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Faszinierende Bäume in der Oberpfalz von Jürgen Schuller

Baumgeschichten aus Biologie und Mythologie

Faszinierende Bäume in der Oberpfalz von Jürgen Schuller stellt Baumpersönlichkeiten aller Landkreise vor, mit Biologie, Geschichte, Mythologie und Karten.

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Eintrag vom 23. März 2020 · aktualisiert 11. Sept. 2026
Faszinierende Bäume in der Oberpfalz von Jürgen Schuller: Baumgeschichten aus Biologie und Mythologie

Mit welchen Strategien kämpfen Bäume gegen die Gebrechen des Alters? Warum hätte ein kleiner, scheinbar harmloser Pilz aus Südostasien den Germanen große Angst eingejagt? Und weshalb verdankt Nordbayern seine älteste Eichenallee ausgerechnet dem französischen König Ludwig XIV.?

Mit solchen Fragen lädt Jürgen Schuller in sein Buch „Faszinierende Bäume in der Oberpfalz“ ein. Der Untertitel nennt die drei Zugänge, die er verbindet: Baumgeschichte(n), Biologie und Mythologie.

Baumpersönlichkeiten zwischen Tirschenreuth und Neumarkt

Das Buch ist wie eine Landkarte gebaut. Nach einem einführenden Kapitel über die „Baumreiche Oberpfalz“ folgen die Landkreise, jeweils mit ihren Städten: Amberg-Sulzbach mit Amberg, Neustadt an der Waldnaab mit Weiden, dann Tirschenreuth, Schwandorf, Cham, und zum Schluss Regensburg und Neumarkt. Damit ist der ganze Regierungsbezirk abgedeckt, vom Grenzland zu Tschechien bis an die Ränder der Fränkischen Alb.

Schuller spricht von Baumpersönlichkeiten, und der Begriff trifft es. Gemeint sind keine Waldbestände, sondern einzelne Bäume, die durch ihr Alter, ihren Wuchs oder ihre Geschichte auffallen und die man deshalb eher wie Menschen beschreibt als wie Holz. Jeder von ihnen wird in eindrucksvollen Fotografien vorgestellt, begleitet von einem Text, der die Biologie des Baumes mit dem verbindet, was Menschen über ihn erzählen.

Ein ausführliches Kartenwerk verzeichnet die Standorte. Das macht aus dem Bildband einen Ausflugsführer, und ein eigenes Kapitel mit dem Titel „Wege und Schlusswort“ schließt den Band ab.

Faszinierende Bäume in der Oberpfalz von Jürgen Schuller: Baumgeschichten aus Biologie und Mythologie

Biologie: wie alte Bäume sich zu helfen wissen

Die erste der Einstiegsfragen führt mitten in die Baumbiologie. Aus der Forschung an alten Bäumen ist bekannt, dass Alter für einen Baum kein gerader Weg in den Tod ist. Eichen und Linden etwa ziehen im hohen Alter ihre Krone zurück und bilden weiter unten eine kleinere, neue Krone, die weniger Wasser braucht. Ein hohler Stamm ist statisch oft stabiler, als er aussieht, weil ein Rohr bei gleichem Material Biegekräften gut standhält. Manche Linden und Eichen treiben sogar Wurzeln ins Innere ihres eigenen morschen Stammes und versorgen sich aus dem zersetzten Holz.

Wenn du das nächste Mal vor einem hohlen Baum stehst, der eigentlich tot aussehen müsste und trotzdem austreibt, siehst du genau diese Strategien bei der Arbeit.

Geschichte und Mythologie: die Dame im Landkreis Regensburg

Die zweite und dritte Frage verlassen die Biologie. Der Pilz aus Südostasien und die Germanen, Ludwig XIV. und eine Eichenallee in Nordbayern: Schuller erzählt Baumgeschichte als Kulturgeschichte, in der Herrscher, Glaubensvorstellungen und sogar ein Pilz vom anderen Ende der Welt ihre Spuren an einzelnen Bäumen hinterlassen haben. Die Antworten liefert das Buch.

