Matzeder – Räuber, Mörder, Delinquent. Roman von Fred Haller und Karl Kieslich. Das Buch. Der Film

Welch tiefdunkle Abgründe muss die Seele des jähzornigen Räubers Franz Matzeder gehabt haben, dass er schier gewissenlos Menschenleben auslöschte?

Oder war er selbst ein Opfer seiner Zeit?

Gewiss formten Armut und Ausgrenzung von Kindesbeinen an seinen Charakter. Nach den Napoleonkriegen Anfang des 19. Jahrhunderts lag das Land wirtschaftlich am Boden.

Hunger wurde zur Triebfeder für kriminelle Handlungen. Viele finstere Gestalten wurden seinerzeit wegen Straftaten aktenkundig, aber der gefürchtetste unter ihnen in ganz Altbayern war Matzeder.

 

Matzeder – Räuber, Mörder, Delinquent:
Altbayern 1810 – 1851
von Fred Haller und Karl Kieslich
Taschenbuch: 192 Seiten
Abbildungen: s/w bebildert
Battenberg Gietl Verlag
SüdOst Verlag
(10. Oktober 2018)
ISBN-13: 978-3955877330
Taschenbuch EUR 14,90

Verlagsinfo zum Buch
Matzeder von Fred Haller und Karl Kieslich
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Leseprobe zum Buch
Matzeder von Fred Haller und Karl Kieslich
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Matzeder von Fred Haller und Karl Kieslich
bewerte ich wie folgt (maximal 10 Punkte):
Handlung, Thema: 9 Punkte
Schreibstil: 10 Punkte
Das Werk ist sehr aufwendig mit Fotografien ausgestattet …

 

Zitat: Neben unzähligen Raubzügen soll Franz Matzeder neun Morde begangen haben. 1851 wurde der „gemeinschädliche Umtreiber“, so hieß es in einer Zeitung, vor den Augen Tausender in Straubing hingerichtet.

Selbst post mortem bestach der berüchtigte Niederbayer durch seinen ungebrochenen Blick.

Mit einer detailgetreuen Nachbildung des berühmten Delinquenten lockte ein Regensburger Geschäftsmann zahlreiche Besucher in sein Wachsfigurenkabinett.

 

Fred Haller wurde 1967 geboren. Er wuchs in einem sehr überschaubaren Dorf auf dem elterlichen Bauernhof auf. Sein besonderes Interesse galt seit jeher der Kunst und Kultur. Vor allem das Bayern der vergangenen Jahrhunderte hat es ihm angetan und so forscht er nach interessanten Persönlichkeiten seiner Heimat. Im Laufe der Jahre häufte er so viel Wissen an, dass er die Allgemeinheit daran teilhaben lassen wollte.

Er entdeckte die Liebe zur bayerischen Literatur und begann, selbst Geschichten zu verfassen. Sein historischer Roman „Die Saumatz“ und zwei Werke über die „Matzöder Räuber“ finden große Beachtung.

Karl Kieslich wurde am 05.11.1950 in Simbach bei Landau geboren und war bis zum Renteneintritt als technischer Angestellter beschäftigt. Nebenbei betätigte er sich als Buchautor.

Seit 2012 ist er auch sehr erfolgreich als Filmemacher und Produzent von Filmen wie “Matzeder”, “Bayerische Geschichten” und “Mühlhiasl” aktiv, wobei alle Filme mehrfach in regionalen Kinos und Stadthallen gezeigt wurden.

Matzeder von Fred Haller und Karl Kieslich

 

Die beiden Simbacher Autoren Fred Haller und Karl Kieslich erforschten die „greisliche Raubergschicht“ Franz Matzeders und brachten sie zu Papier: Zum 200. Geburtstag von Franz Matzeder im Jahr 2010 veröffentlichten sie das 183-seitige Historiendrama „Matzeder – Räuber, Mörder, Delinquent“.

