Von Nachtwächtern, Huren, Hexen und Henkern. Von Hexen-Verfolgungen und Hexenprozesse. History A bis F

Letzte Hexenprozesse &
Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung

 

Hexenverfolgung: Adensen / Niedersachsen

Am 22. Januar 1653 klagte Hans Rieke aus Adensen die Ehefrau von Hans Hartmann bei dem Amt Calenberg des Schadenzaubers an. Nach Folter und Prozess wurde sie am 5. August 1653 auf dem Teufelsberg bei Elze stranguliert und verbrannt.

Hexenverfolgung: Ahlen / Nordrhein-Westfalen

Von 1574 bis 1652 sind für die Stadt Ahlen Dokumente von ca. 20 Hexenprozessen erhalten geblieben. Die Hexenverfolgungen begannen 1574 mit dem Tod von vier Frauen.

1615 wurde Peter Kleikamp als Werwolf angeklagt, gefoltert und lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

1616 wurde Christian zum Loe, wegen Hexerei angeklagt, im Gefängnis wahnsinnig und starb. Der letzte bekannte Prozess fand 1652 gegen Anna Sadelers statt. Sie wurde gefoltert, enthauptet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Hexenverfolgung: Ahrbrück / Rheinland-Pfalz

Die Gemeinde besteht aus den drei Ortsteilen Ahrbrück (bis 1938 Denn), Brück und Pützfeld. 1649 wurde in den Hexenverfolgungen die aus Pützfeld stammende Else Simons als Hexe angezeigt und gefoltert. Der Hinrichtung mussten zur Abschreckung alle Leute des Ortes beiwohnen.

Zur Erinnerung an Else Simons wurde 2008 ein Gedenkstein an der ehemaligen Richtstätte Auf Wolfsgraben aufgestellt. Das Hexendenkmal ist ein Mahnmal für die Hexenverfolgungen in der Gemarkung von Ahrbrück.
(Am 31. Januar 2008 bildeten 15 Bürger eine Initiativgruppe zur Errichtung eines Denkmals in Erinnerung an die Hexenverfolgung)

Hexenverfolgung: Alleshausen / Baden-Württemberg

In der Zeit der Hexenprozesse wurden im Vergleich zu Oberschwaben in Alleshausen Hexenverfolgungen mit besonderer Intensität durchgeführt. Diese Hexenprozesse in der rechtlichen Zuständigkeit der Reichsabtei Marchtal beginnen im 16. Jahrhundert und reichen bis ins 18. Jahrhundert.

Dabei lassen sich drei Verfolgungswellen unterscheiden: zwischen 1586 und 1596, um 1627/1628 und zwischen 1745 und 1757.

Die Besonderheit an den Marchtaler Hexenprozessen ist die Verfolgungspanik noch Mitte des 18. Jahrhunderts, der sieben Frauen zum Opfer fielen. Mindestens 60 Todesurteile gegen vermeintliche magische Delinquenten lassen sich insgesamt aus den Marchtaler Hexenprozessakten nachweisen.

Die Initiative, auf der die Marchtaler Hexenprozesse gründeten, war ein lokaler Verfolgungseifer, der sich insbesondere für das Dorf Alleshausen nachweisen lässt.

Das Deutungsmuster Hexerei diente in Alleshausen dabei grundsätzlich als Interpretationsfolie für verschiedene Schadensfälle, die die Bauern gegen sich provoziert sahen.

Mit den Verdächtigungen wurden familiäre Spannungen und Schichtkonflikte institutionalisiert. Die dörfliche Oberschicht verleumdete dabei Frauen, von denen sie vermutete, die Armut treibe sie zu Sabotage am Eigentum anderer Personen.

Die Namen einiger der Alleshauser Opfer waren: Anna Grätter aus Alleshausen am 3. Mai 1588, Margreta Menz oder Schillingerin aus Alleshausen am 5. Mai 1588, Anna Lepp aus Alleshausen am 12. Mai 1588, Agathe Hegeler aus Alleshausen am 12. Mai 1588, Georg Mayer am 12. Mai 1588.

In den Akten heißt es: „Diese fünf armen Personen haben in gütlicher und peinlicher Frage ihre Übeltaten eingestanden, werden vom Nachrichter Meister Hans von Biberach zum Hochgericht geführt und mit dem Strang gerichtet“.

Waldburga Zeiller aus Alleshausen am 18. Juli 1592, Anna Träub aus Alleshausen am 24. März 1627, Anna Fischer aus Alleshausen am 26. März 1627.

Sie wurden enthauptet und die verbrannten Körper unter die Erde vergraben. „Der Allmächtige gute Gott solle ihnen die Gnade verleihen, dass sie ritterlich um das ewige Leben streiten mögen.

1745–1757: Barbara Getschler, Magdalena Füder, Anna Oberländer, Catharina Schmid, Maria Bingasser, Maria Tornhäuser.

Hexenverfolgung: Arnsberg / Nordrhein-Westfalen

Das Generalkapitel der Femegerichte hat auf seinem Treffen in Arnsberg 1490 die Hexerei erstmals im Herzogtum Westfalen als Straftat definiert: „So jemand Ketzereien ausheckt und vorbringt; so jemand vom Glauben abfällt und Heide wird; so jemand hext und zaubert oder mit dem Bösen ein Bündnis aufrichtet.

Mit dem Niedergang der Femegerichtsbarkeit im 16. Jahrhundert verlor diese für die Hexenverfolgungen und -prozesse an Bedeutung. Ihre Funktion übernahmen im Wesentlichen die Gogerichte und die adeligen Patrimonialgerichte.

Einer der ersten Fälle in der Region fand 1508 in Werl statt. Besser überliefert ist ein Fall von 1523 in Brilon. Damals wurde die Beklagte auf Intervention von Kurfürst Friedrich IV. von Wied gegen den Willen der örtlichen Behörden freigelassen.

Zumindest in dieser frühen Phase kamen derartige Eingriffe zu Gunsten der Beklagten nicht selten vor. Dahinter steckte keine grundsätzliche Ablehnung der Hexenverfolgungen, sondern die Behörden bestanden auf einem rechtmäßigen Ablauf der Prozesse, der auch das Recht auf Verteidigung einschloss. Auch eine Frau in Rüthen kam 1573 aus ähnlichem Grund wieder frei.

Hexenverfolgung: Aschaffenburg / Bayern

Ab 1594 fanden unter den Erzbischöfen Johann Adam von Bicken und seinem Nachfolger Johann Schweikhard von Kronberg insbesondere im Oberstift (den kurmainzischen Gebieten um Aschaffenburg) viele Hexenprozesse mit Hunderten von Hexenverbrennungen statt.

Zwei der Opfer waren in Aschaffenburg die „KarpfenwirtinMargarethe Rücker und die „KreuzschneiderinElisabeth Strauß, die am 19. Dezember 1611 enthauptet und verbrannt wurden.

Hexenverfolgung: Aschersleben (Kriminalpanoptikum) Sachsen-Anhalt

Das Kriminalpanoptikum im 1896 eingerichteten ehemaligen Stadtgefängnis am Gerichtsgebäude zeigt die Geschichte der Kriminalpolizei in Deutschland. Es berichtet von Gaunergeschichten am authentischen Ort, denn das Gebäude war bis 1982 Untersuchungsgefängnis der Stadt.

Im Jahre 2003 wurde im sanierten Haus das Museum eröffnet, in dem Tatwerkzeuge, Schlagstöcke, eine Fesselsammlung mit Hand- und Fußfesseln und Folterinstrumente aus dem Mittelalter, aber auch Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der nationalen und internationalen Polizei ausgestellt sind.

Eine eingerichtete Gefängniszelle, ein Verbrecheralbum sowie Bilder und Requisiten der Kriminalfotografie und der Daktyloskopie werden ebenfalls gezeigt. Kuriose Kriminalfälle und Geschichten rund um das Gefängnismilieu werden dargestellt. In Aschersleben befindet sich auch ein Hexenturm.
Kriminalpanoptikum
An der Darre 11
06449 Aschersleben

 

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Inquisition & Mittelalter
Hexen & Magie

 

Hexenverfolgung: Bad Camberg / Hessen

Hexenprozesse in Camberg wurden durchgeführt besonders in den Jahren 1629–1631, 1643–1644 und 1659–1660. 14 Frauen und ein Mann wurden beschuldigt, acht Frauen wurden hingerichtet, eine starb in Haft. Die übrigen Beschuldigten wurden, oft nach Folterung, entlassen. Barbara Ordeneck war Opfer der letzten bekannten Hinrichtung.

Barbara Ordeneck (* um 1600 in Würges; † 9. Dezember 1659 in Camberg) war Opfer der Camberger Hexenverfolgung und wurde am 9. Dezember 1659 hingerichtet. Der nassauische Schultheiß verlas das Urteil, der trierische Schultheiß zerbrach den Stab.

Als besondere Gnade wurde der Angeklagten die Hinrichtung mit dem Schwert gewährt, weil sie geständig und reuig war. Die Urteilsverkündigung fand vor dem Rathaus statt. Ihren letzten Gang zum Galgenfeld an der Hohen Straße legte die Angeklagte zu Fuß zurück.

Sie wurde vom Scharfrichter Meister Niklas von Limburg enthauptet. Ihr Körper wurde verbrannt. Die Kosten des Verfahrens beliefen sich auf 360 Gulden und 23 Albus. Der Witwer der Hingerichteten, der trierische Schultheiß Andreas Ordeneck, erkannte am 17. Januar 1660 diese hohe Summe an und bezahlte sie.

Hexenverfolgung: Bad Doberan / Mecklenburg-Vorpommern

Bad Doberan entwickelte sich um die am 3. Oktober 1232 geweihte Kirche des Klosters Doberan, das gotische Münster. 1879 wurde das Stadtrecht verliehen und im Jahr 2000 der Titel Heilbad. Neben dem Münster ist Bad Doberan heute bekannt für seine gut erhaltene Altstadt mit vielen Baudenkmalen und für seinen Stadtteil Heiligendamm.

Das Seebad Heiligendamm wurde 1793 gegründet und ist das älteste Seebad auf dem europäischen Kontinent. Bad Doberan ist über die Bäderbahn Molli mit dem Stadtzentrum und Kühlungsborn verbunden ist.

Der Sage nach soll der Name Doberan mit dem Versprechen Heinrich Borwins I., Fürst zu Mecklenburg, zusammenhängen, an der Stelle seines ersten erlegten Hirsches ein Kloster zu errichten. Die aufgeschreckten Schwäne kreischten dobre, dobre (gut). So entstand der Legende nach das Kloster und der Name Doberan. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die letzte Hexe 1697 bei Doberan verbrannt.
Stadtführungen
Stadtführung Bad Doberan
Kombinierte Stadt- & Münsterführung
Mühlenführung im Kloster
Literarischer Spaziergang oder geschichtlicher Rundgang durch Bad Doberan
Führung durch das erste deutsche Seebad Heiligendamm
Landfrau führt in Mecklenburger Tracht
Webseite: bad-doberan-heiligendamm.de

Hexenverfolgung: Bad Homburg vor der Höhe / Hessen

Zwischen 1603 und 1656 wurden mindestens 61 Frauen und 14 Männer aus Homburg und den damals zum Amt Homburg gehörenden Orten Seulberg, Köppern, Gonzenheim und Oberstedten während Hexenverfolgungen auf dem Platzenberg hingerichtet.

Prominentestes Opfer war Ottilia Preußing.
(Stadt Bad Homburg vor der Höhe, Gedenktafel am alten Rathausturm: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2012)

Hexenverfolgung: Bad Laasphe / Nordrhein-Westfalen

In den Hexenverfolgungen sind in Laasphe 16 Hexenprozesse durchgeführt worden, von 1609 bis 1630, darunter fünf Hinrichtungen und eine Verbannung. Das erste Opfer, Merge Dillmansche, wurde 1609 gefoltert, verurteilt und hingerichtet.

1609 übernahm Graf Ludwig der Jüngere von Wittgenstein-Wittgenstein die Herrschaft. Im gleichen Jahr wurde Lucia Reichmann (ihr wurde Schadenzauber am Vieh des Weigand Fuchs in Breidenbach vorgeworfen) in Laasphe in einem Hexenprozess angeklagt zusammen mit ihrer mittlerweile verwitweten Schwester Gottliebe Bilgen und vier weiteren Frauen: Merge Dillmannsche, Elisabeth Scherersche (Frau des Johan Scherer), Katharina Ehlich Gansen Hausfrau (Frau des Elias Ganss) sowie Anna, die alte Hainsche (Frau des Jost Hain).

Graf Ludwig II. stellte später fest, dass es kein ordentliches Verfahren war: sie sei wider Recht zum Tode verurteilt worden. Lucia Reichmann hielt alle drei Grade der Folter aus, ohne zu gestehen. Sie beging 1630 im Gefängnis Selbstmord.

1611 wurden in einem Hexenprozess von der Angeklagten Döppen Crein unter der Folter einige Frauen als Mittäterinnen besagte, u. a. auch Gottliebe Billgin. Döppen Crein wurde hingerichtet, aber Gottliebe Billgin blieb verschont und starb 1613 an der Pest.

1629 geriet Lucia Reichmann erneut in einen Hexenprozess. In den Akten ist davon die Rede, dass die Leute „von ihr wegen ihres zänkischen und geizigen Wesens nicht viel wissen wollten. Sie vertrug sich mit ihren Kindern schlecht und lebte mit ihrem Sohn Wilhelm Reichmann wegen Geld und Gut in Streit. In törichter Weise hatte sie sich ihrer Unschuld gerühmt (wegen der Freilassung aus dem vorherigen Hexenprozess) und gesagt, wenn sie eine Zauberin sei, solle ihr Haus in Feuer stehen.

Darauf war Feuer in ihrem Haus entstanden, worüber es großen Aufruhr in Laasphe gegeben hatte.
(Rat der Stadt: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Bad Saulgau / Baden-Württemberg

In den Hexenverfolgungen sind in der Stadt Saulgau 46 Hexenprozesse durchgeführt worden von 1518 bis 1684, darunter 29 Hinrichtungen und zwei Verbannungen. Von anderen Verfahren ist der Ausgang unbekannt.

Das jüngste Opfer Maria Eichel war bei ihrer Hinrichtung am 16. März 1674 erst 15 Jahre alt. Besonders bekannt wurden die beiden Hexenprozesse gegen Anna Persauter 1666 und 1672, die mit Folter und ihrer Enthauptung endeten. Anna Persauter gestand, wie schon erwähnt, unter der Folter Teufelspakt, Hexenflug, Teilnahme an Hexentänzen (Hexensabbat), Schadenzauber an Mensch und Vieh und Wettermachen.

Ihr wurde auch vorgehalten, dass sie beim ersten Prozess 1666 die Folter überstanden hatte hier konnte nur der Teufel mit im Spiel gewesen sein. Ihre letzte Sorge galt ihren Kindern. Sie bat das Gericht: “Und bitt allein ihre Khinder lassen befohlen sein.

Anna Persauter starb am 26. März 1672 durch Enthauptung; ihre Leiche wurde verbrannt. Ihre Tochter Ursula Persauter wurde im Alter von 22 Jahren am selben Tag wie ihre Mutter ebenfalls als “Hexe” hingerichtet.
(moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Bad Waldsee / Baden-Württemberg

In der Gegend um Waldsee begann die Hexenverfolgung sehr früh, da der Inquisitor Heinrich Kramer ab 1480 in der Nachbarstadt Ravensburg tätig war. Kramer war Autor des Hexenhammers und als Inquisitor einer der Wegbereiter der Hexenverfolgung der frühen Neuzeit.

Während der Hexenverfolgungen waren von 1515 bis 1712 in Bad Waldsee mindestens 59 Menschen von Hexenprozessen betroffen. 54 Angeklagte wurden verbrannt, eine wurde enthauptet, eine starb im Gefängnis, eine wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und eine wurde freigelassen.

Ein Prozessausgang ist unbekannt. Allein im Jahr 1586 wurden 16 Frauen als „Hexen“ verbrannt. Unterlagen über die Jahre (1545–1581; 1605–1640) fehlen. Die vorhandenen Quellen sind im Stadtarchiv in Bad Waldsee einsehbar.

