Filmtipp: Das rote Zimmer mit Hanns Zischler und Katharina Lorenz, Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Filmtipp: Das rote Zimmer mit Hanns Zischler und Katharina Lorenz

Zitat: Fred ist Kussforscher an der Berliner Uni. In seinem Labor beobachtet er junge Paare beim Küssen und wertet anschließend ihre Blut- und Speichel-Daten aus. Genau an dem Tag, als sich seine Frau von ihm scheiden lässt, lernt Fred die Schriftstellerin Luzie kennen. Sie ist fasziniert von seiner Arbeit und würde Fred auch gern küssen, allerdings nur mit ihrer Freundin Sibil in ihrem “Labor” auf dem Land.

Fred nimmt das verheißungsvolle Angebot begierig an. In Rudolf Thomes “rotem Zimmer” erforschen zwei Frauen und ein Mann die Liebe. Mit bemerkenswerter Jugendlichkeit erzählt der Regisseur einen sommerlichen Film, der geschickt mit den typischen Thome-Themen und -Motiven spielt.

Die wunderbaren Bilder der Kamerafrau Ute Freund skizzieren gekonnt den urbanen Raum und fangen gleichzeitig die Unbeschwertheit und Idylle des Landlebens ein. … The Red Room (Das rote Zimmer).

DAS ROTE ZIMMER
Deutschland 2010.
Regie: Rudolf Thome
Rudolf Thome Blog
Darsteller: Katharina Lorenz, Seyneb Saleh, Peter Knaack
101 Min., 35mm

Zwei unbekümmerte, neugierige junge Frauen wagen zusammen mit einem unscheinbaren, frisch geschiedenen Kussforscher eine Versuchsanordnung: In einem sommerlichen Landhaus leben die drei zusammen und experimentieren mit ihren Gefühlen, Begierden und Beziehungen.

Das Thema der Dreierbeziehung gestaltet Thome mit verblüffender Gelassenheit, klugem Witz und liebevoller Figurenzeichnung.

Das Ergebnis ist der märchenhafte Entwurf einer Liebes- und Lebensutopie, die vor allem über Blicke, Gesten und eine wunderbar beiläufige Inszenierung des Außergewöhnlichen erzählt wird.

Samstag, 28.10.2017
18:00 Uhr
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main

Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittel
Buslinie 46 (Museumsuferlinie) / Haltestelle „Untermainbrücke“
U1, U2, U3, U8 / Haltestelle “Schweizer Platz”
Straßenbahn 15, 16, 19 / Haltestelle “Schweizer-/Gartenstraße”
U4, U5 / Haltestelle “Willy-Brandt-Platz”

Trailer Das Rote Zimmer

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Der Kussforscher Fred feiert mit einer Prostituierten seinen 39. Geburtstag. Er ist zwar noch verheiratet, aber seine Frau, die er immer noch liebt, lebt von ihm getrennt und will sich scheiden lassen.

Luzie und Sibil leben in einem blauen Haus auf dem Land. Die beiden Frauen haben eine lesbische Beziehung, aber Sibil hat auch noch zu Peter, einem jungen Mann aus der Nachbarschaft, ein Verhältnis. Luzie schreibt an einem Roman über das Seelenleben des Mannes, während Sibil einfach in den Tag hineinlebt.

Fred lädt junge Paare in sein Labor ein, die sich dann eine Viertelstunde lang küssen müssen. Er wertet die Blut- und Speicheldaten der Probanden aus. Sein Professor setzt ihn unter Druck. Die Ergebnisse müssen schneller vorliegen. Am Tag seiner Scheidung lernt er Luzie in einer Buchhandlung kennen.

Die beiden Frauen sprechen Männer in Bibliotheken und Buchhandlungen an. Dort trifft man die einsamen Männer, die als Rechercheobjekte für Luzies Buch dienen. Als Fred die Frauen in ihrem Haus besucht, muss er als erstes mit ihnen nackt im See schwimmen, wobei die Frauen mit Bikinis bekleidet sind.

Anschließend werden er und Alexander, den Sibil in einer Bibliothek aufgegabelt hat, einem Test unterzogen, in dem es um die Gefühle geht, die Männer Frauen gegenüber haben. Alexander wird nach Hause geschickt und Fred übernachtet nach einem Abendessen mit viel Alkohol bei den Frauen. Zum Sex kommt es aber nicht.

Wieder in der Stadt zurück, staffiert sich Fred neu aus, besorgt sich eine Angel. Er hat herausgefunden, dass die beiden Frauen gerne angeln, und mietet sich dann in einer Pension in der Nähe des Landhauses ein. Er besucht die Frauen, die ihn am Abend in ihr geheimnisumwittertes „rotes Zimmer“ einladen. Dort sehen sie sich dann aber nur gemeinsam die Tagesschau an.

Beide Frauen verlieben sich in Fred, der sich seinerseits in sie verliebt. Es kommt zu Eifersuchtsszenen und Luzie schickt Fred weg. Als dieser allein vor einem Lagerfeuer am See sitzt, kommt „Venus“ aus dem Wasser gestiegen und verführt ihn. Danach wartet Sibil in seiner Pension auf ihn. Sie verbringen die Nacht zusammen.