Weil die historischen Belege und Überlieferungen für die szenischen Darstellungen nicht ausreichten, mussten die Autoren einige Personen aus dem Umfeld und den Tathergang einzelner Morde erfinden und mit eigenen Ideen anreichern. Ein Sammelsurium aus Fakten, Vermutungen und Beschreibungen der damaligen Lebensumstände wurde für dieses Buch zusammengetragen – darunter auch die Erinnerungen und Funde der Bewohner in den betroffenen Orten, besonders in Matzöd.

Aufgrund des großen Erfolgs des Buchs recherchierten und forschten Fred Haller und Karl Kieslich weiter und fanden weitere Quellen, die einerseits bereits Veröffentlichtes bestätigten, andererseits viel Neues ans Tageslicht brachten. So erschien 2013 die 192-seitige Fortsetzung „Die Matzöder Räuber“, das noch detailierter die Lebensumstände der armen Zeit des frühen 19. Jahrhundert beschreibt und weitere Wegbegleiter Matzeders vorstellt.

Verfilmung

Neben der Mitwirkung an den beiden Büchern schrieb Karl Kieslich auch das Drehbuch für einen Film über Franz Matzeders, das 2011 vom Filmteam „Brandl pictures“ aus Arnstorf in Szene gesetzt wurde.

Der Film zeigt die Lebensgeschichte des Matzeders, von der Geburt bis zum Ende auf dem Schafott. Die Darsteller kamen überwiegend aus den Gemeinden Simbach und Arnstorf oder waren Mitglieder der Laienspielgruppe der Feuerwehr Langgraben.

Den Part des Franz Matzeders übernahm Günter Brandl, die Rollen seiner Kumpanen Franz Reiter und Georg Weger übernahmen Ulrich Baumgartner und Stefan Nebauer. Daneben standen noch rund 40 weitere Frauen und Männer in authentischen Kostümen aus dieser Zeit vor der Kamera.

Das Ehepaar Wagner, als Simbacher Goschnhobler bekannt, brachte sich als Bänkelsänger mit dem Matzeder-Lied ein. Zudem war der Kunstmaler Manfred Völkel, der für die schwarz-weiß-Grafiken im Buch verantwortlich zeichnete, als Darsteller mit von der Partie.

Drehorte waren unter anderem Höherskirchen, Kornöd, Langgraben und Malgersdorf, Straubing und Ruppertskirchen. Der letzte Mord des räuberischen Trios, geschehen in der Nacht vom 27. auf den 28. März 1849, wurde am Originalschauplatz im Schwalbenberger Hoiz bei Pleiskirchen verfilmt. Nach Fertigstellung kam der 130-minütige Film vor allem in den Regionalkinos und Stadthallen zur Aufführung und erschien später auch auf DVD.

 


Matzeder
Darsteller: Günther Brandl, Ulrich Baumgartner, Monika Brandl, Edeltraud Valtl, Josef Fink
Regisseure: Günther Brandl, Monika Brandl, Helmut Brandl
Produzent: Karl Kieslich
Format: DVD
Studio: Blacklava Entertainment, Brandl Pictures
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 129 Minuten
DVD ab EUR 9,90 bei Amazon.de

Zitat: Niederbayern, Anfang des 19. Jahrhunderts: Der junge Franz Matzeder, Sohn eines Tagelöhners, wächst in einer schweren Zeit auf. In einfachen Verhältnissen beginnt er früh sich zu behaupten, doch seine Unbeherrschtheit und sein Zorn bringen ihn schon bald mit dem Gesetz in Konflikt.

Nach einer Jugend, geprägt von Sanktionen und Jahren im Gefängnis, beginnt der erwachsen gewordene Matzeder seine kriminelle Karriere. Gemeinsam mit seinem Freund Reiter und seiner Gespielin Mirl werden sie zu berüchtigtsten berüchtigten Räubern Niederbayerns. Und ihre Raubzüge finden bald die ersten Todesopfer. Bis zum unausweichlichen Ende unter dem Henkersschwert.