Im Jahr 2000 wurde eine Erinnerungstafel in der Säulenhalle des Rathauses Bad Waldsee angebracht mit dem Text: „Hinter dieser Mauer befand sich die als „Blockhaus“ bezeichnete Folterkammer des Stadtgerichts.

Auch in den Hexenprozessen (1490–1645) wurden in ihr die Geständnisse der Angeklagten erpresst. 54 Personen fielen dem Hexenbrand zum Opfer.“ Seit 2006 erinnert auf Beschluss des Gemeinderates die Sibylle-Schuler-Straße an die wegen „Hexerei“ angeklagte Sibylle Schuler, die 1604 zum Tode verurteilt, stranguliert und anschließend verbrannt wurde.

Hexenverfolgung: Bad Wildungen / Hessen

Während der Hexenverfolgungen fielen in Wildungen 78 Menschen in den Jahren von 1532 bis 1664 Hexenprozessen zum Opfer. An der Stadtkirchenmauer erinnert eine Rose und eine Erinnerungsplatte an diese Geschehnisse.

Allerdings endete nicht jeder Prozess mit einer Verurteilung und nicht jede Verurteilung bedeutete die Hinrichtung; auch lebenslange Verbannung konnte verfügt werden. Die Verfolgung in Wildungen geschah in drei Prozesswellen: 1532, 1629–1631 und 1650–1664.

1532: Erster Hexenprozess gegen Gertraud Muck
1575–1578: Hexenverfolgungen
1629: setzte eine Periode unerhörter Verfolgung unter Graf Christian von Waldeck ein, bis 1632 wurden 29 Opfer gezählt.
1630: Maria Rörig hielt von September 1630 bis Mai 1631 die Folter standhaft aus: „Der liebe Gott habe sie im Gefängnis erhalten, ihm bliebe sie treu, sie sei unschuldig wie Jesus Christus.“ Graf Christian verfügte ihre Freilassung.
1650–1664: weitere 38 Opfer unter Graf Philipp VII.
1656: Prozess gegen Susanne Weber, eine Tochter von Maria Rörig: „Ihr Ehemann bittet wegen der Kosten um Beschleunigung des Prozesses.

Am Buß- und Bettag 2004 wurde an der Evangelischen Stadtkirche in Bad Wildungen eine Rose gepflanzt und eine Erinnerungstafel angebracht: „Widersteht dem Bösen, bewahrt die Würde der Menschen! – Erinnerung an die Opfer der Hexenverfolgung“.

Hexenverfolgung: Baden-Baden / Baden-Württemberg

Baden-Baden war 1570 bis 1631 von Hexenverfolgung betroffen. 134 Menschen in Baden-Baden und ihren heutigen Ortsteilen gerieten in einen Hexenprozess, mindestens 102 kamen zu Tode. Die letzte Hinrichtung fand 1631 statt: Margaretha, Frau des Schlossers Jakob Dioniß.

Hexenverfolgung: Balingen / Baden-Württemberg

1598 bis 1600 war die Bürgermeisterswitwe Anna Murschel von einem Hexenprozess betroffen. Anna Murschel (* um 1533; † nach 1600 vermutlich in Engstlatt) war eine in Balingen der Hexerei bezichtigte Frau, die trotz intensiver Folter nicht zu einem Geständnis gezwungen werden konnte und deshalb nach 596 Tagen Haft wieder auf freien Fuß entlassen werden musste.

Sie gehörte als Witwe des 1594 verstorbenen, langjährigen Balinger Bürgermeisters Caspar Murschel, mit dem sie in einer 39 Jahre dauernden Ehe „einträchtig und christlich“ gelebt hatte, der städtischen Ehrbarkeit an. Zur Zeit ihrer Verhaftung war sie etwa 65 Jahre alt.

Der Verdacht: Der Fall der Anna Murschel fiel in die Hochzeit der europäischen Hexenverfolgung. An einem Sonntag im Mai 1596 war der Raum Balingen von einem schweren Hagelwetter betroffen, das an Getreide und Obst einen Schaden von mehreren tausend Gulden hinterließ. Im damaligen Aberglauben wurde dies als ein Werk von Hexen angesehen.

Im vier Kilometer von Balingen entfernten reichsritterschaftlichen Dorf Geislingen ließ der dortige Ortsherr Hans von Stotzingen vermeintliche Hexen verbrennen.

Im darauffolgenden Jahr wurden nochmals zwei Frauen verbrannt. Eine der Frauen (Margaretha Böckhin) hatte dabei unter Folter ausgesagt, dass es auch in Balingen Weiber gäbe, die an dem Unwetter beteiligt gewesen wären.

Zu einem Hexentanz auf dem Mühlgraben in Balingen hätten des alten Tübingers Weib (Anna Murschel), des alten Weißgerbers Weib und Anna Beck Essen und besonders guten Wein in silbernen Bechern mitgebracht.

Im August 1598 lieferte der Obervogt eigene konkrete Verdächtigungen: Ende Juli habe Anna Murschel der hochschwangeren Frau des Obervogts einen Apfel gegeben, der einen Fall von Übelkeit auslöste. Der Rottweiler Stadtarzt bestätigte den Verdacht auf Gift und damit einen Anschlag auf das Leben der Frau und des ungeborenen Kindes.

Des Weiteren seien im Stall des Obervogtes Achatius von Guttenberg in den vorangegangenen Monaten viele Stücke Vieh verloren gegangen. Nach Aussage dessen Frau sei stadtbekannt, dass Anna Murtschlerin abends nach dem Läuten der Betglocke um das Balinger Schloss (Sitz des Obervogts) ziehe, was sie tagsüber vermeide.

Am 18. August 1598 wurde Anna Murschel  verhaftet. Die Vorwürfe, die Besagung der Geislinger Hexen und die Tatsache, dass Anna Murschel „von Jugend an bei jedermann in hohem Verdacht gestanden“, reichten gemäß der Indizienlehre der Constitutio Criminalis Carolina zur Anklageerhebung wegen Hexerei vor dem Balinger Stadtgericht aus.

Anna Murschel legte kein Geständnis ab und beantragte im Januar 1599 ein Endurteil. Durch die ausgestandene Folter – ohne Geständnis – habe sich Anna Murschel vom Anfangsverdacht der Hexerei befreit, so dass sie freizulassen sei. Die Freilassung erfolgte am 5. April 1600 nach 596 Tagen Untersuchungshaft.

Hexenverfolgung: Balve / Nordrhein-Westfalen

Ein Zentrum der Hexenverfolgung im Herzogtum Westfalen war Balve. Hier wurden nachweislich zwischen 1592 und 1666 mehrere Hundert Menschen als Zauberer und Hexen verurteilt und ermordet.

Allein zwischen 1628 und 1630 wurden fast 300 Menschen hingerichtet. Diese Massenvernichtung war das Werk eines besonders fanatischen Hexenjägers, der vor allem im Westen und Südwesten des Herzogtums wirkte und dem mehr als 500 Menschen zum Opfer fielen.

Es war der Lizentiat Kaspar Reinhard (1596–1669), der so viel Angst und Schrecken verbreitete, dass auf ihn 1630 in Balve ein Attentat verübt wurde, als er mit Honoratioren der Stadt zu Abendessen saß. Er selbst wurde nur verletzt; der Gerichtsschreiber und ein Diener starben. Drei der Attentäter wurden gefasst und hingerichtet.

Auf dem Galgenberg oberhalb des Wachtloh brannten die Scheiterhaufen. Man schätzt, dass etwa jeder 20. Einwohner aus dem Amt Balve wegen Hexerei hingerichtet wurde. Von vielen kennt man die Namen. Darunter sind ein Heinrich Balke zu Beckum, Rentmeister auf Schloss Melschede, Jörg Schulte aus Mellen, Kutscher und Baumeister des Drosten, der drei Wochen nach seiner Hochzeit umgebracht wurde, sowie die Frau eines Bürgermeisters.

Im Gedenken an die Hexenverfolgung ließ die Balver Heimwacht im Jahr 2006 eine sogenannte Hexenstele nicht weit von der Stelle errichten, an der die Opfer zu Tode gebracht wurden. Der Text lautet: „Hier starben durch Schwert, Feuer und Galgen zirka 300 Frauen und Männer aus dem Balver Land im Hexenwahn im 16. bis 17. Jahrhundert.“ Die Betonstele hat eine Höhe von 2,50 Meter und befindet sich am Galgenberg.
(Rat der Stadt Balve: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Bamberg / Bayern

Das ehemalige Hochstift Bamberg war gemeinsam mit den Hochstiften Würzburg und Eichstätt sowie in Kurmainz, dem benachbarten protestantischen Fürstentum Bayreuth, der kleinen schwäbischen Herrschaft Wiesensteig und Ellwangen eines der Hauptzentren der frühneuzeitlichen Hexen- und Zaubererverfolgung in Süddeutschland.

In Bamberg wurde 1507 die „Constitutio Criminalis Bambergensis“ in Kraft gesetzt, die unter anderem die Strafe für Hexerei auf Tod durch Verbrennen festlegte.

Infolge eines starken persönlichen Hexenglaubens des regierenden Bamberger Fürstbischofs Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, genannt der Hexenbrenner (1623–1633), erreichten die Verfolgung und Hinrichtung von Personen und ganzer Familien unter dem Vorwurf der Hexerei in Bamberg in den 1620er und frühen 1630er Jahren ihren Höhepunkt.

Der Weihbischof Friedrich Förner war der wichtigste Prediger und der eigentliche Scharfmacher der Hexenverfolgung. Johann Georg II. Fuchs von Dornheim errichtete speziell für die Inhaftierung von der Hexerei Beschuldigter im Jahr 1627 das einst im Bereich der heutigen Promenade gelegene sogenannte *Drudenhaus, auch Malefizhaus genannt.

Neben zahlreichen anderen Bamberger Bürgern (beispielsweise Dorothea Flock und Christina Morhaubt, Georg Haan, Kanzler im Hochstift Bamberg) und Mitgliedern des Domkapitels wurde im August 1628 unter dem Vorwand der Hexerei auch der Bürgermeister der Stadt Bamberg Johannes Junius im Drudenhaus festgesetzt.

Nach einer Liste mit den Namen der Opfer wurden bis 1632 weit über 300 Menschen in Bamberg als Hexen oder Hexer hingerichtet. Aus überlieferten Prozessakten geht hervor, dass von 1595 bis 1631 in drei Wellen über 880 Personen der Hexerei oder Zauberei angeklagt und hingerichtet wurden.

Erst der Einmarsch schwedischer Truppen (1630–1635) im Februar 1632 setzte dem Treiben des Bischofs und seiner Häscher ein Ende. Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim floh nach Oberösterreich und starb dort 1633.

Im Oktober 2012 wurden in Bamberg Themenwochen zu den Hexenprozessen veranstaltet, um dieses Kapitel der Stadtgeschichte aufzuarbeiten. 2015 wurde auf einer Freifläche zwischen dem Ludwigskanal und dem Schloss Geyerswörth ein Mahnmal errichtet, geschaffen von den Essener Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann.

Der Bürgerverein Bamberg-Mitte hatte das Projekt gemeinsam mit der Stadt Bamberg realisiert. Der Stadtrat hatte am 29. April 2015 einen Beschluss zu den Hexenprozessen im Hochstift Bamberg gefasst und einen Text für die Gedenktafel beschlossen:

Im Hochstift Bamberg wurden im 17. Jahrhundert etwa 1000 Frauen, Männer und Kinder unschuldig angeklagt, gefoltert und hingerichtet.“ Finanziert wurde das Mahnmal von der Stadt Bamberg, dem Erzbistum Bamberg, der Oberfrankenstiftung, dem Bürgerverein Bamberg-Mitte und vielen Einzelspendern.

Im ZDF-Spielfilm Die Seelen im Feuer nach dem gleichnamigen Roman von Sabine Weigand wird die Zeit der Hexenverfolgungen in Bamberg aufgegriffen.
(Rat der Stadt: Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

* Das Drudenhaus (Malefizhaus, Trudenhaus, Hexengefängnis) wurde 1627 von Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1623–1633) in Bamberg auf dem Höhepunkt der Hexenverfolgungen für ca. 30 Gefangene gebaut.

Das Drudenhaus stand in der heutigen Franz-Ludwig-Straße, etwa auf Höhe der Hausnummer 7, wo sich jetzt eine Apotheke befindet. Das dazugehörige Foltergebäude, die sogenannte “Peinliche Frag“, befand sich auf dem Areal des heutigen Hauses Franz-Ludwig-Straße 10.

Der Grundriss des Gebäudes zeigt 26 Einzelzellen und zwei etwas größere Zellen. Über dem Portal war folgende Inschrift angebracht: DISCITE JUSTITIAM MONITI ET NON TEMNERE DIVOS (ein Zitat aus Vergils Aeneis: „Lasst euch das eine Ermahnung sein, Gerechtigkeit zu lernen und die Götter nicht zu missachten“).
Peter Engerisser: Wo stand das Bamberger Malefiz- oder Trudenhaus (PDF; 1,92 MB)
www.engerisser.de/Malefizhaus.pdf

Hexenverfolgung: Bamberg (Johannes Junius) Bayern

Johannes Junius (* 1573 in Nieder-Weisel als Johannes Jung; † 6. August 1628 in Bamberg) war Bamberger Bürgermeister (1614, 1617, 1621, 1624–1627) und Ratsherr (1608–1613, 1615–1616, 1618–1620, 1622–1623) und ein Opfer der Hexenverfolgung in Bamberg.

Johannes Junius wurde unter der Regierung von Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem er in einem verzweifelten Brief an seine Tochter Veronica vom 24. Juli 1628 seine Unschuld beteuert hatte.

Er war als Trudner (Hexer) verurteilt und wartete im Bamberger Drudenhaus auf die Hinrichtung. Junius kann als typisches Opfer des Hexenwahns gelten. Nach tagelanger Folter benannte auch er weitere angebliche Hexenmeister und Hexen.

In einem letzten Brief an seine Tochter Veronica beschrieb der Bürgermeister Johannes Junius aus Bamberg die Aussichtslosigkeit seiner Situation: „Unschuldig bin ich in das gefengnus kommen, unschuldig bin ich gemarttert worden, unschuldig muß ich sterben“. “Sterbe also unschuldig und wie ein martirer (Märtyrer).

Ich bitte dich um des Jüngsten Gerichts willen, halte dieses Schreiben in guter Hut und bete für mich als deinen Vater für einen rechten Märtyrer nach meinem Tod… doch hüte dich, dass du das Schreiben nicht lautbar machst. … Das darfst du kühnlich für mich schwören, dass ich kein Trudner (Hexer) sondern ein Märtyrer bin und sterbe hiermit gefasst. Gute Nacht, denn dein Vater Johannes Junius sieht dich nimmermehr. 24. Juli 1628“.

In seinem Geständnis unter Folter sagt Johannes Junius, dass er 1624, als er in finanziellen Schwierigkeiten war, von einer Frau verführt worden sei, die sich später als * Succubus herausstellte. Sie habe ihn mit dem Tod bedroht, wenn er nicht Gott verleugnete. Er bekam den Hexen-Namen Krix und den Familiennamen Füchsin.

Zu diesem Zeitpunkt hätten sich einige Stadtbewohner ebenfalls als Verbündete des Teufels zu erkennen gegeben und ihm gratuliert. Von da an wäre er regelmäßig auf einem riesigen schwarzen geflügelten Hund zum Hexensabbath geritten. Er habe eine Schwarze Messe besucht, auf welcher der Beelzebub erschienen sei.

Obwohl ihm andere Hexen und Dämonen befohlen hätten, in ihrem Namen ein Kind zu töten und ihn geschlagen hätten, habe er dieses Opfer nicht vollbracht. Er gab zu, sein Pferd geopfert zu haben und die Hostie entweiht zu haben.

Sein Geständnis erinnert in mehreren Punkten an das Geständnis von Walpurga Hausmännin aus dem Jahr 1587. Zum Beispiel die Taufe auf einen Hexennamen und das Verschwinden des * Succubus, wenn der Name Gottes genannt wird.

