Wird im Film „Play it again, Sam“ gesagt?

Nein. Ilsa sagt „Play it, Sam“ und bittet ihn, „As Time Goes By“ zu spielen, später verlangt Rick von Sam, das Lied für ihn zu spielen. Die berühmte Zeile „Play it again, Sam“ kommt so im Film nicht vor.

Welche Oscars hat „Casablanca“ gewonnen?

Bei der Verleihung im März 1944 gewann „Casablanca“ drei Oscars: als bester Film, für die Regie von Michael Curtiz und für das Drehbuch von Julius und Philip Epstein und Howard Koch.

Warum war die erste deutsche Fassung anders?

Die Kinofassung von 1952 war um rund 25 Minuten gekürzt, alle Szenen mit Nationalsozialisten fehlten. Victor László hieß Victor Larsen und war ein norwegischer Atomphysiker, Renault ein Interpol-Beamter. Erst 1975 zeigte die ARD eine vollständige, neu synchronisierte Fassung.