1000 Places To See Before You Die
Die neue Lebensliste für den Weltreisenden von Patricia Schultz
Patricia Schultz’ „1000 Places To See Before You Die“: 1.220 Seiten Reiseziele von Bamberg bis Lamu, 12 Themenregister, über vier Millionen verkaufte Exemplare. Was das Buch leistet.

Auf 1.220 Seiten beschreibt die New Yorker Journalistin Patricia Schultz Orte und Dinge, die man gesehen haben sollte. „1000 Places To See Before You Die – Die neue Lebensliste für den Weltreisenden“ erscheint auf Deutsch bei Vista Point als Taschenbuch in der dritten, aktualisierten Neuauflage (ISBN 978-3957334466). Es ist der meistverkaufte Reiseführer Deutschlands, und das Buch hat eine eigene Gattung begründet: die Liste als Reiseform.
Die Erstausgabe kam 2003 heraus und war sofort ein Erfolg. Weltweit wurde das Buch in 25 Sprachen übersetzt und über vier Millionen Mal verkauft. Allein die deutsche Erstausgabe verkaufte sich über 750.000 Mal und stand 273 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste – mehr als fünf Jahre. Laut Spiegel Online gehörte es damit zu den zwanzig meistgekauften Büchern des Jahrzehnts auf dem deutschen Markt, quer über alle Genres.
Was in der Lebensliste steht und wie sie aufgebaut ist
Die Auswahl ist eine Mischung. Neben Sehenswürdigkeiten stehen Landschaften, Feste, Bahnstrecken, Bars und Hotels. Am Ende jedes Eintrags folgen praktische Angaben: Wo? Wie? Wann? Dazu Telefonnummern, Webadressen, Hotelpreise, Hinweise auf Reise- oder Tourveranstalter und die beste Reisezeit. Zahlreiche Kapitel enthalten Vorschläge für Hotels und Restaurants.
Zwölf zusätzliche Register sortieren die Orte nach Art des Erlebnisses: Aktivurlaub und Abenteuer, antike Stätten, kulinarische Erlebnisse, Veranstaltungen und Feste, Natur und Naturwunder, Traumstrände, Hotels und Lodges, Burgen und Paläste, Panoramastraßen und Bahnreisen, heilige Stätten, Bars und Weingüter, außergewöhnliche Museen. Wer nicht nach Ländern denkt, sondern nach Lust, findet über diese Register schneller etwas.
Das Besondere liegt in der Auswahl jenseits des Bekannten. Der Eiffelturm und die Freiheitsstatue stehen drin – an deren Entwurf, nebenbei bemerkt, ebenfalls der Ingenieur Alexandre-Gustave Eiffel beteiligt war. Aber daneben stehen der Lammfleischkebab auf dem Tolkuchka-Basar bei Aschgabat, eine Wanderung durch das Baliem-Tal in West-Indonesien, die neuntägige Besteigung des Kilimandscharo, das fränkische Bamberg und ein Gospel-Gottesdienst in Harlem. Die älteste bewohnte Stadt der Welt, so Schultz, liegt auf der Insel Lamu in Kenia. Und in Jukkasjärvi in Schweden kann man in einem Hotel aus Eis übernachten.
Kontinente in Stichproben
Europa nimmt trotz seiner geringen Größe viel Raum ein: gotische Kathedralen und barocke Schlösser im Westen, antike Stätten und abgelegene Buchten im Süden, unberührte Landschaften und alte Bräuche im Osten. Für Russland nennt Schultz das kaum touristisch erschlossene Uralgebirge und die Moskauer Metro, in der Technik, Propaganda und Kunst zusammenfallen. In England liegt Stonehenge nur eine kurze Fahrt von London entfernt.
Für Afrika will sie das Bild von Wüste, Safari und wilden Tieren erweitern und nennt die ägyptischen Pyramiden und die Überreste Alexandrias. Im Nahen Osten stehen der Burj Khalifa mit 828 Metern, die Lehmhochhäuser von Schibam im Jemen, das „Manhattan der Wüste“, und Mekka. Für Asien verrät sie, dass die Strände von Kep in Kambodscha den Status eines Nationalheiligtums haben, und dass in Tokio Konsumtempel und buddhistische Tempel nebeneinander bestehen.
Australien und Neuseeland sind das Kapitel für Rucksackreisende: Auf Lord Howe Island fressen tropische Fische aus der Hand, in Rotorua auf der Nordinsel Neuseelands steigen Schlamm, Geysire und Schwefeldämpfe aus der Erde, und auf der Pazifikinsel Yap hat sich eine der letzten Inselkulturen dem westlichen Leben verschlossen.
Aus ihrem Heimatland, den USA, berichtet Schultz am ausführlichsten – von der Amischen-Gemeinde Shipshewana in Indiana, wo bis heute Pferdekutschen fahren, bis zum Mardi Gras in New Orleans. In Kanada nennt sie den Gros-Morne-Nationalpark mit Fjorden, Stränden und Sümpfen. Und für Lateinamerika gehören für sie der Tango in Argentinien und der Karneval von Rio genauso auf die Liste wie die heiligen Stätten der indigenen Bevölkerung und die Megacitys.