Als * Incubus, Plural Incubi, auch Inkubus, Plural Inkuben (von lateinisch: incubare für ‚oben liegen‘, ‚ausbrüten‘) wird in der Mythologie ein männlicher Alb (Elf), ein Albträume verursachender nachtaktiver Dämon, ein Waldgeist oder auch Sylvan bezeichnet, der sich nachts mit einer schlafenden Frau paart, ohne dass diese etwas davon bemerkt.

Außerdem gilt der Inkubus auch als Stellvertreter Satans, der dafür verantwortlich ist, Seelen von Sündigern nach deren Tod mit in die Hölle zu schleppen.

Das weibliche Gegenstück wird * Succubus (auch Sukkubus oder Sukkuba, Plural: Succuben, von lateinisch: succumbere ‚unten liegen‘) genannt. Ein Succubus stiehlt unbemerkt den Samen des schlafenden Mannes.
Bamberger Liste der Namen der Opfer der Hexenprozesse
(PDF; 268 kB)
Verhörprotokoll von Johannes Junius Umschrift und Übertragung ins Hochdeutsche
(PDF-Datei; 149 kB)
Abschiedsbrief von Johannes Junius Übertragung ins Hochdeutsche
(PDF-Datei, 71 kB)

Hexenverfolgung: Barntrup / Nordrhein-Westfalen

In Barntrup wurden 1657–1660 in der Zeit der Hexenverfolgungen zehn Hexenprozesse durchgeführt. Erstes Opfer war Claren Düvels, die nach dem 26. Oktober 1657 durchs Schwert hingerichtet und verbrannt wurde.
(Rat der Stadt Barntrup: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: 
Barthelmesaurach / Bayern

Am 23. November 2003 haben Bürgermeister Walter Schnell von der Gemeinde Kammerstein und Vertreter der Kirchengemeinde Barthelmesaurach eine offizielle moralische Rehabilitation der als Hexe verfolgten Margaretha Kurz aus Mildach ausgesprochen.

Hexenverfolgung: Bensberg / Nordrhein-Westfalen

In Bensberg wurden 1602 acht Frauen als Hexen verbrannt, darunter fünf aus Odenthal und eine Frau vom „Bloemengut“ aus Nittum. 1612 traf das Todesurteil Agnes Polwirth und 1613 Katharina Güschen, alle aus Nittum. Die angeklagte Christina Kirschbaum erhängte sich nach mehrfachen Folterungen im Hexenturm von Bensberg.

Vom Prozess gegen Katharina Güschen berichtet ein Teil der noch überlieferten Protokolle. Der damalige Schultheiß Gottfried Borken leitete das Verfahren. Nach einjähriger Haft im Bensberger Hexenturm wurde Katharina Güschen „am Steinenbrückchen“, unweit von Bensberg-Lustheide, am 10. Januar 1613 erhängt und verbrannt.
In Bensberg befindet sich am Rathaus (Wilhelm-Wagener-Platz) eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Hexenprozesse.

Hexenverfolgung: Bernau bei Berlin / Brandenburg

Prozesse Zauberey betreffend fanden in Bernau 1536, 1537, 1583, 1617–1622, 1653 und 1658 statt. In der Tobias-Seiler-Chronik der Stadt von 1736 finden sich 22 Hexenprozesse.

Während der Hexenverfolgungen wurden mindestens 25 Frauen und vier Männer wegen angeblicher Zauberei beschuldigt, angeklagt, gefoltert und zum überwiegenden Teil hingerichtet.

Allein in den Jahren 1617–1622 sind 16 Personen Opfer der Hexenprozesse geworden, davon starben ein Mann und fünf Frauen bereits auf der Folter. Es gab sieben Freisprüche, davon drei Ehepaare, zum Teil erfolgte der Freispruch erst nach dem Tod.

Der Beginn dieser fast fünfjährigen Hexenverfolgung fällt zeitlich mit dem Besuch des Kurfürsten Johann Sigismund zusammen, der im Jahre 1617 die Stadt besuchte. Als die Kutschpferde des Kurfürsten tot zusammenbrachen, schrie der Kutscher, Hexen hätten die Pferde umgebracht. Der Rat der Stadt ließ sofort einige Frauen verhaften.

In den Jahren 1616 bis 1622 führte der Stadt-Sekretär Thomas Beling die Hexenprozesse im Namen des Magistrats. Der Bäckermeister Jürgen Crone und seine Ehefrau wurden durch Angaben einer anderen beschuldigten Frau verhaftet.

Unter anderem wurde ihnen vorgeworfen, Brot und Semmeln vom schönsten Geschmacke herzustellen, was nur „mit Hülfe eines bösen Geistes geschehen sei“. Crone und seine Frau wurden lebendig verbrannt, der Mann am 24. April 1618. Die Frau, der vorher noch erlaubt wurde zu entbinden, wurde am 31. Juli öffentlich durch Verbrennen hingerichtet.

Für ein Todesurteil war ein Geständnis der Angeklagten notwendig. Deswegen kam es zu dem Beschluss, die Folter fortzusetzen. Dorothea Meermann wurde mit glühenden Zangen an den Brüsten gezogen. Seiler schreibt in seiner Chronik: Da nun die Tortur mit dieser Orthie Meermann abermals aufs härteste vorgenommen ist, geschieht es, dass dieselbe unvermutet in der custodie (Gewahrsam) stirbt.

Zwei Jahre lang zog sich das Verfahren hin, bis Dorothea Meermann unter der Folter verstarb. Am Morgen des 18. August 1619 brachte ein Wächter Dorothea auf seinem Rücken ins Freie, damit sie ihre Notdurft verrichten konnte. Als der Wärter sie wieder hineinbringen wollte, lag ihr Körper leblos am Boden.

Der Rat samt dem Scharfrichter besichtigten die Leiche. Sie gaben zu Protokoll, dass ihr Genick gebrochen war. Ihr Körper wurde am Hochgericht in ungeweihter Erde verscharrt.

Catarina Selchow, die Tochter der Dorothea Meermann, geriet selbst in Verdacht der Hexerei, als sie den Scharfrichter, der die Folter an ihrer Mutter durchführte, daraufhin ansprach. Sie wurde 1621 zum Tode durch Verbrennen verurteilt.

Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, ihrer Mutter den bösen Geist ins Gefängnis geschickt zu haben, welcher diese eingeschläfert und ihr die Schmerzen genommen hätte. Catarina Selchow wurde am 1. Juni 1621 verbrannt.

Sie soll ein junges schönes Weib gewesen seyn und mit ihrer Klahren und weißen Haut so durch die Hembden, deren sie sich allemahl befleißigt, hervorgeschimmert, sich nicht ein weniges eingebildet haben. Daher wie auch dem Nachrichter vor der Verbrennung an ihren Leib nicht hat kommen lassen!

Catarina Selchow wurde zwei Jahre nach dem Foltertod der Mutter hingerichtet. Zuvor war bereits ihre Großmutter Opfer der Hexenverfolgung geworden. Nach der Chronik von Seiler fand 1658 der letzte Hexenprozess in Bernau statt.
(Stadtverordnetenversammlung von Bernau bei Berlin: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Betziesdorf / Hessen

Betziesdorf ist ein Stadtteil von Kirchhain im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kam es zu einer Reihe von Hexenprozessen gegen Frauen aus Betziesdorf, was dem Dorf eine traurige Berühmtheit bescherte.

Am bekanntesten waren die Verfahren gegen Katharina Lips 1671 und 1673 und gegen ihre 17-jährige Enkelin Ännchen Schnabel 1673. Katharina Lips, die Ehefrau des Schulmeisters, war selbst durch fürchterlichste Folter nicht zu brechen und wurde letztlich freigelassen, aber aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel verbannt.

Ihre Enkelin hingegen konnte die Folter nicht durchstehen und wurde am 18. Mai 1674 durch das Schwert in Marburg hingerichtet. Der letzte der Betziesdorfer Hexenprozesse begann 1682 gegen Anna Katharina Wolff, auch sie Ehefrau des Dorfschullehrers, und endete am 16. Mai 1685 mit ihrer Ausweisung aus Hessen-Kassel.
Wikipedia: Leben und Leiden von Katharina Lips
Wikipedia: Hexenprozess gegen Anna Schnabel

Hexenverfolgung: Blankenheim (Ahr) Nordrhein-Westfalen

1614 wurden in Hexenprozessen in Blankenheim 14 Personen abgeurteilt, 12 Frauen und zwei Männer wurden verbrannt. Von 1627 bis 1633 fanden weitere Hexenverfolgungen statt.

Der kölnische Hexenrichter Dr. jur. Johannes Möden war als Hexenjäger dieser Zeit gefürchtet. Allein 1627 verurteilte er in Blankenheim 30 Personen, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.

Hexenverfolgung: Blocksberg (Brockenhexen) Brocken im Harz

Blocksberg ist heute in erster Linie eine andere Bezeichnung für den Brocken im Harz. Er wird fast ausschließlich in Verbindung mit Hexen (speziell Brockenhexen) und der Hexenverfolgung verwendet.

Der Ursprung des Namens Blocksberg liegt in der Bedeutung des Ausdrucks „Block“ oder „Klotz“ für das Hexenwesen; dort spielt er eine große Rolle: Block, Hackeblock und Klötzchen sind Namen von Zauberinnen; Bockhack und Hackeblock heißen Spiele, die in Beziehung zu Hexen stehen.

Bis zum 16. Jahrhundert galten unter anderen im Schwarzwald vor allem der Kandel, der Heuberg bei Rottenburg am Neckar und der Staffelberg in Franken als Hexenberge. Im 17. Jahrhundert werden außerdem der Hörselberg in Thüringen und der Bocksberg in Niedersachsen genannt.

Zur Zeit der Hexenverfolgung entstanden im Volk die Erzählungen über Hexen, in denen verschiedene Berge als Versammlungsplätze auftauchen. Im Laufe der Zeit unterschieden sich diese Geschichten immer weniger voneinander, so dass sich bestimmte Berge zu überregionalen Hexenbergen entwickelten.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts behaupten sich so neben dem Brocken unter anderen der Heuberg und der Staffelberg. Zudem wurde manchmal auch bei Venusbergen ein Zusammenhang zu Hexen gezogen.

Als Venusberg identifiziert werden häufig die Hörselberge bei Eisenach oder andere Berge nördlich der Alpen. Der nördlichste Venusberg ist der Finisberg beim Flensburger Volkspark. Venusberg wird zudem in Bonn eine Hochebene genannt, auf der sich der gleichnamige Stadtteil befindet.

Hexenverfolgung: Blomberg / Nordrhein-Westfalen

1589 wurden in einem Hexenprozess drei Frauen aus Donop und Kleinenmarpe in Blomberg angeklagt und hingerichtet. In Wellentrup gerieten von 1589 bis 1674 drei Männer und zwei Frauen in Hexenprozesse.
(Rat der Stadt Blomberg: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Bodenheim / Rheinland-Pfalz

1608 war das Gerichtsgebäude das heutige Rathaus mit seinem mehrfach erneuerten, kostbaren Fachwerk und holzgeschnitztem originalen Wappen im Erker. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Bodenheim zu einem Zentrum der europäischen Hexenverfolgung.

Nach böswilligen Diffamierungen, schrecklichen Haftbedingungen und grausamen Folterungen verloren mindestens 27 Bürger nach Hexenprozessen ihr Leben. Die Prozesse in Bodenheim begannen mit der Verhaftung der Witwe Merg Scholl am 8. Oktober 1612. Sie wurde verdächtigt, sie habe in der Backstube ein Kind so verzaubert, dass es verstorben sei.

Im Frühjahr 1613 wurde Scholl verurteilt und mit zwei anderen Frauen verbrannt. Erst mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges konnte ein Schlussstrich unter dieses düstere Kapitel gezogen werden.
An die Ereignisse erinnerte 2014 das Benefiz-Theatermusical „Hexe! De Deibel soll se hole!

Hexenverfolgung: Bonn / Nordrhein-Westfalen

Maria Harms, gestorben 1593, ist die erste namentlich bekannte Frau, die in Bonn als Hexe verbrannt wurde. Auch Katharina Curtius, geborene Roeseler († 1629 in Bonn) war Opfer der Hexenverfolgung und wurde wegen angeblicher Hexerei hingerichtet.

Katharina Curtius war die Tochter des ersten Bonner Apothekers Gierhardt Roeseler, Besitzer des Hauses „Zur Laurdannen“ am Bonner Markt 42, Ecke * Bonngasse.

1615 heiratete sie Ferdinand Curtius, der ebenfalls Apotheker war. Nach dessen Tod wurde sie die Frau eines Verwandten des Ehemannes, Reiner Curtius.

1628 kaufte das Ehepaar das Haus „Zum Sternenberg“. Bereits ein Jahr danach wurde Katharina Curtius als Hexe angeklagt und von Franz Buirmann, dem kurkölnischen Hexenkommissar, verhört. Vor seinen Augen schrieb Katharina Curtius ihr Testament, in dem sie sich selbst „der Gotteslästerung und großer, grober Laster“ anklagte.

Ihr Ehemann wurde infolge des Prozesses Alleinerbe des beträchtlichen Vermögens. Ihr Ehemann soll ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu Franz Buirmann unterhalten und sich sehr großzügig in der Bemessung der Prozesskosten gezeigt haben.

* Die Bonngasse befindet sich im fußläufigenZentrum Bonns und verläuft zwischen Sternstraße und Bertha-von-Suttner-Platz. Sie kreuzt die Friedrichstraße. Zwischen dieser und dem Suttner-Platz steht an der Ostseite das Beethoven-Haus und daneben das Haus „Im Mohren“.  Das Haus „Im Mohren“ in der Bonner Innenstadt gehört zu den ältesten erhaltenen Bürgerhäusern Bonns. 

Hexenverfolgung: Borchen / Nordrhein-Westfalen

Hexenprozesse in Borchen wurden von 1597 bis ca. 1611 auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Borchen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Im Bereich der Gerichtsbarkeit des Domkapitels im Hochstift Paderborn wurden aus Etteln in Hexenprozessen 13 Menschen angeklagt.

Neun Personen wurden wegen angeblicher Zauberei verbrannt. In dem Nachbardorf Atteln wurden drei Personen verbrannt. Auch das Dorf Henglarn war betroffen.

Führender Kopf der Hexenverfolgung im Hochstift Paderborn war der Syndikus des Domstifts, Licenciat Johann Moller. Er war Vorsitzender des domkapitularischen Hexengerichtes. Etliche aktenkundige Fälle zeugen vom Machtmissbrauch des Hexenrichters Moller und seiner Kollegen.

Elisabeth Schaefer wurde um 1537 in Atteln geboren. Ihr Vater war Richter in Atteln, sie war verheiratet. Ihr erster Mann war Holzgreve (Grebe) gewesen. Ihr Sohn hieß Hermann Meyer, ihre Schwester Margaretha Vogt.

Obwohl sie zur dörflichen Oberschicht gehörte, geriet die 60-jährige Elisabeth Schaefer in einen Hexenprozess in Etteln. Im Juli 1597 wurde die Richterstochter der Mittäterschaft bezichtigt. Mehrere Personen hatten sie unter der Folter besagt, dass sie angeblich mit auf den Hexentänzen gewesen wäre.

Elisabeth Schaefer wurde der Wasserprobe unterzogen. Um ein Geständnis zu erpressen, wurde sie mehrfach gefoltert. Am öffentlichen Gerichtstag in Etteln, an dem die Hinrichtung stattfinden sollte, stürmten Verwandte und Freunde unter tumulthaften Umständen auf den Richtplatz und verhinderten die Hinrichtung.

Sie erreichten, dass der Fall fünf Juristen aus Paderborn vorgetragen wurde. Diese Juristen bestätigten aber das Todesurteil. Elisabeth Schaefer wurde vor Oktober 1597 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. In der Folge wurde ihre Schwester Margaretha Vogt verhaftet.

Hexenprozess gegen Margaretha Vogt: Margaretha Vogt geriet in einen Hexenprozess in Etteln. Sie wurde am 14. November 1597 verhaftet. Sieben hingerichtete Personen hatten sie unter der Folter besagt, angeblich mit auf den Hexentänzen gewesen zu sein.

