Ku'damm 59: Film, Besetzung und Handlung des ZDF-Dreiteilers
Ku'damm 59: der Film, die Besetzung und die Geschichte des ZDF-Dreiteilers von 2018
Ku'damm 59 setzt die Geschichte der Familie Schöllack fort: Besetzung, Handlung und Hintergründe des ZDF-Dreiteilers von 2018 mit Sonja Gerhardt und Claudia Michelsen.
Ku’damm 59 ist der zweite Teil der ZDF-Reihe um die Berliner Tanzschule Galant und die vier Frauen der Familie Schöllack. Das ZDF strahlte den Dreiteiler im März 2018 aus, zwei Jahre nach Ku’damm 56. Das Drehbuch stammt wieder von Annette Hess, Regie führte erneut Sven Bohse. Die Reihe zählt zu den erfolgreichsten deutschen Fernsehproduktionen des Jahrzehnts und wurde 2021 mit Ku’damm 63 fortgesetzt.
Wer den ersten Teil gesehen hat, kennt die Ausgangslage: Caterina Schöllack führt die Tanzschule am Kurfürstendamm mit eiserner Hand, ihre drei Töchter Helga, Eva und Monika sollen standesgemäß heiraten. Monika, die jüngste, wollte das nie.
Die Handlung von Ku’damm 59
Drei Jahre sind seit dem ersten Teil vergangen. Monika ist inzwischen Mutter der kleinen Dorli, deren Vater Joachim Franck sie nach einer Vergewaltigung geworden ist. Freddy Donath hat sie geheiratet, damit das Kind einen Namen trägt, doch die Ehe steht auf wackligen Beinen. Freddy hängt weiter an seiner Musik, Monika tanzt und träumt von einer eigenen Karriere auf der Bühne.
Ihre Schwestern haben es scheinbar besser getroffen. Helga ist mit dem Anwalt Wolfgang von Boost verheiratet, der seine Homosexualität vor der Welt verbirgt. Eva lebt an der Seite des deutlich älteren Psychiaters Jürgen Fassbender, den sie im ersten Teil eher aus Berechnung als aus Liebe geheiratet hat. Beide Ehen zeigen, was in der Bundesrepublik Ende der Fünfziger von Frauen erwartet wurde und was ihnen versagt blieb.
Caterina Schöllack hält an ihren Vorstellungen fest, obwohl ihre eigene Ehe mit Gerd, der im ersten Teil aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war, alles andere als das Vorbild ist, das sie ihren Töchtern predigt. Das Jahr 1959 steht in der Serie für den Umbruch zwischen Wirtschaftswunder-Fassade und den Freiheiten, die sich die Töchter nehmen.
Viel mehr sollte man über die Handlung nicht wissen, bevor man Ku’damm 59 selbst sieht. Die drei Folgen leben von den Konflikten, die jede der Schwestern für sich austrägt.
Ku’damm 59: Besetzung und Schauspieler
Die Besetzung von Ku’damm 59 ist nahezu identisch mit der von Ku’damm 56, was der Reihe gut tut. Sonja Gerhardt spielt Monika Schöllack, Claudia Michelsen die Mutter Caterina. Maria Ehrich ist Helga, Emilia Schüle die ehrgeizige Eva.
Auf der Männerseite sind Trystan Pütter als Freddy Donath und Sabin Tambrea als Joachim Franck zurück. August Wittgenstein spielt Wolfgang von Boost, Heino Ferch den Professor Fassbender.
Wer die Ku’damm 56 Besetzung mit der von Ku’damm 59 vergleicht, findet die Kontinuität also bei allen tragenden Figuren. Neu hinzu kommen Nebenfiguren aus Monikas Umfeld, die ihren Weg auf die Bühne begleiten.
Warum Ku’damm 59 so gut funktioniert
Annette Hess schreibt ihre Figuren nicht als Opfer ihrer Zeit, sondern als Frauen, die innerhalb enger Grenzen Entscheidungen treffen. Das unterscheidet die Reihe von vielen Fernsehfilmen über die Fünfziger, die sich mit Petticoats und Nierentischen begnügen.
Die Ausstattung ist trotzdem sehenswert: Die Tanzschule, die Berliner Straßenzüge, die Kleider von Monika und Eva sind mit erkennbarer Sorgfalt gebaut und genäht. Die Musik wechselt zwischen Standardtänzen im Tanzsaal und dem Rock ‘n’ Roll, den Freddy und Monika spielen.
Du merkst beim Sehen schnell, dass der zweite Teil düsterer ausfällt als der erste. Ku’damm 56 war zu großen Teilen eine Befreiungsgeschichte, Ku’damm 59 zeigt den Preis dieser Befreiung. Das ist auch der Grund, warum viele Zuschauer den zweiten Teil für den stärkeren halten.
Ku’damm 56, 59 und 63: die Reihe im Zusammenhang
Die drei Dreiteiler bilden zusammen eine Chronik der Familie Schöllack von 1956 bis 1963. Ku’damm 56 lief 2016 im ZDF, Ku’damm 59 folgte 2018, Ku’damm 63 im Jahr 2021. Jeder Teil steht für sich, doch die Figuren altern mit, und Entscheidungen aus dem ersten Teil wirken bis in den dritten hinein.
Seit 2021 gibt es die Geschichte außerdem als Musical: Ku’damm 56 wurde mit Musik von Peter Plate und Ulf Leo Sommer am Theater des Westens in Berlin uraufgeführt. Wer nach dem Fernsehen noch mehr aus dieser Zeit sehen möchte, findet unter Filme und in der Übersicht der 1950er Jahre weitere Titel, darunter Kinofilme, die damals tatsächlich in den Berliner Lichtspielhäusern liefen.
Fragen zu Ku'damm 59: der Film, die Besetzung und die Geschichte des ZDF-Dreiteilers
Wer spielt in Ku'damm 59 die Hauptrollen?
Sonja Gerhardt spielt Monika Schöllack, Claudia Michelsen ihre Mutter Caterina, Maria Ehrich und Emilia Schüle die Schwestern Helga und Eva. Trystan Pütter ist als Freddy Donath zu sehen, Sabin Tambrea als Joachim Franck, August Wittgenstein als Wolfgang von Boost und Heino Ferch als Professor Fassbender.
Wann lief Ku'damm 59 im Fernsehen?
Das ZDF zeigte den Dreiteiler im März 2018, zwei Jahre nach dem ersten Teil Ku'damm 56. Die drei Folgen liefen an drei Abenden innerhalb einer Woche.
Muss man Ku'damm 56 gesehen haben, um Ku'damm 59 zu verstehen?
Hilfreich ist es, zwingend nicht. Der zweite Teil setzt drei Jahre nach dem ersten ein und erklärt die wichtigsten Verhältnisse in den ersten Szenen. Wer die Vorgeschichte um Monika, Freddy und Joachim kennt, versteht die Spannungen zwischen den Figuren allerdings deutlich besser.
Gibt es eine Fortsetzung von Ku'damm 59?
Ja. Ku'damm 63 lief 2021 im ZDF und führt die Geschichte der Schöllack-Frauen ins Jahr 1963. Seit 2021 gibt es außerdem das Musical Ku'damm 56 am Berliner Theater des Westens.