26. Oktober 2021

Weitere UNESCO-Welterbestätten stärken Position Deutschlands als führendes Kulturreiseziel in Europa: Nach den kürzlichen 4 Neuaufnahmen zählt das Reiseland Deutschland nun 50 UNESCO-Welterbestätten. Donaulimes als UNESCO-Welterbe anerkannt

Weltweit umfasst die Liste der UNESCO mehr als 1.000 Welterbestätten in 167 Ländern. Deutschland gehört mit seinen 50 UNESCO-Welterbestätten zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Natur- und Kulturschätzen. Reisende können das vielfältige Welterbe bequem entlang von acht Routen erkunden.

Jede der Routen beginnt und endet in der Nähe eines internationalen Flughafens, was die An- und Abreise wesentlich vereinfacht. Alle Stätten sind aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Unversehrtheit bedeutend für die Menschheit und stehen unter besonderem Schutz.

Weitere UNESCO-Welterbestätten stärken Position Deutschlands als führendes Kulturreiseziel in Europa: Nach den kürzlichen 4 Neuaufnahmen zählt das Reiseland Deutschland nun 50 UNESCO-Welterbestätten

Wien, 29. Juli 2021 – Die internationale Wertschätzung Deutschlands als Kulturreiseziel Nummer 1 in Europa erhält durch die aktuellsten Entscheidungen des UNESCO-Welterbe-Komitees weitere Impulse.

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt zählt jetzt zum UNESCO-Welterbe; die Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sind zusammen mit acht weiteren Orten als ‚Bedeutende Kurstädte Europas‘ ebenfalls mit dem Welterbetitel ausgezeichnet worden.

Außerdem wurden die sogenannten SchUM-Stätten Mainz, Worms und Speyer als eine Wiege des europäischen Judentums sowie im Rahmen des seriellen Welterbes ‚Grenzen des Römischen Reiches‘ der Niedergermanische Limes mit dem Welterbetitel gewürdigt.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT): „Mit den diesjährigen Neuaufnahmen tragen jetzt 50 Natur- und Kulturerbestätten in Deutschland das Qualitätssiegel ‚UNESCO-Welterbe‘.

Gemeinsam mit unseren Partnern, der UNESCO-Kommission Deutschland und dem Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. nutzen wir die internationale Aufmerksamkeit für diese bedeutenden Zeugnisse der Menschheits- und Naturgeschichte, um die Brand Awareness für das Reiseland Deutschland kontinuierlich zu stärken.

So sind die UNESCO-Welterbestätten als Basisthema fester Bestandteil im weltweiten Marketing der DZT.“

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT): „Mit den diesjährigen Neuaufnahmen tragen jetzt 50 Natur- und Kulturerbestätten in Deutschland das Qualitätssiegel ‚UNESCO-Welterbe‘.

Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe, 1899 vom damaligen Großherzog Ernst Ludwig gegründet, war von der Jahrhundertwende bis zum Beginn des ersten Weltkrieges eines der wichtigsten Zentren der modernen Kunst und Architektur in Europa und der Welt.

Junge Architekten und Kunstschaffende konnten auf diesem Experimentierfeld ihre Ideen verwirklichen und die Brücke vom Jugendstil zur Neuen Sachlichkeit schlagen, die schließlich ein wesentlicher Impulsgeber für die Bauhausbewegung wurde.

Zum Gesamtensemble gehören der vom Architekten Peter Olbrich entworfene Hochzeitsturm – heute Wahrzeichen der Stadt Darmstadt und hervorragender Aussichtspunkt über die gesamte Rhein-Main-Ebene.

Im zentralen Atelierhaus werden in einer Dauerausstellung Werke der ehemals 23 Mitglieder der Künstlerkolonie präsentiert.

Blickfänge in der weitläufigen Parkanlage mit Platanenhain und zahlreichen Skulpturen sind außerdem die russische Kapelle und das Lilienbecken. Im umliegenden Wohnviertel vermitteln die Villen der Künstler einen Eindruck von der Aufbruchstimmung am Beginn des 20. Jahrhunderts.