Der Sohn ihrer Schwester, Hermann Meyer, wandte sich an das Reichskammergericht in Speyer. Dieses untersagte am 7. Januar 1598, dass sie Folter und Wasserprobe unterzogen wurde. Margaretha Vogt war jedoch zuvor bereits gefoltert worden, sie hatte aber kein Geständnis abgelegt. Schließlich erfolgte ihre Freilassung.

Hexenprozess gegen die „Josepsche“ von Etteln: „Die Josepsche“ von Etteln wurde vor 1611 wegen Hexereiverdachts in Lippspringe inhaftiert und der Folter unterworfen. Der Hexenrichter Johann Moller hatte bei der Folter der Frau gesehen, wie „schön von Leibe und wohlgestalt sie gewest, daß er oft davon zu sagen pflegen, es wäre schade, daß man ein so schönes Weib verbrennen sollte“.

Moller entließ die Frau aus der Haft und brachte sie in Lippspringe in einer Wohnung unter. Johann Moller hat sie „motu proprio (nach eigenem Gutdünken) auß dem Gefengnis gelassen, sie in ein der besten Gemacher eingeweist“. Er sei täglich zu ihr gegangen und „etliche Stunden bei ihr allein verblieben“.

Hexenprozess gegen Gertraud Kneips: Gertraud Kneips erklärte am 21. November 1611 in einem Protokoll, dass Syndikus Johann Moller sie „vor etlichen Jahren“ im Walde zwischen Etteln und Eggeringhausen wiederholt zur Unzucht genötigt habe durch Drohungen und Versprechen: „es solle, falls sie willfährig sei, in Zaubersachen binnen Etteln nicht weiter gegen sie verfahren werden.

Johann Moller habe verlangt, dass sie sich mit ihm „fleischlich vermischen“ solle. Es soll daraufhin zu einer „viermaligen Vermischung“ gekommen sein. Als Gertraud Kneips einen Sohn gebar, drohte ihr Moller, „daß er sie, Gertraud, auf allen Orten verschreiben, verfolgen und verbrennen lassen wollte“, und sie musste das „Söhnlein einem alten unvermögenden Mann namens Grothe zueignen“.

In der „Denunciatio des Domkapitels gegen Moller“ vom 2. Dezember 1611 steht dazu, er habe mehrfach „mit offenkundig selbst bekentlichen Zäuberinnen sich viehischer weise in Waldt und Streuchen von Abend bis zu Morgen vermischet.

Hexenverfolgung: Bräunlingen / Baden-Württemberg

Bräunlingen (Alemannisch Brilinge) ist eine Kleinstadt im Schwarzwald-Baar-Kreis1635 begannen in der habsburgischen Stadt Bräunlingen Hexenprozesse. In den Hexenverfolgungen wurden gegen insgesamt 14 Personen inquiriert, mindestens fünf Frauen und ein Mann wurden hingerichtet.

Hexenverfolgung: Braunschweig / Niedersachsen

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert gab es nachweislich mehrere Prozesse wegen angeblicher Hexerei, Zauberei oder Ähnlichem. Der älteste bekannte Fall stammt aus dem Jahre 1475.

Im Verfestungsbuch des Weichbildes Neustadt ist vermerkt, dass Jutte Schomakers, genannt „die Herdesche“, der „Zauberei“ angeklagt und überführt wurde. Allerdings wurde sie nicht mit dem Tode bestraft, sondern, wie damals üblich, nach geleisteter Urfehde der Stadt verwiesen.

Der zweite belegte Fall ist der Geseke Albrechts, die 1501 beschuldigt worden war, Kühen die Milch verzaubert zu haben. Sie wurde enthauptet und ihr Leichnam anschließend verbrannt. Darauf folgten bis 1525 noch weitere Fälle.

Anna Roleffes hatte drei Brüder. Sie besuchte drei Jahre lang die Schule und hatte so lesen gelernt. Von ihrer Mutter Ilse, geb. Lilie, die fünf Jahre bei einem Bader in der Nähe von Wolfsburg als Heilerin tätig war, wurde sie anschließend in den Heilkünsten unterwiesen und hatte auch zwei Bücher von ihr geerbt.

Den Übernamen „Tempel Anneke“ erhielt sie entweder deshalb, weil sie auf dem „Tempel Hof“ wohnte oder weil sie zusammen mit ihrem Mann bis zu dessen Tod den Tempel-Krug führt.

Um als Witwe ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, verdingte sie sich als Dienstmagd und war daneben auch als Heilerin und Wahrsagerin tätig, wobei sie insbesondere im Aufspüren von Dieben und Diebesgut versiert war. Da sie dabei recht erfolgreich gewesen sein soll, wurde sie schließlich verdächtigt, eine Zauberin zu sein und mit dem Teufel im Bunde zu stehen.

Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme im Juni 1663 war Tempel Anneke etwa 63 Jahre alt. Das Verfahren begann mit der Vernehmung der Zeugen im Neustadtrathaus und wurde dann im Obergericht des Weichbildes Hagen durchgeführt. Es dauerte vom 25. Juni bis zum 30. Dezember 1663.

Am 30. Dezember 1663 wurde Tempel Anneke auf dem Schinderkarren durch die Stadt zur Richtstätte vor den Toren Braunschweigs beim Wendentor gefahren. Angesichts ihrer Reue und ihres Geständnisses wurde Tempel Anneke ein besonderer Gnadenbeweis zuteil: Man erließ ihr den qualvollen Feuertod auf dem Scheiterhaufen, stattdessen wurde sie enthauptet und ihr Leichnam anschließend verbrannt.

Hexenverfolgung: Braunschweig-Lüneburg (Herzogtum) Niedersachsen

Hexenverfolgungen im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg hatten besonders während der Regierungszeit von Welfenherzog Heinrich Julius (1589–1613) erschreckende Ausmaße angenommen.

So berichtet eine Chronik von 1590: „In den Fasten dieses Jahres ließ der Herzog viele Hexenmeister und Zauberinnen zu Wolfenbüttel verbrennen, als wohin aus dem Lande Braunschweig, Göttingen und Cahlenbergischen Theils, alle Maleficanten zusammengebracht und gerichtet wurden … Wie dann zu Wolfenbüttel öfters an einem Tag 10, 12 und mehr gebrant, und der Orts des Lecheln Holzes von den Zauberpfählen als ein kleiner Wald anzusehen gewesen.“

Auch einer seiner Nachfolger, August der Jüngere (1579–1666), obwohl als einer der gelehrtesten Fürsten seiner Zeit angesehen und Begründer des Ruhmes der nach ihm benannten Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, war ein berüchtigter Hexenjäger, der für die Verbrennung von 70 „Hexen“ in Hitzacker verantwortlich ist.

Hexenverfolgung: Braunschweig-Wolfenbüttel / Niedersachsen

Heinrich Julius (* 15. Oktober 1564 auf Schloss Hessen; † 20. Juli 1613 in Prag) war postulierter Bischof von Halberstadt, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg und Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel, von 1582 bis 1585 auch Administrator des Bistums Minden. Er regierte von 1589 bis zu seinem Tode im Jahre 1613.

Heinrich Julius wurde wegen seines „eifrigen Hexenbrennens“ berühmt. Während seiner Herrschaft erreichte die Hexenverfolgung in Braunschweig-Wolfenbüttel den Höhepunkt.

Zwischen 1590 und 1620 wurden 114 Personen wegen „Zauberei“ angeklagt, mehr als 50 Menschen wurden verbrannt. Unter ihnen war auch Anna Landmann, die 1597 auf seinen Befehl hin in Hornburg verbrannt wurde. Zudem verwies Herzog Heinrich Julius 1591 alle Juden des Landes.

Hexenverfolgung: Breitenborn / Hessen

Breitenborn ist ein Ortsteil der Gemeinde Gründau im Main-Kinzig-Kreis in Hessen. Im 16. Jahrhundert soll der breyden Born – so ist den Gerichtsakten etlicher Hexenprozesse in Büdingen zu entnehmen – ein Hexentanzplatz gewesen sein.

Als Hexentanzplatz oder Teufelstanzplatz wurden in der Zeit der Hexenverfolgungen viele Örtlichkeiten bezeichnet, an denen sich die Angeklagten in den Hexenprozessen angeblich zu geheimen Hexenversammlungen getroffen haben sollen.

Anlass soll zum Beispiel der Hexensabbat in der Walpurgisnacht gewesen sein. Man glaubte, dass sich dort Zauberer beziehungsweise Hexen mit dem Teufel auf den so bezeichneten Bergen oder Flurstücken versammelt hätten.

Die Richter forderten in den Hexenprozessen von den Angeklagten die genaue Aufzählung der besuchten Teufelstanzplätze (also einen genauen Ort der Teilnahme am Hexensabbat) und eine Besagung (Denunziation) der Namen weiterer Teilnehmer der Treffen.

Auch diese denunzierten Menschen wurden dann verhaftet und angeklagt, und es kam zu den sogenannten Kettenprozessen mit vielen Hinrichtungen.

Hexenverfolgung: Brilon / Nordrhein-Westfalen

Überliefert ist ein Fall von Hexerei von 1523 in Brilon. Die Beklagte wurde auf Intervention von Kurfürst Friedrich IV. von Wied gegen den Willen der örtlichen Behörden freigelassen. Zumindest in dieser frühen Phase kamen derartige Eingriffe zu Gunsten der Beklagten nicht selten vor.

Dahinter steckte keine grundsätzliche Ablehnung der Hexenverfolgungen, sondern die Behörden bestanden auf einem rechtmäßigen Ablauf der Prozesse, der auch das Recht auf Verteidigung einschloss.

Hexenverfolgung: 
Bruchmachtersen / Niedersachsen

1521 wurde der Ort von Hildesheimer Truppen verwüstet. 1602 plünderten Braunschweiger Bürger während ihrer Auseinandersetzung mit Herzog Heinrich Julius, der als protestantischer Fürst ein berüchtigter Hexenbrenner und Vertrauter des katholischen Kaisers war, Bruchmachtersen.

Hexenverfolgung: Büdingen / Hessen

Zwischen 1532 und 1699 (Höhepunkt 1633–1653) gab es viele Hexenprozesse und 485 Menschen wurden wegen angeblicher Hexerei angeklagt. Mit über 400 Hinrichtungen gehörte die kleine Grafschaft Büdingen zur Kernzone der Hexenverfolgung.

1564 wurde die Faulhaberin aus Wächtersbach in Büdingen als angebliche Hexe angeklagt. Georg von Ysenburg-Büdingen erließ die Order, die Faulhaberin im peinlichen Verhör hart anzugreifen (zu foltern). Trotz „zerrissener Glieder und verderbtem Leib“ trotzte sie der Folter und zerriss mit ihrem Schweigen die Kette der Denunziationen.

Heftige Kritik an Hexenprozessen und Folter äußerte der ysenburgische Hofprediger Anton Praetorius, dem es 1597 gelang, eine Frau aus der Folterkammer zu befreien. 1598 setzte er seinen Kampf literarisch mit dem Buch Gründlicher Bericht von Zauberey und Zauberern fort.

Der breyden Born in Breitenborn soll ein Hexentanzplatz gewesen sein.
(Stadtparlament von Büdingen: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2012)

Hexenverfolgung: Büdingen (Kesslertanz) Hessen

Der Kesslertanz (u. a. auch Kesselersdanz, Kesslertantz) ist der Name eines angeblichen Hexentanzplatzes des 16. Jahrhunderts im Wald von Büdingen. Bis heute existiert der Flurname Kesslertanz zwischen dem Dorf Rinderbügen und dem Büdinger Wald.

Als „Hexen“ angeklagte Frauen wurden in der Zeit der Hexenverfolgungen verdächtigt, auf dem Kesslers Danz gewesen zu sein. Die Tanzplätze sind häufig alte Gerichtsplätze oder sonstige besondere Orte.

Die Hexen von Büdingen besuchten angeblich den Pfaffenwald, den Breitenborn oder einen Platz im Büdinger Walde, „Khesselers dantz“ genannt. 1597 wurden vier Frauen aus dem Ort Rinderbügen in einem Hexenprozess angeklagt, hier am Hexensabbat teilgenommen zu haben.

In der Zeit der Hexenverfolgungen spielt sich 1597 ein besonders dramatisches Kapitel Rinderbügener Geschichte ab. Im Februar werden vier Frauen aus dem Ort Rinderbügen beschuldigt, zum Hexensabbat auf dem Hexentanzplatz (Kesslertanz) gewesen zu sein.

Hexenverfolgung: Burg (Hexenturm) Sachsen-Anhalt

Der Hexenturm befindet sich in der Burger Altstadt (Burg bei Magdeburg). Unweit vom Freiheitsturm ist er in die Burger Stadtmauer integriert. Der Hexenturm wurde im 11. Jahrhundert errichtet, aufgrund der Schießscharten geht man davon aus, dass er als Wach- und Wehrturm diente.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es in Burg zu mehreren Hexenprozessen. Während dieser Zeit wurde der Turm als Gefängnis für die angeblichen Hexen genutzt, woher sein Name rührt. Im Turm befindet sich ein sechs Meter tiefes Verlies. Durch eine runde Öffnung im Boden konnten die Gefangenen dort hinab gelassen werden.

Die Funktion als Frauengefängnis behielt der Hexenturm bis 1846. In jenem Jahr wurde ein neues Gericht mit Gefängnis in der Burger Hainstraße erbaut.

Hexenverfolgung: Burkheim am Kaiserstuhl / Baden-Württemberg

Burkheim am Kaiserstuhl (früher: Burkheim am Rhein) ist eine Teilgemeinde der Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl und liegt am Westrand des Kaiserstuhls. Bekannt ist Burkheim vor allem für seine historische Altstadt und seinen Wein. 1613 wurden auf dem noch heute so bezeichneten Hexenplatz zwei (nach anderen Quellen sieben) Frauen wegen Hexerei verbrannt.

Hexenverfolgung: Buxtehude / Niedersachsen

Die Hochphase der Hexenverfolgung im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert fiel zeitlich zusammen mit einem tiefgreifenden Wandel auf dem Gebiet der Strafrechtspflege.

Seit 1532 entwickelte sich auf dem Gebiet des Strafrechts allgemein wie auch speziell auf dem Gebiet der Hexenprozesse die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. (Constitutio Criminalis Carolina) zur entscheidenden Rechtsgrundlage.

Die Carolina reglementierte erstmals die weithin übliche Folter zur Erlangung von Geständnissen und bewirkte damit eine gewisse Rechtssicherheit für die Beschuldigten.

Aufgrund einer salvatorischen Klausel war jedoch regionales Recht weiterhin anwendbar. Dessen Gebrauch wurde erst langsam zugunsten der Carolina zurückgedrängt und führte noch jahrzehntelang zu Strafprozessen mit teilweise ausuferndem Gebrauch der „peinlichen Befragung“.

Die 1603 erlassene Kriminalgerichtsordnung des Erzbischofs von Bremen, das Edikt vom Prozeß in Zauberei-Sachen lehnte sich nicht nur inhaltlich fast wörtlich an die Carolina an, sondern propagierte auch ausdrücklich deren Gültigkeit.

Die Hexerei wurde darin nur als ein Delikt unter vielen behandelten, nicht als Ausnahmeverbrechen (crimen exceptum), das ein besonderes Verfahren rechtfertige. Der berüchtigte Hexenhammer wurde vor norddeutschen Gerichten deshalb nicht zur Begründung von Urteilen herangezogen.

In Buxtehude gab es zwischen 1540 und 1644 insgesamt 21 Hexenprozesse, 18 Frauen wurden hingerichtet. Die Verfolgung war damit weit weniger intensiv als im süddeutschen Raum, beispielsweise im Hochstift Bamberg, wo in jener Zeit etwa 900 Menschen getötet wurden.

Ein Erlass Königin Christinas von Schweden von 1649 leitete das Ende der Hexenprozesse im Herzogtum Bremen-Verden ein.

