Versager an der Spitze: Wie Topmanager unsere Wirtschaft an die Wand fahren von Valentin Pretzer. Dieses Buch ist eine Anklage

Zitat: 25.000 Schlecker-Frauen standen plötzlich auf der Straße, als Anton Schlecker, im Handelsregister A eingetragener Kaufmann, Insolvenz anmeldete. Ursache war extreme Misswirtschaft, die eigenen Mitarbeiter wurden als größere Bedrohung wahrgenommen als die Konkurrenz, bei der man sauberer, günstiger und angenehmer einkaufen konnte.

Anton Schlecker (+ Familie) ist vielleicht der tragischste Fall eines echten Management-Versagens, da es hier hauptsächlich diejenigen traf, die es auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schwer hatten.

 

Aber die Liste der Nieten in Vorstandsetagen ist lang.

 

Mit dem Dieselskandal trat Martin Winterkorn ohne großes Schuldbewusstsein zurück. Die Kosten trafen aber vor allem die Kunden und die Steuerzahler – uns alle.

Das Drama um den Flughafen Berlin-Brandenburg ist vielleicht schon wieder amüsant, wenn man sich Mühe gibt. Jedenfalls hat es Züge des absurden Theaters. Und dass Carsten Maschmeyer mal in den 90ern alten Omas einen hochriskanten Fonds durch Drückerkolonnen aufschwatzen ließ, scheint moralisch verjährt.

Nicht aber für Valentin Pretzer, der am 14. Mai 2018 sein Buch Versager an der Spitze veröffentlicht. Der Journalist hat sich auf die Suche nach den schlimmsten Auswüchsen des Missmanagements gemacht und hat leider sehr viel gefunden.

 

Das Buch ist eine Anklage

 

Denn echte Konsequenzen scheint Managerversagen eigentlich nie zu haben. Valentin Pretzer fordert ein Umdenken und Umsteuern

 

Versager an der Spitze: Wie Topmanager unsere Wirtschaft an die Wand fahren von Valentin Pretzer. Dieses Buch ist eine Anklage

 

eine Anklage gegen die Auswüchse, die unsere Wirtschaft mit sich gebracht hat.

eine Anklage gegen die Manager, die den Staat missbrauchen, um sich selbst zu bereichern.

eine Anklage gegen ein verkommenes System

 

(Zitat, Seite 7). Der ehemalige Hypo-Real-Estate-Chef Georg Funke kommt beim Vorwurf der Bilanzfälschung mit einer Geldbuße von 18 000 Euro davon, doch eine Supermarkt-Kassiererin wird wegen der Unterschlagung zweier Pfandbons im Wert von 1,30 Euro gefeuert.

 

Während »Top-Manager« ganze Unternehmen ruinieren, zahlen andere die Zeche:

 

Mitarbeiter & Steuerzahler

 

Und während sich die Ex-Chefs genüsslich mit siebenstelligen Abfindungen abseilen, bangen die Mitarbeiter nicht nur um ihre Jobs, sondern zum Teil auch um ihre Existenz.

Air Berlin, Deutsche Bank, Volkswagen, die Drogeriekette Schlecker und der Skandal-Flughafen in Berlin sind nur fünf prominente Beispiele, in denen die oberste Führungsriege ihr Unternehmen als Selbstbedienungsladen begreift. Läuft der Laden, bedeutet das, dass die Bonuszahlungen fließen.

Steckt der Karren im Dreck, bezahlt das der Steuerzahler. Wer es an die Spitze des Wirtschaftssystems geschafft hat, der scheint über dem Gesetz zu stehen – er ist so mächtig geworden, dass man ihn mit den klassischen Mitteln unseres Rechtsstaates nicht mehr fassen kann.

Valentin Pretzer hat die absurdesten Fälle von Manager-Gier gesammelt. Er deckt auf, wo Top-Verdiener fürs Nichtstun Millionen kassieren, Recht brechen und dabei auch noch ungeschoren davonkommen:

 

Versager an der Spitze:
Wie Topmanager unsere Wirtschaft an die Wand fahren
von Valentin Pretzer
Hardcover, gebundene Ausgabe: 224 Seiten
FinanzBuch Verlag
(14. Mai 2018)
ISBN-13: 978-3959721103
Gebundene Ausgabe EUR 19,99
E-Book (Epub) EUR 15,99

 

Verlagsinfo zum Buch
Versager an der Spitze von Valentin Pretzer

 

Versager an der Spitze
von Valentin Pretzer
bewerte ich wie folgt (maximal 10 Punkte):
Handlung, Thema: 10 Punkte
Spannung, Thema: 10 Punkte
Schreibstil: 10 Punkte

 

Aus dem Inhalt

1. Kapitel: Der Getriebene – Josef Ackermann
2. Kapitel: Der Baumeister – Hartmut Mehdorn
3. Kapitel: Der Ahnungslose Martin Winterkorn
4. Kapitel: Der Unsichtbare – Anton Schlecker
5. Kapitel: Der Superstar – Carsten Maschmeyer

 

Valentin Pretzer arbeitet als freier Schriftsteller und Journalist. Unter verschiedenen Namen schreibt er für überregionale Medien und veröffentlichte als Ghostwriter mehrere Bücher, die sich monatelang auf der Bestsellerliste hielten. Pretzer lebt in München und Hildesheim.