Von Nachtwächtern, Huren, Hexen und Henkern. Von Hexen-Verfolgungen und Hexenprozesse. History G bis M

Hexenverfolgung II

Hexenprozesse in Deutschland

Als Hexenverfolgung bezeichnet man das Aufspüren, Festnehmen, Foltern und Bestrafen (insbesondere die Hinrichtung) von Personen, von denen geglaubt wird, sie praktizierten Zauberei bzw. stünden mit dem Teufel im Bunde. In Mitteleuropa fand sie vor allem während der Frühen Neuzeit statt. Global gesehen ist die Hexenverfolgung bis in die Gegenwart verbreitet.

Frauen stellten in Mitteleuropa die Mehrzahl der Opfer (etwa drei Viertel der Opfer in Mitteleuropa) wie auch der Denunzianten von Hexerei und Hexen. In Nordeuropa waren Männer stärker betroffen. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Konfessionszugehörigkeit und Hexenverfolgung liegt nicht vor.

 

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Hexenverfolgung: Gadebusch / Mecklenburg-Vorpommern

In Gadebusch wurden in den Hexenverfolgungen laut einem Auszug aus dem Hexenmuseum Penzlin 37 Menschen in Hexenprozessen angeklagt, verurteilt und sogar hingerichtet. So wurde 1648 Margarete Saß auf dem Scheiterhaufen hingerichtet, ihre Schwester erlitt das gleiche Schicksal.

Eine ebenfalls der Hexerei bezichtigte Frau aus der Stadt, Grete Langhof, zog den Feuerqualen den Freitod vor, erwürgte sich 1667 im Kerker.
(Stadtvertretung von Gadebusch: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Gelnhausen / Hessen

Der Hexenturm in Gelnhausen ist ein original erhaltener Geschützturm aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Seine Position wurde so gewählt, dass die Brücke zwischen Gelnhausen und der Gemeinde Burg von ihm aus geschützt werden konnte.

In der ersten Zeit seines Bestehens wurde der Turm Fratzenstein genannt. Den Namen Hexenturm erhielt er, weil während der Hexenverfolgungen vermeintliche Hexen dort eingekerkert wurden.

Während der Hexenverfolgungen wurden von 1574 bis 1634 in Gelnhausen 52 Menschen Opfer der Hexenprozesse. 31 Namen sind überliefert. Prozesswellen gab es in den Jahren 1596 und 1597, als den Verfolgungen mindestens 15 Frauen und ein Mann zum Opfer fielen.

1633 bis 1634 wurden mindestens 18 Personen mit dem Schwert enthauptet, drei weitere starben im Gefängnis. Besonders bekannt wurde der Prozess gegen Elisabeth Strupp, Ehefrau des Gelnhäuser Pfarrers Johannes Strupp, die am 3. August 1599 hingerichtet wurde.

In Gelnhausen finden sich zur Aufarbeitung von dem Unrecht der Hexenprozesse drei Gedenktafeln und zwei Skulpturen an unterschiedlichen Standorten. 1986 wurde am Hexenturm in Gelnhausen eine Gedenktafel angebracht. Mit den Worten: Stellvertretend für alle, die in der Zeit der Hexenverfolgung zwischen 1574 und 1633 in Gelnhausen gefoltert und hingerichtet wurden, wird auf 31 namentlich bekannte und weitere 21 namenlose Opfer hingewiesen.
(Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gelnhausen: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Gerresheim / Nordrhein-Westfalen

Die ehemals eigenständige Stadt Gerresheim ist eine von vier städtischen Siedlungen, die sich im Mittelalter auf dem heutigen Düsseldorfer Stadtgebiet entwickelt haben.

Helena Mechthildis Curtens (* nach 1722 in Gerresheim; † 19. August 1738 in Gerresheim) wurde im Alter von 14 Jahren verhaftet und im letzten Hexenprozess am Niederrhein knapp zwei Jahre später zum Tode verurteilt.

Gerüchte um „Geistererscheinungen“, die von der 14-Jährigen wahrgenommen wurden, führten zu ihrer Verhaftung. Schon vor ihrer Verhaftung beschuldigte Curtens auch die Nachbarin Agnes Olmans der „Buhlschaft mit dem Schwarzen“, also des geschlechtlichen Verkehrs mit dem Teufel.

Während das Mädchen auch sich selbst beschuldigte, stritt Agnes Olmans alle Vorwürfe ab und war bereit, sich einer Hexenprobe durch Eintauchen ins Wasser zu unterziehen. Doch das Gericht lehnte ab, da deren Anwendung laut Gerichtsordnung nicht mehr gestattet war.

Curtens wurde am 19. August 1738 gemeinsam mit Agnes Olmans, die Mutter dreier Töchter war, durch Verbrennung hingerichtet.

(Die Bezirksvertretung 7, Düsseldorf-Gerresheim, beschloss am 22. November 2011 einen Platz nach den beiden Frauen zu benennen. Dieser Platz mit dem Hexengedenkstein an der Dreher-/Ecke Schönaustraße heißt Helena-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz)

Hexenverfolgung: Geseke / Nordrhein-Westfalen

Die Hexenverfolgung in Geseke in Nordrhein-Westfalen erstreckte sich über die Jahre 1604 bis 1712. In drei Prozessketten von 1618/1619, 1670/1671 und 1691 kam es zu insgesamt 54 Anklagen. 32 Personen wurden hingerichtet (14 Frauen, 16 Männer und Kinder). Drei Personen verstarben während des Prozesses, der Ausgang von neun Verfahren ist unklar.

Nur über die Prozesse 1618/19 sind Verfahrensakten erhalten. Nachdem die Bewohner des Ortes mehrfach unter Feuersbrunst und Ernteschäden gelitten hatten, begann 1618 eine erste Prozesswelle mit dem Verfahren gegen die Landstreicherin Adelheit Runte (genannt Dockes). Sie war aufgrund des Verdachts der Brandstiftung festgenommen worden.

Zur Unterbringung der Gefangenen in Einzelhaft dienten die Türme und Torhäuser der Stadtbefestigung. Je zwei Wächter waren abgestellt, die ihre Gefangenen auch verpflegen mussten. Zur Regelung der Kosten von etwa neun Groschen pro Tag fertigten Richter und Schöffen in den Häusern der Gefangenen eine Vermögensaufstellung an.

1670 und 1691 wurden in Geseke mindestens 19 Personen hingerichtet. 1669 und 1670 brachen zahlreiche Stadtbrände und eine Ruhrepidemie aus, denen insgesamt 300 Menschen zum Opfer fielen. Daraufhin entbrannte eine Hexenverfolgungswelle, die der Vikar der Stadtkirche Gottfried Taxis beschrieben hat.

Die letzte belegbare Prozesskette fand 1691 statt, nachdem es innerhalb von 14 Tagen zu vier Brandstiftungen gekommen war. 15 Personen wurden festgenommen, denen neben der Planung der Brandstiftung das Hexereidelikt vorgeworfen wurde.

Die meisten Angeklagten wurden auf die Leiter gebunden, gedämpft (also betäubt und erstickt) und mit der Leiter auf das Feuer geworfen. Das letzte nachweisbare Todesurteil wurde 1708 gesprochen.

1989 wurde durch das Engagement des „Brunnenvereins Geseke e.V.“ auf dem Marktplatz der Stadt ein Brunnen errichtet, der an verschiedene Episoden der Stadtgeschichte erinnert. Etwas verborgen zeigt er eine Hexe auf einem Scheiterhaufen.

In dem erklärenden Text der Brunnenbroschüre wird dabei auf die Bezeichnung der Stadt Geseke als Hexengeseke Bezug genommen. Der Name „rührt aber wahrscheinlich daher, weil man glaubte, die bösen Geister würden sich tagsüber in den zahlreichen Quellen der Stadt und Feldflur verstecken.

 

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Hexenverfolgung: Hallenberg / Nordrhein-Westfalen

Im Verlauf von 130 Jahren (von 1591 bis 1717) sind in Hallenberg, wie in anderen Orten des kurkölnischen Herzogtums Westfalen, Hexenprozesse durchgeführt und Menschen hingerichtet worden. Bei vielen Prozessen ist der Ausgang unklar.

Es wurden in der Stadt 26 Hexenprozesse vom Kurfürstlichen Schöffengericht, mit mindestens 200 angeklagten Menschen, durchgeführt. Mindestens 43 Menschen verloren auf grausamste Weise ihr Leben. Höhepunkt der Verfolgung war das Jahr 1628, als bei rund 500 Einwohnern aus 110 Familien gleich 20 Personen der Prozess gemacht wurde.

Unter ihnen war Henrich Stoffregen, exekutiert am 4. August 1628. Die Flurbezeichnung des damaligen öffentlichen Richtplatzes heißt heute noch Galgenbüsche und liegt an der Landstraße in Richtung Somplar.
(Rat von Hallenberg: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2011)

Hexenverfolgung: Hamburg

In Hamburg und seinen Ortsteilen wurden von 1444 bis 1738 entsprechend dem Hamburger Stadtrecht mindestens 101 Verfahren gegen mutmaßliche Hexen, Zauberer und Wahrsager durchgeführt.

Bisherige Schätzungen gingen von ca. 40 Verfahren in der Kernzeit der Hamburger Hexenverfolgung aus. Danach wurden von 1444 bis 1642 in Hamburg nachweislich 30 Frauen und 7 Männer wegen Hexerei und Zauberkünsten hingerichtet.

Die Aktenlage zur Hexenverfolgung in Hamburg ist nicht gut, daher muss von weit mehr Fällen ausgegangen werden, vor allem, da fast alle erwähnten Hexenprozesse mit dem Tod der Angeklagten endeten.

Mindestens 81 der Prozesse (80 %) führten zum Tod der Beschuldigten. Lediglich 14 der gefundenen Fälle endeten mit einer Freilassung, Landesverweis, Rutenschläge oder Flucht. Von sechs Personen sind die Schicksale unbekannt.