Die ab 1935 im Auftrag Heinrich Himmlers erstellte Hexenkartothek versuchte, die frühneuzeitliche Hexenverfolgung für die völkische NS-Ideologie zu vereinnahmen. Dazu erfassten Mitarbeiter des sog. H-Sonderkommandos im Juli 1940 auch einen Sammelprozess im ehemaligen Bistum Verden.
(Rat der Stadt Buxtehude: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2016)

 

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Hexenverfolgung: Canstein (Marsberg) Nordrhein-Westfalen

Im Gebiet von Marsberg fanden beträchtliche Hexenverfolgungen statt. In den Archivalien der Herrschaft Canstein befindet sich eine umfangreiche Akte No. 1296, in der Unterlagen zu 19 Hexenprozessen gesammelt sind.

1656 und 1658 wurden in Hexenprozessen neun Frauen und ein Mann hingerichtet. Bei weiteren elf Prozessen ist der Ausgang unbekannt. In den Prozessunterlagen finden sich Hinweise auf diese folgende Todesurteile:

1656 Edeling Gronen
1656 Steinische Clara
1656 Friedrich Rehlings Frau Trine
1656 Thielen Anna aus Leitmar
1656 Gerta die Boltin (auch Jutten Grete), Georg Noeckens (Georgen Norikens) Frau aus Udorf
1656 Anna Möllers
1656 in der Klageschrift Gerta die Boltin werden als hingerichtet erwähnt:
Eva Bohlen
Eddeling Mronos (evtl. identisch mit Edeling Gronen)
1658 Anna Schulten, Curdt Schultens Frau, die Schultische
1658 Elisabeth Hempelmann

Hexenverfolgung: Coburg / Bayern

Während der Herrschaft von Johann Casimir (auch Johann Kasimir) von Sachsen-Coburg hatten die Hexenprozesse und -verbrennungen in Coburg ihren Höhepunkt; er ließ 178 Hexenprozesse führen. Von den 91 Angeklagten (meist Frauen) wurden ca. 70 auf dem Scheiterhaufen am Ketschenanger verbrannt.

1593 folgte die Scheidung Herzog Johann Casimirs von seiner ersten Ehefrau wegen Ehebruchs, die er anschließend zunächst in Eisenach, bis 1596 im Kloster Sonnefeld und dann bis zu ihrem Tod im Jahr 1613 auf der Veste Coburg gefangen hielt.
Veste Coburg
Veste Coburg 1, 96450 Coburg
Webseite: www.kunstsammlungen-coburg.de

 

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Hexenverfolgung: Darmstadt / Hessen

Wolf Weber (* ca. 1572; † vermutlich am 29. August 1582 in Darmstadt) war das jüngste und einzige männliche Opfer der Darmstädter Hexenverfolgungen unter Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt.

Wolf Weber war der jüngste Sohn einer nur als alte Weberin bezeichneten Frau. Diese hatte ihrer Tochter Sara und deren Liebhaber Konrad Ballaß offenbar dabei geholfen, die jeweiligen Ehepartner der beiden zu vergiften.

Infolge dieses Doppelmordes wurden die alte Weberin und ihre Tochter Sara als Hexen angeklagt und verurteilt. Die alte Weberin wurde bald darauf mit einigen anderen als “Hexen” verurteilten Frauen verbrannt, während Saras Hinrichtung verschoben wurde, da sie schwanger war. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt, es ist jedoch davon auszugehen, dass sie unter den weiteren Opfern der Hexenverfolgungen zu finden ist.

1586 kam es in Darmstadt zu einer weiteren Verfolgungswelle, bei der 17 Frauen hingerichtet wurden, 1590 sind noch einmal zwei Opfer nachweisbar. Die Hexenverfolgungen scheinen eng mit der Person von Landgraf Georg I. verbunden zu sein.

Zum einen waren zur gleichen Zeit im übrigen Hessen die „Hexen“ höchstens ein Randphänomen, dem man sehr skeptisch gegenüberstand, und zum anderen Georgs Nachfolger selbst während des Höhepunktes der Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert auf Hexenhinrichtungen verzichteten.

Hexenverfolgung: Datteln / Nordrhein-Westfalen

Viele Todesurteile der Hexenprozesse aus dem Vest Recklinghausen (Fest Recklinghausen ist die Bezeichnung für den Gerichtsbezirk des mittelalterlichen Gogerichts in Recklinghausen) wurden auf Schloss Horneburg gesprochen.

Wie auch im Herzogtum Westfalen gab es seit dem 16. Jahrhundert im Vest Recklinghausen Hexenprozesse. Im Jahr 1514 wurden elf Frauen verurteilt, denen man die Heraufbeschwörung eines schweren Sturms vorwarf.

Einen ersten Höhepunkt erreichten die Prozesse zwischen 1590 und 1600. Die Zahl der Opfer wird auf insgesamt 94 geschätzt. Trine Plumpe widerstand 1650 der Folter in einem Hexenprozess und trug so zum Ende der Hexenverfolgung im unmittelbaren Jurisdiktionsbereich des Vests Recklinghausen bei.
(Rat der Stadt Datteln: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2013)

Hexenverfolgung: Derenburg / Sachsen-Anhalt

Über die Hexenverbrennung in Derenburg am Harz in Sachsen-Anhalt in den Jahren 1555 und 1556 sind keine Akten erhalten. Ein zeitgenössischer Einblattholzschnitt, von dem auch eine kolorierte Fassung existiert, beschreibt jedoch die Hexenverbrennungen von 1555.

Außerdem berichten die Zeitschrift “Neue gemeinnützige Blätter” im Jahr 1796 aus Halberstadt über den Hexenprozess gegen Ursel Hufnerin. Grundlage dafür bildete die am 1. Oktober 1555 in Derenburg in der Grafschaft Regenstein erfolgte Verbrennung der Gröbischen und der Gißlerschen, zwei der Zauberei beschuldigten Frauen.

Die Gröbische bekannte, dass sie 11 Jahre mit dem Teufel gebuhlt hat. Als man sie an die Säule auf dem Holzhaufen kettete und das Feuer entzündete, sei ihr Buhle, der Satan, gekommen und hätte sie, für jedermann ersichtlich, in die Lüfte davongeführt.

Zwei Tage später, am 3. Oktober 1555, sollen die beiden verbrannten Frauen „bede eytel fewrig“ nach Derenburg zurückgekehrt sein und im Gißlerschen Haus um das Feuer getanzt haben. Den Mann der Gißlerschen hätten sie so grob aus der Tür seines Hauses gestoßen, dass dieser sich vor den Augen seiner Nachbarn zu Tode stürzte.

Am 12. Oktober 1555 wurde der Mann der Gröbischen hingerichtet wegen Unzucht und Ehebruch mit der Schwester seiner hingerichteten Frau. Zwei Tage später starb letztendlich eine dritte Frau den Feuertod.

Der Serckschen war vorgeworfen worden, dass sie der Frau des Halberstädter Stiftshauptmann Achatius von Veltheimvergeben hate“ und einem Mann in Derenburg eine Kröte unter die Schwelle gegraben hätte. Der Mann sei daraufhin lahm geworden und hätte Fieber bekommen.

Hexenprozess gegen Ursel Hufnerin: Im Jahr 1655 nannten zwei Frauen in Derenburg unter der Folter den Namen von Ursel Hufner und drei anderen Frauen als Hexen. Weitere Gerüchte über die Hufner waren: sie hätte ihren eigenen Mann betrogen und sich viele Jahre mit dessen Bruder eingelassen, einem Schweinehirten, der eine Frau und zwei Kinder hatte.

Am 28. Dezember 1655 wurde die Angeklagte inhaftiert und am 29. Dezember 1655 gütlich, das heißt ohne Folter, vernommen. Dann folgte die Territion. Sie wurde zur Leiter gebracht und mit Beinschrauben gepeinigt. Unter der Folter legte sie ein Geständnis ab. Ihre Hinrichtung erfolgte am 16. Februar 1656.

Hexenverfolgung: Detmold / Nordrhein-Westfalen

Im ausgehenden Mittelalter veröffentlichten die Dominikaner Heinrich Institoris und Jakob Sprenger den Hexenhammer, ein Kompendium des weit verbreiteten Hexenglaubens. Im Schutz der Kirche breitete sich auch der Hexenwahn in Detmold aus, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie im Hexennest Lemgo.

In den Jahren zwischen 1599 und 1676 wurden in Detmold 19 Menschen als Hexen und Zauberer vom landesherrlichen Gericht zum Tode durch Feuer und Schwert verurteilt, darunter Mette Deppe. Die Prozessakten werden im Staatsarchiv Detmold verwahrt.

Ab 1654 wurden 52 Kinder wegen angeblicher Hexerei verhaftet, in einem zum Gefängnis umgebauten Detmolder Gasthof inhaftiert, zu weiteren Denunziationen gegen Erwachsene und Gleichaltrige getrieben und in fünf Prozessen Hauptbelastungszeugen.
(Moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2012)

Hexenverfolgung: Dieburg / Hessen

Von 1600 bis 1630 sind für das Erzstift Mainz Dokumente zum Tod von 1879 Menschen als Opfer der Hexenverfolgungen erhalten geblieben. In Dieburg fanden etwa 60 Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen.

Der „Drache zu Dieburg“ war der Glöckner und Kupferschmied Lorenz Drach aus Dieburg. Er wurde am 18. April 1603 im kurmainzischen Aschaffenburg zusammen mit anderen Männern durch Vierteilung hingerichtet.

Wegen der Verfolgung ihrer Frauen hatten die Männer eine Schmähschrift verfasst, in der die Hexenprozesse des Erzbischofs angeprangert wurden. Sie wurden beschuldigt, angeblich die Ermordung des Erzbischofs geplant zu haben.

1626 wurde Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenclau gleich zu seinem ersten Besuch in Dieburg von der Zentmannschaft gebeten, die nötigen Untersuchungen zur Ausrottung des Lasters der Zauberei anzuordnen.

In Dieburg gab es viele der Hexerei verdächtige Personen, und das Volk war sehr aufgebracht. Zur Beruhigung der Einwohner wurde ein Hexenprozess begonnen gegen die Witwe von Martin Padt, deren Mutter zwanzig Jahre zuvor als Hexe verbrannt worden war.

Am 26. Juni 1627 wurde sie verhört und am 7. Juli hingerichtet. Von der Padtin wurden viele Menschen als angebliche Mitschuldige besagt, so dass es zu einer Serie neuer Prozesse in Dieburg, Seligenstadt, Aschaffenburg usw. kam.

Als angebliche Hexentanzplätze wurden in den unter der Folter erpressten Geständnissen genannt: der Eichwasen bei Dieburg, der Humesbühl, der große Formel usw.

Ein Angeklagter, Philipp Krämer aus Dieburg, sagte im Verhör aus, dass alle Zeugenaussagen gegen ihn falsch seien und der Glaube an Hexerei nichts als Aberglauben wäre. Dafür wurde er am 6. September 1627 enthauptet und seine Leiche verbrannt.

1627 wurden nach den vorliegenden Akten in Dieburg 36 Personen hingerichtet, nach Notizen von Pfarrer Laubenheimer sogar 85 „Hexen“.

1629 begann im November eine neue Prozesswelle gegen 21 Verdächtige, und ganze Familien sind fast völlig ausgerottet worden.

Hexenverfolgung: Diefflen / Saarland

Mit dem Beginn der frühen Neuzeit breitete sich auch in Diefflen und Umgebung der Hexenwahn aus, der besonders in den Jahren 1570 bis 1634 stark wütete. Besonders der herzoglich lothringische Oberrichter Nikolaus Remigius gelangte bei der Ausrottung der vermeintlichen Hexen und Teufelsanbeter zu trauriger Berühmtheit.

Im Gebiet des heutigen Saarlandes waren nachweislich ca. 500 Menschen in einen Hexenprozess verwickelt. Im Falle eines Geständnisses, wurde der Termin der Hinrichtung auf dem Nalbacher Galgenberg festgesetzt.

Am Tag der Hinrichtung wurde der Verurteilte von den Dillinger Schützen bis zur Dieffler Banngrenze (heute Judenfriedhof) gebracht und dort den Nalbacher Schützen übergeben. Auf einem Wagen wurde der Delinquent dann von den beiden Schützengruppen über Diefflen nach Nalbach gefahren, wo er am Pranger öffentlich ausgestellt wurde.

Nach einer öffentlichen Verlesung des Urteils wurde der Delinquent zum Galgenberg geführt und dort getötet. Die Nalbacher Straße „Am Gälgesberg“ erinnert bis heute an die Hinrichtungsstätte. Folgende Hexenprozesse des Nalbacher Tales, zu dem Diefflen gehörte, sind heute urkundlich überliefert:

1575: sowie 1591/1592 mehrere Personen des Nalbacher Tales / unbekannter Ausgang des Verfahrens
1595: ein Mann (Theisen Johann alias Keuch Johann, Schöffe im Nalbacher Tal) aus Diefflen
1595: eine Frau (Schmits Anna) aus Piesbach
1602: ein Mann (Ciriakus) aus Körprich
ca. 1605: ein Mann aus Piesbach (Heinsen Michel) und eine Frau (die alte Kremers) aus Körprich
1609: ein Mann (Eschen Peter) aus Diefflen, der zusätzlich zum Vorwurf der Zauberei, mutmaßlich auch mit seinem Pferd sexuell verkehrt haben soll und deshalb zusammen mit seinem Pferd hingerichtet wurde. Dabei wurde alles zur Tötung des Pferdes Benötigte extra angefertigt, da nach damaliger Sitte niemand ein Werkzeug, das ein Scharfrichter gebraucht hatte, zur normalen Arbeit wieder verwendet oder auch nur angefasst hätte.
1611: ein Mann und eine Frau aus Körprich / unbekannter Ausgang des Verfahrens
1602: Anschuldigungen gegen Lentz Theis aus Nalbach und Michel aus Bilsdorf
1611: Anschuldigungen gegen Laukas aus Körprich und seine Frau sowie den Meier aus Nalbach und seine Frau.

Im Prozess gegen den Nalbacher Schöffen Theisen Johann (alias Keuch Johann) hatte dieser bei der Folterung angegeben, der Körpricher Hoxberg sei der lokale Treffpunkt der Hexen des Nalbacher Tales. Hier hätte die Zauberversammlung den teuflischen Plan geschmiedet, „alles Getreid uff Erden zu verderben.“

Als weitere angebliche Treffpunkte in der Umgebung wurden die Reimsbacher Heide und der Singbrunnen bei Düppenweiler angegeben. Der Litermont wird in keiner Akte als Hexenversammlungsplatz genannt.

Den Vollzug der Hinrichtungen (Verbrennung bei lebendigem Leibe oder nach bereits vollzogener Hinrichtung) besorgte jeweils ein Henker (Nachrichter) aus Roden, da Nalbach keinen eigenen Scharfrichter bzw. Nachrichter zur Folterung oder Hinrichtung unterhielt.

Hexenverfolgung: Dillingen an der Donau / Bayern

Während der Hexenverfolgungen von 1574 bis 1745 wurden in Dillingen 65 Personen angeklagt, von denen die meisten Angeklagten den Hexenprozess nicht überlebten.

1587 wurde Walpurga Hausmännin bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das letzte Opfer der Hexenprozesse 1745 war Barbara Zielhauser.

Walpurga Hausmännin (* 1510/1527; † 2. September 1587 in Dillingen an der Donau) ist ein Opfer der Dillinger Hexenprozesse. Sie war eine bayerische Hebamme und wurde wegen angeblicher Hexerei, Vampirismus und Kindermord verbrannt.

Das Geständnis, das sie unter Folter ablegte, ist ein klassisches Beispiel für die Beziehung zwischen angeblicher Hexe und Teufel. Dieses Muster wurde später noch in vielen Hexenprozessen verwendet.

Walpurga Hausmännin wurde unter dem Augsburger Bischof Marquard zum Tode verurteilt. Ihr Eigentum wurde konfisziert. Die sadistischen Torturen, die sie auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte erdulden musste, wurden im Urteil genau beschrieben:

Auf dem Weg zur Richtstätte sollte der Karren, auf den sie gebunden war, fünfmal angehalten und ihr Leib mit einer Zange gerissen werden. Das erste Mal vor dem Rathaus wurde ihre linke Brust und ihr rechter Arm mit dem glühenden Eisen gerissen, das zweite Mal unter dem Tor ihre rechte Brust, das dritte Mal beim Mühlbach ihr linker Arm und das vierte Mal an der Richtstätte die linke Hand.