Bedeutende Kurstädte Europas

Kurorte rund um Heilquellen haben in Europa weit mehr als eine medizinische Bedeutung: Ihre Hochzeit erlebte die Bäderkultur zwischen 1700 und den 1930er Jahren. Damals entstanden städtebauliche Ensembles, die den architektonischen Rahmen für Erholung, Kultur und gesellschaftliches Leben boten.

Elf europäische Orte in sieben Ländern bilden das transnationale Projekt ‚Bedeutende Kurstädte Europas‘, das jetzt als UNESCO-Welterbe anerkannt wurde.

Neben den deutschen Kurorten Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen wurden auch Spa, Vichy, Bath, Baden bei Wien, Montecatini sowie Franzensbad, Karlsbad und Marienbad ausgezeichnet.

Die aktuelle DZT-Kampagne German.Spa.Tradition. rückt die mehr als 350 prädikatisierten Kur- und Heilbäder Deutschlands, ihre kulturelle Tradition und die gesundheitsfördernden Anwendungen sowie Wellbeing-Angebote in den Fokus.

Schon in der Vor-Corona-Zeit 2019 verzeichnete Deutschland 8,4 Millionen internationale Übernachtungen in Heil- und Kurorten – neun Prozent des gesamten Incoming-Volumens. Durch die Pandemie ist das Interesse an Wellbeing- und Gesundheitsurlaub deutlich gestiegen.

SchUM-Stätten Mainz, Speyer und Worms

Der Verbund der sogenannten SchUM-Städte Mainz, Worms und Speyer – der Name leitet sich aus den hebräischen Anfangsbuchstaben der Städte her – gilt als Wiege des europäischen Judentums.

Zu den SchUM-Stätten, die jetzt den Weltkulturerbe-Titel tragen, gehören der Speyerer Judenhof, der Wormser Synagogenbezirk sowie die alten jüdischen Friedhöfe in Worms und in Mainz.

Die Geschichte dieser Orte spiegelt das jüdische Leben über die Jahrhunderte wider – vom friedlichen Zusammenleben mit den christlichen Gemeinden, Verfolgung, Zerstörung und Völkermord bis zur heutigen Pflege des Glaubens und der Tradition in den jüdischen Gemeinden.

Mainz, Speyer und Worms zählen mit ihrer zentralen Lage zwischen Rhein-Main-Gebiet und Rhein-Neckar-Region und einem vielfältigen kulturtouristischen Angebot heute zu den stark gefragten Kulturreisezielen entlang des Rheins.

Niedergermanischer Limes

Im Rahmen des seriellen Welterbes ‚Grenzen des Römischen Reiches‘ ist jetzt auch der Niedergermanische Limes Welterbe.

Das 400 Kilometer lange Teilstück der antiken Grenzbefestigungen verläuft entlang des Rheins vom rheinland-pfälzischen Rheinbrohl durch Nordrhein-Westfalen bis Katwijk an der niederländischen Nordseeküste.

Die natürliche Grenze zwischen der römischen Provinz und dem freien Germanien bildete der Fluss. In 44 Ortschaften, Kastellen, Legionslagern und Tempelanlagen spielte sich das römische Leben ab – sie waren zugleich Wurzeln heutiger Großstädte wie Bonn oder Köln.

Während ein großer Teil der Überreste aus der Antike heute als Bodendenkmal gut geschützt unter der Erde liegt, sind an zahlreichen Orten Ausgrabungen in Museen und Ausstellungen dokumentiert.

UNESCO erklärt fünf neue Stätten zum Welterbe
Entscheidung zum Donaulimes in kommenden Tagen erwartet…:

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute fünf neue Stätten zum Erbe der Menschheit erklärt. Zudem beschloss das Komitee, die „Alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ zu erweitern. Die Wälder wurden 2007 in die Welterbeliste aufgenommen und umfassen nun 94 Teilgebiete in 19 Ländern.

Eine Entscheidung zur Welterbe-Bewerbung des Donaulimes wird in den kommenden Tagen erwartet. Ungarn hatte sich kurzfristig von der gemeinsam mit Deutschland, Österreich und der Slowakei vorgelegten Nominierung zurückgezogen.

Das UNESCO-Komitee hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um über den weiteren Umgang mit der Bewerbung zu beraten. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 31. Juli.