Am nächsten Tag schließen die Frauen mit Fred einen „Liebesvertrag“. Er überweist monatlich 3000 Euro und bekommt die beiden Frauen als seinen „ganz legalen“ Harem.

Rudolf Thome (* 14. November 1939 in Wallau (Lahn), Hessen) ist ein deutscher Regisseur. Beeinflusst vor allem von der Nouvelle Vague und Howard Hawks entwickelte Thome eine ganz eigene Erzählweise. Vordergründig „einfach und radikal“ zugleich wirken seine Filme „oft schwerelos und leicht“.

Zitat Wikipedia: Im Zentrum seiner Filme spielen Liebesbeziehungen, die auf eine sanft humorvolle Weise erzählt werden. Eine zusätzliche Lebendigkeit erfahren seine späteren Spielfilme durch dialogische Improvisationen.

DW Linktipp: “Rudolf Thome – Überall Blumen”: Serpil Turhans sensible Doku über den bekannten Filmregisseur

Filmografie (Auswahl)

1968: Detektive (mit Iris Berben, Uschi Obermaier, Ulli Lommel, Marquard Bohm)
1970: Rote Sonne (mit Uschi Obermaier, Marquard Bohm, Diana Körner)
1971: Supergirl – Das Mädchen von den Sternen (mit Iris Berben und Marquard Bohm)
1972: Fremde Stadt (mit Roger Fritz und Karin Thome)
1974: Made in Germany and USA (mit Karin Thome und Eberhard Klasse)
1975: Tagebuch (mit Angelika Kettelhack und Cynthia Beatt)
1978: Beschreibung einer Insel (Co-Regie Cynthia Beatt)
1980: Berlin Chamissoplatz (mit Sabine Bach und Hanns Zischler)
1983: System ohne Schatten (mit Bruno Ganz, Hanns Zischler und Dominique Laffin)
1985: Tarot (mit Vera Tschechowa, Rüdiger Vogler, Hanns Zischler, Katharina Böhm, George Tabori)
1987: Das Mikroskop (mit Vladimir Weigl, Adriana Altaras, Małgorzata Gebel; erster Film der Trilogie Formen der Liebe)
1988: Der Philosoph (mit Johannes Herrschmann und Adriana Altaras; zweiter Film der Trilogie Formen der Liebe)
1989: Sieben Frauen (mit Johannes Herrschmann und Adriana Altaras; dritter Film der Trilogie Formen der Liebe)
1991: Liebe auf den ersten Blick (mit Geno Lechner und Julian Benedikt)[27]
1992: Die Sonnengöttin (mit Radhe Schiff, John Shinavier, Chico Hamilton) [20]
1995: Das Geheimnis (mit Adriana Altaras, Idil Üner, Johannes Herrschmann)
1998: Tigerstreifenbaby wartet auf Tarzan (mit Herbert Fritsch, Cora Frost, Valeska Hanel, Irm Hermann)
1998: Just Married (mit Laura Tonke und Herbert Fritsch)
2000: Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen (mit Hanns Zischler, Cora Frost, Adriana Altaras, Sabine Bach, Irm Hermann)
2001: Venus.de (mit Sabine Bach, Roger Tebb, Vladimir Weigl, Guntram Brattia)
2003: Rot und Blau (mit Hannelore Elsner, Serpil Turhan; erster Film der Trilogie Zeitreisen)
2004: Frau fährt, Mann schläft (mit Hannelore Elsner, Karl Kranzkowski; zweiter Film der Trilogie Zeitreisen)
2006: Du hast gesagt, dass du mich liebst (mit Hannelore Elsner, Johannes Herrschmann und Anna de Carlo)
2006: Rauchzeichen (mit Hannelore Elsner, Karl Kranzkowski und Adriana Altaras; dritter Film der Trilogie Zeitreisen)
2007: Das Sichtbare und das Unsichtbare (mit Hannelore Elsner, Guntram Brattia)
2009: Pink (mit Hannah Herzsprung, Florian Panzner, Guntram Brattia, Cornelius Schwalm)
2010: Das rote Zimmer (Peter Knaack, Katharina Lorenz, Seyneb Saleh, Max Wagner, Isabel Hindersin)
2011: Ins Blaue (mit Vadim Glowna, Alice Dwyer, Esther Zimmering, Janina Rudenska, Elisabeth-Marie Leistikow)

Auszeichnungen

Internationale Filmfestspiele Berlin 1975: Fipresci-Preis-Empfehlung des Internationalen Forums des jungen Films für Tagebuch
Gilde deutscher Filmkunsttheater 1982: Gilde-Filmpreis in Silber in der Kategorie Deutscher Film für Berlin Chamissoplatz
Montréal World Film Festival 1987: Fipresci-Preis für Der Philosoph
Berlinale 2000: Silberner Bär in der Kategorie „Herausragende Leistung“ für das Darstellerensemble in Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen.
Hessischer Filmpreis 2007: Förderpreis für Das Sichtbare und das Unsichtbare

Rudolf Thome Interview auf Youtube