An der Richtstätte wurde ihr die rechte Hand, mit der sie den Eid als Hebamme geschworen hatte, abgeschlagen, anschließend wurde sie bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Walpurga Hausmännins Asche sollte in einen Fluss gestreut und nicht beerdigt werden.
(Gedenktafel: An die Opfer der Dillinger Hexenprozesse erinnert eine Gedenktafel des Rotary-Clubs, die am 12. Dezember 1994 im Dillinger Schlosshof gegen den Widerstand des Bischöflichen Ordinariats enthüllt wurde.)

Hexenverfolgung: Dinkelsbühl / Bayern

Von den Hexenverfolgungen in Dinkelsbühl sind insgesamt zwölf Hexenprozesse bekannt. Die Aktenlage ist unvollständig. Im Archiv der Stadt sind die Akten der Hexenprozesse nicht vorhanden, aber die Sitzungsprotokolle des Inneren und Geheimen Rates sind überliefert und wurden übertragen.

1611 wurden drei Frauen der Hexerei angeklagt, für das Jahr 1613 sind zwei Todesurteile, für 1645 die Hinrichtung einer evangelischen Hebamme und für die Jahre 1655 und 1656 ein größerer Serienprozess mit acht angeklagten Frauen bezeugt.

Die evangelische Hebamme mit Vornamen Euphrosine wurde 1645 als Hexe verhaftet. Man zwang sie, katholisch zu werden. Sie wurde verurteilt, am 7. Juli 1645 mit dem Schwert hingerichtet und anschließend verbrannt.

In Dinkelsbühl ist eine Dauerausstellung zur Hexenverfolgung im Rothenburger Torturm zu sehen.
Haus der Geschichte, Altrathausplatz 14, 91550 Dinkelsbühl
Hexen, Hexer, Teufelsbanner
Eintauchen in die Zeit des Spätmittelalters und die Zeit der Hexenverfolgungen bei einer Führung zu den historischen Orten der Gerichtsbarkeit der Reichsstadt Dinkelsbühl.
Jeden ersten Samstag im Monat um 15:30 Uhr.
Treffpunkt: Altrathausplatz vor dem Haus der Geschichte.
Webseite: www.hausdergeschichte-dinkelsbuehl.de

Hexenverfolgung: Dobbertin / Mecklenburg-Vorpommern

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts wurden auch im Klosteramtsgebiet Dobbertin Hexenprozesse durchgeführt und Todesurteile durch Scharfrichter vollstreckt. Aus den Jahren von 1594 bis 1683 sind bisher 25 Hexenprozesse aktenkundig bekannt sind. Davon allein 14 wegen Hexerei mit neun Todesurteilen durch Verbrennung auf dem Scheiterhaufen in Dobbertin.

Am Nordrand von Dobbertin auf einer Anhöhe in den Spendiner Tannen, dem Gerichtsberg, stand einst der Galgen des Dobbertiner Amtsgericht und dort wurden die Urteile vollstreckt. Das Gericht war damals bewusst nahe am alten Landweg nach Güstrow errichtet worden, denn so konnte man Räuber und Gesindel besser abschrecken und von Dobbertin fernhalten. Auf der Karte von 1777 des Landvermessers von See ist das Flurstück mit dem Namen Bei dem Gerichtsberg verzeichnet worden.

Zur Urteilsfindung befragte das Klosteramtsgericht bei strengen Urteilen immer das Belehrungsinstitut, die Juristische Fakultät der Universität zu Rostock. Bei zu erwartenden milderen Urteilen befragte man auch schon mal die Juristische Fakultät der Universität zu Greifswald. Die Verhandlungen fanden im Gerichtszimmer im Amtshaus der Klostervorsteher statt. Hexenprozesse in Dobbertin:

1594 Fischer, Anna Verbrennung auf dem Scheiterhaufen … mit dem feuer vom Leben zum todt zurichten sei.
1594 Stindmann, Anna Urteil nach Folter.
1595 Hovemann, Lena Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.
1595 Kagen, Margarete Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.
1595 Lange, Anna Endurteil nach Tortur nicht bekannt.
1595 Lange, Catharina Endurteil nach Tortur nicht bekannt.
1603 Bolten, Anna Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.
1604 Ortmann, Anne Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.
1604 Vickesche Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.
1637 Plagemann, Ilse Endurteil nach Tortur nicht bekannt.
1662 Schroeder, Anna Endurteil nach Tortur nicht bekannt.
1665 Volckmann, Trine Endurteil nach Tortur nicht bekannt.
1667 Dolgen, Annen Endurteil nach Tortur nicht bekannt.
1673 Granzow, Katarina Verbrennen auf dem Scheiterhaufen.
1674 Theetzlaff, Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.

1674 fand auf dem Gerichtsberg mit der Theetzlaff die letzte Dobbertiner Verbrennung auf dem Scheiterhaufen im Beisein des Klosterhauptmanns Friedrich von Jasmund, dem Syndicus Dr. Joachim Nesen und dem Güstrower Scharfrichter Claus Lowsen statt.

Hexenprozesse im Umfeld von Dobbertin
Lähnwitz
1602 Bornesche, Trine Teufelsbuhlschaft mit Todesurteil durch Enthauptung.

Mestlin
1557 Schultes, Joachim Zauberei und Segnung von Vieh und Pflug, Urteil nicht bekannt.

Hexenprozesse in der Sandprostei
Alle Gerichtsverfahren wurden durch das Klosteramtsgericht im Klosteramt zu Dobbertin durchgeführt.

Lexow
1634 Drewes, Trine allgemeine Bezichtigungen, Verfahren nicht bekannt.
1635 Drewes, Trine wieder allgemeine Bezichtigungen, mehrfache Anklage, Verfahren nicht bekannt.
1665 Stuedemann, Margaretha Entlassung, Verfahren nicht bekannt.
1674 Gantzowen, Catharina nach Torturwiederholung Widerruf, Todesurteil Verbrennung.
1674 Hechts, Hedwig mehrfache Anklage, nach allgemeiner Tortur Entlassung.
1682 Tiedeman, Anna Grete mehrfache Anklage wegen Teufelsbuhlschaft, Fluchtversuch, Urteil nicht bekannt.
1669 Heins, Maria schlechter Ruf, Entlassung nach formaler Verfahrensrüge.
1669 Seliken (Selig), Dorethea Menschenschädigung, Fluchtversuch nach Torturwiederholung.

Sietow
1662 Schröder, Anna Zauberei und Hexerei, nach Urfehde des Landes verwiesen.
1669 Heins, Maria Schlechter Ruf, nur Verfahrensrüge vor Entlassung.
1669 Seliken, Dorothea Menschenschädigung, Fluchtversuch nach Torturwiederholung

Hexenverfolgung: Dortmund / Nordrhein-Westfalen

1581 kam es zu einer ersten Welle von Hexenverfolgungen in Dortmund. Bereits 1451 wurde eine Frau wegen Zauberei bei lebendigem Leib unter dem Galgen begraben, auch 1514 wurden drei Frauen der Zauberei angeklagt und gefangen genommen, letztendlich aber wieder freigelassen.

1567 wurde eine Frau aus Brechten als „molkentoversche“ denunziert, aber auch vor Gericht freigesprochen. Die Verfolgungen von 1581 setzten ein, als am 19. April Anna Coesters der Zauberei beschuldigt wurde. Die „Examination des Wassers“ am 5. Juni und die Verurteilung zum Tod durch Verbrennung am 7. Juni führten zu einem regelrechten Hexenwahn.

Über einen Monat später, am 23. Juli, wurde auch Gertrud Nevelings als Hexe enthauptet, am 17. August schließlich wurde Bernd Badde mit zwei Frauen wegen Zauberei enthauptet.

Eine noch schlimmere Welle der Hexenverfolgung setzte erneut 1593 ein. Insgesamt wurden während dieser Zeit 15 Frauen in Dortmund hingerichtet, viele weitere Personen mussten die Stadt verlassen, nur zwei Beschuldigte wurden freigesprochen.

Als letzte Person wurde am 11. Dezember Cathrina Peters hingerichtet; danach brachen die Verfolgungen abrupt ab, Verurteilte durften wieder in die Stadt zurückkehren. Zwar gab es in der folgenden Zeit noch Denunziationen, doch führten diese nicht mehr zu Hinrichtungen.
(Beschluss der Stadträte von Dotmund: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2014)

Hexenverfolgung: Drolshagen / Nordrhein-Westfalen

Im 16. Jahrhundert lag der Drolshagen im unmittelbaren Machtbereich des Landdrosten Kaspar von Fürstenberg, der zu seiner Zeit einer der Hauptinitiatoren der Hexenverfolgung im Herzogtum Westfalen war. Es kam 1575 zu mehreren Todesurteilen in Hexenprozessen.

Hexenverfolgung: Düsseldorf-Gerresheim

Am 19. August 1738 wurden im letzten Hexenprozess am Niederrhein die zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung erst 14-jährige Helena Curtens sowie Agnes Olmans (Mutter dreier Töchter) wegen „Hexerei und Buhlschaft“ mit dem Teufel in Düsseldorf-Gerresheim durch Verbrennung hingerichtet.

 

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Hexenverfolgung: Eichstätt (Hochstift) Bayern

Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden in der Zeit von 1532 bis 1723 mindestens 249 Menschen, darunter 219 Frauen (88 %) und 30 Männer (12 %), wegen des Verdachts auf sogenannte Hexerei angeklagt und verhaftet. 224 Menschen (197 Frauen, 27 Männer) davon wurden im Hochstift Eichstätt nachweislich in einem Hexenprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Für die übrigen ist die Hinrichtung entweder bisher nicht sicher belegt (12 Fälle), sie starben während der Haft (4 Personen), wurden wieder freigelassen (8 Frauen) oder des Landes verwiesen (1 Frau).

Die Hauptphase der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt (80 % aller Opfer) war zwischen 1613 und 1630 und fiel in die Regierungszeit des Fürstbischofs Johann Christoph von Westerstetten. In diesen 18 Jahren sind mindestens 199 Verhaftungen und Prozesse und 176 Hinrichtungen von 150 Frauen und 26 Männern wegen Hexerei nachweisbar.

Jedes Jahr wurden zwischen drei und 25 (1620) Todesurteile vollstreckt. Die letzte bisher bekannte Hinrichtung wegen Hexerei fand 1723 in Eichstätt statt. Der letzte bisher bekannte Fall in Eichstätt ist die Hinrichtung des 22-jährigen Bettelmädchens Walburga Rung am 22. November 1723. Allerdings sind diese Fälle untypisch im Sinne der Hexenverfolgung bis 1630.

Aufgrund der vor allem im Verhältnis zur Größe der Stadt hohen Opferzahl gehört Eichstätt nach Würzburg, Bamberg und Fulda zu den Zentren der Hexenverfolgung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Dies fällt umso mehr auf, als im benachbarten Ingolstadt, das damals zum Herzogtum Bayern gehörte und über eine Universität mit juristischer Fakultät verfügte, nur 11 Hinrichtungen wegen Hexerei stattfanden. Dies zeigt, dass sich in Ingolstadt die Gegner der Hexenverfolgung durchsetzen konnten, in Eichstätt aber nicht.

In Eichstätt gab es im Gegensatz zu vielen anderen Städten keinen sogenannten Hexenturm. Vermutlich wurden die verdächtigen Personen im Rathaus inhaftiert, wo es wahrscheinlich nur fünf Haftzellen gab, so dass nicht mehr als fünf Personen gleichzeitig inhaftiert werden konnten. Für die Hexenprozesse wurde eine eigene Malefizkommission eingerichtet, die mit weltlichen Juristen besetzt war.

Ab 1617 wurden die Verhöre in Eichstätt weitgehend standardisiert durch die Einführung eines speziellen Fragenkatalogs (Interrogatoria) für Hexenprozesse, der sich auf die Carolina von 1532 bezieht.

Der erste Teil umfasst die Fragen 1 bis 24, die vor dem Verlesen der Anklage gestellt werden sollten. Sie betreffen das persönliche und private Umfeld der Angeklagten und ihrer Familie.

Der zweite Teil mit den Fragen 25 bis 79 bezieht sich auf die Straftatbestände der Hexerei, wie Teufelsbuhlschaft, Teufelspakt und Teufelstaufe, Hexenflug, Hexentanz, Gottesverleugnung, Gotteslästerung, Schadenzauberei gegen Mensch und Vieh, Wettermachen, Verführung anderer zur Hexerei, Haus- und Kellerfahrten, tote Kinder ausgraben, Gestaltveränderung.

Der dritte Teil mit den Fragen 80 bis 84 war für den Fall vorgesehen, dass die Angeklagten ein zum Beispiel während der Folter gegebenes Geständnis später widerrufen haben.

Die Fragen des zweiten Teils wurden zunächst in der gütlichen Befragung gestellt. Wenn auf diese Weise noch kein Geständnis erreicht werden konnte, so wurde die Befragung in der Folterkammer zuerst durch Zeigen der Folterwerkzeuge (Territion) und schließlich unter deren Anwendung in Form der peinlichen Befragung fortgesetzt.

In Eichstätt wurden mindestens folgende Foltermethoden angewendet:
1. „Leer Aufziehen“ oder mit Gewichten,
2. „Auf den Stock setzen“, vermutlich ein Folterstuhl mit Daumenschrauben,
3. Auspeitschen mit der Rute.

Vor der ersten peinlichen Befragung wurde die angeklagte Person entkleidet und ihr Körper auf verdächtige Hexenmale untersucht und diese gegebenenfalls bestochen. Dies und die Foltermaßnahmen wurden vom Scharfrichter und/oder seinem Gehilfen im Beisein der Hexenkommissare durchgeführt.

Für die Urteilsverkündung und -vollstreckung wurde ein Gerichtstag anberaumt, meist ein Samstag oder Freitag, jedoch niemals ein Sonntag. Das Urteil wurde verkündet und ein Stab in drei Teile zerbrochen und auf den Boden geworfen.

Anschließend wurden die Verurteilten mit dem Wagen des Scharfrichters zum Richtplatz gebracht, wobei der Blutrichter begleitet von berittenen Stadtknechten vorausritt.

Der Weg führte durch das Buchtaltor und am Haus des Scharfrichters vorbei (heute Neuer Weg) zum Galgenberg hinauf. Aus den Jahren 1614 bis 1618 sind bei mindestens acht Frauen als strafverschärfende Maßnahmen die Verwendung von glühenden Zangen dokumentiert.

Die Hinrichtung selbst war ebenfalls öffentlich und fand beim Hochgericht auf dem Galgenberg statt, vermutlich dort, wo 2001 eine Gedenkstelle für die Opfer der Hexenverfolgung aufgestellt worden ist.

Vor der Exekution erhielten die Verurteilten Gelegenheit zu einer letzten Beichte. Das Todesurteil lautete in allen Fällen auf „Tod durch Feuer“, wobei die meisten Verurteilten zuvor mit dem Schwert enthauptet und anschließend verbrannt wurden

Hexenverfolgung: Ellwangen (Jagst) Baden-Württemberg

In den Jahren 1588 und 1611–1618 wurden etwa 450 Frauen und Männer während der Hexenprozesse in Ellwangen umgebracht. Damit wurde in Ellwangen neben dem Hochstift Bamberg die Hexenverfolgung am intensivsten betrieben.

Während der Regierungszeit der Fürstpröpste Wolfgang von Hausen (1584–1603), Johann Christoph I. von Westerstetten (1603–1613) und Johann Christoph von Freyberg-Eisenberg (1613–1620) wurden 1588 und 1611 bis 1618 ungefähr 450 Personen hingerichtet, viele auf dem Scheiterhaufen. Das waren etwa die Hälfte der Ellwanger Frauen und jeder sechste Mann.

Nachdem Fürstprobst Wolfgang von Hausen im Jahr 1588 verschiedene Vergnügungen wie das gemeinsame Tanzen, Singen aber auch das Konsumieren von Alkohol verboten hatte, führte die fürstpröpstliche Inquisition Hausdurchsuchungen durch.