Hamburger Stadtrecht: “Wenn ein christlicher Mann oder Frau, der/die ungläubig ist und mit Zauberei und Vergiftung umgeht und auf der frischen Tat ertappt wird, den/die soll man auf dem Scheiterhaufen verbrennen” (Hamburger Stadtrecht von 1497).

Im hamburgischen Stadtrecht stand seit 1270 der Schadenzauber unter Strafe; der Teufelspakt wurde in der Neufassung von 1605 explizit erwähnt. Das hamburgische Niedergericht zwischen 1444 und 1642 führte die Prozesse gegen Frauen und einige Männer wegen Schadenzauber bzw. Hexerei.

Die Zauberer und Zauberinnen, die mit verbotenen Mitteln dem Menschen oder dem Vieh an Leib und Seele Schaden zufügen, oder auch, die aus bösem Vorsatz von Gott und seinem heiligen Wort vergessentlich abtreten, und mit dem bösen Feinde sonderbare hochärgerliche Verbündnisse machen, werden, nach Gelegenheit ihrer beweislichen Verwirkung, mit Feuer oder mit dem Schwert am Leben gestraft (Hamburger Stadtrecht von 1605).

Fast alle Hexenprozesse in Hamburg wurden durchgeführt, nachdem die Reformation Einzug in Hamburg hielt und 1529 unter Mitwirkung von Johannes Bugenhagen eine neue Kirchenordnung eingeführt wurde. Als erstes Opfer der Hexenverfolgung wurde 1444 Katharina Hanen als Zauberin (“incantatrix“) verbrannt.

Hexenprozesswellen gab es in den Jahren 1544–1545 (11 Angeklagte), 1555–1556 (17 Angeklagte), 1575–1583 (23 Angeklagte) und 1610 (5 Angeklagte in Harburg), von denen die meisten hingerichtet wurden.

1555 wurden vierzehn Frauen unter der Anklage der Hexerei verhaftet. Dies ist der erste verbürgte Fall der Anwendung von Folter, die bis dahin bei Hexenprozessen in Hamburg nicht angewandt wurde. Von den vierzehn Frauen starben neun auf dem Scheiterhaufen, zwei unter der Folter, bei drei Fällen ist der Ausgang unbekannt.

1583 musste Abelke Bleken vor Gericht aufgrund mehrerer, gegen sie gerichteter Vorwürfe aussagen und legte unter Folter ein Geständnis zu Schadenzauber und Teufelspakt ab. Sie ist die einzige Frau in Hamburg, deren vor Gericht vorgebrachten Erwiderungen, die sogenannte Urgicht, dokumentiert sind. Sie wurde am 18. März 1583 durch das Feuer hingerichtet.

1612 wurde Mette Harden aus Kirchwerder, die den unteren Bevölkerungsschichten angehörte, mit zwei weiteren Frauen (Cathrin Danckwers aus Kirchwerder und Cathrin Schmalfeldes aus Curslack) im Jahr 1612 der Hexerei angeklagt.

Einer der letzten Hexenprozesse in Hamburg wird 1642 vollzogen: Cillie Hemels wird wegen Abfalß von Gott, ihrer Zauberei und gegen ihren eigenen Mann begangene Mordthat verbrannt.

In Hamburg-Bergedorf wurde 1676 unter dem Vorwurf der Zauberei Margareth Uhler, Gattin des Sven Uhler, inhaftiert. Sie befand sich 21 Monate in Untersuchungshaft (zeitweise in Ketten). Erst im Jahr 1678 erfolgte der Freispruch, es war der letzte Hexenprozess in Hamburg.

Am 7. Juni 2015 weihte der Verein Garten der Frauen im Beisein der Zweiten Bürgermeisterin von Hamburg, Frau Katharina Fegebank, einen Erinnerungsstein auf dem Ohlsdorfer Friedhof für alle jene Frauen ein, die in Hamburg Opfer der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung wurden.

Hamburger Straßennamen

Seit 1995 ist in Kirchwerder die Mette-Harden-Straße nach Mette Harden benannt.
Seit 2015 ist in Ochsenwerder der Abelke-Bleken-Ring nach ihr benannt.
Vorgeschlagen ist die Benennung einer Straße zu Ehren von Katharina Hanen, die 1444 als Zauberin verbrannt wurde. Anlass ist die Petition eines Bürgers

Webseite: Deutsches Hexendokumentationszentrum im Museum Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden: www.museumwilhelmsburg.de

Hexenverfolgung: Harz (Bergwald) Brocken

Der Harz liegt am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Westen befinden sich die Landkreise Goslar und Göttingen, im Norden und Osten die Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz und im Süden der Landkreis Nordhausen.

Der Brocken ist mit 1141,2 m ü. NHN der höchste Berg des Harzes und Sachsen-Anhalts. Der Harz bildete in der Region des heutigen Sachsen-Anhalt einen Schwerpunkt der Hexenverfolgung.

Der Brocken hatte als Hexenversammlungsplatz eine herausragende überregionale Bedeutung. Bereits bevor Goethe sein Werk Faust I veröffentlichte, galt der Berg als Treffpunkt für Hexen.

1540 erscheint in einem Protokoll eines regionalen Hexenprozesses erstmals neben der Ortsangabe Brocken auch der Zeitpunkt Walpurgisnacht. Weitere solche Aussagen finden sich vor allem in Prozessen zu Ende des 16. und des 17. Jahrhunderts.

Bis zur zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden neben dem Brocken unter anderen der Venusberg, der Heuberg und der Staffelberg mit ähnlicher Bedeutung genannt.

Als die Hexenprozesse im 17. Jahrhundert abgeschafft wurden, erlangten die Fabeln der Walpurgisnacht an Bedeutung und Verbreitung. Seit dem Mittelalter herrschte unter der Bevölkerung der Glaube, dass sich auf dem Brocken bei Nacht Zauberweiber versammeln.

Einige Felsformationen auf dem Brocken tragen Namen mit Bezug auf Hexen und die Walpurgisnacht. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden unter anderen die Bezeichnungen „Hexenaltar“ und „Teufelskanzel“.

Sie wurden aller Wahrscheinlichkeit nach von den Brockenführern eingeführt, die üblicherweise die Besucher auf den Brocken begleiteten und neue Attraktionen kreieren wollten.

Seit Ende desselben Jahrhunderts finden sich die Bezeichnungen auch in der Reiseliteratur des Harzes. So wurden die Felsen zum Bestandteil vieler Brockenbesuche.

Ein Reiseführer aus dem Jahr 1823 führte die Herkunft der Namen auf eine bekannte Fabel zurück. Dieser zufolge veranstaltet der Teufel ein großes Fest auf dem Brocken, bei dem er von der Teufelskanzel zu den Gästen predigt. Für sie lässt er auf dem Hexenaltar die Speisen bereiten. Ähnlich wird die Walpurgisnachtfeier auch in anderen Reisebüchern dargestellt.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts existierten bereits weitere Namen für verschiedene Felsgebilde. Der Brockenwirt Eduard Nehse (Führung des Brockenhauses: 1834–1850) brachte im Jahr 1849 eine Brockenkarte heraus, auf der zusätzlich der „Hexentanzplatz“, das „Hexenmoor“, der „Hexenteich“, und der „Hexenbrunnen“ eingezeichnet sind. Außerdem erfand er die Geschichte, dass sich das Hexenwaschbecken immer wieder von selbst mit Wasser fülle.

Weitere Bezeichnungen im Harz sind unter anderen die „Hexenbank“ bei Hahnenklee, die „Hexenmutter“ und die „Hexentreppe“ bei Thale, die Hexenritt-Abfahrt in Braunlage sowie die „Hexenküche“ im Okertal.

Namen, die sich auf den Teufel beziehen, sind unter anderen die „Teufelsbäderund das „Teufelsloch“ bei Osterode, die „Teufelsbrücke“, die über die Bode führt, das „Teufelsloch“ und „Teufelsmauer“ bei Blankenburg, die Teufelsmühlen“ auf dem Ramberg und „Teufelstal“ im Okertal. Seit 2003 kann man den Harz über den Harzer Hexenstieg durchqueren.

Brockenhexen sind fiktive Gestalten des Volksglaubens, die durch ihre angeblichen Versammlungen auf dem Brocken, vor allem zum Hexensabbat zur Walpurgisnacht, mit diesem in Verbindung stehen. Die Sagen über Hexentreffen, die an Blocksberg genannten Orten stattfinden, sollen ihren Ursprung im Slawischen haben.

Bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der Berg nur sehr vereinzelt als „Blocksberg“ und Ort für Hexenversammlungen genannt. Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gilt der Brocken als Hauptversammlungsort der Hexen aus ganz Deutschland.

Die Verbreitung und Popularisierung des Brockens als Hexenberg entstand vor allem durch das populäre Werk Blockes-Berges Verrichtung (1668) von Johannes Praetorius; durch Johann Wolfgang von Goethes Faust. 

Anfang des 17. Jahrhunderts erhielt der Brocken als Hexenberg durch Mons Veneris von Heinrich Kornmann größere Popularität. Das bedeutendste Werk dieser Zeit ist Blockes-Berges Verrichtung von Johannes Praetorius aus dem Jahr 1668. Durch ihn wurde auch die Bezeichnung Blocksberg für den Brocken populär.

Hexenverfolgung: Hattersheim am Main / Hessen

Hattersheim war von 1597 bis 1601 von Hexenverfolgung betroffen, sieben Frauen wurden Opfer der Hexenprozesse.
(Stadtverordnetenversammlung Hattersheim: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Heidelberg / Baden-Württemberg

Die Hexenverfolgungen in Heidelberg fanden zwischen etwa 1450 und 1500 statt. Wahrscheinlich war Heidelberg Schauplatz der frühesten Massenhexenprozesse. Um die Stadt nicht der Gefahr einer Feuersbrunst auszusetzen, wurden die Scheiterhaufen außerhalb der Stadtmauern am Neckarufer errichtet.