Die Karibik behandelt sie unter einem Stichwort, das man sich merken kann: absichtliches Abtauchen. Britische Jungferninseln, Jamaika, die Grenadinen – Orte, an denen man sich fragt, ob es wirklich so schlimm wäre, ein paar Wochen zu stranden.
Eine Journalistin, die das Reisen zum Beruf gemacht hat
Patricia Schultz lebt in New York. Ihr erstes Eintauchen in eine fremde Sprache und Kultur erlebte sie als Mädchen beim Besuch einer Freundin in der Dominikanischen Republik; die Erfahrung prägte sie so, dass sie das Reisen zum Lebensinhalt machte. Bei der Zusammenstellung der 1000 Orte folgte sie nach eigener Aussage Herz und Bauchgefühl und wollte eine Liste, die großartige und bescheidene, bekannte und unbekannte Orte vereint.
Ihre Haltung zum Reisen fasst sie so zusammen: „Ich glaube, dass Reisen uns zu besseren Menschen und zu bewussteren Weltbürgern macht. Ich betrachte es als Privileg und Geschenk – es muntert mich auf, macht mich leichter, erweitert meinen Horizont. Das Wichtigste – und Einfachste – ist: Reisen bringt uns Freude.“
Im April 2018 zitierte der Condé Nast Traveler Schultz in einem Beitrag darüber, warum mehr Frauen allein reisen sollten – ein Thema, das sie seit Jahren begleitet.
Die Liste als Reiseform, mit Einschränkung
Die Reisekultur hat sich seit der Erstausgabe von 2003 verändert. Billigflüge und Couchsurfing haben das Globetrotting für viele erschwinglich gemacht; die Traumreise ist ein paar Klicks entfernt. Die Liste von Patricia Schultz versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Pflichtprogramm. Es sind Orte, die man sich wünschen darf, nicht Orte, die man abarbeiten muss.
Genau hier lohnt ein kritischer Blick. Ein Buch, das tausend Ziele in einer Reihe nennt, verführt zum Abhaken. Wer die Liste so liest, hat am Ende viel gesehen und wenig erlebt. Wer sie als Anregung liest – als Katalog, aus dem man drei Orte für die nächsten fünf Jahre auswählt – hat den besseren Gebrauch gefunden. Und du wirst feststellen, dass die Einträge zu Orten, die du schon kennst, ein guter Test dafür sind, wie viel du den anderen glauben kannst.
Vista Point hat die Marke um Reisekalender und ein Reisetagebuch mit Checkliste der 1000 Orte erweitert. Für den deutschsprachigen Raum gibt es außerdem den Band „1000 Places To See Before You Die: Deutschland, Österreich, Schweiz“, der dieselbe Idee auf drei Länder anwendet.
Weitere Reisebücher sind unter /buecher/ versammelt.
Fragen zu 1000 Places To See Before You Die: Die neue Lebensliste für den Weltreisenden
Was ist „1000 Places To See Before You Die“?
Ein Reisebuch der New Yorker Journalistin Patricia Schultz, das 1.000 Orte, Landschaften, Feste und Hotels auf allen Kontinenten beschreibt. Die deutsche Ausgabe erscheint bei Vista Point als Taschenbuch mit 1.220 Seiten in einer dritten, aktualisierten Neuauflage.
Wie erfolgreich ist das Buch?
Die Erstausgabe erschien 2003. Weltweit wurde das Buch in 25 Sprachen übersetzt und über vier Millionen Mal verkauft. Allein die deutsche Erstausgabe verkaufte sich über 750.000 Mal und stand 273 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Es gilt als meistverkaufter Reiseführer in Deutschland.
Wie ist „1000 Places To See Before You Die“ aufgebaut?
Die Einträge sind nach Kontinenten und Ländern geordnet. Am Ende jedes Eintrags stehen praktische Angaben: Wo, Wie, Wann, dazu Telefonnummern, Webadressen, Hotel- und Reiseveranstalterhinweise und die beste Reisezeit. Zwölf zusätzliche Register sortieren die Orte nach Themen wie Traumstrände, antike Stätten oder kulinarische Erlebnisse.
Welche Orte in Deutschland stehen in der Liste?
Bamberg gehört dazu; Schultz nennt die Stadt ein fränkisches Juwel. Für eine vollständige Übersicht deutschsprachiger Ziele gibt es außerdem den Ableger „1000 Places To See Before You Die: Deutschland, Österreich, Schweiz“.
Für wen ist die Lebensliste von Patricia Schultz gedacht?
Für Weltreisende, Backpacker und alle, die zu Hause auf dem Sofa Reiseziele sammeln. Schultz beschreibt nicht nur bekannte Sehenswürdigkeiten, sondern auch abgelegene Ziele wie die Insel Lamu in Kenia oder das Baliem-Tal in West-Indonesien.
Wer ist Patricia Schultz?
Eine in New York lebende Reisejournalistin und Autorin. Ein Besuch bei einer Freundin in der Dominikanischen Republik prägte sie als Mädchen so stark, dass sie das Reisen zum Lebensinhalt machte. Bei der Auswahl der 1000 Orte folgte sie nach eigener Aussage Herz und Bauchgefühl.