Neuaufnahmen

Ivindo-Nationalpark (Gabun)

Der Ivindo-Nationalpark liegt im Norden Gabuns und umfasst eine Fläche von knapp 300.000 Hektar. Er beherbergt eine reiche Süßwasserfauna, darunter viele bedrohte Arten wie das Westafrikanische Panzerkrokodil. Auch in den sehr alten Wäldern des Nationalparks leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten, so unter anderem der Waldelefant, der Westliche Flachlandgorilla, der Leopard und die Afrikanische Goldkatze.

Die Arkadengänge Bolognas (Italien)

Die aus insgesamt 62 Kilometern ausgewählten Abschnitte spiegeln verschiedene Stil- und Bauphasen wider. Konzipiert als privates Eigentum zur öffentlichen Nutzung, sind die Arkadengänge Ausdruck und Bestandteil der urbanen Identität Bolognas.

Felsbilder am Onegasee und am Weißen Meer (Russische Föderation)

Die 4.500 Felsbilder in der Republik Karelien wurden von Menschen der Kammkeramischen Kultur während der Jungsteinzeit geschaffen.

Sie sind in 33 Teilgebiete aufgeteilt, 22 am Onegasee und elf am Weißen Meer. Die Bilder sind nicht nur eine der größten Felskunststätten weltweit, sondern auch von herausragender Qualität und besonderer künstlerischer Ausdruckskraft.

Das Werk von Jože Plečnik in Ljubljana – am Menschen orientierte Stadtgestaltung (Slowenien)

Die Umgestaltung des Stadtbilds von Ljubljana durch den Architekten Jože Plečnik ist ein herausragendes Beispiel für die urbane Erneuerung, die im Gebiet des ehemaligen Österreich-Ungarn zwischen den Weltkriegen einsetzte.

Plečnik plante auf Basis neukonzipierter Stadtachsen gezielte Verbesserungen: So interpretierte er das Zentrum in einer Kombination aus öffentlichen Räumen (Plätze, Parks, Straßen, Promenaden, Brücken) und öffentlichen Einrichtungen (Bibliothek, Kirchen, Märkte, Friedhöfe).

Die von Plečnik geschaffene Stadtgestaltung Ljubljanas ist ein einzigartig harmonischer Dialog zwischen Alt und Neu. Darüber hinaus ist ihr Design multifunktional angelegt und ganz auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt zugeschnitten.

Schieferlandschaft von Nordwestwales (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland)

Die monumentalen Steinbrüche und Minen im Snowdon-Massiv sind ein beispielloses Zeugnis dafür, wie sich landwirtschaftlich genutzte Flächen während der Industriellen Revolution verwandelten.

Obwohl schon zu Römerzeiten abgebaut, wurde der walisische Schiefer durch nachhaltige Großproduktion vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert zum globalen Marktführer.

Seine weltweite Verwendung, insbesondere als Bedachungsmaterial, führte zu bedeutenden transkontinentalen Entwicklungen im Bauwesen und in der Architektur.

Auch der Transfer walisischer Technologie, wie ausgeklügelte Be- und Entwässerungssysteme, trug erheblich zur sozioökonomischen Entwicklung vieler Regionen der Welt bei.

Erweiterung

Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (Bosnien und Herzegowina, Frankreich, Italien, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Schweiz, Serbien, Slowakei, Tschechien)

Die Rotbuche überlebte die letzte Eiszeit in südeuropäischen Rückzugsgebieten. Nach deren Ende vor rund 12.000 Jahren begann sie, sich auf weiten Teilen des Kontinents auszubreiten.

Während dieses noch andauernden Expansionsprozesses bildete die Buche aufgrund der stark unterschiedlichen Lebensräume vielfältige Arten von Pflanzengesellschaften.

Dadurch beherbergt diese Welterbestätte nicht nur einen unschätzbaren Bestand alter Bäume, sondern auch ein einzigartiges genetisches Reservoir.

Die erweiterte Welterbstätte umfasst nun 94 Teilgebiete in 19 Ländern mit Buchenwäldern in allen Höhenlagen, von der Küstenregion bis zur Baumgrenze.