Hexenverfolgung: Herborn / Hessen

Herborn ist eine historische Fachwerkstadt an der Dill im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis und zeichnet sich durch eine geschlossene historische Altstadt mit vielen Baudenkmalen aus acht Jahrhunderten aus, die zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Deutschlands gezählt wird.

1626 verlor die Stadt durch ein Feuer, das durch einen Unfall bei der Einquartierung von Soldaten entstand, 214 Häuser. Wenig später erlebten Herborn und Umgebung eine Welle von Hexenprozessen.

Hexenverfolgung: Hilchenbach / Nordrhein-Westfalen

Hilchenbach war 1520–1653 von Hexenverfolgungen betroffen: 21 Frauen und Männer gerieten in Hexenprozesse. Der letzte Hexenprozess fand 1653 statt. Dabei wurden unter dem Vorsitz des Schultheißen Theobald Stalp 18 Personen (14 Frauen und vier Männer) wegen Abgötterei und Zauberei zum Tode verurteilt.

Anschließend wurden zehn verbrannt, die restlichen dagegen lediglich enthauptet und zur Erde bestattet, weil sie gütlich ihre Schuld bekannt haben. Opfer der letzten Verbrennung am 28. Juni 1653 wurde Engen, Jacob Steinseifers zu Blittershagen, Wittwe, vulgo die Steinseifersche oder die Klöncksche genannt.
(Rat der Stadt Hilchenbach: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2011)

Hexenverfolgung: Hirschberg / Nordrhein-Westfalen

Aus Hirschberg sind drei Perioden von Hexenverfolgungen bekannt: 1595 wurden mehrere Männer und Frauen wegen Hexerei hingerichtet. 1616–1617 wurden 13 Personen als Hexen angeklagt, und 1628–1629 fanden 12 Menschen in Hexenprozessen den Tod.

So beschreibt es eine Schrift des Hirschberger Pfarrers Michael Stappert, geboren vermutlich um 1585/1590 in Meiste zu Rüthen, gestorben 1663 in Grevenstein.

Michael Stappert hatte ursprünglich in Predigten die Ausrottung der Hexen verlangt. Gespräche mit Angeklagten in Hexenprozessen führten ihn zu einer Meinungsänderung, die er 1628/1629 aufschrieb. Er wandte sich nun gegen Folter und Verurteilung Unschuldiger auf dem Scheiterhaufen.

Er publizierte ein verloren gegangenes Buch (“Brillentraktat“) gegen die Prozesse. Diese Schrift ist erhalten in dem Buch von Hermann Löher: * Hochnötige Unterthanige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen, 1676, und gibt einen erschütternden Einblick in Einzelschicksale aus den Hirschberger Hexenprozessen.

Michael Stappert überliefert einige Namen von Personen, die in Hirschberg hingerichtet wurden:

Die Wintersche, 1616, unter Richter Heinrich Schultheiß
Wolraht (ein Mann), 1616, unter Richter Heinrich Schultheiß
Bernhard Rham, 1617, unter Kommissar Lizentiat Höxter von Werl
Agatha Proppers, 1617
Johan Steineke, 1617
Ida Teipels (verhaftet mit fünf weiteren Frauen), 1617
die Badersche, 1617
Agatha Kricks, 1617
Eine namentlich nicht genannte Frau
Catharina Schutes

Elf Personen, um das Fest Martini 1628, unter Kommissar L.L. Frenckhausen
Stapirius erwähnt, dass die Badersche 1617 Maria Böckers beschuldigte; diese wäre 1629 von dem Kommissar Frenkhausen verbrannt worden.

Steffen von Niederbergheim (* vor 1590 in Niederbergheim; † 28. Juni 1617 in Allagen) war ein deutscher Bierbrauer und Opfer der Hexenverfolgung in Hirschberg im Sauerland.

Sein Sohn war ein Schiedsmann in Paderborn. Seine Schwester war die Hirschberger Bürgerin Gertrud Koch (Gertrud die Kochsche), die 1628 in Anröchte verurteilt und dort von dem Hexenkommissar Heinrich von Schultheiß verbrannt wurde.

1986 wurde im Warsteiner Ortsteil Hirschberg ein Gedenkkreuz errichtet für die Opfer der Hexenprozesse an der ehemaligen Hinrichtungsstätte mit Texttafeln zur Hexenverfolgung an der Straße Christoffelsberg in der Eskelle, einem Waldstück am Ortsrand.

* Hochnötige Unterthanige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen: Das 1676 gedruckte Buch Hochnötige Unterthanige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen (frühneuhochdeutsch für „dringende, untertänige, schmerzvolle Klage der frommen Unschuldigen“) des Amsterdamer Kaufmanns Hermann Löher, eine moralische Anklage der Hexenverfolgung, ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schilderungen solcher Vorgänge. Darin enthalten ist die Schrift von Pfarrer Michael Stappert (Michael Stapirius) zu Hexenprozessen.

Hexenverfolgung: Hofheim am Taunus / Hessen

Unter der Regierung von Wolfgang von Dalberg, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, und seinem Nachfolger Johann Adam von Bicken, erreichten die Hexenprozesse in Kurmainz in der Zeit von 1588 bis 1602 in den beiden Ämtern Höchst und Hofheim ihren Höhepunkt.

Aus den Resten alter Gerichtsprotokolle (sog. Aschaffenburger Archivreste) konnten 23 Frauen ermittelt werden, die man der Hexerei anklagte, 15 von ihnen fanden den Tod auf dem Scheiterhaufen.
(Stadtverordnetenversammlung: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2010)

Hexenverfolgung: Höchberg / Bayern

Höchberg ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Es besteht aus zwei Ortsbereichen, dem Altort und dem Ortsteil Hexenbruch. Im Ortsteil Hexenbruch wurde am Morgen des 21. Juni 1749 Maria Renata Singer von Mossau, die letzte vermeintliche Hexe Frankens, verbrannt; sie war eines der letzten Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden.

Maria Renata Singer von Mossau (* 27. Dezember 1679 in Niederviehbach bei Dingolfing; † 21. Juni 1749 in Höchberg) war Superiorin des Klosters Unterzell und das letzte Opfer der Hexenverfolgungen im Hochstift Würzburg und vermutlich letzte als Hexe angeklagte Frau Frankens.

Ab 1738 kippte die Stimmung und im Kloster Unterzell herrschten vermutlich wegen ihres Fleißes Neid und Missgunst, weshalb ihr ihre Katzen weggenommen wurden und sie fortan für sämtliche schlechte Vorkommnisse innerhalb des Ortes Zell am Main verantwortlich gemacht wurde.

Als 1744 sechs Fälle von Besessenheit auftraten, verstärkten sich die Gerüchte, Singer sei der Hexerei schuldig. 1749 kamen Vermutungen hinzu, sie sei mondsüchtig, weshalb sie eines Nachts von einer Ordensschwester mit einem Disciplinenhieb (Gerät zum Kasteien, eine Art Peitsche) in das Gesicht attackiert wurde. Daraufhin folgte im Januar 1749 die Verhaftung und die Anklage wegen Hexerei.

Im Februar 1749 gestand Maria Renata bei einem klösterlichen Verhör durch Ordensschwestern, seit Jahren eine Hexe gewesen zu sein. Dieses Geständnis ermöglichte es dem zuständigen Abt von Oberzell, Oswald Loschert, ein weltliches Gericht zu beauftragen.

Nach weiteren Verhören unter dem hochfürstlich würzburgischen Hof- und Konsistorialrat Friedrich Ebenhöch mit den Anklagepunkten Erlernen der Hexerei, Schließen eines Teufelsbündnisses, Verrichten von Schadenzauber, Beiwohnen bei Hexenversammlungen, Schließen einer Teufelsbuhlschaft, Verunehrung geheiligter Hostie und des Mäusemachens erklärte sie sich in allen Punkten für schuldig.

Am 21. Juni 1749 wurde das Endurteil, die lebendige Verbrennung auf dem Scheiterhaufen öffentlich verkündet. Durch das Wirken des Würzburger Fürstbischofs Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads wurde das Urteil zur Enthauptung und anschließender Verbrennung abgemildert.

Wegen der körperlichen Entkräftigung wurde Maria Renata auf einem Stuhl zum Richtplatz der mittleren Bastei bei Höchberg gebracht, wo sie zwischen acht und neun Uhr morgens hingerichtet wurde. Ihr Kopf wurde als Abschreckung zur Stadt Würzburg hin auf einem Pfahl aufgerichtet, der restliche Körper verbrannt.

Der Hexenprozess gegen Maria Renata Singer von Mossau gehörte neben dem Verfahren gegen Sophia Agnes von Langenberg zu den wenigen, in denen eine Geistliche als Hexe öffentlich angeklagt und auch hingerichtet wurde.

Hexenverfolgung: Holthausen (Heimatmuseum) Nordrhein-Westfalen

Das westfälische Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen ist ein Museum im Stadtteil Holthausen von Schmallenberg im Hochsauerlandkreis. Angegliedert ist seit 2009 die Südwestfälische Galerie. Das Museum ist Herausgeber zahlreicher Schriften zur regionalen Geschichte.

Eine Dauerausstellung unter dem Titel „Hexen-Gerichtsbarkeit im kurkölnischen Sauerland“ besteht seit 1984 und wird vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe gefördert. Es werden das Ausmaß der Hexenprozesse im Sauerland dokumentiert und verschiedene Folterwerkzeuge gezeigt.
Westfälisches Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen
Kirchstraße 7
57392 Schmallenberg-Holthausen
Webseite: www.museum-holthausen.de

Hexenverfolgung: Horn-Bad Meinberg / Nordrhein-Westfalen

In den Hexenverfolgungen in Horn 1554 bis 1661 sind 47 Verfahren wegen Hexerei und Zauberei belegt. Mindestens 24 Menschen wurden in den Hexenprozessen hingerichtet, einige verstarben in der Haft, etliche Schicksale sind unbekannt.