Eine Frage aus dem Klappentext ist besonders gut gewählt: warum der älteste Baum im Landkreis Regensburg eine Dame ist.

Dass Bäume in der Mythologie eine so große Rolle spielen, erklärt sich schon aus ihrer Lebensdauer. Linden und Eichen gehören zu den Baumarten, die in Mitteleuropa mehrere hundert Jahre alt werden können. Ein solcher Baum hat viele Generationen von Menschen gesehen, und in vielen Dörfern war die Dorflinde Versammlungsort, Tanzplatz und Gerichtsort in einem. Die Geschichten, die sich um solche Bäume ranken, sind oft älter als jede schriftliche Überlieferung des Ortes.

Karten, Wege und Waldbaden

Das Buch lässt sich auch als Wegweiser zum Waldbaden lesen, obwohl es nicht so heißt. Die Praxis stammt aus Japan, wo sie seit den 1980er Jahren unter dem Namen Shinrin-yoku bekannt ist, und sie meint im Kern nichts anderes als bewusstes, langsames Gehen im Wald. Wer mit den Karten aus diesem Band losgeht, hat für jeden Landkreis der Oberpfalz ein konkretes Ziel, einen Baum, vor dem es sich lohnt stehenzubleiben. Das Entschleunigen ergibt sich dann von selbst. Übrigens lohnt sich der Weg auch im Winter: Ohne Laub zeigt ein alter Baum seine Gestalt, seine Narben und seine Sekundärkrone deutlicher als im Sommer.

Jürgen Schuller und seine Baumgeschichten

Der Autor, Jahrgang 1968, hat in Erlangen Biologie studiert und unterrichtet heute an einem Gymnasium. Bekannt wurde er zunächst in den sozialen Medien, wo er seine „Baumgeschichten“ veröffentlichte; das Buch ist ihre erste gedruckte Fassung. Unter demselben Namen gibt es auch einen Baumgeschichtenkalender.

„Faszinierende Bäume in der Oberpfalz“ kam am 16. März 2020 im Buch- & Kunstverlag Oberpfalz heraus, der zum Battenberg Gietl Verlag gehört, als gebundene Ausgabe mit 152 durchgehend farbig bebilderten Seiten. Weitere Bücher über Wald, Bäume und Regionen finden sich unter Bücher und in der Übersicht zu den 2020er Jahren.

Fragen zu Faszinierende Bäume in der Oberpfalz

Worum geht es in Faszinierende Bäume in der Oberpfalz?

Jürgen Schuller stellt besondere Baumpersönlichkeiten der Oberpfalz in Fotografien vor und erzählt dazu Wissenswertes aus Biologie, Geschichte und Mythologie. Ein ausführliches Kartenwerk verzeichnet die Standorte, sodass sich die Bäume gezielt besuchen lassen.

Welche Regionen deckt das Buch ab?

Die Kapitel folgen den Landkreisen: Amberg-Sulzbach mit der Stadt Amberg, Neustadt an der Waldnaab mit der Stadt Weiden, Tirschenreuth, Schwandorf, Cham sowie Regensburg und Neumarkt. Den Abschluss bilden Wegbeschreibungen und ein Schlusswort.

Wer ist Jürgen Schuller?

Der Autor, Jahrgang 1968, hat in Erlangen Biologie studiert und unterrichtet an einem Gymnasium. Mit seinen Baumgeschichten wurde er zuerst in den sozialen Medien bekannt, das Buch von 2020 ist die erste Fassung in gedruckter Form.

Wann ist das Buch erschienen?

Am 16. März 2020 im Buch- & Kunstverlag Oberpfalz, der zum Battenberg Gietl Verlag gehört. Die gebundene Ausgabe hat 152 Seiten und ist durchgehend farbig bebildert.

Eignet sich das Buch als Ausflugsführer zum Waldbaden?

Durch die Karten mit den Standorten der Bäume lässt es sich gut als Wegweiser nutzen. Wer Bäume in Ruhe aufsuchen und dabei entschleunigen will, findet für jeden Landkreis der Oberpfalz konkrete Ziele.