Donaulimes als UNESCO-Welterbe anerkannt

Grenze des Römischen Reiches auf gemeinsamen Vorschlag von Deutschland, Österreich und der Slowakei in Welterbeliste aufgenommen

Das UNESCO-Welterbekomitee hat heute den Donaulimes in die Welterbeliste aufgenommen. Das ausgezeichnete westliche Segment des Donaulimes erstreckt sich von Niederbayern bis in den Süden der Slowakei.

Der Vorschlag für die Welterbeliste wurde gemeinsam von Deutschland, Österreich und der Slowakei eingereicht. Ungarn, das an der Ausarbeitung des Nominierungsdossiers beteiligt war, hatte sich kurzfristig von der Bewerbung zurückgezogen.

Der Donaulimes ist als Grenze des Römischen Reiches die 51. UNESCO-Welterbestätte in Deutschland. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 31. Juli.

Dazu erklärt Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt: „Mit dem Donaulimes wird nicht nur eine besondere Denkmallandschaft ausgezeichnet, sondern auch die langjährige Zusammenarbeit mit Österreich und der Slowakei gewürdigt.“

Mit den heute eingeschriebenen Bestandteilen sei der Donaulimes aber noch nicht komplett. „Nun gilt es, die westlichen Abschnitte des Limes um Stätten im östlichen Segment der Donau zu ergänzen“, so Müntefering.

„Die Donau war für die Römer nicht nur eine natürliche Grenze, sie war auch ein wichtiger Verbindungsweg für Waren und vor allem für Ideen“, erläutert Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission.

„Der Donaulimes trennte nicht nur, er verband auch ganz unterschiedliche Welten miteinander. Er ist ein herausragendes Zeugnis römischer Zivilisation, deren Stärke immer auch darin lag, Einflüsse von außen aufzunehmen“, so Böhmer. „Ich freue mich, dass das Welterbekomitee den Donaulimes heute gewürdigt hat.“

Der eingetragene Abschnitt des Donaulimes verläuft über 600 Kilometer von Niederbayern über Österreich bis in die Slowakei.

Über Jahrhunderte waren hier Soldaten mit ihren Familien stationiert, arbeiteten und lebten am „nassen Limes“. Zu den 77 Teilgebieten der transnationalen Welterbestätte gehören Bodendenkmäler, wie Überreste von Legionslagern, Kastellen und zivilen Siedlungen.

Sie zeugen eindrucksvoll von der antiken Kultur mit ihrer Wehrtechnik, Architektur, Kunst, Religion, Verwaltung und Politik an den Grenzen des Römischen Reiches.

Bereits am Dienstag wurde der Niedergermanische Limes in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Grenzen des Römischen Reiches sind damit von Schottland bis in die Slowakei als Welterbe anerkannt.

Deutschland verzeichnet 51 Welterbestätten

Vintagebuch Tipp:

Der Donaulimes in der Spätantike und im Frühmittelalter
von Andreas Schwarcz (Herausgeber)
Peter Soustai (Herausgeber)
Antoaneta Tcholakova (Herausgeber)
Lit Verlag
Taschenbuch: ‎ 312 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3643506894

   

Buchzitat: Der Donaulimes schützte die neuralgische Nordgrenze Italiens und Konstantinopel. Seiner Bedeutung in Spätantike und Frühmittelalter ist dieser Band gewidmet. A. Schwarcz illustriert die Entstehung des Donaulimes in der Spätantike. E. Weber behandelt die Tabula Peutingeriana als wichtigste kartografische Quelle zum Imperium Romanum.

M. Konrad untersucht die Kontinuitätsfrage des Legionslagers Regensburg. Drei Beiträge sind Pannonien gewidmet: M. Mosser behandelt das Legionslager in Vindobona, M. Kandler das Carnuntum, Z. Visy die Villen in der Valeria.

Sieben Artikel untersuchen die untere Donau: A. Poulter die römische Strategie dort, G. Kabakchieva die Oescus-Gigen in der Spätantike. G. von Bülow und L. Vagalinski debattieren die Grabungsergebnisse von Iatrus-Krivina. R. Kostova beschreibt die Siedlungstätigkeit in Nordostbulgarien. C. Olariu analysiert die Geschichte und Archäologie von Dinogetia, C. Kirilov das Hauptstadtproblem im Ersten Bulgarischen Reich. C. Stepanov vergleicht die Grenzen an der Donau und im Kaukasus mit literarischen Erwartungen.