Am 1. Januar 1970 wurde Horn in die neue Gemeinde Bad Meinberg-Horn eingegliedert und am 10. September 1970 in Horn-Bad Meinberg umbenannt.
(Rat der Stadt Horn-Bad Meinberg: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2014)

Hexenverfolgung: Hüfingen / Baden-Württemberg

Hüfingen ist eine Stadt im Schwarzwald-Baar-Kreis. Hüfingen war 1631-1632 von Hexenverfolgungen betroffen. Acht Frauen und ein Mann gerieten in einen Hexenprozess. Mindestens acht Personen wurden hingerichtet. Das bekannteste Opfer war der Hüfinger Notar und Richter Mathias Tinctorius.

Mathias Tinctorius (eigentlich Mathias Färber; * 27./28. Oktober 1568 in Kitzingen; † 10. Mai 1632 in Hüfingen) war Registrator, Notar, Archivar und Richter, der als „Hexer“ hingerichtet wurde.

Ab 1622 wohnten Tinctorius und seine Frau in Hüfingen. 1628 erhielt er von Vratislaus I. von Fürstenberg den Wappenbrief verliehen. Durch genaues Verhalten gegenüber Steuerschuldnern, Vorteilsnehmern und durch anderes missverständliches Betragen waren er und seine Frau, auch da sie „Zugewanderte“ waren, in kurzer Zeit unbeliebt und wurden als „Hexe“ und „Hexer“ denunziert.

So kam es dass man seine Frau am 23. Juli 1631 zusammen mit sechs weiteren Frauen als „Hexen“ enthauptete. Dieses war in der damaligen Zeit eine „Begnadigung“, da seine Frau höheren Ranges war, üblich war die Verbrennung.

Am 10. Juli verstarb sein Gönner und Freund, der Fürst Vratislaus I. in Wien; nachdem dies bekannt wurde, nahm man Mathias Tinctorius am 22. August fest und folterte ihn mehrfach, am 10. Mai 1632 erfolgte seine Hinrichtung.

Seinen vorher schon erfolgten Widerruf musste er nochmals schriftlich widerrufen, so konnte er die Strafe der Verbrennung vermeiden und ebenfalls zur Enthauptung „abmildern“. (Die Verbrennung des Körpers erfolgte darauf immer).

 

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Hexenverfolgung: Idstein / Hessen

Idstein war bekannt für Prozesse um 16761676/1677 wurden Hexenverfolgungen in Idstein durchgeführt, die mit dem Tode von Graf Johann von Nassau-Idstein im Alter von 74 Jahren am 23. Mai 1677 endeten.

Zwischen dem 3. Februar 1676 und dem 31. März 1677 wurden in Idstein 39 Personen wegen Hexerei hingerichtet, 31 Frauen und 8 Männer, darunter Cäcilie Zeitlose Wicht, Frau des Pfarrers Johannes Wicht aus Heftrich, und Elisabeth Hoffmann, Frau des Pfarrers in Sonnenberg.

Der Hexenturm genannte Bergfried (42 Meter hoch, über 3 Meter dicke Mauern bei nur knapp 12 Metern Durchmesser) ist das älteste Bauwerk Idsteins. Unter dieser Annahme fanden dort auch keine mit den Hexenprozessen verbundenen Folterungen statt.

Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass der Idsteiner Hexenturm in Ausnahmefällen als Gefängnis für Hexen diente. Andere Quellen besagen allerdings, dass Hexen oder Hexer im Hexenturm nicht eingekerkert wurden.
Einweihung einer Gedenktafel am Hexenturm am 22. November 1996 durch Bürgermeister Hermann Müller und Vertreter der Kirchen.
(Moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2014 und 1996)

 

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Hexenverfolgung: Kallenhardt / Nordrhein-Westfalen

Kallenhardt ist ein Stadtteil von Rüthen im Kreis Soest. Von 1573 bis 1619 wurden zahlreiche Einwohner Opfer von Hexenprozessen. Insgesamt beläuft sich die Zahl möglicherweise auf mehr als 40 Personen.
(moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2011)

Hexenverfolgung: Kammerstein / Bayern

Am 24. November 2002 haben Bürgermeister Walter Schnell und Vertreter der Kirchen eine offizielle moralische Rehabilitation der als Hexe verurteilten Ottilia Kuenin aus Kammerstein ausgesprochen.
(Moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2002)

Hexenverfolgung: Kempten (Fürststift) Bayern

Von 1421 bis 1775 gerieten in Kempten 19 Personen in Hexenprozesse. Am 4. April 1775 war Kempten Schauplatz des letzten Hexenprozesses in Deutschland. Anna Maria Schwegelin wurde als Hexe wegen Teufelsbuhlschaft zum Tode durch das Schwert verurteilt, jedoch nicht hingerichtet, sondern begnadigt.

In Kempten wurde als Erinnerungsort für Anna Maria Schwegelin an der Südostseite des Residenzgebäudes der ehemaligen Benediktinerabtei am 27. Juni 2002 ein nach ihr benannter Brunnen mit Gedenktafel auf einem Sockel daneben eingeweiht.

Das Urteil des Fürstabts Honorius Roth von Schreckenstein, dem kraft kaiserlichen Privilegs (Campidona sola judicat ense et stola) die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit zustand, wurde aber nicht vollstreckt, da der Fürstabt wenige Tage vor der Vollstreckung befahl, erneut die Ermittlungen aufzunehmen. Der Fall wurde jedoch nicht weiter verfolgt, so dass Anna Schwegelin 1781 im Kemptener Gefängnis (Stockhaus) eines natürlichen Todes starb.

Hexenverfolgung: Köln / Nordrhein-Westfalen

Kölner Hexereiverfolgung der Jahre 1626–1630. in den umliegenden Ämtern des Kurfürstentums Köln brannten seit dem Frühjahr 1626 die Scheiterhaufen.

Auf Melaten wurde Katharina Henot, die Tochter Jacob Henots, im Jahr 1627 als Hexe verbrannt. Christina Plum bezichtigte sich erstmals im Frühjahr 1629 der Hexerei und denunzierte bei einem Verhör im April 1629 zunächst zehn angesehene Bürger. Nach weiteren Denunziationen erfolgten mehreren Hinrichtungen, darunter auch die von Christina Plum am 16. Januar 1630.

Katharina Henot war eine Kölner Patrizierin, Postmeisterin und das bekannteste Opfer der Kölner Hexenverfolgungen. Sie wurde als angebliche Hexe zunächst erdrosselt und dann verbrannt.

Obwohl Henot, nach mehrfacher Folter verkrüppelt und schwer krank, sich weigerte zu gestehen, wurde sie auf dem seinerzeit auch als Richtstätte genutzten Friedhof Melaten in Köln vom Scharfrichter erwürgt und ihre Leiche anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Die Hinrichtung der Geschäftsfrau entbehrte jeder juristischen Grundlage. Nach damals geltendem Recht mussten Beschuldigte freigelassen werden, wenn es selbst durch Folter unmöglich war, ein Geständnis zu erpressen.

Erst ab der zweiten Jahreshälfte 1630 wurde die Hexenverfolgung in Köln ausgesetzt. 1655 wurde Enn Lennartz als Hexe enthauptet und verbrannt. Sie war das letzte Opfer der Kölner Hexenverfolgung.

Insgesamt gab es in der Zeit der Hexenverfolgung (1435–1655) 96 aktenkundig gewordene Hexenprozesse, bei denen 37 Beschuldigte zum Tod verurteilt wurden.
(Der Kölner Stadtrat beschloss am 28. Juni 2012 die Rehabilitierung Henots und 37 weiterer Frauen, die wie Henot zum Tode verurteilt worden ware: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2012)

Die Kölner Gruppe Bläck Fööss verfasste das Lied ihrer Geschichte mit dem Titel „Katharina Henot“ im Kölner Dialekt.

Der Fernsehfilm Die Hexe von Köln aus dem Jahr 1989 (Regie Hagen Mueller-Stahl) behandelt das Leben Katharina Henots und ihres Bruders Hartger.

Hexenverfolgung: Köln (Kloster St. Klara) Nordrhein-Westfalen

Sophia Agnes von Langenberg (* 1597 oder 1598; † 30. Januar 1627 in Lechenich) war eine Nonne (Klarissin) im Kloster St. Klara in Köln und wurde als Hexe hingerichtet. Sophias Weg von einer als „lebende Heilige“ Verehrten zu einer als Hexe zum Tode Verurteilten erlangte überregionale Aufmerksamkeit.

Sophia stand in Köln im Ruf einer lebenden Heiligen, deren fürbittendes Gebet andere Menschen zu heilen vermochte. Dieser Ruf, den Sophia von Langenberg in Köln besaß, wurde von ihrem Beichtvater, einem Franziskanerpater, verbreitet.

Ihr Ruf als „lebende Heilige“ wurde noch gefestigt, nachdem im Februar 1622 eine Nonne der St.-Vinzenz-Klause auf Sofias Fürbitte von einem schmerzhaften Beinleiden plötzlich genesen war.

Erste Zweifel an ihrer Heiligkeit äußerte der päpstliche Nuntius Pietro Francesco Montoro in Köln. Er konfiszierte die von ihrem Beichtvater verfasste Biografie sowie die Tagebuchaufzeichnungen desselben Verfassers über das Leben Sophias und sandte sie nach Rom. Als im April 1622, am Ostersonntag, ein Kruzifix in Sophias Zelle plötzlich zu bluten begann, sahen die Franziskaner ein Mirakel.