Die Folge dieser Hausdurchsuchungen waren zahlreiche Verurteilungen von verschiedenen Tätern und Mitwissern. Einige Bürger wurden hingerichtet, andere des Landes verwiesen oder mussten Geldstrafen zahlen.

Es herrschte der Glaube, dass man Hexen an auffälligen Hautunregelmäßigkeiten erkennt. Diese wurden als Hexenmale bezeichnet und waren der Beweis für einen Pakt mit dem Teufel. Da viele Menschen größere Muttermale oder andere Hautunregelmäßigkeiten haben, gelang es bei vielen Prozessen, den angeblichen Beweis zu finden.

Die Constitutio Criminalis Carolina aus dem Jahr 1532 war das erste deutsche Strafgesetzbuch. Sie enthielt vor allem Straf- und Prozessrecht, weshalb sie auch in Ellwangen als Grundlage für die Hexenverfolgungen diente. Die Carolina führte den Indizien- und Geständnisprozess ein, was zur extremen Folter führte.

Ebenfalls dem Hexenstereotyp entsprechend benutzten die meisten Beschuldigten Kräuter oder spezielle Rituale, um Krankheiten zu heilen. So war unter ihnen z. B. die Hebamme Elisabeth Fürstin. Sie benutzte auch bei ihrer Tätigkeit als Hebamme häufiger spezielle Kräutertränke und Rituale, um den Kindern aber auch den Müttern zu helfen.

Während der ersten Hexenverfolgung in Ellwangen im Jahr 1588 ist insgesamt bei nahezu allen Verurteilten eine starke Ähnlichkeit zum typischen Hexenbild, also einer alten Frau, die alleine lebt und viel mit Kräutern hantiert, zu beobachten. Erst zum Ende hin wurden auch jüngere, verheiratete Frauen beschuldigt.

Der letzte Hexenprozess in Ellwangen im Jahr 1694 war ein sogenannter Kinderhexenprozess. Dies waren Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts typische Prozesse, welche von Kindern, die sich und zum Teil auch weitere Personen der Hexerei beschuldigten, ausgelöst wurden.

Im Jahr 2001 wurde von der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus zur Erinnerung an die Hingerichteten der Hexenprozesse ein Mahnmal im Galgenwald in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Richtstätte erstellt, gestaltet vom Künstlerpfarrer Sieger Köder.

Hexenverfolgung: Endingen am Kaiserstuhl / Baden-Württemberg

In Endingen fand einer der letzten Hexenprozesse in Europa statt. So wurde in Südwestdeutschland als eine der letzten der Hexerei angeklagten Frauen Anna Schnidenwind am 24. April 1751 in Endingen am Kaiserstuhl auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Anna Schnidenwind, geborene Trutt (* um 1688 in Wyhl am Kaiserstuhl; † 24. April 1751 in Endingen am Kaiserstuhl), war eine der letzten Frauen, die in Deutschland als Hexe öffentlich hingerichtet wurde.

Sie wurde am 24. April 1751 in Endingen am Kaiserstuhl im Breisgau auf dem Scheiterhaufen verbrannt (nach vorheriger Erdrosselung). Der 63 Jahre alten Bäuerin wurden der Teufelspakt und Brandstiftung vorgeworfen.

Sie wurde für den verheerenden Brand Wyhls (Wyhl am Kaiserstuhl) am 7. März 1751 verantwortlich gemacht, den sie wohl beim Räuchern ausgelöst hatte. Das Feuer zerstörte einen Großteil der Ortschaft.

Hexenverfolgung: Ersingen / Baden-Württemberg

Noch unter der alten Äbtissin Katharina von Bettendorf war 1573 Dorothea Muhlhengin aus Ersingen „kürtzlichen daselbsten bezig (= andauerndem) Hexenwerks halb in Hafft ingezogen worden“ und hatte sich im Gefängnis „selbst entleibt“. Auch Katharina Hildebrand und Margaretha Burckhardt aus Ersingen wurden 1573 verhaftet und später in Baden-Baden als angebliche Hexen verbrannt.

Im November 1576 fand in Ersingen ein Hexenprozess gegen die dortige Hebamme Margaretha Bauerbacher statt, die durch die Besagung der 1574 hingerichteten Margaretha Burckhardt belastet war, von der Bevölkerung für Viehsterben verantwortlich gemacht und am 1. Dezember 1576 in Ettlingen verbrannt wurde.

„Schirms-Verwandte, Schultheiß Gericht und gantze Gemeinde“ der Dörfer Ersingen und Bilfingen baten im Februar 1577 den Markgrafen Philipp II. von Baden-Baden, er möge sie doch von den „bösen Weibern“ befreien, die mit Lähmung und Tötung des Viehs großen Schaden anrichteten.

In Ersingen spiegeln die Flurnamen Hexenbäumle und Hexenbusch die Erinnerung an die Hexenverbrennungen wieder.

Hexenverfolgung: Eschwege / Hessen

Am 30. Oktober 1657 wurden Martha Kerste und ihre Tochter Catharina Rudeloff unter der Anklage der Hexerei hingerichtet.
(Stadt und evangelischen Kirche: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2007)

 

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Hexenverfolgung: Farchant / Bayern

Ende des 16. Jahrhunderts kam es in der Grafschaft Werdenfels zu aufsehenerregenden Hexenprozessen, bei denen zwischen den Jahren 1590 und 1591 51 Personen als Hexen verurteilt und hingerichtet wurden. Unter diesen Personen befand sich mit Simon Kembscher zudem ein Mann. Insgesamt wurden in dieser Zeit 127 Personen der Hexerei beschuldigt.

1583 wurde der leicht beeinflussbare Caspar Poißl von Atzenzell neuer Pfleger in der Grafschaft Werdenfels. Die Bewohner des Landes waren schon die Jahre zuvor sehr unruhig. Pestepidemien, Krankheiten, Hagelschauer, der die Felder verwüstete, und verendete Tiere verängstigten die Allgemeinheit.

Während der Vorgänger des neuen Pflegers noch mäßigend bei Anschuldigungen von Hexerei einwirkte, stießen sie bei Poißl auf offene Ohren. Als die aus Tirol stammende Ursula Klöck vom Eibseefischer der Hexerei beschuldigt wurde, ließ der Pfleger sie am 28. September 1589 in das Garmischer Amtshaus abführen.

10 Tage später wurden noch zwei weitere Frauen festgenommen und in den Kerker gesteckt. Alle drei Frauen begutachtete der erfahrene Schongauer Scharfrichter und Hexenfinder Jörg Abriel, und der Pfleger Poißl schrieb an seine Vorgesetzten über dessen Urteil: „…alle drei Weiber als Unholde befunden, weil er an ihnen das Teufelszeichen wirklich entdeckt habe.

Mit der peinlichen Befragung presste der Pfleger Geständnisse aus den Frauen heraus, ebenso wurde durch Zeugenbefragung eine weitere Frau verdächtigt, die im Dezember ebenfalls festgenommen wurde.

Die vier Beschuldigten verfrachtete der Pfleger anschließend in den Kerker der Burg Werdenfels. Ohne Genehmigung der Regierung aus Freising folterte Poißl weiter und verdächtigte immer mehr Frauen.

Am 21. Dezember beging eine der Frauen Selbstmord, im Anschluss daran führte der Pfleger im Januar den ersten Malefizrechtstag durch und verurteilte die Frauen zum Tode. Es folgten noch sechs weitere Malefizrechtstage, die Verurteilten verbrannte in den meisten Fällen der Schongauer Scharfrichter bei lebendigem Leibe.

Hexenverfolgung: Fergitz in der Uckermark / Brandenburg

Das letzte Todesopfer der Hexenverfolgung in Brandenburg war am 17. Februar 1701 die 15-jährige Magd Dorothee Elisabeth Tretschlaff, die in Fergitz in der Uckermark wegen „Buhlerei mit dem Teufel“ enthauptet wurde. Es gab weitere Prozesse, die jedoch mit Freisprüchen endeten.

1714 ließ König Friedrich Wilhelm I. die Brandpfähle abreißen, nachdem bereits 1708 mit der Festlegung, dass Urteile auf Anwendung der Folter durch den König persönlich im Einzelfall zu bestätigen waren, den Hexenprozessen die Basis genommen worden war.

Hexenverfolgung: Flörsheim / Hessen

In Flörsheim, Weilbach und Wicker fielen zwischen 1595 und 1630 über 71 Frauen, Männer und Kinder dem Hexenwahn zum Opfer. Etliche sollen am Hexenberg in Flörsheim hingerichtet worden sein.

Einen Extrakt aus dem Flörsheimer Hexischen Inquisitionsprotokoll hatte Johann Traberger, öffentlicher Notar und Prokurator (Rechtsanwalt) des Kurfürstlichen Hofgerichts in Mainz, niedergeschrieben.

Nach den ersten Prozessen bat die Gemeinde Flörsheim das Mainzer Domkapitel um die Erlaubnis, „dass die übrigen angegebenen Hexenweiber verhaftet und bestraft werden mögen.

Für die Menschen war es eine schlimme Zeit: Die Bevölkerung litt unter den klimatischen Folgen der Kleinen Eiszeit mit langen strengen Wintern und kaltnassen Sommern. Missernten, Teuerung und Hungersnöte waren die Folge. Man suchte nach Sündenböcken – und man fand sie.

Allerorten begannen hysterische Hexenjagden. Angeklagte wurden in den Hexenprozessen unter dem Vorwurf des Schadenzaubers verurteilt, sie hätten kalten Regen oder Hagel verursacht mit fatalen Folgen für die Nahrungsmittelproduktion.

Die Jahre 1615–1618 stellen den Schwerpunkt der Flörsheimer Hexenverfolgung dar. In den Exekutionsprotokollen ist häufig vermerkt, dass die Angeklagten beschuldigt wurden, sie hätten beim Hexensabbat beschlossen, Wein und Früchte des Feldes zu verderben.

Stellvertretend für die in Flörsheim hingerichteten Menschen steht das Schicksal von drei als Hexen verbrannten Jugendlichen: Johann Schad, Margreth Schad und Ela Schad, hingerichtet am 6. Juli 1617 wegen angeblicher Hexerei.

Viel Leid brachten die Prozesse auch sozial für die Hinterbliebenen. Sie mussten im Ort mit dem Stigma weiter leben, Familienangehörige oder Kinder einer Hexe zu sein. In Flörsheim waren dies z. B.:

Magdalena, Melchior Stephans Frau aus Flörsheim († 17. August 1628). Sie hinterließ drei Kinder: Henrich (vier Jahre), Juliane (drei Jahre) und Margarethe (unter einem Jahr).
Anna, Frau Jacob Schleudts aus Flörsheim († 17. August 1628). Sie hinterließ zwei Töchter bei ihrer Hinrichtung im Alter von vier Jahren und acht Monaten.
Maria Mülichin, Frau von Jo(hann)is Haudt aus Flörsheim († 20. September 1629). Als sie verbrannt wurde, waren die Kinder Barbara und Anna vier und drei Jahre alt, die zwei Monate alte Catharina starb einen Monat nach der Verbrennung ihrer Mutter.

1615 schlugen die Hexenprozesse für Flörsheim bereits mit 6.225 Gulden zu Buche. Zur Bestreitung der Unkosten der wegen Ausrottung und Bestrafung des eingerissenen Lasters der Zauberei und Hexerei befohlenen Inquisition beantragte die Gemeinde 1618 beim Kloster St. Klara in Mainz ein Darlehen von 2.000 Gulden.

Die Gemeinde nahm weitere Gelder auf, konnte aber keine Rückzahlungen leisten. Gegen 1648, als die Hexenverfolgungen im Kurfürstentum Mainz eingestellt wurden, belief sich die Schuldsumme auf 9.973 Gulden, inklusive Zinsen sogar auf 12.220 Gulden.

Flörsheimer Gemeindeland war verpfändet worden. 1661 bat die Gemeinde das Mainzer Domkapitel um Hilfe bei einem annehmbaren Vergleich. Noch 100 Jahre später hatte die Stadt an der Schuldenlast zu tragen.

(Am 16. September 2013 wurden drei übermannshohe Gedenktafeln auf dem alten „Hexenberg“ in Flörsheim oberhalb der Obermühle errichtet. Die Gedenktafeln tragen die Namen der 71 dokumentierten Personen aus Flörsheim, Wicker und Weilbach, die zwischen 1595 und 1630 als vermeintliche Hexen und Zauberer ihr Leben lassen mussten oder denunziert, verhaftet und gefoltert worden sind und ihre Heimat verlassen mussten.)

Hexenverfolgung: Freising / Bayern

Das Gefängnis in Freising war ursprünglich im Erdgeschoss des alten Rathauses untergebracht. 1663 wurde das „Oswald-Huberische Haus“ an der Moosach mit der eingefallenen „Domstifts-Kaplaney“ durch das Hochstift Freising angekauft und darauf eine „Eisenfrohnveste“ errichtet, die als Stadt- und Pflegegericht diente.

Im Verlauf der Kinderhexenprozesse in Freising wurde der als „Hexenturm“ bezeichnete Gefängnisturm errichtet.

Die beiden Kinderhexenprozesse in Freising fanden gegen Ende der Hexenverfolgung in Freising, zu dieser Zeit Zentrum des Hochstifts Freising, von 1715 bis 1717 und von 1721 bis 1723 statt.

Der erste Prozess begann mit der Verhaftung der Bettelbuben Andre und Lorenz am 3. Dezember 1715, da sie beschuldigt wurden, Ferkel und Mäuse machen zu können. Aufgrund der Aussagen der beiden wurden weitere Kinder verhaftet.

Am 12. August 1717 erhängte sich Andre in seiner Zelle, ein weiterer Junge starb an einer Krankheit. Drei Jungen wurden am 12. November 1717 mit Schwert und Feuer hingerichtet. Zwei weitere Jungen mussten bei der Hinrichtung zusehen, wurden mit Ruten gezüchtigt und danach unter geistliche Aufsicht gestellt.

Der zweite Kinderhexenprozess wurde durch die Verhaftung von Veit Adlwart wegen Diebstahls ausgelöst. Vermutlich aufgrund seiner Verurteilung im ersten Kinderhexenprozess (er war einer der beiden Jungen, die der Hinrichtung zusehen mussten) wurde die Anklage von Diebstahl in Hexerei umgewandelt.

Im weiteren Verlauf wurden insgesamt über hundert Menschen verhaftet, von denen die meisten jedoch wieder freikamen. Insgesamt wurden acht Jungen zwischen 14 und 23 Jahren und drei Bettlerinnen mittleren Alters hingerichtet.

Unter den hingerichteten Jungen befand sich, wie schon erwähnt, auch Veit Adlwart, der am 15. Dezember 1721 exekutiert wurde. Die Welle der Verhaftungen und Hinrichtungen kam erst zum Ende, als immer mehr Angehörige der oberen Schichten ins Visier gerieten.

Mit der Gründung des Fördervereins Altes Gefängnis Freising e.V. begann 2005 die Renovierung des Gebäudekomplexes. Im Erdgeschoss befindet sich ein Weinlokal, Ausstellungsräume stehen im Obergeschoss zur Verfügung. Im zweiten Stockwerk befindet sich das Gefängnismuseum.
Altes Gefängnis
Obere Domberggasse 16
85354 Freising
Webseite: www.altesgefaengnisfreising.de

Hexenverfolgung: Fridingen an der Donau / Baden-Württemberg

Fridingen an der Donau ist eine kleine Stadt im Osten des baden-württembergischen Landkreises Tuttlingen. Für das Jahr 1671 ist ein Hexenprozess vor der Fridinger Kirche verbürgt.

Dieses Geschehen, von den Anschuldigungen der Schörzinger Bürger am 18. März 1671 bis zum Urteil Anfang September, gilt als der bestdokumentierte Prozess aus der Grafschaft Hohenberg. Zwölf Bürger beschuldigten damals die 70 Jahre alte arme und verwitwete Anna Bayerin aus Schörzingen (Stadtteil von Schömberg) aufgrund 19 vermeintlicher Verdachtsmomente der Hexerei.