Wie an vielen Orten, gab es in dieser Zeit auch in dem Kölner Franziskanerinnenkloster St. Klara mehrere Fälle von Besessenheit. Bei dem von den Franziskanern ausgeübten Exorzismus bezichtigten die „besessenen Nonnen“ Sophia, sie verhext zu haben.

So eskalierte der zum Fall Sophia von Langenberg gewordene Streit zu einem Machtkampf zwischen dem päpstlichen Nuntius und dem Kurfürsten und Erzbischof von Köln um die Oberaufsicht in den Franziskanerkonventen.

Der Nuntius Pier Luigi Carafa gestattete, das Mirakel des blutenden Kreuzes zu untersuchen, ohne zu ahnen, dass damit eine Welle von Hexenprozessen ausgelöst werden würde.

Um weitere Turbulenzen zu vermeiden, entschloss sich Generalvikar Johannes Gelenius, Sophia Agnes von Langenberg aus dem Kloster zu entfernen. Am 28. Mai 1626 wurde sie vom Generalvikar persönlich ins kurfürstliche Schloss nach Lechenich gebracht und dort inhaftiert.

Als Kurfürst Ferdinand im November 1626 das Schreiben erhielt, das ihn autorisierte, die Folter anzuwenden, begannen die Verhöre. Unter der Folter bezichtigte Sophia die Kölner Postmeisterin Katharina Henot der Hexerei im Kloster St. Klara.

Die Anklage führte in Köln am 9. Januar 1627 zur Verhaftung Katharina Henots, die am 19. Mai 1627 in Köln Melaten hingerichtet wurde. Katharinas Schwester Franziska Henot, Konventualin des Klosters St. Klara in Köln, wurde vermutlich nach einer Bezichtigung durch Sofia von Langenberg, vom 22. Januar 1627 bis 18. Februar 1628 in Lechenich inhaftiert.

Sophia von Langenberg wurde wegen Hexerei und anderer Excesse zum Tode verurteilt. Sie wurde am 30. Januar 1627 im Zwengell des Schlosses stranguliert und anschließend zu Hettikoven beerdigt.

In Heddinghoven lag damals um die Heddinghovener Kapelle der Begräbnisplatz für die Verstorbenen der Lechenicher Vororte Konradsheim und Blessem. Vermutlich ist Sofia an einem Platz außerhalb der Umfriedung beerdigt worden.

Die von den Klarissen verursachten Kosten hatte das Kloster St. Klara zu tragen. Die Rechnung für Sofia von Langenberg betrug insgesamt 1642 Gulden, für Franziska Henot 1841 Gulden. Die Rechnung für die nach Lechenich abkommandierten Kommissare betrug 1247 Gulden.

Sophia von Langenberg gehörte zu den Personen, die – zumindest vorübergehend – zu Lebzeiten in ihrem Umfeld als Heilige verehrt wurden („lebende Heilige“). Da sie diesen Ruf nicht über ihren Tod hinaus erhalten konnte und die Kirche ihre Visionen nicht anerkannte, zählt sie zu den sogenannten falschen Heiligen.

Der Hexenprozess gegen Sophia Agnes von Langenberg gehörte neben dem Verfahren gegen Maria Renata Singer von Mossau zu den wenigen, in denen eine Geistliche als Hexe öffentlich angeklagt und auch hingerichtet wurde.

Regionalgeschichtlich begann mit ihr die Reihe der Hexenprozesse im kurkölnischen Amte Lechenich, denen ab 1627 zahlreiche Frauen und Männer zum Opfer fielen.

Hexenverfolgung: Konstanz / Baden-Württemberg

Von 1414 bis 1418 fand das Konzil von Konstanz statt. Das Konzilgebäude, in dem lediglich das Konklave der Papstwahl stattfand, steht heute noch am Bodenseeufer, gleich neben dem Konstanzer Hafen und Bahnhof. Der eigentliche Sitzungssaal war der Bischofsdom, das heutige Münster.

Die Wahl von Martin V. am 11. November 1417 war die einzige Papstwahl nördlich der Alpen. Gleichzeitig wurde hier das abendländische Schisma von 1378 durch die Absetzung der Gegenpäpste und die Hinrichtung des tschechischen Reformators Jan Hus beendigt. Rom wurde als Sitz des Papstes bestätigt und festgelegt.

Jan Hus wurde in dem der Seeseite zugewandten Rundturm des Inselklosters (heute Inselhotel auf der Dominikanerinsel) und später in der Burg des Bischofs von Konstanz in Schloss Gottlieben eingekerkert.

Am 6. Juli 1415 wurde der Reformator anlässlich des Konzils als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt, seine Asche wurde in den Rhein gestreut. Der Prozess fand im Dom zu Konstanz statt.

Hus wurde keine Gelegenheit zu detaillierter Stellungnahme zu den Anklagepunkten gegeben. Die Zusage des freien Geleits des Königs Sigismund wurde gebrochen. Die Hinrichtung wurde durch die weltlichen Mächte vorgenommen nach einer letzten Aufforderung des Abgesandten des Königs zum Widerruf.

Das Hus-Denkmal an der Laube in Konstanz gegenüber der Lutherkirche wurde von Adéla Kacabová entworfen. Es wurde 2015 aufgestellt und eingeweiht. Es ist ein Geschenk der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche an die Stadt Konstanz.

Hexenverfolgung: Kriftel / Hessen

Kriftel war 1588–1630 von Hexenverfolgung betroffen, mindestens zwei Frauen wurden verbrannt.
(Gemeindevertretung Kriftel: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2016)

Hexenverfolgung: Kurmainz (Erzstift) Rheinland-Pfalz

Mainz gehörte nicht zu den Gebieten erster Hexenprozesse im 15. Jahrhundert, auch ignorierte Erzbischof Berthold von Henneberg wie viele andere die von Papst Innozenz VIII. 1484 in der päpstlichen Bulle Summis desiderantes affectibus geforderte Unterstützung der Inquisitoren Heinrich Institoris und Jakob Sprenger zur Inhaftierung und Bestrafung (nicht Verbrennung) von Hexen.

Jedoch gab es in der Folge durch das 16. Jahrhundert hindurch immer wieder Verleumdungsklagen, die vereinzelt zu Prozessen mit unterschiedlichem Ausgang führten.

Das änderte sich ab 1594, als unter Duldung der Erzbischöfe Johann Adam von Bicken und seines Nachfolgers Johann Schweikhard von Kronberg insbesondere im Oberstift (den kurmainzischen Gebieten um Aschaffenburg) eine große Zahl von Hexenprozessen mit Hunderten von Hexenverbrennungen stattfanden.

Zwei der Opfer waren in Aschaffenburg die Karpfenwirtin Margarethe Rücker und die Kreuzschneiderin Elisabeth Strauß, die am 19. Dezember 1611 enthauptet und verbrannt wurden.

In Flörsheim wurden in den Hexenprozessen drei Jugendliche hingerichtet: Johann Schad, Margreth Schad und Ela Schad. Erzbischof Johann Philipp von Schönborn brach als einer der ersten deutschen Reichsfürsten in der Mitte des 17. Jahrhunderts den Hexenwahn, indem er die vereinzelt noch stattfindenden Hexenprozesse durch Verordnungen erschwerte und schließlich verbot.

Ähnlich massive Hexenverfolgungen wie im Erzstift Mainz zwischen 1594 und 1618 lassen sich in Süddeutschland nur in den Hexenprozessserien der Hochstifte Bamberg und Würzburg sowie in Eichstätt und Ellwangen nachweisen.

 

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Hexenverfolgung: Landshut / Bayern

Vermutlich fand die letzte Hexenhinrichtung auf Reichsboden 1756 in Landshut statt: am 2. April 1756 wurde die 15-jährige Veronika Zeritschin als Hexe verbrannt, nachdem sie geköpft worden war.

Hexenverfolgung: Lemgo / Nordrhein-Westfalen

Eines der schönsten Bürgerhäuser, mit einem reich verzierten Renaissance-Giebel versehen, ist das Krüwelhaus an der unteren Breiten Straße. Besser bekannt ist dieses Gebäude unter dem Namen Hexenbürgermeisterhaus und erinnert damit an die dunkelste Zeit in Lemgos Geschichte.

Hier wohnte im 17. Jahrhundert Bürgermeister Hermann Cothmann (1629–1683), der eine führende Rolle bei der Hexenverfolgung spielte. Die Folgen des Dreißigjährigen Krieges und von Pestepidemien führten zu den Hexenprozessen, bei denen zahlreiche unschuldige Frauen und Männer der Zauberei angeklagt wurden.

Sich gegen diesen Vorwurf zu wehren, war praktisch unmöglich, denn unter der Folter, Peinliche Befragung genannt, wurde von jedem ein Geständnis erzwungen. Danach verbrannte man die der Hexerei überführten Delinquenten auf dem Scheiterhaufen.

Bis zum Jahr 1681 verloren auf diese Weise allein in Lemgo 272 Frauen und Männer ihr Leben, darunter Pfarrer Andreas Koch. Damit nahm die Stadt in Lippe eine Sonderstellung ein und bekam den Beinamen Lemgo, das Hexennest.

Die ersten beiden Perioden dauerten von 1564 bis 1566 und von 1583 bis 1605/1606, die Zahl der Todesopfer ist nicht genau bekannt. Der erste Prozess wegen Zauberei, dessen Akten in Lemgoer Stadtarchiv erhalten sind, erfolgte im Jahr 1566 und das Urteil lautete auf Landesverweisung.

Die ersten Hexenprozesse, deren Akten erhalten sind, fanden 1583 statt. Auch hier lauteten die Urteile selten auf Tod, sondern in der Regel auf Landesverweisung. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden die Verfahren unmenschlicher und die Urteile grausamer. Ab 1628 endeten alle Hexenprozesse mit dem Tod der Angeklagten.

Die dritte Periode von 1628 bis 1637 fiel in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, und es wurden mindestens 110 Menschen der Hexerei beschuldigt und 84 davon hingerichtet.

Hierbei handelte es sich in der Hauptsache um Angehörige einkommensschwächerer Schichten, darunter sechs Männer. Als Grund für die Beendigung der Verfolgungswelle wird der Einzug der Schweden in Lemgo angenommen.

Die Prozesse der vierten Periode von 1653 bis 1681 wurden von Bürgermeister Heinrich Kerkmann in den Jahren von 1653 bis 1656 geführt, für die darauffolgenden Prozesse bis 1681 war jedoch Hermann Cothmann verantwortlich, der ab 1666 Direktor des Peinlichen Gerichts, eines neu geschaffenen Amtes, und ab 1667 Bürgermeister war.

Die gesamte vierte Prozessperiode fiel in die Amtszeit des Scharfrichters David Clauss des Älteren. In dieser Periode hatte sich auch das Geschlechts- und Sozialprofil der Angeklagten geändert.

Lag der Anteil der Männer vorher bei sechs Prozent, erhöhte er sich ab 1653 auf rund 25 % und die Zahl der Angeklagten aus der bürgerlichen Führungsschicht stieg im Verlauf dieser Verfolgungswelle signifikant.

Die Gesamtzahl der Todesopfer in den Lemgoer Hexenprozessen wird auf rund 250 Menschen geschätzt, davon über die Hälfte nach 1653, also annähernd 130 Prozessopfer.

Am 25. April 1509 wurden laut Bernhard Witte in seiner Historia Westphaliae 14 Frauen und ein Scholasticus wegen Giftmischerei verhaftet. Eine der Frauen hatte einer Mutter ein Mittel verkauft, das die Versöhnung mit ihrem Sohn bewirken sollte.

Dieser aber war nach Einnahme des Mittels gestorben. Sieben der gefangenen Frauen gestanden unter der Folter zahlreiche Verbrechen und mussten den Feuertod sterben. Damit begann die Serie der Hexenprozesse in Lemgo.

Im Folgenden sind einige der prominentesten Opfer aufgeführt, die alle im Verlauf der vierten Periode verurteilt wurden.

Margarete Siekmann war in zweiter Ehe mit dem Baumseidenmacher Bernd Krevetsiek verheiratet. Sie wurde von ihrem sechsjährigen Pflegekind nach einer Tracht Prügel bei dessen Mutter als Hexe bezeichnet und von dieser 1653 beim Magistrat angezeigt.

Man warf ihr vor, sie könne zaubern und würde diese Kunst weitergeben. Unter der Folter gestand sie und wurde am 10. August 1653 von Scharfrichter David Clauss mit dem Schwert hingerichtet und anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Catharina Cothmann war die Mutter des späteren Hexenbürgermeisters Hermann Cothmann, die im Jahr 1654 hingerichtet wurde. Ihr Ehemann Diederich Cothmann war in finanziellen Schwierigkeiten und konnte die für die Tötung mit dem Schwert geforderten 100 Taler nicht aufbringen. Der Rat senkte die Summe auf 40 Taler, verlangte dafür aber Ländereien und Gärten von Cothmann als Ausgleich.

Der Prozess gegen den Schullehrer Hermann Beschoren erregte großes Aufsehen. Ihm wurde vorgeworfen, zahlreiche Schüler zum Teufelsbund verführt zu haben, und gestand unter der Folter, 17 Knaben und Mädchen das Zaubern gelehrt zu haben.

Graf Hermann Adolph setzte sich für ihn ein, konnte aber 1654 die Hinrichtung Beschorens mit dem Schwert nicht verhindern. Erst ab 1664 bekam der lippische Landesherr das volle Begnadigungsrecht zugesprochen. Hermann Beschorens Ehefrau wurde ebenfalls angeklagt und hingerichtet.

Anna Veltmans, auch bekannt unter dem Namen Witwe Böndel, war eine erfolgreiche Kauffrau. Sie geriet durch mehrfache Besagungen in Hexereiverdacht, konnte aber eine Kaution hinterlegen und wurde freigelassen.

Nach dem Tode ihres zweiten Ehemannes wurde sie erneut verdächtigt, angeklagt und gestand unter der Folter. Nach Zahlung der geforderten Summe wurde sie zum Schwert begnadigt und am 23. Dezember 1665 hingerichtet.

Der Pastor der Marienkirche Hermann Müller wurde 1655 der Zauberei beschuldigt. In einigen Fällen holte der Rat Gutachten bei Universitäten ein. Die Rechtsgelehrten in den Hochschulen in Marburg und Gießen rieten den Lemgoern, bei einem Mann der Kirche von der Anwendung der Folter abzusehen, und der Pastor kam mit dem Leben davon, verlor allerdings sein Amt, das er 35 Jahre lang ausgeübt hatte.

Johann Abschlag hatte es unter Tilly und Wallenstein im Dreißigjährigen Krieg zum Obristleutnant gebracht und bewohnte ein Haus in der Nähe des Marktplatzes. Er hatte sich zuvor mit dem Rat wegen der zu hohen Viehsteuer angelegt. Er wurde denunziert und 1654 als Zauberer und Kommandant der Hexen bezeichnet.

Auch er wurde durch ein Universitätsgutachten freigesprochen, falls sich nicht ein neuer Verdacht ereigne. 1665 gab es einen erneuten Hexenprozess gegen Abschlag, in dessen Verlauf er zur Wasserprobe geführt wurde. Am 19. Januar 1666 erfolgte die Hinrichtung mit dem Schwert; seine Familie hatte zuvor 200 Taler Begnadigungsgeld bezahlt.

Im Jahr 1665 wurde der Kantor Bernhard Grabbe der Zauberei bezichtigt, weil er zu anderen Verurteilten Kontakt hatte. Grabbe konnte fliehen, wurde aber gefangen und nach Lemgo ausgeliefert. Er gestand unter der Folter und wurde am 26. März 1667 mit dem Schwert hingerichtet.

Andreas Koch war Pfarrer in St. Nicolai in Lemgo und mit Bernhard Grabbe verschwägert. Er hatte in seiner Eigenschaft als Geistlicher die Verurteilten zur Hinrichtung zu begleiten. Bei seinen Predigten sprach er sich für mehr Sorgfalt und Vorsicht bei den Hexenprozessen aus.

1665 wurde er nach einem Gutachten der Universität Rinteln als Pfarrer entlassen und ein Jahr später wegen Hexerei angeklagt. Er wurde dreimal gefoltert und nach dem Geständnis zum Tode verurteilt. Seine Ehefrau Anna Elisabeth Pöppelmann erreichte beim Grafen Hermann Adolph die Begnadigung zur Enthauptung mit dem Schwert und anschließender Verbrennung.

Die Hinrichtung fand am 2. Juni 1666 in der Frühe zwischen vier und fünf Uhr unter dem Regenstor statt. Für eine Hinrichtung waren Zeit und Ort ungewöhnlich, offenbar eine Maßnahme, um die Öffentlichkeit bei der Hinrichtung eines Pfarrers nahezu auszuschließen. Andreas Koch war der einzige in Lemgo hingerichtete Pfarrer.

Zum Gedenken an den hingerichteten Pfarrer Andreas Koch ließ die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde 1999 in der Kirche St. Nicolai eine schwarze Granitplastik anbringen. Sie trägt die Inschrift: Gott wird endlich mein Haupt aufrichten und mich wieder in Ehren setzen.

Die letzte Person, die in einem Hexenprozess 1681 angeklagt wurde, war Maria Rampendahl. Sie widerstand der Folter und kam mit dem Leben davon, musste aber die Stadt und das Land verlassen. Im Hexenbürgermeisterhaus befindet sich ein Museum, in dem bis vor wenigen Jahren Nachbauten der damals eingesetzten Folterinstrumente ausgestellt waren.

Im Stadtarchiv Lemgo sind die entsprechenden Hexenprozessakten und weitere Dokumente zur Stadtgeschichte einsehbar.
Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo, Breite Str. 19, 32657 Lemgo.
(Stadtrat von Lemgo, Errichtung des „Steins des Anstoßes“, Denkmal für Maria Rampendahl: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2012 und 1992)

Hexenverfolgung: Lindheim / Hessen

In Lindheim gab es 24 Hexenprozesse von 1598 bis 1664. Die meisten Opfer der Hexenverfolgung starben 1663 und 1664. 1598 wurde Anna Mausaug (Asmus) als vermeintliche Hexe hingerichtet. 1634 wurde zuerst Anna Kraft, genannt „Pompanna“, wegen angeblicher Hexerei angeklagt und zum Tode verurteilt.

Unter Folter gab sie die Namen von weiteren angeblichen Hexen an, so dass auch Elsa Reunick und Anna Schmied zusammen mit ihr im selben Jahr hingerichtet wurden. Die Leichen wurden anschließend verbrannt.

Zur massiven Verfolgung wegen Hexerei kam es nach 1662, nachdem Georg Ludwig Geis zum Oberschultheiß ernannt wurde. Der damalige Pfarrer Hölcker machte durch seine Aufzeichnungen deutlich, was für ein Mensch Geis war:

Er hatte u. a. im Krieg eigenhändig einen katholischen Priester erhängt, außerdem versucht, eine Lindheimerin zu vergewaltigen, und Ehebruch betrieben. Nun war dieser Mann für die Festnahme von der Hexerei Verdächtigen zuständig und ging dieser Aufgabe gewissenhaft nach.

Derjenige, der eine solche Person anzeigte, bekam eine Belohnung, bei falscher Anzeige musste er dagegen 20 Taler Strafe zahlen, was selten der Fall war, da in der Regel verdächtige Personen durch Folter zu Geständnissen gebracht wurden.