Unter Folter gestand die zu Unrecht Angeklagte „mit dem Teufel im Bunde“ zu sein. Das Urteil lautete auf „Tod durch Verbrennen – gnadenhalber mit vorheriger Enthauptung“. Sie wurde vermutlich in Rottenburg am Neckar exekutiert. Anna Bayerin war die letzte Person, die in einem Hohenberger Hexenprozess zum Tode verurteilt wurde.

Hexenverfolgung: Fritzlar / Hessen

Zur Hexenverfolgung in Fritzlar gibt es bisher keine umfassende Darstellung. Einige Prozessakten befinden sich in Wien, andere in Würzburg. Bekannt sind Verfahren aus den Jahren 1596, 1616 und 1626–1631.

Im Grauen Turm sind auf einer Informationstafel die Namen von 62 bekannten Opfern von Fritzlarer Hexenprozessen verzeichnet; es muss jedoch von einer höheren Opferzahl ausgegangen werden. Im Dreißigjährigen Krieg wurden kurz nach einer Pestepidemie sieben Männer und 25 Frauen in den Jahren 1627 bis 1629 als Hexen und Hexenmeister verbrannt.

Noch 1656 stellte die Mainzer Regierung bei ihrem Oberamtmann von Amöneburg und Fritzlar Erkundigungen zum Verbleib von Geldern an, die der Kammer aus Fritzlarer Hexenprozessen zwischen 1626 und 1630 hätten zufließen müssen. Einige Einzelschicksale wurden bekannt:

1596 wurde Elisabeth Kollers, Frau des Bürgers Henrich Kollers, wegen Zauberei in Turmhaft genommen. “Nach erfolgter Tortur war sie geständig“. Zwar konnte sie aus dem Turm (vermutlich dem Frauenturm) in das sieben Kilometer entfernte Großenenglis fliehen, wurde dann aber von dort doch wieder nach Fritzlar ausgeliefert.

Ihr Name ist auf der Liste der Opfer der Fritzlarer Hexenprozesse nicht verzeichnet; sie wurde möglicherweise also nicht hingerichtet. Der Fall wurde aktenkundig, weil es um die Rechtsfragen einer Auslieferung aus dem hessischen in mainzisches Gebiet ging.

1628 wurde Elisabeth Braun, geb. Günst, als Hexe zum Feuertod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Elisabeth Braun war die Witwe des 1621 verstorbenen Johannes Braun, einem angesehenen und wohlhabenden Mann. Die Prozesskosten, die ihren Angehörigen auferlegt wurden, beliefen sich auf 220 Rheinische Taler, eine Summe, die damals ein Vermögen ausmachte.

1629 konnte Hans Kerber, der wegen Zauberei angeklagt war, aus Fritzlar fliehen.
Maria Rörig, Tochter des Bürgermeisters Wilhelm Gerhard aus Fritzlar, wurde im September 1630 in Wildungen vom Hexengericht inhaftiert.

Sie blieb auch unter der Folter standhaft und wurde schließlich im Mai 1631 freigelassen. Ihre Tochter Susanne Weber wurde 1656 in Wildungen der Hexerei angeklagt.

Hexenverfolgung: Fulda / Hessen

Den Hexenverfolgungen im Hochstift Fulda fielen ca. 250 Menschen zum Opfer. Merga Bien war eine der ersten Frauen, die vom Zentgrafen und Malefizmeister Balthasar Nuss im Rahmen der 1603 einsetzenden Hexenverfolgungen verhaftet wurden.

1603 wurde in der Zeit der Hexenverfolgungen Balthasar Nuss als Zentgraf nach Fulda berufen. Balthasar von Dernbach übertrug ihm darüber hinaus die Durchführung der Hexenprozesse im gesamten Hochstift.

In drei Jahren ließ Balthasar Nuss etwa 300 angebliche Hexen und Hexenmeister foltern und anschließend hinrichten. Das Vermögen der Opfer zog er für sich ein. Besonders bekanntes Opfer der Hexenverfolgungen war Frau Merga Bien 1603.

Merga Bien (* ca. Ende der 1560er-Jahre; † im Herbst 1603 in Fulda) war in dritter Ehe verheiratet mit Blasius Bien, wurde am 19. Juni 1603 wegen Hexerei verhaftet und im Herbst 1603 während der Hexenverfolgungen unter Fürstabt Balthasar von Dernbach auf dem Gerichtsplatz in Fulda hingerichtet.

Den Hexenverfolgungen im Hochstift Fulda fielen ca. 250 Menschen zum Opfer. Merga Bien war eine der ersten Frauen, die vom Zentgrafen und Malefizmeister Balthasar Nuss im Rahmen der 1603 einsetzenden Hexenverfolgungen verhaftet wurden. Am 19. Juni 1603 wurde sie inhaftiert und in einen Hundekäfig gesperrt, weil das Gefängnis im Schloss überfüllt war.

Nach 14 Wochen Haft gab sie schließlich unter der Folter alle Anschuldigungen zu mit den Worten: „… ach Gott, so will ich es getan haben“ und wurde im Herbst 1603 auf dem Gerichtsplatz in Fulda verbrannt. Dafür musste Blasius Bien die horrende Summe von 91 1/2 Gulden als Hinrichtungskosten an Nuss entrichten. Mergas Mutter und deren Schwester waren einige Wochen vorher ebenfalls auf dem Scheiterhaufen hingerichtet worden.

Gedenkfeier mit Oberbürgermeister und Kirchenvertretern mit Einweihung der Gedenkstätte für die Opfer der Hexenverfolgung im Hochstift Fulda
(Moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2008)

Hexenverfolgung: Fulda (Hochstift Fulda) Hessen

In seiner zweiten Regierungsperiode ließ Fürstabt Balthasar von Dernbach Hexenprozesse abhalten und beauftragte Balthasar Nuss als Malefizmeister mit der Durchführung.

Den Hexenverfolgungen im Hochstift Fulda von 1603 bis 1606 fielen 250 Menschen zum Opfer, überwiegend Frauen, aber auch einige Männer. Besonders bekannt wurde der Hexenprozess gegen Merga Bien, deren Ehemann Blasius Bien erfolgreich gegen ihre Haftbedingungen vor dem Reichskammergericht in Speyer klagte.

Merga Bien (* ca. Ende der 1560er-Jahre; † im Herbst 1603 in Fulda) war in dritter Ehe verheiratet mit Blasius Bien, wurde am 19. Juni 1603 wegen Hexerei verhaftet und im Herbst 1603 während der Hexenverfolgungen unter Fürstabt Balthasar von Dernbach auf dem Gerichtsplatz in Fulda hingerichtet.

Balthasar Nuss verstieß in seiner Prozessführung in vielen Punkten gegen geltende Bestimmungen. Der “Malefizmeister” fragte in der Folter ganz gezielt nach bestimmten Namen, er ließ sich in Bezug auf die Foltermaßnahmen besondere Grausamkeiten einfallen und bereicherte sich am Vermögen der Hingerichteten bzw. ihrer Angehörigen.

Die Fuldaer Hinrichtungsstätte, und damit eine der Wirkungsstätten des „Hexenrichters“, befand sich auf einem kleinen Hügel östlich der Residenz, seinerzeit „Hexenküppel“ heute „Waldschlößchen“ genannt. Die dortigen unterirdischen Gänge sind weitgehend noch unerforscht. Beim Bau der nahen katholischen St.-Joseph-Kirche wurden interessante Fundstücke geborgen.

Nach dem Tod des Fürstabts 1606 wurde Nuss verhaftet und 13 Jahre in Haft gehalten. Schließlich wurde ihm der Prozess wegen Bereicherung im Zusammenhang mit den Hexenprozessen gemacht. Er wurde 1618 aufgrund eines Gutachtens der Ingolstädter Juristenfakultät enthauptet.

Hexenverfolgung: Fürsteneck / Bayern

Der Ort Fürsteneck in Niederbayern war im Jahr 1703 Schauplatz eines Hexenprozesses. Im Pfarrhof von Röhrnbach erhielt sich ein ausführliches Protokoll des Prozesses.

Afra Dickh (auch Afra Dick) war Dienstmagd beim Bauern Frueth in Wittersitt, einem Ortsteil der heutigen Gemeinde Ringelai. Die Anklage lautete auf Giftmord, Verhexung von Mensch und Tier, der Verbindung mit anderen verhexten Personen und des buhlerischen Umgangs mit dem Teufel.

Mitangeklagte waren das 13-jährige Hüterdirndl Maria, das beim selben Bauern in Dienst stand, und die verwitwete Bäuerin Maria Kölbl, eine 15-fache Mutter aus Neidberg bei Ringelai.

Die drei Frauen wurden in der Fronfeste von Perlesreut gefangengehalten und im Februar 1703 tagelang eingehend und dem Protokoll nach „gütlich“ befragt. Afra hatte 42 Fragen zu beantworten, aufgrund derer sie erzählt habe, wie sie mit dem Teufel bekannt und vertraut wurde, wie sie mit seiner Kraft Zutritt zu allen Behausungen und Stallungen fand, wie sie Kühe verzauberte und so Milch, Rahm und Schmalz in großen Mengen gewann.

Sie habe auf einer Gabel nächtliche Ritte unternommen und mit fremden Mannspersonen, darunter Böhmen, wilde Gelage gefeiert. Zuletzt soll sie den Gebrauch der Hexensalbe zugegeben haben.

Das Hütmädchen Maria, mit dem Afra die Schlafkammer teilte, hatte zwanzig Fragen zu beantworten. Maria beteuerte, dass ihr an Afra zwar allerhand Sonderbares auffiel, sie habe jedoch keinerlei Wissen von ihren Hexereien gehabt.

Der Bäuerin Maria Kölbl wurden dreizehn Fragen gestellt. Demnach bekannte sie, von den Vorkommnissen gehört zu haben, nicht aber, daran beteiligt gewesen zu sein.

In der elften Frage hielt man ihr vor, dass man bei einer Haussuchung in ihrem Hof in einer Truhe 34 verdächtige Dinge gefunden habe, darunter Salben, Wachs, Salz, Pech, Zwiebelsamen, Blutsteine, Scher- oder Maulwurfshäutel, Holz, Späne, Seide, Garn und Riemen. Sie behauptete, diese Dinge als Heilmittel, besonders zur Pflege der offenen Beine, zu benötigen.

Nun wurden drei „Erfahrungspersonen“ aus Neidberg befragt, Männer im Alter von 31, 49 und 59 Jahren. Sie erklärten, ihre Kühe seien verhext worden, weshalb sie an Milch, Rahm, Butter und Schmalz starken Abgang gehabt hätten.

Der jüngste der drei wusste zu erzählen, der Mann der Bäuerin Maria Kölbl sei im Sommer und Herbst immer mit großen Mengen Schmalzes nach Passau gereist und habe es dort verkauft. Oft habe man in Neidberg oder dessen Nähe mannsfaustgroße Rahmbrocken gefunden, die von den Hexen beim Heimreiten verloren worden seien.

Wiederholt habe er einen feurigen Drachen beobachtet, bevor dieser in ein Haus gefahren sei. Die Zitzen der Kuheuter seien zerbissen und die Milch ganz schleimig gewesen.

Ein Knecht namens Adam Drexler, der früher bei der Bäuerin Maria gearbeitet  hatte, habe ihm zudem offenbart, die Bäuerin sei ihrem vorigen Mann nicht treu gewesen und habe ehebrecherische Beziehungen zu dem Mitknecht Andreas unterhalten.

Das Protokoll schließt mit der Wiedergabe der Zeugenaussagen. In der Ausgabenliste des Scharfrichters ist die Vollstreckung des Urteils aufgelistet: Afra Dickh wurde wegen Zauberei und Brandstiftung (in puncto veneficii et incendii) am 1. Juni 1703 vom Passauer Scharfrichter Sebastian Fleischmann am Fürstenecker Hochgericht bei Perlesreut mit dem Strang vom Leben zum Tod befördert.

Danach wurde Afra Dickh mit 30 Klaftern Holz und 40 Pfund Pech auf einem Scheiterhaufen zu Asche verbrannt. Maria Kölbl wurde einige Wochen später hingerichtet.

Eine Sage wusste zu erzählen, beim Frueth-Bauern hätten sich in der Rauhnacht die Dienstboten für die Fußräucherung die Füße gewaschen. Afra habe eine andere Magd gefragt, ob sie auch einmal heiraten wolle, und nachdem diese bejahte, forderte Afra sie auf, sich einen Mann auszusuchen.

Da erschienen im Fußwasser die Gesichter von mehreren jungen Männern. Die Magd entschied sich für einen und deutete mit dem Finger auf ihn. Da sprang er heraus und biss sie in den Finger, der darauf heftig blutete. Es war der Teufel, der sich mit dem Blut der Magd ihren Namen in sein Buch eintrug. Da wussten alle, dass Afra Dickh eine Hexe war.

Im Jahr 1997 erschien Manfred Böckls Roman Der Hexenstein, der ausgehend von den Gerichtsprotokollen die Hexenverfolgung anprangerte. Im selben Jahr wurde in Ringelai ein kleines Hexenmuseum eingerichtet, das an Afra Dickh und Maria Kölbl erinnert.

Dort sind die Verhörprotokolle des Hexentribunals mit Übersetzungen zu sehen. Im Jahr 2005 zeigte der Festspielverein Fürsteneck e. V. im Rahmen der erstmals dargebotenen Barockfestspiele Fürsteneck das Schauspiel Pech und Puder (Buch & Regie: Florian Schwartz), in denen die beiden Frauen das Opfer übler Machenschaften werden.

Auch der Fürstenecker Liedermacher Walter Peschl setzt sich mit dem Hexenprozess von Fürsteneck in seinen Liedertexten auseinander und arbeitet das Thema – neben anderen sozialen und wirtschaftlichen Problemen des Bayerischen Waldes – musikalisch auf. In diesem Zusammenhang entstand der Titel „d’Hexnjagd“.

 

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Buchcover: Die Hexen: Eine kulturgeschichtliche Analyse
von Marco Frenschkowski
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
ISBN-13: 978-3865399656
gebraucht ab EUR 4,99 bei Amazon.de

Zitat: “Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.” Exodus 22,17. In wenigen Gebieten der Geschichts- und Kulturwissenschaften hat sich in den letzten Jahren so viel bewegt und so viel verändert wie in der Hexenforschung.

Zahlreiche Annahmen des „Schulbuchwissens“ wurden durch genaue Analyse der Quellen und der territorialgeschichtlichen Hintergründe widerlegt. Das Bild ist vor allem zeitlich und räumlich viel differenzierter geworden.

Warum waren bestimmte Gebiete verfolgungsintensiv, während Nachbarterritorien verfolgungsfrei blieben?
Wie ist das Verhältnis Frauen und Männer unter den Opfern?
Waren „Hexen“ Trägerinnen eines vorchristlichen Kultes?
Gingen die Verfolgungen von „oben“ oder von „unten“ in der Gesellschaft aus?
Wie kam es zur Überwindung des Hexenglaubens?

Die außereuropäische Ethnologie hat erkennen müssen, in wie hohem Umfang das Thema der Hexereiverdächtigungen auch in anderen Kulturen und bis in die unmittelbare Gegenwart präsent ist. Einige der massivsten Hexenverfolgungen haben weitab des abendländischen Kulturraumes stattgefunden.

Der vorliegende Band trägt diesen neuen Forschungsergebnissen Rechnung und widerlegt viele Klischees. Dabei kommen nicht nur die grausigen und schmerzvollen Details der Verfolgungsgeschichte und das schwüle und üppige Bild gesellschaftlicher Hexensabbatfantasien, sondern auch das Umkippen des Hexenpradigmas im 20. und 21. Jhdt.

Wie wurde aus der „bösen Hexe“ der europäischen Tradition die „gute Hexe“ der ökofeministischen Esoterikszene und der Wiccabewegung?
Vor allem: warum wurde die Hexe zur Identifikationsfigur?
Wie steht es mit der antiken Vorgeschichte des Glaubens an Hexerei?

Hexen. Eine kulturgeschichtliche Analyse orientiert facettenreich und auf neuestem Forschungsstand über das Thema aus einem globalen Blickwinkel, und bietet manche Überraschungen. Ergänzt wird der Band durch einige Quellentexte.

 

 

  

  

  

 

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