Verdächtige wurden in das gefürchtete Hexenbuch eingetragen, wodurch auch NichtLindheimer verfolgt werden konnten. Geis bereicherte sich an den Verurteilten, da sie enteignet wurden und er einen Großteil des Gutes unterschlug.

Ein Handlanger von Ludwig Geis war ein Weber namens Andreas Krieger, der grausam allen Beschuldigungen nachging und die Folterungen durchführte. Selbst vor den Leichen der Gerichteten machte er nicht Halt und trieb durch den Leichnam des enthaupteten Heinrich Leschier zusätzlich einen Pfahl, wie es in einer Klage vom 26. September 1665 heißt.

In den Jahren 1663 und 1664 erreichten die Hexenverfolgungen in Lindheim mit mindestens 20 Hinrichtungen ihren Höhepunkt.

Wolfgang Adolf von Carben machte dem Morden ein Ende, indem er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Ritterrates der wetterauischen Reichsritterschaft und Friedberger Burggraf den Lindheimer Ganerben befahl, Ludwig Geis abzusetzen, was im März 1664 geschah.

Der Legende nach soll Ludwig Geis im Teufelsgraben vom Pferd gestürzt sein, sich dabei das Genick gebrochen haben und seitdem als Dogge mit glühender Kette dort spuken. Man geht allerdings davon aus, dass er anscheinend unversehrt in seinen Heimatort Selters (Ortenberg) zurückkehrte.

Am renovierten Hexenturm erinnert heute eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer an die „Schreckensjahre von Lindheim“.

Hexenverfolgung: Lippstadt / Nordrhein-Westfalen

Im Jahr 1565 fanden in Liesborn Hexenprozesse gegen die drei Frauen Aleke, Anna und Katharina auf der Burg Stromberg statt. Sie wurden der Zauberei angeklagt, gefangengenommen, gefoltert und verbrannt.

Um 1573 gab es etliche weitere Hexenverfolgungen in Lippstadt in der Zeit Graf Simons VI., dabei sind „etliche Burgers Weiber hinaus geführt und verbrannt worden“.

Hierzu berichtete Pfarrer Anton Praetorius 1613, dass bei diesen Hexenprozessen „der Nagel-Schmidt Ebert Balve und seine Schwester, eine Bäckerin, die Freytägische genannt, nach langen Foltern nach dem Widerruf ihres Geständnisses trotz Protesten aus der Bevölkerung freigelassen wurden.

Dieser Hexenprozess beeindruckte Anton Praetorius stark und trug zu seinem Denken entscheidend bei, als er sich 1597 unter Lebensgefahr dafür einsetzte, dass eine Frau aus der Folterkammer entlassen wurde, und er diesen Kampf gegen Hexenverfolgung und Folter literarisch fortsetzte.

Weitere Hexenprozesse fanden zwischen 1630 und 1677 statt.
(moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2015)

Hexenverfolgung: Lüdinghausen / Nordrhein-Westfalen

Höhepunkt der Hexenverfolgungen in Lüdinghausen scheint das Jahr 1624 gewesen zu sein, als in einer Hexenprozesswelle in wenigen Monaten mindestens 20 Personen unter dem Verdacht der Hexerei hingerichtet wurden. Wahrscheinlich lag die Zahl der Opfer höher, da die Akten nur zu einem Teil erhalten sind.

Während der Regierungszeit des Fürstbischofs Ferdinand von Bayern von 1612 bis 1650 sind im Münsterland zahlreiche Hexenprozesse durchgeführt worden. Der Schwerpunkt seiner Politik lag in der Rekatholisierung seines Bistums.

Nach einem Ausbruch der Pest 1617 und einem verheerenden Stadtbrand 1619 begann 1621 die Stationierung fürstbischöflicher Soldaten und Übergriffe fremder Truppen. Die sozialen Spannungen entluden sich u. a. dadurch, dass Sündenböcke für die schlechten Zustände gesucht und schließlich in vermeintlichen Hexen und Hexenmeistern gefunden wurden.

Hexenprozess gegen Bernhard Schwarte: Im Jahr 1612 wurde Bernhard Schwarte verdächtigt, er hätte auf einer Kindtaufe den Gastgeber Assenkamp in Westrup mit einer Kanne Koit vergiftet. Schon früher waren er und sein Vater in den Verdacht geraten, auf ihrem Kotten solle es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Vor seinem Tod wiederholte Assenkamp vor dem Lüdinghauser Richter seine Aussage, er sei von Bernhard Schwarte vergiftet worden. Seine Witwe beschuldigte in ihrem Zorn Schwarte der Zauberei. Er wehrte sich mit einer Beleidigungsklage, die er aber später zurückzog.

Nach diesen Zwischenfällen war es wieder ruhig um Schwarte geworden bis zum Sommer 1623. Der Westruper Bauer Johan Goecke hatte zusammen mit Bernhard Schwarte gedroschen, stürzte dann aber so unglücklich, dass er sich sein linkes Bein brach.

Als die Heilung des Bruches nach zehn Tagen gute Fortschritte gemacht hatte, kamen Schwarte und seine Frau zu einem Besuch an das Krankenlager. Schwarte besah sich das gebrochene Bein und erklärte: „Johan, ich glaube nicht, dass Euer Bein ganz entzwei ist. Es wird wohl bald wieder besser werden.

Als sich die Wunde in der folgenden Nacht entzündete, wurde der Meister Henrich Johaninck, Lüdinghauser Abdecker und Henker, der zugleich als Chirurg wirkte, geholt. Er rief betroffen aus: „Was sind hier für böse Leute am Werk gewesen!

Sophia Schievenhövel, die ihn pflegte, eilte ins Zimmer und entgegnete: „Hier ist niemand gewesen außer Schwarte und seiner Frau!“ Bald sprach das ganze Dorf davon. Obwohl für Bauer Johan Goecke in der Kirche gebetet wurde, wurde er nicht gesund, sondern blieb ein Krüppel.

Im Sommer 1623 fielen innerhalb einer Woche 26 Schweine des Rentmeisters Hörde auf der Burg Lüdinghausen tot um. Sofort erhob sich der Verdacht, das müsse das Werk des Teufels sein.

In Verdacht geriet Bernhard Schwarte, der Kötter aus der Bauerschaft Westrup. 1624 wurde Schwarte erneut der Zauberei bezichtigt. Auf dieses „gemeine Gerücht“ hin befahl ihm Junker Wulf, sein Leib- und Grundherr, sich zu verteidigen wie es sich gebühre, andernfalls müsse er den Kotten räumen.

Daraufhin strengte Bernhard Schwarte eine Injurienklage gegen die Leute an, die ihn verleumdet hatten. Doch die Zeugen bezichtigten den Schwarte der Zauberei und forderten seine Verhaftung. Der Richter ließ Schwarte auf der Burg Lüdinghausen inhaftieren.

Noch vor Prozessbeginn legte Bernhard Schwarte vor dem Richter und dem Fron ein umfassendes Geständnis ab. Danach habe er die Zauberkunst vor zwölf Jahren von Merge Dichte gelernt.

Merge Dichte wurde später in Davensberg verhaftet und wegen vieler begangener „Übeltaten“ verbrannt. Am Montag, dem 1. Juli 1624 begann das Verfahren gegen Schwarte im Gerichtshaus auf der Burg.

Im „gütlichen“ Verhör musste sich Bernhard Schwarte zu den Anklagepunkten unter Eid äußern und legte ein umfassendes Geständnis ab: Abkehr von Gott, Teufelsbündnis, Teufelsbuhlschaft, Hexensabbat und Schadenszauber.

Seine Angaben reichten aus, um ihn zum Tode zu verurteilen. Doch der Fiscus [Staatsanwalt] war der Ansicht, Schwarte hätte viele Maleficien [Untaten] noch nicht gestanden und forderte die „schärfere Nachfrage“.

Der Richter und die Schöffen stimmten der Folter zu. Am selben Tage wurde Schwarte der Tortur unterworfen. Bernhard Schwarte widerrief alle Denunziationen: er habe keine Mitgesellen gehabt, das habe er aus List des Teufels gesagt.

Aber er gestand weiteren Schadenszauber, Morde an einem Menschen und an Tieren von Nachbarn. Schließlich bekannte er, worauf alle gewartet hatten: Er habe auch des Rentmeisters Schweine vergiftet.

Drei Tage später wurde am 4. Juli dem Angeklagten in Anwesenheit des Richters und der Schöffen sein Bekenntnis noch einmal verlesen. Als Schwarte die Vergiftung der Schweine erneut bestätigte, verlangte der Rentmeister Hörde Schadensersatz in Höhe von 100 Reichstalern.

Er forderte die Beschlagnahmung des beweglichen Besitzes von Bernhard Schwarte. Der Richter erkannte die Forderung des Rentmeisters an. Im Haus des Angeklagten wurden eine Milchkuh, eine Färse und zwei Ferkel beschlagnahmt und dem Rentmeister übergeben.

Das Urteil wurde abgefasst, nach Münster an das Domkapitel zur Bestätigung geschickt und danach öffentlich verlesen: ist wegen der gerichtlich bekannten und befundenen Untaten für Recht erkannt, dass der Beklagte lebendig auf eine Leiter gebunden, gewürgt und mit vor die Brust gehängten Büchsenpulver mit dem Feuer vom Leben zum Tode gestraft werden soll.

Durch den Brustbeutel sollte der Tod beschleunigt werden als Gnadenerweis der Gerichtsherren. Schwarte wurde auf einem Karren zur Hinrichtungsstätte im Scharperott gebracht. Nachdem Bernhard Schwarte noch einmal sein Geständnis wiederholt und der Priester die Absolution erteilt hatte, führte der Scharfrichter die Hinrichtung vor den Augen der Menge aus. Bernhard Schwarte wurde am 11. Juli 1624 verbrannt.

Hexenprozess gegen Heidtmann und seine Frau: Vor seinem Tod allerdings nahm Bernhard Schwarte die Entlastung der von ihm denunzierten Menschen zurück und setzte damit eine unheilvolle Prozesskette in Gang. Er bezichtigte acht Menschen der Zauberei, darunter einen Mann namens Heidtmann und dessen Frau.

Vor seinem Tod wurde er mit beiden konfrontiert. Zwar wiesen beide die Vorwürfe zurück, trotzdem wurde ein Hexenprozess gegen sie eröffnet. Nach der Folter starben die Frau von Heidtmann im Gefängnis und der Mann auf dem Scheiterhaufen. Insgesamt fielen der Prozesswelle 1624 mindestens 20 Personen zum Opfer.

 

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Hexenverfolgung: Mainz / Kurfürstentums Mainz

Die Hexenprozesse im Bereich des Kurfürstentums Mainz fielen mehrheitlich in die Amtszeiten der vier Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten Wolfgang von Dalberg (reg. 1582–1601), Johann Adam von Bicken (1601–1604), Johann Schweikhard von Kronberg (1604–1626) und Georg Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads (1626–1629).

Ab 1594 kam es im Mainzer Herrschaftsbereich zu vier Wellen massiver Hexenverfolgung, jeweils um 1595, 1603, 1615 und 1627, mit vielen hunderten Prozessen und Hexenverbrennungen, mit einer hysterischen Steigerung der Hexenangst insbesondere unter Johann Adam von Bicken und Johann Schweikhard von Kronberg.

Letzterer brachte 1612 System in die Hexenprozesse, indem er allen Gerichten eine Untersuchungsordnung mit 18 General- und 98 Spezialfragen zustellen ließ.

Insgesamt wurden im Zuge der Hexenverfolgung im Erzstift Mainz mehr als 2000 Todesurteile gefällt, womit das Erzstift zu den verfolgungsintensivsten Territorien im Reich gehörte.

Die Hexenprozesse, die auch als Mittel der Gegenreformation eingesetzt wurden, dienten einer gesellschaftlichen Disziplinierung größeren Stils, die mit anderen Mitteln in diesem Umfang und in so kurzer Zeit nicht durchführbar gewesen wäre. In der Bevölkerung wuchs die Bereitschaft, gegen vermutete Hexen vorzugehen.
Webseite: Hexenprozesse in Kurmainz: www.hexenprozesse-kurmainz.de

Hexenverfolgung: Markelsheim / Baden-Württemberg

Aus den Hexenverfolgungen in Markelsheim von 1617 bis 1638 sind bisher 91 Opfer namentlich bekannt. 81 überlebten die Hexenprozesse nicht. Am 8. Mai 1628 wurde Johann Bernhardt, der neunjährige Sohn des Bürgermeisters Bernhardt Reichhardt, hingerichtet.

Hexenverfolgung: Mecklenburg / Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg wurde die Hexenverfolgung besonders intensiv betrieben. Es wurden ungefähr 4000 Prozesse gegen vermeintliche Hexen geführt und ca. 2000 Todesurteile gefällt. Im 16. Jahrhundert stieg die Zahl der Hexenprozesse steil an, um im 17. Jahrhundert vor allem vor und nach dem Dreißigjährigen Krieg ihre Höhepunkte zu erreichen. Der letzte bekannte Hexenprozess in Mecklenburg wurde 1777 durchgeführt.

Hexenverfolgung: Meiningen / Thüringen

Meiningen war 1600–1692 von Hexenverfolgung betroffen. 94 Frauen und 19 Männer aus der Stadt und Umgebung gerieten in Hexenprozesse, 59 Frauen und vier Männer wurden hingerichtet.

Weitere Hexenverfolgungen fanden in den Ortsteilen Dreißigacker, Herpf und Welkershausen statt.
(Moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2012)

Hexenverfolgung: Memmingen (Hexenturm) Bayern

Der Hexenturm ist ein ehemaliger Gefängnisturm der oberschwäbischen Stadt Memmingen. Er wird auch Schiefer Turm von Memmingen genannt. Der Hexenturm steht an der Nordseite der Altstadt zwischen dem Einlaß und dem Hafendeckelturm.

Der rechteckige Turm besteht im Unterbau aus Tuffstein und im Oberbau aus Ziegel und besitzt ein Satteldach. Der Eingang befindet sich auf Höhe des alten Wehrganges circa fünf Meter über dem Boden. Der Hexenturm ist der älteste noch erhaltene Stadtturm.

Er stammt im unteren Bau aus der Gründungszeit der Stadt (um 1150). Der Oberbau stammt aus der zweiten Stadterweiterung im 14. Jahrhundert. Er ist einer von früher drei Gefängnistürmen.

Durch ihn führte der Wehrgang zum nicht mehr vorhandenen Notzentor. Von diesem ging der Wehrgang weiter zum Kerkerturm, einem weiteren Gefängnisturm. Ob der Turm aus der Zeit der Hexenverfolgung seinen Namen hat, weil dort die Hexen eingesperrt wurden, ist nicht bekannt. Das kleine Häuschen vor dem Hexenturm wird als Geräteschuppen des Bauhofes genutzt.

Hexenverfolgung: Menden / Nordrhein-Westfalen

Zwischen 1592 und 1631 fanden in Menden Hexenverfolgungen statt, deren Akten sich im Pfarrarchiv der St.-Vincenz-Kirche befinden. Zahlreiche Personen wurden zum Tode verurteilt.

Während im Jahr 1592 eine Frau hingerichtet wurde, waren es 1628 18 Menschen und 1630 bis 1631 weitere 22 aus dem Ort. Neben diesen 17 Männern und 24 Frauen werden 36 weitere Fälle (14 Männer und 22 Frauen) von Hinrichtungen Auswärtiger unter anderem aus Wimbern erwähnt, darunter Blesien Billi, der Frohne, und Franz Hellmich, der Lahme.

1631 trotzte Dorte Hilleke in einem Hexenprozess der Folter. Nach ihr wurde die Stadtbibliothek benannt.

Peter Essenkemper gestand im Jahr 1631 unter der Folter, er habe elf Tanzplätze in und bei Menden in Westfalen besucht. Die genannten Versammlungsplätze in den Mendener Prozessen finden sich an Mendener Lokalitäten („am hohen Graben am Kreuzweg“), am Romberg (Rodenberg), am untersten Stein bei Hemers Garten, „uf dem Brocke in Oesbern“.

Weitere Hexentanzplätze besuchte Essenkemper auf dem Kirchhofe in Schwitten, in Boinkhausen, in Holthausen (Holzen), „auf der Heide“ in Wimbern, in Balve, „uf dem Dieke“ bei Fröndenberg, „auf der Lehmkuhlen“ bei Unna und viele andere mehr.

(Rat der Stadt Menden: moralische und sozialethische Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse / Hexenverfolgung 2011)

Hexenverfolgung: Münster (Selters) Hessen

Aktenkundig wurde Münster im 17. Jahrhundert während der Hexenverfolgung: 1652 wurde zusammen mit vier anderen Frauen Agnes Lang aus Münster der Hexerei beschuldigt und angeklagt.

Ihr Ehemann, der Schneidermeister Johannes Lang, zog bis vor das Reichskammergericht in Speyer, bekam seine Frau frei und trug dazu bei, dass die Hexenprozesse in der Herrschaft Runkel beendet wurden. Heute ist eine Ortsstraße nach ihm benannt.

 

 

Buchcover: Die Rückkehr der Hexen
von Moritz Hellfritzsch
Taschenbuch: 92 Seiten
Verlag: Independently published
ISBN-13: 978-1973570417
ab EUR 6,66 bei Amazon.de

Zitat: Ein mysteriöses Erdloch im Waldboden.
Ein geheimnisvoller Kult, der es bewacht.
Alte Legenden von Hexen, Dämonen und Flüchen.

Gerade noch drohte Dorfpolizistin Milena an Langeweile einzugehen, da bekommt sie es mit einem mehr als ungewöhnlichen Fall zu tun.
Was planen diese Leute, die sich da im Wald versammelt haben?

Gemeinsam mit dem Historiker Dr. Thomas beginnt Milena zu ermitteln. Und gerät dabei in tödliche Gefahr!

Ein Kurzroman von Filmemacher Moritz Hellfritzsch (“Thief – Someday You Will Pay“), der Elemente des Folk-Horrors à la “The Wicker Man” mit klassischen Gothic-Horrorfilmen wie “The Blood on Satan’s Claw” oder “The Witches” verbindet und auf historische Ereignisse Bezug nimmt – der Schauplatz Bonn war eine der Hochburgen der Rheinischen Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert.

Inklusive einem Gastauftritt von Parapsychologe Doktor Justus Preuss, im Film “Thief – Someday You Will Pay“ dargestellt von Sebastian Badenberg.

 

 

  

  

  

 

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Von Nachtwächtern, Huren, Hexen und Henkern. Von Hexen-Verfolgungen und Hexenprozesse. Von Adensen bis Fürsteneck

Von Nachtwächtern, Huren, Hexen und Henkern. Von Hexen-Verfolgungen und Hexenprozesse. Von Gadebusch bis Münster

Von Nachtwächtern, Huren, Hexen und Henkern. Von Hexen-Verfolgungen und Hexenprozesse. Von Neustadt am Rübenberge bis Sundern

Von Nachtwächtern, Huren, Hexen und Henkern. Von Hexen-Verfolgungen und Hexenprozesse. Von Thüringen (Freistaat) bis Würzburg

Der Hexenhammer von Jakob Sprenger und Heinrich Institoris. Von Hexen-Verfolgungen und Hexenprozesse. Letzte Hexenprozesse und Wiki ABC

Hexen und Hexenverfolgung: Eine kurze Kulturgeschichte von Malcolm Gaskill. Letzte Hexenprozesse und Wiki ABC

 

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